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Bolschewiki

„Europa und die Menschheit“ – zum hundertjährigen Jubiläum der Schrift des Vordenkers der Eurasierbewegung – Nikolaj Trubetzkoy

Der Begriff „Eurasien“ ist zurzeit in aller Munde. Dies nicht zuletzt deshalb, weil Wladimir Putin den „eurasischen Gedanken“ als eine Art Alternative zur „europäischen Idee“ zu popularisieren versucht und die 2015 gegründete „Eurasische Union“ bzw. „Eurasische Wirtschaftsunion“ als Gegenmodell zur „Europäischen Union“ betrachtet. Dabei muss man hervorheben, dass der „eurasische Gedanke“ nicht in Russland selbst, sondern in der russischen Emigration entstanden ist und auf den berühmten russischen Sprachwissenschaftler Nikolaj Trubetzkoy und auf seine vor 100 Jahren erschienene Schrift „Europa und die Menschheit“ zurückgeht. Auf diese Schrift und auf die von ihr ausgelösten Wirkungen möchte ich nun genauer eingehen.

Von in Russland zwischen West und Ost am 29. Oktober 2020

Zur trügerischen „Effizienz“ der undemokratischen Regime – eine historische Betrachtung aus aktuellem Anlass

Noch vor kurzem galten solche autoritären Regime wie das chinesische oder das Putinsche in den Augen mancher Beobachter als stabiler und effizienter denn die krisengeschüttelten pluralistischen Gemeinwesen. Protestdemonstrationen im russischen Fernen Osten und in Hongkong, empörte Reaktionen in West und Ost auf den Giftanschlag auf Alexej Nawalny und vieles mehr zeigen indes, dass die angebliche Stabilität der autoritären Regime trügerisch ist. Auf akute Krisen reagieren sie keineswegs effizienter als dies die Demokratien tun. Diese Erfahrung ist bekanntlich nicht neu. Schon mehrmals in der Vergangenheit haben sich die Gegner der „offenen Gesellschaften“ als „Krisenmanager“ angeboten. Die von ihnen vorgeschlagenen und angewandten „Lösungen“, sollten sich aber bald als Scheinlösungen erweisen.

Von in Russland zwischen West und Ost am 11. September 2020

Macht und Ohnmacht der Utopien. Betrachtungen anlässlich des 28. Jahrestages der Auflösung der Sowjetunion

Das vor kurzem zu Ende gegangene 20. Jahrhundert lässt sich als das Zeitalter des triumphalen Siegeszuges von totalitären Utopien und ihres anschließenden gänzlichen Scheiterns bezeichnen. Diesen Prozess des Aufstiegs und Niedergangs der Utopien möchte ich am Beispiel Russlands kurz darstellen.

Von in Geisteswissenschaften Russland zwischen West und Ost am 21. Dezember 2019

Kehren die „alten Geister“ zurück? Der „alte“ und der „neue“ europäische Nationalismus aus historischer Perspektive

Die modernen europäischen Nationalbewegungen, die vor etwa zwei Jahrhunderten auf der politischen Bühne erschienen, traten zunächst in einem „romantischen“ Gewand auf. Ihre Verfechter entwarfen die Vision von einem harmonischen Zusammenleben der Völker. Nur ein Hindernis stand aus ihrer Sicht der Verwirklichung dieser Vision im Wege – dies waren die europäischen Dynastien, die das „alte Regime“ verkörperten. Die Entwicklung des europäischen Nationalismus nach der Revolution von 1848 sollte hier eine große Ernüchterung bringen. Es stellte sich heraus, dass die europäischen Dynastien nicht das einzige Hindernis auf dem Weg zur allgemeinen Völkerverständigung waren.

Von in Russland zwischen West und Ost am 20. Februar 2019

Das letzte Gefecht des russischen Parlamentarismus

Einige Wochen nach dem bolschewistischen Staatstreich vom Oktober 1917 kehrten die demokratischen Institutionen auf die politische Bühne Russlands zurück, und zwar in der Gestalt der russischen Konstituante. Mit der Reaktion der Bolschewiki auf diesen Vorgang befasst sich die folgende Kolumne Zum hundertsten Jahrestag der Zerschlagung der Verfassunggebenden Versammlung durch die Bolschewiki.

Von in Russland zwischen West und Ost am 11. Januar 2018

Wurde Russland nach der Oktoberrevolution zu einem Rätestaat? Zur Fassadenhaftigkeit des bolschewistischen Regimes

Als die Bolschewiki am 19. Januar 1918 die Verfassunggebende Versammlung mit ihrer nichtbolschewistischen Mehrheit gewaltsam auseinandergejagt hatten, begründeten sie diesen Willkürakt folgendermaßen: „Jeder Verzicht auf die uneingeschränkte Macht der Sowjets … zugunsten des bürgerlichen Parlamentarismus … wäre jetzt ein Schritt rückwärts, würde den Zusammenbruch der ganzen Oktoberrevolution der Arbeiter und Bauern bedeuten“.
Verfügten die Sowjets im bolschewistischen Staat aber wirklich über eine „uneingeschränkte Macht“?

Von in Bildung Geisteswissenschaften Gesellschaft Kultur Politik Russland zwischen West und Ost am 7. November 2017

Eine vertane Chance der russischen Demokratie? Der bolschewistische Putschversuch vom Juli 1917 und seine unerwarteten Folgen

Vor etwa hundert Jahren – im Juli 1917 – erlitten die Bolschewiki bei ihrem Versuch, die im Februar 1917 errichtete „erste“ russische Demokratie zu beseitigen, ein totales Fiasko. Die Ausmaße ihrer Niederlage erinnern an das Debakel, das 6 Jahre später eine andere totalitäre Partei, diesmal rechter Prägung, erleben musste. Ich meine damit den Hitler-Putsch vom 9. November 1923. Auch die Nationalsozialisten unterschätzten damals die Kampfentschlossenheit ihrer demokratischen Widersacher. Dass die Verlierer vom Juli 1917 bzw. vom November 1923 es aber vermocht hatten, ihr jeweiliges Debakel recht glimpflich zu überstehen und einige Zeit später ihre politischen Triumphe feierten, gehört zu den schmerzlichsten Kapiteln der neuesten russischen bzw. deutschen Geschichte.

Von in Bildung Geisteswissenschaften Politik Russland zwischen West und Ost am 19. Juni 2017

Woran scheitern Demokratien?

Vor 98 Jahren begann die bolschewistische Revolution in Russland. Damit scheiterte die „erste“ russische Demokratie. Das wird oft auf die „Unreife“ der russischen Zivilgesellschaft und auf Spezifika der politischen Kultur Russlands zurückgeführt. In Wirklichkeit war Russland anderen europäischen Ländern nur um einige Jahre voraus.

Von in Russland zwischen West und Ost am 5. November 2015