„Viel Spaß ohne Bass – Kolumne für Powerrock-Duos und den Partykracher des Jahres“

In der neuen Hörmal-Kolumne stellt unser Musik-Meister Ulf Kubanke diesmal zwei aktuelle Rockbands vor; samt ihren herausragenden Übersongs. Eine der Gruppen hat aus seiner Sicht sogar den ultimativen Partysong des laufenden Jahres geschrieben. Der Clou: Es gibt hier nur Gitarre und Schlagzeug. Der Bass muss zuhause bleiben. Und man vermisst ihn nicht.

Pic by Kubanke/Zizino

Fetter, energetischer Rock von Duos, die lediglich Drums und Gitarre zum Gesang nutzen?
Geht das überhaupt?
Ist der Bass nicht zu essentiell?

Die Antwort, liebe Leser, gebe ich in Form einer alten Anwaltsweisheit und auf’m Platz.
Die Weisheit lautet: „Es kommt stets und immer auf die Umstände des Einzelfalls an.“

Zwei Basslose Bands

Zwei bahnbrechend gelungene Bands folgen auf dem Fuße. Beide zum Beweis herangezogenen Lieder zählen zu meinen Lieblingstracks im aktuellen Rockgeschehen. Einer von ihnen hat sogar das Zeug zum Kracher des Jahres 2017. Meint ihr nicht auch?

Johnossi steht für die Vornamen der beiden Mitglieder John & Ossi. Das schwedische Duo nutzt instrumental lediglich Gitarre, Drums bzw. Percussion und Gesang, zum Erschaffen wuchtiger und voller Songs. Bass oder Keyboard benötigen sie nicht. Ihre Musik funktioniert in kleinen Clubs ebenso hervorragend wie im großen Hallen-/Stadionkontext.

Dort machten sie sich bereits einen Namen als Vorband von Green Day, Mando Diao oder den Schrottfreun…..räusper… Sportfreunden Stiller, wobei sie die Hauptacts (besonders letzteren) nicht selten an die Wand spielen.
Aktuell veröffentlichten die beiden Skandinavier gerade das Album „Blood Jungle“. Dieser Track jedoch stammt vom 2013er Werk „Transition“. Großartiges Songwriting, individuelles Klangbild und ein feines Gespür für passende Rock-Dramaturgie machen „Into The Wild“ zum echten Erlebnis für alle, die das Besondere suchen ohne das Extreme zu wollen.

Na? Überzeugt? Oder hat hier tatsächlich irgendkemand einen Viersaiter vermisst?

Die Japandroids

Um sicher zu gehen kommt hier gleich der nächste Klopper: Die Japandroids stammen aus Vancouver und haut so manchen Ohrenputzer raus. Was für eine großartige Rocknummer! Schreit nach Welthit! Der Übersong stammt von ihrem taufrischen 2017er Album „Near to the Wild Heart of Life“. Solltet ihr jemals Zweifel haben, dass es tatsächlich Stadionrock auf qualitativem, sehr hochwertigen Niveau gibt, dieser Track eliminiert jedes Fragezeichen.

Die beiden Kanadier bieten auf jeder ihrer bisherigen drei Platten ein paar Brecher auf solchem Level. Leider gelingt ihnen noch nicht jedes Lied auf diesem Niveau. Es schleichen sich mitunter auch ein paar Normalotracks aus der Abteilung „okayer Indierock trifft netten Garagerock“ ein. Doch das Zeug zur echten Weltklassekombo ohne Durchhänger haben sie zukünftig allemal. Der Song hier ist zweifellos schon jetzt eines der Partystücke des laufenden Jahres.

Ulf Kubanke

Ulf Kubanke

Ehemaliger Anwalt; nun Publizist, Gesprächspartner und Biograph; u.a. für Deutschlands größtes Online-Musikmagazin laut.de.

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