Störer der Nachtigall – Blogschau Literatur I

Kolumnist Sören Heim liest sich durch Netz.


Im Sinne der Überlegungen der Kolumnisten, wieder aktiver an der Blogosphäre teilzunehmen und nicht weiter allein auf die prekäre Reichweite durch Facebook zu bauen, möchten wir regelmäßig Blogschauen zu unseren Interessensgebieten durchführen. Unter dem Arbeitstitel Störer der Nachtigall, Sören liest sich durch Netz (der Titel stammt vom Musik-Kollegen Ulf Kubanke) möchte ich alle 2 bis 3 Wochen meinen Beitrag zu literarischen und sonst wie kulturellen Themen leisten. Gesammelt wird, ganz eklektisch, was mir ins Auge springt. Sei es besonders kontrovers, aktuell, gut oder anderweitig interessant. Ich habe zahlreiche Blogs abonniert und lese in Massen – unter Zeitdruck auch mal nur quer – und freue mich entsprechend stets über Hinweise, hier oder bei mir im Blog (da bekomme ich es in jedem Fall sofort mit). Nun denn. Die erste Auswahl wird eher kurz. Alles braucht seine Zeit, zu wachsen. Also dann:

Ein Blog mit spannender Ausrichtung ist gerade erst vor kurzem neu gestartet. Auf dem Literraturreiseblog soll die deutschsprachige Literatur vom Mittelalter bis in die Moderne durchreist werden. Besonders die vorneuzeitlichen Texte dürften auch den Beleseneren unter uns noch neue Welten eröffnen.

Apropos neue Welten: Die eröffnete auch der Deutsche Buchpreis für Robert Menasse. Dessen Die Hauptstadt wird nun ins Englische übersetzt, berichtet der deutschsprachige Blog für englischsprachige Literatur Britlitscout. Dort ging es zudem diese Woche um verbotene Bücher.

Bestimmendes Thema deutschsprachiger Literaturblogs ist zurzeit der neue Murakami. Dabei scheint größtenteils (jedes Wort ein Link!) Begeisterung vorzuherrschen, die manchmal an jene rund um Harry Potter erinnert. Nur Phillip J. Dingeldey auf Postmondän ist deutlich skeptischer (ich selbst habe seinerzeit 1Q84 verrissen und mir geschworen, die Finger von Murakami zu lassen. Gerade lese ich mich aber stattdessen quer durchs Werk und habe durchaus auch wirklich Gutes entdeckt.
(Bei Masuko13 gibt’s ein Interview mit Murakamis Übersetzerin)

Noch eine spannende Reise: Auf Schiefgelesen rezensiert Marion die Preisträger des Women’s Prize for Fiction.

Einen Blick vorab auf das nächste literarische Quartett riskiert Die Buchbloggerin.

Auf eine interessante Aktion zum Thema Lesebändchen (das sind diese komfortablen Bändel, die eigentlich jedes Buch haben sollte) weist Petra Gust-Kazakos vom Phileablog hin.

Bei We Read Indie dreht sich alles um Literatur aus unabhängigen Verlagen. Diesmal: Ein drastischer Roman über Flüchtlingsschicksale in Mexiko.

Über Avenidas von Eugen Gomringer wird man wohl noch lange diskutieren. Bersarin leitet eine ausführliche Diskussion des Themas mit dem Versuch einer hermeneutischen Lesart ein.

Und zum Schluss, nachdem ich oben schon Harry Potter erwähnt habe, ein Evergreen: Diese Auseinandersetzungen mit calvinistischen Vorstellungen in Harry Potter meiner Kollegen bei Ferretbrain halte ich für einen der lesenswertesten Texte überhaupt zu Romanreihe.

Das soll es für heute gewesen sein. Muss man noch dazu sagen, dass die Links Anregungen liefern sollen, aber nicht zwingend die Meinung des Autors wieder spielen? Muss man sicherlich nicht, oder? Meine Leserinnen und Leser wissen sowas doch…

 

Sören Heim

Sören Heim

Sören Heim ist Journalist, Übersetzer und Schriftsteller. Er ist Träger des kosovarischen Preises für moderne Dichtung „Pena e Anton Pashkut“ (Stift des Anton Pashku) und des Sonderpreises „Favorit von Daniel Glattauer“ der art.experience 2014. In HeimSpiel schreibt Sören Heim mit Heimvorteil zu den Schnittpunkten von Kunst, Kultur und Gesellschaftspolitik. Er beleuchtet die unerwartete Bedeutung ästhetischer Fragestellungen für zeitgenössische Debatten, die mit Kunst auf den ersten Blick kaum Berührungspunkte haben. Und wo immer, sei es in der Politik, sei es in der Ökonomie, sei es gar im Sport, er auf geballten Unsinn und Unverstand trifft, wagt der Kolumnist auch das ein oder andere Auswärtsspiel. Bisher erschien die Kolumne HeimSpiel im Online-Debattenmagazin The European. Daneben veröffentlicht Heim in mehreren Literaturzeitschriften vornehmlich Lyrik und dichte Kurzprosa, und bloggt auf der eigenen Homepage aus seinem Zettelkasten. Monographien: Kleinstadtminiaturen: Ein Roman in 24 Bildern. Girgis Verlag: 2016 – ISBN: 978-3939154181.Cover nur Front Gewogene Worte: Nachdichtungen aus dem Chinesischen. edition maya: 2016 – ISBN: 978-3930758463.cover kathaStrophen. Experimente in Rhythmus und Melodie. Chiliverlag: 2017 -ISBN: 978-3943292541.FrontCover 2_bleu Algenhumor: Gedichte für das dritte Jahrtausend. Girgis Verlag: 2016 – ISBN: 978-3939154228.algen Audio-Exklusiv: La vie! La jeunesse! – Hörmordkartell 2017

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