Einfach Hegel lesen?

Philosophische Texte kann man auch lesen wie Romane. Ohne Vorwissen, aber mit der Bereitschaft, sich auf eine unbekannte Welt einzulassen. Das kann anstrengend sein, aber es hilft dem eigenen Philosophieren.


Über Philosophen wie Heidegger und Hegel kursieren hartnäckige Vorurteile: Sie seien dunkel und schwer verständlich. Manchmal wird sogar behauptet, diese Denker hätten sich absichtlich so unklar ausgedrückt, um nur von wenigen verstanden zu werden.

Das hält viele davon ab, sich überhaupt mit diesen Philosophen zu beschäftigen. Man meint, man müsse erst ein langwieriges Studium absolviert haben, um eine Chance zu haben, Heidegger oder Hegel „zu verstehen“.

Aber wer weiß schon, ob man einen Text richtig „verstanden“ hat? Welcher Experte könnte behaupten, zu wissen, was ein Hegel wirklich gemeint hat? Und was wäre damit gewonnen?

Wer ein philosophisches Problem wälzt, kann in der Lektüre eines Hegel-Werkes Anregung und Hinweise finden, unerwartete Zusammenhänge werden sichtbar, nicht bedachtes wird deutlich. Und darauf kommt es letztlich an.

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Jörg Phil Friedrich

Der Philosoph und IT-Unternehmer Jörg Phil Friedrich schreibt und spricht über die Möglichkeiten und Grenzen des digitalen Denkens. Aufsehen erregte sein Buch Kritik der vernetzten Vernunft, in dem er zeigte, dass digitales Denken nicht durch Computer und Internet entstanden ist, sondern umgekehrt: das digitale Denken hat sich seine passenden digitalen Medien geschaffen . Friedrich ist Diplom-Meteorologe und Master of Arts in Philosophie. Sie erreichen Jörg Friedrich per E-Mail: joerg.friedrich@diekolumnisten.de

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