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Alexander Kerenski

Zwischen Freiheitsdrang und Paternalismus. Russlands Dilemma aus historischer Perspektive

Die Massenproteste in der russischen Hauptstadt gegen die Nichtzulassung vieler regimekritischer Kandidaten zu den Moskauer Regionalwahlen stellen die im Westen verbreitete Sicht von einer tief verankerten Autoritätsgläubigkeit im russischen Nationalcharakter erneut in Frage. Dieses eindimensionale Russlandbild vieler Westeuropäer hat eine lange Vorgeschichte.

Von in Russland zwischen West und Ost am 14. August 2019

Eine vertane Chance der russischen Demokratie? Der bolschewistische Putschversuch vom Juli 1917 und seine unerwarteten Folgen

Vor etwa hundert Jahren – im Juli 1917 – erlitten die Bolschewiki bei ihrem Versuch, die im Februar 1917 errichtete „erste“ russische Demokratie zu beseitigen, ein totales Fiasko. Die Ausmaße ihrer Niederlage erinnern an das Debakel, das 6 Jahre später eine andere totalitäre Partei, diesmal rechter Prägung, erleben musste. Ich meine damit den Hitler-Putsch vom 9. November 1923. Auch die Nationalsozialisten unterschätzten damals die Kampfentschlossenheit ihrer demokratischen Widersacher. Dass die Verlierer vom Juli 1917 bzw. vom November 1923 es aber vermocht hatten, ihr jeweiliges Debakel recht glimpflich zu überstehen und einige Zeit später ihre politischen Triumphe feierten, gehört zu den schmerzlichsten Kapiteln der neuesten russischen bzw. deutschen Geschichte.

Von in Bildung Geisteswissenschaften Politik Russland zwischen West und Ost am 19. Juni 2017

Woran scheitern Demokratien?

Vor 98 Jahren begann die bolschewistische Revolution in Russland. Damit scheiterte die „erste“ russische Demokratie. Das wird oft auf die „Unreife“ der russischen Zivilgesellschaft und auf Spezifika der politischen Kultur Russlands zurückgeführt. In Wirklichkeit war Russland anderen europäischen Ländern nur um einige Jahre voraus.

Von in Russland zwischen West und Ost am 5. November 2015