Was Brett Kavanaugh hätte sagen können

Was wäre, wenn Brett Kavanaugh ganz anderes auf die Anschuldigungen von Christine Blasey Ford und anderer Frauen reagiert hätte?


Man stelle sich einmal vor, Brett Kavanaugh hätte gestern bei der Anhörung etwa folgendes gesagt:

Das, was Christine Blasey Ford und die anderen Frauen über mein Verhalten vor rund 35 Jahren ausgesagt haben, entspricht im Wesentlichen den Tatsachen. Ich kann mich nicht mehr an alle Details erinnern, ich war betrunken und es ist viel Zeit vergangen, in der ich diese Ereignisse fast vergessen habe, aber vermutlich hat es sich so oder so ähnlich zugetragen, wie es von diesen Frauen berichtet wurde.

Ich war damals 17 bis 19 Jahre alt, und wir Jungs haben bei diesen Partys leider nicht darüber nachgedacht, was wir den Mädchen antun. Das bedaure ich heute und ich denke, dass es eine große Schwäche in meiner Persönlichkeitsentwicklung war, dass ich das damals noch nicht gesehen habe. Ich weiß, dass andere in meinem Alter sich rücksichtsvoller verhalten haben als ich, und deshalb möchte ich mich nicht mit meinem Alter und der damaligen anderen gesellschaftlichen Stimmung herausreden.

Lange habe ich gar nicht über meine Taten von damals nachgedacht und fast hätte ich es ganz vergessen gehabt. Erst in den letzten Jahren und Monaten, angeregt durch viele Berichte von Vergewaltigungen und sexueller Nötigung, habe ich mein damaliges Verhalten reflektiert. Ich bin zu dem Ergebnis gekommen, dass es nicht akzeptabel war.

Ich möchte mich dafür entschuldigen und ich denke, wir müssen alles dafür tun, dass wir ein Klima schaffen, in dem solche Handlungen, wie ich sie damals vorgenommen habe, auch im Freundes- und Bekanntenkreis nicht akzeptiert und schon gar nicht bejubelt werden.

Würde er zum Richter ernannt werden?

Jörg Phil Friedrich

Jörg Phil Friedrich

Der Philosoph und IT-Unternehmer Jörg Phil Friedrich schreibt und spricht über die Möglichkeiten und Grenzen des digitalen Denkens. Aufsehen erregte sein Buch Kritik der vernetzten Vernunft, in dem er zeigte, dass digitales Denken nicht durch Computer und Internet entstanden ist, sondern umgekehrt: das digitale Denken hat sich seine passenden digitalen Medien geschaffen . Friedrich ist Diplom-Meteorologe und Master of Arts in Philosophie. Sie erreichen Jörg Friedrich per E-Mail: joerg.friedrich@diekolumnisten.de

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