Ich bin kein Karzinom, Frau Kuby

„Wir brauchen keine Sexualmoral, Frau Kuby!“, befindet Kolumnist Wolfgang Brosche und wirft der „Allerwertesten“ den Fehdehandschuh hin.


Eigentlich wollte ich mich ja längst mit den Haß-Phänomen AfD und PEGIDA beschäftigen und die hilflose Frage beantworten woher dieser anscheinend plötzliche Ausbruch an Menschenfeindlichkeit rührt. Aber vorher muß ich mich noch mit einem ähnlich gelagerten Phänomen und einer Person beschäftigen, die sich bemüht in gleicher Sache – der Menschenverachtung nämlich – immer weiter Öl ins Feuer zu gießen und sich dabei auch noch für freundlich und gerecht hält.

Ich mißtraue Leuten, die immer so gut wissen wollen, was ihr Gott von ihnen verlangt, weil mir auffällt, daß das immer mit ihren eigenen Wünschen übereinstimmt. (Susan B. Anthony, amerikanische Suffragette)

„Ich liebe doch alle, alle Menschen“ stotterte der debile Erich Mielke bei seiner letzten Rede vor der Volkskammer der DDR in die Mikrophone. Er wurde ausgelacht, ausgebuht und ausgepfiffen weil er Lügen erzählte, denn man wußte, daß er als Stasichef über Jahrzehnte Menschen ausspionieren, korrumpieren, einsperren, foltern und sogar hatte töten lassen. Nun war er ein alter, jämmerlich-jammeriger, kranker und verwirrter Mann, dem jedes menschliche Mitempfinden abging und dessen ideologischer Zynismus ihm zur zweiten Natur geworden war. Eine jetzt groteske einmal aber sehr gefährliche Figur der Zeitgeschichte. Sein Versuch der Reinwaschung war ein fast schon wieder bemitleidenswertes Tattergreistheater.
Bei Gabriele Kuby verhält es sich nicht so – sie ist im Vollbesitz ihrer katholischen Kräfte und versucht sich nun mit einem juristischen Rundumschlag gegen ihre Kritiker zu wehren. Sie will sie mundtot machen mit Unterlassungserklärungen, wie es ihr dieser Tage beim Deutschlandradio schon gelungen ist und sie wird es weiter versuchen mit einer angekündigten Klage gegen den Autor und Regisseur Falk Richter und sein Stück FEAR.

Natürlich ist das ein Versuch, die Kunstfreiheit auszuhebeln, wie ihn auch schon Kubys Mitstreiterinnen Beatrix von Storch und Hedwig von Beverfoerde mit ihrer Klage gegen FEAR unternommen haben. Diese beiden Aristokratinnen sind allerdings vor demokratischen Gerichten gescheitert. Immer wieder versuchen Fundamentalreligiöse die Demokratie in ihrem Sinne mithilfe demokratischer Prinzipien zu schädigen und so ihren niederschmetternden Einfluß auf Kultur und Politik zu nehmen.

Bisher ist es ihnen glücklicherweise noch nicht wirklich gelungen. Und auch Frau Kuby darf dies nicht gelingen, das wäre ein entschiedener Ruck der Justiz nach rechts und käme den rechtskatholischen Kämpfern gegen Gender, Frauen- und Schwulenrechte, die von halbtheokratischen Zuständen träumen wie sie bereits in Ungarn oder Polen herrschen, zupass.
Kubys angekündigte juristische Kampfmaßnahme gegen FEAR muss noch verhandelt werden…und der tapfere Falk Richter wird sich zu wehren wissen. Eine weitere Kampfmaßnahme soll aber nicht untergehen in all dem Getöse, das sie anrichtet:

Auf ihrer Internetseite nimmt Kuby auch Stellung zu einem Artikel des Kollegen Stefan Böker von der „Kreuzlinger Zeitung“ in einer typisch kathol-bigotten Manier, die ihr tatsächliches Doppelsprech entlarvt, wenn man richtig lesen kann – ein Versuch der Reinwaschung, die weiland Erich Mielke besser gelungen wäre, hätte er noch seinen alten, raffinierten Verstand und Apparat gehabt.

Exkurs

Obwohl – einen Apparat, eine Anhängerschaft und keine kleine, die ihr an den unfreundlichen Lippen hängt, hat Kuby auch. Die randaliert gegen Homosexuelle und die Genderwissenschaft auf Internetseiten wie „kath.net“ oder der „Demo für Alle“ in haßerfüllter Manier; vor allem mit den uralten Insinuationen der Pathologie, Ansteckung und der Pädophilie wie sie sich durch Kubys Bücher ziehen – bei ihr allerdings immer haarscharf an der Grenze des Justiziablen vorbei. Doch was sie schreibt, fällt auf verseuchten Boden. Ihre Fans sind weniger vorsichtig…und so war denn dieser Tage in einem – selbstverständlich anonymen Post – ein Erfolg der Giftinjektionen ihrer Schriften selbst auf einer liberalen Seite wie „telepolis“ zu lesen; ein Kommentar zu einem neuen Gesetz in Portugal, das es auch Homosexuellen erlaubt, Kinder zu adoptieren – Frau Kuby kämpft dagegen wie eine Megäre: „Wer garantiert mir eigentlich, dass es sich bei einem Homo-Ehepaar um zwei schwule Männer mit Kinderwunsch handelt und nicht um eine Zweckgemeinschaft von zwei Pädophilen, um an ein Kind ranzukommen?“
Dass die meisten Opfer von Missbrauch Kinder in heterosexuellen Zweckgemeinschaften sind, wird schlichtweg nicht zur Kenntnis genommen. Übrig soll bleiben „die Homos sind an allem Schuld!“ …und zwar in dem Sinne wie es einmal „Die Juden sind an allem Schuld“ hieß.

Die Selbstfußwaschung

Aber schauen wir uns Frau Kubys „Selbstsäuberung“ genauer an, in der sie sich als liebenswürdige Dame mit Hang zur Weltrettung beschreibt und behauptet, wer Gegenteiliges von ihr sage, betreibe Rufmord… Folterwerkzeuge präsentieren, um ihre Gegner einzuschüchtern wie einst die Hexenjäger, kann sie sehr gut.

Kuby klagt, die „Behauptung“ sie sei schwulenfeindlich, sei demagogisch… darauf sage ich: ihr ganzes Treiben und Wirken, fast sämtliche ihrer Schriften beschäftigen sich mit nichts anderem, als ihrer Abscheu vor Homosexuellen. Sie ist regelrecht – wie ja der gesamte Rechtskatholizismus seit Benedikt-Ratzinger – besessen vom Thema Homosexualität. Mit dem intellektuell ungeheuerlichen Diktum von der „Diktatur des Relativismus“ hat jener emeritierte Papst die Tore zum Kampf gegen die Moderne, gegen die Demokratie und die Wissenschaft erneut eröffnet und steht damit Pius IX. in seinem Hass auf den freien und frei denkenden Menschen in nichts nach. Benedikts Diktum von der „Diktatur des Relativismus“ ist gleichsam eine Kurzform des „Syllabus Errorum“.

Wie wichtig in diesem Kampf gegen die Moderne stigmatisierte Feinde sind, ließ sich vor kurzem beim Treffen von Papst Franziskus und dem Russisch-Orthodoxen Patriarchen Kyrill auf Kuba beobachten. Wichtigster Punkt ihrer ersten ökumenischen Erklärung nach Tausend Jahren Streit und Trennung war natürlich die Klage über Homosexuelle und Homoehe, die die angeblich gottgewollten Familienstrukturen zerstörten. Dabei darf man nicht vergessen, dass Kyrill jüngst erst wieder die russischen Gesetze zur Diskriminierung Homosexueller für viel zu lasch hielt und eine erneute Kriminalisierung und Bestrafung gefordert hat. Gabriele Kuby, um zu dieser menschenliebenden Autorin zurückzukehren, bewundert den Patriarchen Kyrill, seit sie ihm im Jahr 2014 bei einem Kongress im Kreml begegnet ist; aber da wir uns nicht in der illiberalen Demokratur Russland befinden, wird sie natürlich den Teufel tun (hehe!) solche Forderungen wie Kyrill in Russland bei uns in Deutschland laut zu stellen.

Im Gegenteil sie verschleiert – sie schreibt auf ihrer Webseite, sie bejahe das Recht homosexueller Menschen nach ihren Neigungen zu gestalten. Das klingt als habe sie beim Schreiben Gummihandschuhe getragen, um sich nicht zu besudeln.

Es geht nicht um „Neigungen“ – und jetzt adressiere ich Sie persönlich, Frau Kuby. Es geht um Menschenrechte, gleiche Rechte, Gleichberechtigung! Aber Sie behaupten ja, man könne Ungleiches nicht gleich behandeln – damit eine Metaebene einführend, die der üblichen Rechthaberei der Fundamentalkatholiken entspringt – Sie, Gott und die Religion schweben über Allem und Demokratie und Menschenrechte sind nachrangig!

Ihre Formulierungen klingen nach herablassender Gnade und Gönnerschaft – „Wohltätigkeit ist das Ersaufen des Rechts im Mistloch der Gnade“ – Pestalozzi …und darum glaube ich Ihnen, Frau Kuby, wie weiland die Abgeordneten in der Volkskammer Erich Mielke, natürlich kein Wort. Nicht eine Silbe! Denn dieser Beteuerung folgt in der Manier: „ich habe doch nichts gegen Juden…“ das große AAAAber: „Dass aber unterschiedliche sexuelle Lebensstile auch mit unterschiedlichen Risiken behaftet sind, ist eine zweifelsfrei belegte Tatsache…“  Wenn Sie mit den „belegten Tatsachen“, Frau Kuby, Ihre Publikation „Die globale sexuelle Revolution meinen“, dann nenne ich das einen „gish-gallop“. Verbissen ein namenloses fast zu Tode gerittenes Pferd besteigen und davonreiten.
In der üblichen Manier der sexualpatholigischen Rechtskatholiken gehen Sie davon aus, dass „sexuell“ sowieso ist immer negativ ist, wenn nicht ehelich und missionarisch… was soll überhaupt ein sexueller Lebensstil sein? Das ist eine ebensolche Flachsinns-Vokabel wie die völlig unwissenschaftliche von der „Frühsexualisierung“, mit der die Phantasten der kindlichen Reinheit um Hedwig von Beverfoerde hausieren gehen.

Weiters schießen Sie, Frau Kuby, mit der dicken Berta Ihrer Einbildungskraft (viel Einbildung ist dabei) und behaupten, wer auf diese ominösen „Risiken“ hinweise, sei ebenso wenig schwulenfeindlich „wie es raucherfeindlich ist, auf die Risiken des Rauchens hinzuweisen. Nein, Frau Kuby, diese metaphorische Verklitschung lasse ich Ihnen nicht durchgehen – Ich bin kein Karzinom, Frau Kuby…

Denn letztlich insinuieren Sie das: Homosexualität führt nicht nur physisch, sondern vor allem psychisch und gesellschaftlich zu krebsartigen Verwachsungen. DAS sagen Sie hier, nichts anderes! Daraus folgt dann natürlich – dass Homosexuelle krank, wider- Naturrecht-natürlich und behandlungsbedürftig seien und bei Widerstand in Quarantäne zu schicken sind; oder Schlimmeres, um die Volksgesundheit zu schützen.

Jaja, ich weiß, Sie sind raffiniert genug, solche Forderungen nicht explizit zu stellen, das tun dann schon Ihre Anhänger für Sie. Sie selbst aber sind seit Jahren unterwegs jede Liberalisierung der Gesetze, die Homosexuelle betreffen, vehement zu bekämpfen mit der Formel, wir seien ungleich und man könne uns deshalb nicht gleichstellen. Ein rhetorischer Trick, der eine Metaebene einführt…das ist Ihr katholischer Wille, der deshalb göttlich sei, und Gott steht über dem Gesetz, über der Demokratie und der Menschlichkeit (weil eben Gott) – Gott denkt immer das, was seine Lobpreisenden denken. Es ist schon erstaunlich, dass Gott immer mit Ihnen, Frau Kuby, übereinstimmt. Wie oft zieht er Sie zu Rate?
Diese niederträchtige Formel von der „Ungleichheit“, die gottgegeben sei, hat auch einmal auch der Ku-Klux-Klan gegen die Emanzipation der Schwarzen aufs Tapet brachte und damit auf Jahrzehnte bis heute den Kampf um gleiche Rechte vergiftet. Noch immer rotten sich z. B. in den USA Rassisten zusammen, um Nicht-Weiße zu bekämpfen; und in Sachsen gleichgar das Fußvolk der AfD, deren Frau von Storch eine Ihrer Kampfgenossinnen ist, werteste Frau Kuby. Zum Rassismus gehört die Schwulenfeindschaft, nicht nur in den USA, wo Hatz und Hetze übelste Sumpfblüten treiben. Die „Demo für Alle“ müht sich sehr, dem Muster zu folgen.

Mit dem Volkszorn – wie er eben geifernd bei den „Demos für Alle“ eiternd aufbricht, rechnen Sie, Gabriele Kuby, wie alle Verbalstrategen, natürlich deutlich: Sie behaupten, Sie würde „nur“ informieren, damit mündige Bürger ihre Entscheidungen treffen können. Solche Entscheidungen treffen wie es die Duma-Abgeordneten in Moskau in Sachen Schwulendiskriminierung getan haben – und auch wieder tun werden: es liegt dort ein Gesetzentwurf in der Warteschleife, der homosexuellen Menschen verbietet, in der Öffentlichkeit wie alle anderen auch Zärtlichkeiten auszutauschen – bloß…um die Kinder zu schützen.

Was aber nun das Schützen der Bevölkerung vor den Homosexuellen angeht – Na, da wird sich ja die berühmt-berüchtigte Rentnerin freuen, die am Rande einer der „Demos für Alle“ in die Kameras des ZDF greinte, es „äkele sie, wenn sie zusehen müsse, wie Homosexuelle ihre Geschlächtsteile ineinander stecken“ – worauf der Moderator der heute-show ihr antwortete, sie solle sich eben nicht dauernd Schwulenpornos ansehen. Offenbar laufen die meisten Schwulenpornos in den Wohnzimmern von schwulenfeindlichen Heteros…

Bei dem Widerstand gegen Ihre sogenannten „Informationen“ die Sie, Frau Kuby über Homosexuelle verbreiten, handele es sich, so sagen Sie in Ihrer Selbstsäuberung weiter, um politische Strategien, der Desinformation. Denjenigen, sie sich tatsächlich wehren gegen Ihre Unwahrheiten und Verhetzungen, mangele es an Demokratieverständnis und sie seien in Wirklichkeit menschen- und schwulenfeindlich.
Ich kenne in der Tat nur einen Menschen, der diese Torsion demokratischer Gegenwehr von diskriminierten Menschen unterschreiben würde, das ist Ihr neuer Freund David Berger, für dessen „Gaystream“ sogar in Ihrem Namen Ihr Rechtsanwalt einen Artikel geschrieben hat. Es fehlt also nicht mehr viel zur Verbrüderung.

Von wegen Homophobie

Weiter, Allerwerteste, verwehren Sie sich dagegen, Sie verkündeten Homophobie. Da gebe ich Ihnen sogar einmal Recht – ängstlich sind Sie nicht. Ich begehe nicht den Fehler wie Sie, meine Gegner zu pathologisieren (wenn´s auch reizvoll wäre). Die verschimmelten Behauptungen, Homosexuelle seien psychisch gestört, ich-dyston (wie Ihre Kombattantin, die Fachfrau für Homoabwehr, Christl Vonholdt, die über Venenkrankheiten promoviert hat, nicht müde wird daher zu beten ) sind auf perfide Weise bereits der zaghaften Zivilisierung der katholisch-evangelikalen Vorurteile zu verdanken, wie Foucault nachgewiesen hat. Kein Mensch schlösse sich Ihrem Feldzug gegen Homosexuelle an, wenn Sie noch immer behaupten würden, wie bis ins 19.Jahrhundert geschehen, Homosexualität sei satanisch.

Also wird nicht mehr gleich hingerichtet und verbrannt, sondern man schickt die Delinquenten ins Gefängnis oder ins Krankenhaus, um das Andere, das Nichtgefällige, Unangepasste, das anscheinend Sperrige dann doch rauszukriegen aus der Normgesellschaft. Das beruhigt dann wieder und man fühlt sich sicher – so wie jetzt die braven Bürger sich sicherer fühlen, wenn man die Flüchtlinge aussperrt oder versucht, sie in ihren Heimen zu verbrennen, fühlen sich brave Katholiken wie Sie, Frau Kuby, sicherer, wenn man die Homosexuellen als Kranke ausgrenzt. Dann sind sie ja auch behandelbar! Damit die Welt so göttlich werde, wie Sie sie haben wollen!

Sexualmoral

Scheppernd klingt´s wenn Sie dann in einem Nebensatz den katholischen Begriff der „Sexualmoral“ einführen (wovor es Ihnen sonst graut); eine Verkleisterung des Anspruchs der Catholica nach „regulierter Sexualität“ – und damit der Beherrschung und Normierung des Menschen.
Wir brauchen keine Sexualmoral, Frau Kuby. Dieser Paulinische Irrsinn beherrscht nach fast 2000 Jahren noch immer unsere tatsächlich prüd-bigotten Gesellschaften. Solange Sie auf ein Jenseits warten, müssen Sie natürlich alles verdammen, was dieses kurze und oft genug elende Leben lebenswert macht: Freundschaft, Sexualität in jeder Hinsicht und Liebe. Gott und Ihr Glaube daran machen das Leben jedenfalls nicht leichter! –

Das dauernde Betonen der HomoSEXUALITÄT insinuiert natürlich auch, daß Homosexuelle nicht lieben können – wie es jüngst die Gattin des Raphael Bonelli, Victoria Bonelli, auf kath.net tat. Sie erklärte schlichtweg Homosexuelle hätten viel Narzisstisches und würden vor lauter Eigenliebe unfähig, das Andere zu lieben. Wer nicht so liebt wie ich, ist des Teufels! Das meint Frau Bonelli! Aus solchen Wahnideen entstand die Hexenjägerei – und jetzt soll es den Schwulen auf ähnliche Weise wieder an den Kragen gehen.

Noch ein paar Takte zur Selbstfußwaschung

Frau Kuby: Sie können natürlich Homosexualität, wie Sie es verkünden, als Sünde ansehen. Aber dann predigen Sie das Ihren katholischen Freunden und schreiben nicht ein Buch – „Die globale sexuelle Revolution“ – das die bösartige Phantasie einer homosexuellen Weltverschwörung phantasiert und behauptet die UN und die EU würden mit Hilfe von Gender-Maßnahmen diese Homosexualisierung vorantreiben.

Dass Sie den Beginn der homosexuellen Weltverschwörung in der Zeit der Aufklärung sehen, lässt erahnen wohin Sie sich zurücksehnen. In die Zeit davor, in die Theokratie, in Unrecht, in die Dummheit, in die Zeit der Inquisition, der Verachtung der Wissenschaften und der Menschenrechte…die GEGEN Ihre Religion entwickelt und erkämpft werden mussten.
Dass Sie schließlich in einer befreiten Sexualität und gleichberechtigten Homosexuellen einen neuen Totalitarismus wittern und fürchten, wundert am Ende dann gar nicht mehr.
Wes Geistes Kind – die Sie sich als weltschützende Christin gerieren – Sie wirklich sind und woher diese Ahnungen resultieren, zeigt eine (oft überlesene) Fußnote Ihres Buches. Sie sind sich nicht zu schade, Scott Livelys Machwerk „The Pink Swastika“ als Referenz zu nutzen, das das Unrechtssystem der Nazis als von Homosexuellen geschaffen darstellt.

Nur mit solch schäbigen Tricks können Sie erst behaupten, die Freiheit werde im Namen der Freiheit zerstört. Livelys Buch hat die Absichten und die niedere Qualität des üblen Hoaxes „Die Protokolle der Weisen von Zion“! Lively ist es auch gewesen, der in Uganda versucht hat, die Regierung des korrupten Staates so zu beeinflussen, dass sie die Todesstrafe für Homosexuelle in ihre Gesetzbücher aufnehmen sollte. Erst die halbherzige Drohung des Westens, Entwicklungsgelder zu streichen, hat dazu geführt, dass diese Unternehmungen abgeschwächt wurden. Hohe Gefängnisstrafen drohen aber dort noch immer.

Nein, Frau Kuby, wer sich mit solchen Leuten gemein macht, der darf nicht behaupten, er sei nicht schwulenfeindlich. Das sind Sie und Ihre Mitstreiter durch und durch – aber auch nicht auf höheren, göttlichen Befehl. Es gibt einen solchen Befehlsnotstand nicht, mit dem Sie sich rechtfertigen könnten!

Warum also dieser Kampf, dieser Haß gegen Homosexuelle…

…zu Beginn des 21. Jahrhunderts, da wir dachten, besseren menschlicheren Zeiten in dieser Frage entgegen gehen zu können, wir Narren. Wir hatten nicht mit der Unfähigkeit so vieler Leute gerechnet mit Offenheit, Lebendigkeit, Freiheit umgehen zu können. Darum machen Fundamentalchristen ja auch so gerne gemeinsame Sache mit den Kryptofaschisten von AfD und PEGIDA.
Tempora mutantur et nos mutamur in illis…gegen eine Veränderung zum Besseren kämpfen Fundamentalchristen vehement. Einerseits weil sie das Leiden adorieren – und warum sollten Homosexuelle, die schon immer unter den Christen gelitten, nicht weiter leiden. Das Leiden ist ja der Kuss Jesu, wie uns die infame Mutter Teresa wissen ließ…

…und zum anderen – und das ist auch der Grund, weshalb wir nicht von „Homophobie“, sondern wirklich von Hass reden müssen: wenn Homosexuelle endlich in allem gleichberechtigt wären, nicht mehr wie bei Ihnen, Frau Kuby, verdächtigt würden, die Menschheit zu bedrohen, dann gingen Ihnen und Gleichgesinnten eine Menschengruppe verlustig, auf die sie hinabblicken können; eine Gruppe, die sie unbedingt brauchen, um sich selbst als gottgerecht, gottgefällig, sauber und rein, richtig und gut betrachten zu können. Kommen Sie mir nicht, Sie sorgten sich tatsächlich um Homosexuelle, die ja womöglich krank seien und litten und geheilt werden könnten – das hat den gleichen Wert wie die Grausamkeiten der Mutter Teresa, die ich eben zitierte!

Das ist ja immer der Grund für Rassismus und Menschenmissachtung – man braucht Geschöpfe zweiter Klasse, damit man sich gerechtfertigt und besser fühlt. Das Brimborium der christlichen Liebe soll das nur verschleiern. So sieht es aus, Frau Kuby – und deshalb glaube ich Ihnen kein Wort der Selbstrechtfertigung, Selbstsäuberung, Selbstbeweihräucherung!

Der Fehdehandschuh

Ich würde Sie gerne auslachen, auspfeifen und ausbuhen wie weiland Erich Mielke geschehen. Aber der war ja – wie bereits gesagt – außer Gefecht, auf dem Abstellgleis und nicht mehr gefährlich. Sie aber, Frau Kuby, stürmen immer wieder mit voller Schlagkraft in die Schlacht, um gegen Homosexuelle zu kämpfen, sie zu diskreditieren und die Wirkung erstehen zu lassen, sie seien Menschen zweiter Klasse.

Noch immer müssen Homosexuelle in den Schatten leben, in Scham, die Sie und Ihre Mitstreiter ihnen einreden, sie leben in dem Glauben, sie seien falsch, verkehrt und krank. Und noch immer bringen sich deshalb zu viele junge Menschen (aber auch Ältere um) – die Homofeinde behaupten schäbig, das sei die Folge der homosexuelle Labilität und Depression… ich kann mich des bösen Eindrucks nicht erwehren, dass man hinter vorgehaltener Hand raunt, dies sei auch eine Lösung des Problems.

Wenn wir uns nicht endlich auf die Hinterbeine stellen und Ihnen, Frau Kuby und Gesinnungsgenossen, Paroli bieten, kann das so kommen. Das kann so kommen – wird es aber nicht… da ist mein Handschuh, Allerwerteste!

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