Das Ende der deutschen Kultur?

Menschen aus fremden Ländern kommen gerne nach Deutschland. Als Touristen, als arbeitssuchende EU-Bürger, als Asylbewerber. Ist das eine Gefahr für die deutsche Kultur? Und was ist eigentlich diese deutsche Kultur?


Der Begriff der Kultur wird zur Zeit häufig verwendet. Willkommenskultur dürfte eines der meistgebrauchten Worte der letzten zwei Monate sein, aber um die geht es hier gar nicht. Hier geht es um die „deutsche Kultur“, die einige Menschen aus unterschiedlichsten Gründen in Gefahr sehen.

Haben Sie einmal überlegt, was das ist oder was das sein könnte? Oder haben Sie eine Definition für deutsche Kultur parat? Nein? Ein Grund sich auf die Suche nach der deutschen Kultur zu machen.

Keine deutsche Kultur im GG

Für Juristen liegt es nahe, zunächst in unserer Verfassung, dem Grundgesetz, zu suchen. Da steht nicht großartig was von Kultur drin, genau genommen gar nichts. Als Staatsziel ist weder Kultur, geschweige denn deutsche Kultur genannt. Sollte deutsche Kultur den Verfassungsgebern vielleicht gar nicht so wichtig sein? Oder hielten die eine Erwähnung aus anderen Gründen nicht für erforderlich? Gingen die vielleicht davon aus, dass deutsche Kultur etwas ist, was da ist wie Luft zum Atmen, was sowieso da ist oder etwas, das keines Schutzes bedarf?

Bereits beim Begriff „Kultur“ ist es schwierig mit einer Definition. Abgleitet vom lateinischen Verb „colere“, was pflegen, verehren, bewirtschaften, bebauen, anbauen, ausbilden oder bewohnen bedeuten kann, tauchte das Wort Kultur Ende des 17. Jahrhunderts auf. Und zwar sowohl in der Bedeutung der Bodenbewirtschaftung als auch in der Bedeutung der Pflege der geistigen Güter.

Gut, versuchen wir es einmal mit letzterem. Pflege der geistigen Güter klingt doch brauchbar. Jetzt also nur noch die spezifisch „deutschen“ Güter finden. Im Bereich der Kunst wird man sich sicher auf ein paar spezifisch deutsche Schriftsteller, Denker, Komponisten und bildende Künstler einigen können. Da gibt es so viele Schwergewichte aus deutschen Landen, dass man sie gar nicht alle aufzählen könnte.

Aber ist die Urgewalt eines Johann Sebastian Bach nun etwas speziell Deutsches oder hätte der nicht auch ein Italiener sein können? Ist es also nur einem glücklichen Zufall zu verdanken, dass ein Weltkünstler in Deutschland gelebt und geschaffen hat? Ist wirklich bedeutende Musik nicht zwingend universell? Wie sieht es mit den deutschen Philosophen aus? Ja, es wurde viel gedacht und philosophiert in Deutschland. Die Frage ist allerdings, was davon heute noch Bestandteil der deutschen Kultur ist und wie das gefährdet sein könnte. Welche Philosophen spielen im Alltag der Menschen denn heute eine Rolle oder wer kennt die überhaupt noch?

Saufkultur

Was macht „deutsche Kultur“ im Alltag aus? Hat das etwas mit Traditionen zu tun? Vielleicht. Aber auch da wird es mit dem spezifisch Deutschen schwierig. Als Rheinländer zähle ich den Karneval unbedingt zu meiner Kultur. Aber der wird regional recht unterschiedlich gefeiert, oder auch gar nicht. Selbst wenn ich mir nur das Rheinland ansehe, gibt es erhebliche Unterschiede. Und manche halten den Karneval ebenso wie das Oktoberfest oder ähnliche Veranstaltungen für den Gipfel der Unkultur oder allenfalls für einen Exzess der Saufkultur.

Deutsche Esskultur vielleicht? Auch da erkenne ich so viele regionale Besonderheiten, dass mir etwas spezifisch Deutsches nicht erkennbar scheint.

Deutsches Recht? Nun ja, von den Wurzeln her ist das römisch und französisch geprägt und von der gar nicht mal so alten Verfassung her eher amerikanisch- westeuropäisch.

Vergleicht man das Alltagsleben in Deutschland mit dem in anderen Ländern, dann fällt die Uneinheitlichkeit der Lebensart innerhalb der Regionen auf. Das wird der Tatsache geschuldet sein, dass Deutschland lange Zeit eine Ansammlung von kleineren Fürstentümern und Stadtstaaten war, in denen sich unterschiedliche Traditionen entwickelten. Statt eines zentralistischen Einheitsstaates herrschte und herrscht eine große Vielfalt. Das ist in unserem föderalen Bundesstaat auch heute noch so. Und das ist auch gut so.

Deutsche Vielfalt

Ich freue mich, wenn ich in Bayern anderes Essen und anderes Bier bekomme, als in meiner Heimat. Ich freue mich, die unterschiedlichen Dialekte zu hören und manchmal nur zum Teil zu verstehen. Deutschland ist schon immer multikulturell. Speziell im Rheinland sind im Laufe der Jahrhunderte so viele Menschen aus unterschiedlichen Ländern gewesen, dass es für den Einzelnen schwierig sein dürfte, über mehrere Generationen seine genaue Herkunft zu definieren. Geschadet hat uns das nicht.

Das Einzige, das ich als speziell Deutsch ausmachen kann, ist die deutsche Hochsprache, das Hochdeutsch. Die Sprache, die durch Luthers Bibelübersetzung und den Buchdruck zum kulturbildenden Faktor geworden ist. Die den Philosophen, den Dichtern als Material für die unterschiedlichsten Gedankenwerke diente. Ja, diese wunderbare Sprache, deren Möglichkeiten unerschöpflich sind und die trotz oder gerade wegen ihrer unglaublichen Präzision bei gleichzeitiger Wandelbarkeit unsere Kultur ausmacht. Wer diese Sprache beherrscht und zu (einer) seiner eigenen macht, wird Bestandteil unserer Kultur, ganz gleich, wo er ursprünglich herkommt. Das wird selbst Akif Pirinçci nicht bestreiten, der erst mit 10 Jahren nach Deutschland gekommen ist. Dabei ist die deutsche Sprache und damit die deutsche Kultur kein Garant für ein gedeihliches Zusammenleben der Bürger. Auch ein Goebbels bediente sich der Möglichkeiten der deutschen Sprache und es war eben auch ein Hitler, der diese Kultur nutzte, um unsägliches Unheil anzurichten.

Cool down

Es kann der deutschen Kultur auch nicht schaden, wenn zunächst anderssprachige Menschen zu uns kommen, die erst hier die Sprache lernen. Es ist auch keine Gefahr, sondern eine Chance für die Weiterentwicklung unserer Kultur, wenn diese Menschen sich dabei ihre Muttersprache bewahren. Jede Sprache bringt andere, ganz eigene Sichtweisen mit. Die Sprache beeinflusst das Denken. Und jede Sprache bleibt dynamisch und in stetiger Weiterentwicklung. Das ist erforderlich, damit sie überlebt. Umgekehrt ist es aber für unsere „deutsche Kultur“ unabdingbar, dass die deutsche Sprache die gemeinsame Basis der Verständigung ist.

Es gab Bestrebungen, diese Bedeutung der deutschen Sprache im Grundgesetz zu verankern, z.B. durch einen Zusatz zu Artikel 20 GG. Letztlich ist das Unfug. Die Sprache des Grundgesetzes ist Deutsch und die Amtssprache ist ebenfalls Deutsch. Das sollte reichen. Die Welt geht nicht unter, wenn statt mit Schlussverkauf mit „Sale“ geworben wird und die deutsche Kultur ist auch nicht untergegangen, weil plötzlich das Portemonnaie den Geldbeutel verdrängt hat.

Solange wir unsere Sprache pflegen und benutzen, kann ihr sowenig geschehen, wie der damit verbundenen deutschen Kultur. Erstaunlicherweise hapert es daran häufig gerade bei denjenigen, die angstvoll das Ende der deutschen Kultur beschwören.

Heinrich Schmitz

Heinrich Schmitz

Heinrich Schmitz ist Rechtsanwalt, Strafverteidiger und Blogger. In seiner Kolumne "Recht klar" erklärt er rechtlich interessante Sachverhalte allgemeinverständlich und unterhaltsam. Außerdem kommentiert er Bücher, TV-Sendungen und alles was ihn interessiert- und das ist so einiges. Nach einer mit seinen Freital/Heidenau-Kolumnen zusammenhängenden Swatting-Attacke gegen ihn und seine Familie hat er im August 2015 eine Kapitulationserklärung abgegeben, die auf bundesweites Medienecho stieß. Seit dem schreibt er keine explizit politische Kolumnen gegen Rechtsextreme mehr. Sein Hauptthema ist das Grundgesetz, die Menschenrechte und deren Gefährdung aus verschiedenen Richtungen.

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  • Alexander Wallasch

    Worüber machen Sie sich Sorgen lieber Schmitz mit ihrer Deutsch-Teflon-Haltung? Klingt ja fast so, als fürchteten Sie doch etwas, dass Sie als Deutschen unverwechselbar auszeichnet. Why? Wenn das aber alles so wäre, wie Sie beschreiben, dann ist doch jede Art von „Fremdeln“ unverständlich. Aber das Gegenteil ist der Fall: Selbst die ehem. Gastarbeiter und ihre Nachfahren und die deutschen Deutschen bilden nach wie vor Parallelgesellschaften. Klar, dieses unauffällige Nebeneinander funkioniert meistens, aber es ist nunmal ein Nebeneinander geblieben. Und es ist nicht das Nebeneinander zwischen deutsch-deutschen Hessen und deutsch-deutschen Niedersachsen. Selbst dann übrigens, wenn es Kontakt der Mütter im Kindergarten gab, der Väter auf Arbeit, wenn man Kindergeburtstage gegenseitig besuchte, wenn die Kinder zusammen spielten – das alles schläft irgendwann mehrheitlich ein. Da passt was nicht zusammen – das sehen beide Parteien am Ende so. Und niemand ist da traurig drüber. Könnte möglicherweise etwa mit dem religiös-kulturellen Hintergrund zu tun haben 😉 Da müssen sie ansetzen, wenn Sie sich auf die Suche machen wollen lieber Schmitz. Klar, das mag ja im Rheinland mit lustiger Clownsnase für alle mal anders sein – aber da nicht mal genauer hinzuschauen, wäre beinahe rheinländische Angeberei 😉
    Und als Nachtrag vielleicht: Naturlich könnte man sagen, das GG ist die ausreichende Vereinbarung in Sachen Kultur. Aber es ist ja allenfalls ein Stichwortgeber, ein Inhaltsverzeichnis, für einen viel größeren Katalog unter Deutschen über Generationen ausgehandelter kultureller Übereinkünfte. So wirkmächtig übrigens, dass die halbe Welt hier aufschlagen möchte. Sie meinen, dass hätte allein wirtschaftliche Gründe? Damit bewegen Sie sich dann allerdings auf einen Abgrund zu, denn dann wären wir mitten in dieser Diskussion um „Wirtschaftsflüchtlinge vs. Flüchtlinge“.

  • Heinrich Schmitz

    Dann mal her mit den spezifisch deutschen kulturellen Übereinkünften, die nichts mit der Sprache zu tun haben. Wohlgemerkt, es ging mir nicht um das deutsche Staatswesen, das ist durch das GG nahezu perfekt vorgegeben.

    • Alexander Wallasch

      Zunächst einmal haben Sie meinen Kommentar zu lässig überlesen. Ich erwähnte da ja schon, dass auch die Auswirkungen des GG kulturelle Entwicklungen erst möglich machen. Was Sie da so verzweifelt bürokratisch-juristisch trennen wollen, kann man doch im täglichen Neben- oder Miteinander kaum trennen.
      Aber ok, davon ab: Das ist interessant, denn Ihr „Dann mal her mit den spezifisch deutschen kulturellen Übereinkünften“ sollte ja eigentlich der „Schlachtruf“ der Einwanderung sein, wenns nicht nur primär um staatliche Vollversorgung ging. Also möglicherweise haben der eine oder andere Einwanderer mehr Ideen dazu, als Sie 😉

      Aber ich will mich nicht rausreden und helfe Ihnen gerne auf die Sprünge, was neben Ihrem geliebten rheinländischen Karneval noch interessant für Sie sein könnte: Zunächts einmal kommen Menschen nach Deutschland, weil sie das dringende Empfinden haben, dass deutsche Kultur anderen Kulturen überlegen ist. Klingt komisch, ist aber so. Denn würden Sie das nun reflexartig in Zweifel ziehen, würden sie diese Einwanderer zu reinen Schnorrern degradieren.
      Aber was macht diese Überlegenheit aus? Es gibt einen Rechtsstaat. Hier wird niemand zu Tode gesteinigt. Hier werden Homosexuelle nicht öffentlich aufgehängt. Hier gibt es eine weitgehende Gleichheit der Geschlechter. Und die höchsten Standards von Demomkratie, Zvilisation und Kultur sind hier verwirklicht worden. Weil Mohammed-Karikaturen möglich sind ohne den dritten Weltkrieg auszulösen. Weil wir uns in Deutschland nicht dem Druck der Straße beugen. usw. usf.

      Aber ich würde IHnen dringend empfehlen auch mal die Einwanderer selbst zu fragen, was diese Kultur für sie so unerhört anziehend macht. Sie würden staunen.

  • Heinrich Schmitz

    Natürlich kommen Menschen hier hin, weil es ihnen hier besser geht als in ihrer Heimat. Das hat aber nicht viel mit meiner Kolumne zu tun. In der geht es nicht um die Frage, ob unser Staat cool ist, sondern um die Frage, was an unserer Kultur unverwechselbaren Charakter, also etwas einmaliges hat. Bei Facebook zitierte ein Leser Emil Coitan, „Wir leben nicht in einem Land, wir leben in einer Sprache. “ Das trifft exakt das, was ich meine.

    • Alexander Wallasch

      Ja, wenn Du Dir immer das aus einem Kommentar rauspickst, was Dir gerade in den Kram passt wird’s schwer mit der Debatte 😉 Wenn Du schreibst: „Natürlich kommen Menschen hier hin, weil es ihnen hier besser geht als in ihrer Heimat. Das hat aber nicht viel mit meiner Kolumne zu tun.“ Dann hast Du meinen Kommentar nicht ansatzweise vom Lesen ins Verstehen umgewandelt, was aber günstige Bedingung für eine sinnvolle Kommentar-Replik gewesen wäre … 😉

      Und zu Deinem Zitat: Da kann man sich bei einem echten Rheinländer mitunter nicht ganz sicher sein, nicht wahr? 😉

      • Heinrich Schmitz

        Man sollte sich bei nichts so richtig sicher sein. Um nochmal auf die Kultur zurück zu kommen. Ich halte unseren Rechtsstaat nicht für das Ergebnis „deutscher“ Kultur. Jedenfalls steckt da nichts germanisches drin. Wir haben das Recht von den Römern und den Franzosen geerbt, in der Regel erst mal gegen unseren Willen. Und unser Grundgesetz hatte eine amerikanische Hebamme Namens General Lucius D. Clay. Der Spielraum, den die Verfassungsväter und -mütter hatten, war aus gutem Grund recht eng.

        • Alexander Wallasch

          Keine Ahnung, was Du immer mit dem Germanisches hast. Diese düstereFaszination teile ich nicht. Selbstverständlich ist deutsche Kultur von unterschiedlichsten Einflüssen geprägt, die man eben aufgenommen, teilweise aufgenommen oder verworfen hat. Vielleicht ist gerade die Qualität der Auswahl der entscheidende Faktor. Denk mal drüber nach 😉

  • Eberhard Weigel

    Merkwürdig, wenn ein Jurist ausgerechnet die Rechtskultur vergisst, die einen Staat wesentlich formt. Heinrich Schmitz, ich musste schmunzeln, als ich las, dass Sie IM Grundgesetz nach der deutschen Kultur gesucht haben, statt das GG gerade ALS die Verfassung der deutschen (Rechts-)Kultur zu erkennen. Dazu dient ja eine Verfassung, dass sie die Grundwerte und Wesenszüge der sozialen Ordnung niederlegt. Genau diese rechtsstaatliche, offene, demokratische Gesellschaft, die individuell und personal ein Höchstmaß menschlicher Freiheit gewährt, ist spezifisch deutsch, fußt in der deutschen Geschichte, ist geprägt von christlichem (in Verantwortung vor Gott) und humanistischem Gedankengut. Aus dem GG kann man also sehr wohl eine spezifisch deutsche Kultur ableiten, die sich dann u.a. in lokalem Brauchtum entfaltet.
    Es ist eben nicht nur die Sprache, sondern auch die geschichtliche Erfahrung, die unseren Staat und seine Kultur prägt und gerade die manipulative Sprache eines Hitlers und Göbbels haben uns ja gerade einiges zu sagen gehabt, wie sehr Sprache zu einer Unkultur degenerieren kann. Daraus wurde gelernt und aus den positiven und negativen Erfahrungen deutscher Demokratiegeschichte wurde genau dieses Grundgesetz geformt.
    Sprache ist Kultur und Segen, oder auch ihr Untergang. Sprache ist ein Gebrauchsgut, dessen Wert davon abhängt, wie es gebraucht wird. Sprache ist ein Indikator einer Kultur und eine lebende Sprache ist permanent im Wandel, formt neue Worte und gibt alte Worte der Vergangenheit anheim. Sprache ist Kultur oder Subkultur oder verarmt zu einer geistigen Wüste. Sprache ist faszinierend und Teil unserer Kultur, aber es ist auch gute deutsche Kultur, dass ich jederzeit in die englische Sprache und manche auch ins französische oder eine andere Sprache „switchen“ können, ohne dabei ihre deutsche Kultur zu verraten.
    Die Aussage, „Wer diese Sprache beherrscht und zu (einer) seiner eigenen macht, wird Bestandteil unserer Kultur, ganz gleich, wo er ursprünglich herkommt.“ halte ich für sehr gewagt, nein, sogar für falsch. Ansonsten wäre auch ein Pierre Vogel deutsche Kultur. Ein unerträglicher Gedanke! Es geht eben nicht nur um Sprache, sondern um das, was damit ausgedrückt wird. Ansonsten wäre auch eine ins Hochdeutsche übersetzte Scharia samt dem Koran plötzlich deutsche Kultur. Keineswegs!·
    Bei der Übersetzung des Wortes „colere“ fehlt mir das Wort „aufbauen“. Es geht eben in einer Kultur nicht nur um das anbauen, sondern um das wachsen und das reifen. Wenn schlechtes überwunden wurde und darauf eine bessere Gesellschaft errichtet wird, dann ist das Kultur. Das ist aber eben nichts statisches, sondern höchst dynamisch! Kultur ist ständig im Wandel und erbaut die Gesellschaft. Das Ziel ist eine gute Gemeinschaft und ein besseres Miteinander und Freude am Leben! Beispiel für diese europäische Kultur ist die Erdcharta (Den Haag,2000). Gerade an ihr wird erneut deutlich: Echte Kultur kennt keine Grenzen. So gesehen gibt es keine exklusiv deutsche Kultur, weil sie eingebunden ist in die europäische, westliche und auf internationaler Ebene christliche Kultur, in der die Länder, die sich dieser Kultur verpflichtet fühlen, gegenseitig bestärken und auch im Aufbau ihrer nationalen Kultur von den anderen lernen können. Überstaatliche Erklärungen, wie auch die allgemeine Erklärung der Menschenrechte sind Frucht davon, und sind in höchster Form Kultur.
    Nett find ich ja das Bild mit dem Spruch: Wo Lieb und Fried das Haus regiert, da wohnet Gottes Segen, wo aber Zank das Zepter führt, der Satan ist zugegen.“ Er hört sich an wie aus altvergangener Zeit und in der alten Schrift (auch ein Kulturgut) sieht er auch veraltet aus – und ist doch zeitlos gültig. Man muss nur den hebräischen Begriff „Satan“ ein wenig ausdeutschen:
    Der Satan gehört im Alten Testament zum Thronrat Gottes und verklagt vor Gott die Menschen aufgrund ihrer Sünden und ist damit also, mit einem Augenzwinkern gesagt, der „Generalstaatsanwalt“ des Himmels 😉 , der allerdings gleichzeitig der Verführer der Menschen ist. Wer also satanisch handelt, der verklagt andere (gern auch hinter vorgehaltener Hand), sucht beim anderen nur das Böse, führt böse (Nach-)Rede und macht hinterhältig Stunk. Personifiziert wird er auch Diabolos, Teufel, wörtlich der Zerstörer, Verwirrer genannt, der Gut und Böse bis zur Unkenntlichkeit zusammenwirft, so dass eine Unterscheidung schwierig bis unmöglich wird. Der Satan zerstört also auch Vertrauen, und ist damit das Gegenteil von einer Erbauung zum Guten. Der Satan ist damit also Sinnbild der Kulturzerstörung und Gegenbild zu einer Kultur des Friedens und der Liebe. Der Gegner des Satans ist darum jede Form von differenzierter Bewertung und als Grundlage dafür das Wissen um die eigene Kultur und um die Kultur des Fremden. So gesehen besteht in der derzeitigen Krise die Chance, dass sich die die Menschen ihrer Kultur wieder bewusster werden und erkennen „wes Geistes Kind“ jene sind, die von der Rettung des Abendlandes schwadronieren, ohne auch nur die Grundzüge dieser offenen Gesellschaft begriffen zu haben, die eben in der Erdcharta oder christlich in der Enzyklika Laudato Si von Papst Franziskus ausformuliert sind: Fremdenhass, Ressentiments und Diskriminierung sind Formen geistiger Umweltverschmutzung und kulturzerstörend.

    • Wenn Sie meinen, das auch aus meiner Sicht wunderbare Grundgesetz sei eine spezifisch „deutsche“ Errrungenschaft, dann empfehle ich Ihnen eine Beschäftigung mit dessen Entstehung ,beginnend mit den Frankfurter Dokumenten über den Einfluß der Alliierten auf die verfassungsgebende Versammlung. Der Kern des Grundgesetzes ist amerikanischen und französischen Ursprungs. Ich teile zwar Ihre Begeisterung für das GG, kann aber beim besten Willen nicht behaupten, dass dieses Gesetz auf deutschen Traditionen fußt. Vielmehr scheint es in bestimmten Kreisen eine deutsche Tradition zu sein, die Gültigkeit des Grundgesetzes aufgrund seiner Entstehungsgeschichte anzuzweifeln. Die Inhalte des GG basieren jedenfalls auf amerikanisch-eurpäischen Vorstellungen bezüglich der Menschenrechte und Demokratie.

      • Acryl

        Na und? Eine Identifikation mit dem Vor-Formulierten bestätigt doch nur die gemeinsamen Wurzeln einer christlich-humanistischen Kultur.

        • Ja. Aber eben keiner spezifisch „deutschen“ Kultur. Christus war kein Deutscher

          • Alexander Wallasch

            na aber eben doch lieber Heinrich. Da verhedderst Du Dich in einer ziemlich düsteren Def. von Deutscher Kultur. Aber ich finde das gerade sehr spannend, dass wir an diesem Punkt dieser kleinen Debatte angekommen sind. Denn Du bist es doch, der hier spezifisch „deutsche Kultur“ so weit nach hinten schiebst und ihr geradezu eine anachronistische Monokausale zuschreibt, die höchst erstaunlich ist. So als können nur spezifisch deutsch sein, was mit der Keule aus dem Wald springt. Also bitte ! 😉 😉

  • Eberhard Weigel

    Muss alles genuin „deutsch“ sein, was deutsche Kultur auferbaut hat? Wahre Kultur, wie ich bereits schrieb, hat keine Grenzen, sondern schafft sich Raum. Einen Kulturraum, der bei uns weit über die deutsche Grenze hinausgeht und schon auf die 10 Gebote zurück reicht, die ebenfalls nicht auf deutschem Boden der Menschheit in die Wiege gelegt wurden. Kulturnationalismus ist schlicht absurd.

  • Das ist doch das, was ich sage.

    • Alexander Wallasch

      ja, aber es ist doch deshalb nicht richtiger. Die Sioux hatte irgendwann Pferde. Und eine besondere Art mit ihnen umzugehen, sie zu reiten, sie zu vermehren, zu pflegen usw. Pferde wurden Teil ihrer Kultur. Es wäre doch geradezu spaßig ihnen diesen Teil abzusprechen, nur weil die weißen Invasoren diese komischen Viecher ins Land gebracht hätten.
      Ernsthafter: Bei Dir verstarb die deutsche Kultur im Teutoburgerwald, als man die römischen Schwerter mit ins Lager nahm? Ehrlich, dieser Begriff von deutscher Kultur wäre selbst den Deutschfanatikern damals zu eng gewesen 😉 Sagen wir so: Kultur braucht eine Wachstumskultur – und in diesem Humus liegt möglicherweise der Wesenskern deutscher Kultur verborgen.

  • Im vorliegenden Zusammenhang ist Kultur sehr viel mehr, als jene Elemente, die Sie angeben, Heinrich Schmitz. Ich weiß nicht, ob der Wikipedia-Begriff das ausschöpft, aber immerhin wäre es ja mal ein Anfang.

    Vielleicht versuchen sie auch mal eine Auseinandersetzung mit dem WELT-Artikel von Michael Stürmer: http://www.welt.de/debatte/kommentare/article147425434/Die-Angst-vor-dem-Fluechtlingsansturm-ist-berechtigt.html

    • Alexander Wallasch

      ja, ein lesenwertes Zitat dort lieber Brinkmann:

      „Man rückte zusammen auf engstem Raum, aber man teilte dieselbe Sprache, ähnliche Erinnerungen, Sitten und Gebräuche, Traumata und offene Wunden, dazu über Jahrhunderte geübte Sozialdisziplin, Wertmaßstäbe und Mentalitäten und dazu die Fähigkeit, in Verschiedenheit zu leben. Nichts davon gilt für die Neuankömmlinge heute.“

  • Fabio

    Ich würde zunächst von einer europäischen Kultur sprechen, dann erst die Eigenheiten der deutschen Kultur herausstellen. Die europäische Kultur wäre zu ergründen von der griechischen und römischen Antike über das frühe Christentum bis zur Aufklärung und schließlich den zwei Weltkriegen, und sicher wäre sie nicht auf das geografische Europa und auf das Christentum beschränkt (vgl. den kulturellen Austausch im islamischen Spanien und Süditalien und mehr Beispiele). Die europäische Einigung entsteht eben gerade auf der Grundlage der gemeinsamen Kultur und Geschichte, nicht der deutschen – aber sie wirkt auf unsere Kultur und Lebensweise.

    Keiner der Ursprünge der europäischen Kultur taugt als Beschreibung der deutschen Kultur: die Antike, das Christentum, die Aufklärung und die Kriege sind sämtlich europäische Erscheinungen. Die Einwände gegen die Sprache als Kultur teile ich; sie ist eher Kulturgut (wie das Reinheitsgebot, nur viel wichtiger), ein Schatz, den es mit Leben zu erfüllen gilt, und insofern eine kulturelle Aufgabe. Wir könnten stattdessen fragen, worin das Christentum, die Aufklärung und die jüngere Vergangenheit Deutschlands eine Eigentümlichkeit für unsere heutige Kultur bedeutet, die sich so nicht woanders finden lässt.

    Bezüglich der Geschichte des Christentums in Deutschland habe ich keine Ahnung; ich weiß nur, dass es sich aus unserer Kultur und aus unserem eigenem Leben nicht ausblenden lässt. Ob wir nun Atheisten sind oder nicht, sofern wir in der deutschen Kultur sozialisiert sind, sind wir christlich geprägt. Und die deutsche Aufklärung ist nicht die französische und nicht die britische. Die Würde des Menschen, wie sie Kant in seiner „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“ entwickelt, bedeutet für uns heute sicher mehr als für andere Menschen in Europa – gerade nach dem zweiten Weltkrieg. Zumindest den politischen Diskurs in Deutschland versteht man nicht ganz ohne dieses Buch gelesen zu haben. Ich glaube nicht, dass das in anderen europäischen Ländern genauso ist. Wäre der Text nicht so schwer verständlich, würde ich es zur Pflichtlektüre machen. Nicht in der Absicht, irgendwem eine Moral überstülpen zu wollen, sondern damit die Deutschen ihre eigene Moral verstehen (und ihre eklatanten Schwächen ihr gegenüber). Dasselbe gilt für die christlichen (insbesondere protestantischen) Vorstellungen von Pflicht, Tugend, Sünde und Arbeitsmoral, die uns weiterhin auf Schritt und Tritt begleiten. Beides dürfte die deutsche Kultur von anderen europäischen Kulturen abgrenzen.

    Damit würden sich zwei Kreise ergeben: der äußere als europäische Kultur, der innere als deutsche.

    • Alexander Wallasch

      Na ja, wahrscheinlich muss man hier auch zwischen Hochkultur und „gewöhnlicher“ unterscheiden. Dem sogenannten einfachen Mann auf der Straße fällt es selten schwer, anzugeben, wem seiner Nachbarn er sich kulturell näher fühlt. Das sind besonders auch die vielen unwichtigen Details, die irgendetwas schwer Greifbares aber stabiles formen: von den sich ähnelnden Erzählungen der Eltern/Großeltern – was weiß ich: – von der Kriegsentbehrung bis hin zum Speiseplan, von der traditionellen Rabattenbepflanzung bis hin zur Art wie die Rouladen gerollt werden. Diese Nuancen entscheiden selbst dann noch, wenn man sich gemeinsam eine Tüte vom Dönerstand holt. Das ist für mich der meist unterschätzte Kit, quasi der Bodensatz der Hochkultur. Und ein Grund, warum auch die 4-te Generationen der Migrantennachfahren immer noch eine Parallelgesellschaft bilden trotz gemeinsamer Kindergartenbesuche, Geburtstagsfeiern der Kinder usw. Das ist doch das Deprimierende in der Beobachtung dieser beiden Gruppen. Sie sind sich fremder geblieben, als es nach außen den Anschein hat.

      Oder kürzer: ich fürchte, es wird der Integration mehr helfen, diesen deutschen „Zusammenhalt“, diese gemeinsame Prägung, die Familienstrukturen zu dekonsturieren, als weiter in diese Sisyphos-Arbeit der bisherigen Integration zu investieren.

  • Nochmal durchgelesen, und festgestellt, wie jämmerlich flach Ihre Ausführungen sind, Heinrich Schmitz.
    Und das sogar auf Ihrem ureigensten Fachgebiet:

    „Deutsches Recht? Nun ja, von den Wurzeln her ist das römisch und französisch geprägt und von der gar nicht mal so alten Verfassung her eher amerikanisch- westeuropäisch.“
    Das ist natürlich von der Sache her richtig; trotzdem ist es (jetzt) DEUTSCHES Recht. (Und war in der Vergangenheit durchaus auch ein „Exportschlager“.) Es ist eben nicht die Sharia, und auch nicht angelsächsisches (tendenziell mehr germanisches als römisches) Recht. Zum italienischen, französischen oder gar österreichischen Recht sind die Unterschiede geringer, aber auch noch vorhanden.

    Und nein: Kultur ist nicht nur die Sprache (obwohl der wahrscheinlich eine tragende Rolle zukommt).
    Sondern z. B. die Sargbestattung bei uns – und bei den Muslimen die Bestattung in Tüchern. Da hätte ich nichts dagegen, wenn unser Staat auf die Vorschrift einer Sargbestattung verzichtet (freilich dann für alle, nicht als Privileg für Muslime). Schon Josef II. von Österreich hatte versucht, die abzuschaffen, und sie sogar verboten.
    Allerdings ziemlich wirkungslos: Die „Kultur“ war in diesem Falle eben stärker als die Staatsmacht.

    Die Griechen haben eine „Korruptionskultur“, die Deutschen nicht.
    Das heißt nicht, dass es nicht auch korrupte Deutsche gäbe. (Und entsprechend bei der Steuerhinterziehung.) Aber das vorherrschende Muster ist es hier eben (noch) nicht. Die Eindringlinge kommen wohl sämtlich aus Ländern, in den Korruption gang und gäbe ist.

    Die deutschen Staatsbediensteten haben ein Dienst- oder Pflichtethos; für die Griechen (oder Süditaliener) ist eine Anstellung beim Staat eine Pfründe, aus der man herausholen muss, was man kann. Auch hier gibt es Ausnahmen auf beiden Seiten.
    Aber mit der Kultur, bzw. kulturellen Mustern, verhält es sich ein wenig wie mit pointillistischen Gemälden: Aus der Nähe sieht man nichts als Farbflecken; „patterns“, die aus der Summe jeweils spezifischer Farbflecken gebildet werden, erkennt man erst aus dem Abstand.

    Wenn Sie Ihre eigenen Gläubigen aus dem Buntifantenlager sedieren wollen, dass die Massenimmiggression völlig ohne Risiko sei, dann reicht ihr Text dafür sicherlich aus. Die sind intellektuell wahrscheinlich nicht so anspruchsvoll.
    Wenn Sie Text dagegen als einen Beitrag zum Diskurs über die Frage, welchen „impact“ die Eindringlinge auf die deutsche Gesellschaft haben, liefern wollen, dann müssen Sie schon mehr bringen als das, was Ihnen gerade zufällig zum Stichwort „Kultur“ so in den Sinn kommt.

    Ich würde mir nicht anmaßen, Kultur aus der Lamäng definieren zu können; aber immerhin wüsste ich, wo ich suchen müsste: Bei den Kulturanthropologen z. B.: https://de.wikipedia.org/wiki/Kulturanthropologie. Die haben mit Sicherheit schon brauchbare Definitionen entwickelt. Oder bei der Identitätsforschung der Historiker: http://www.oeaw.ac.at/gema/Wittgenstein/. Oder bei den Ethnologen.

    Nicht unmittelbar einschlägig, aber schon mal ein ERNSTHAFTER Einstieg zu verstehen, worum es HIER geht (nämlich nicht um Dönnekes vom Kölner Karneval!) wäre z. B. Stanley Kurtz, „Democratic Imperialism: A Blueprint“ (http://www.hoover.org/research/democratic-imperialism-blueprint):
    „The lessons of empire, then, include a caution to democratizing optimists. Western economic and political habits are not simply waiting to be unleashed by a few simple legal reforms. The real barrier to modernity in the non-Western world lies in the pervasive and recalcitrant structures of everyday life — structures few Westerners understand. In India, the key barriers to modernization are the joint family system and caste. The counterparts in Iraq are the patriarchal family system, the bonds of lineage and tribe, and related conceptions of collective honor. Traditional social practices like these can sometimes adapt themselves to modernity. Yet a direct attempt to overthrow these structures is difficult to manage and unlikely to succeed.“

    Besser noch: „The Future of „History“ “ (http://www.hoover.org/research/future-history):
    „The future, therefore, is anyone’s guess. In contrast to Fukuyama’s expectations of a quick and easy link between economic and technological modernization, urbanization, and cultural individu-alism, a traditional kinship structure has reconstituted itself at the center of the great urban migration that is driving the spread of Islamism. Yet that same traditional structure is under siege from the forces of modernity — a siege that at once provokes the fundamentalist reaction and threatens, over the long term, to undercut that reaction. Will we ultimately see a slow but complete dissolution of traditional Muslim social forms and the emergence of something recog-nizably modern and even “Western” in the Islamic world, or will we see instead some complex so-cial blend — and with what political-cultural consequences? No one knows the answers to these questions, and neither Fukuyama nor Huntington comes close to giving us the tools we need to puzzle the long-term problem out.“
    (Dieser Lektüre verdanke ich das Wissen um die Bedeutung der Familienstrukturen im vorliegenden Kontext, die hinter der religiösen Differenz meist übersehen wird, aber mindestens ebenso wichtig ist – wenn nicht sogar das eigentlich Entscheidende.)

    Doch gehe ich davon aus, dass jeder wissen sollte, was gemeint ist, wenn im vorliegenden Zusammenhang von „Kultur“ gesprochen wird. Bach jedenfalls nicht, bzw. Bach lediglich als winzigen Bruchteil einer gewaltigen Summe dessen, was wir mit uns herumschleppen, ohne (meist) daran zu denken oder gar ohne das es uns bewusst wäre.

    Auch was Eisen ist, oder Stein, oder Wasser, muss man nicht definieren können, um darüber zu reden. Man hat einfach eine Vorstellung davon. Als Laie natürlich eine andere als ein Physiker. Aber natürlich kann man als Laie in vielen Zusammenhängen NICHT über diese Dinge reden, in denen Physiker darüber reden. Und wenn man es definieren will, dann hängt das vom Zusammenhang des Diskurses ab, ob eine laienhafte „Definition“ genügt („Wasser ist, was da drüben im Teich ist“), oder nicht.

    Und im vorliegenden Zusammenhang kann man z. B. bei der „Definition“ nicht einfach die Religion weglassen, oder die Familienform, oder die bewussten oder unbewussten Vorstellungen von der Natur, oder von der Art, wie die Beziehungen zwischen den Menschen, zwischen Gruppen, zwischen Individuum und Staat gestaltet sein sollten.

    Anstatt einer Definition nenne ich drei Felder, die unsere Kultur (die abendländische, und die in diese eingebettete deutsche) aus meiner Sicht von den Kulturen der Eindringlinge trennen:

    Unsere Säkularität mit allem, was dranhängt (Rechtsverständnis, Staatsverständnis; natürlich auch mit religiösen Resten – des Christentums) (vs. Islam, Vermischung von Staat, Recht, Religion)

    Unsere kleinfamiliäre Struktur (vs. Clans, Klientelismus – und letztlich Korruption)

    Unsere rationale Orientierung (kein Gott, der in die Welt eingreift, Gesetze sollen „vernünftig“ sein, usw.)

    Dazu kommt vielleicht noch unser Individualismus, falls der nicht dem kleinfamiliären Strukturprinzip zuzurechnen ist.

    Natürlich bestimmt uns auch unsere feudale Vergangenheit sehr stark: „Treue auf Gegenseitigkeit“; das scheint sich auf das Sozialstaatsprinzip übertragen zu haben.

    Aber, wie gesagt: Ich halte mich weder für befähigt, noch fühle ich mich verpflichtet, insoweit eine erschöpfende Aufzählung zu liefern.

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