Nichts weniger als das Ganze – Das ’neue‘ konspirative Weltverständnis

Axel Weiss über Methodik und Wahnwitz alternativer Fakten und deren Wirkung.

Gemälde: Axel Weiss (Ausschnitt: HS)

Es ist nicht besonders schwer, den noch immer verbreiteten Glauben an fake-Mondlandungen und bewusstseinsmanipulierende Chemtrails zu belächeln und im günstigsten Falle nur als naiv zu betrachten. Wenn konspirative Weltinterpretationen dann in realpolitische Höhen wie inszenierte Terroranschläge und manipulierte Wahlen sowie zu einer multiresistenten Klimalüge aufsteigen, ist unsere Selbstgewissheit aber zu wenig. Dann wird es schon ein bisschen enger für das freie, aufgeklärte Denken in einer modernen, vorzugsweise materialistisch geprägten Welt – obschon immer noch verhandelbar bzw. so unwahrscheinlich, dass der wissenschaftlich geklärte Mensch sich noch zurücklehnen kann. Man hat schließlich alles Menschenmögliche getan.
Doch hat man das wirklich? Um uns nicht falsch zu verstehen, natürlich ist das kompletter Unsinn. Nichts geht über die Vernunft. Ganz besonders heute. Und ganz besonders im Lande des großen Immanuel Kant. Doch wenn wir das beunruhigende Phänomen des Postfaktischen noch rechtzeitig in den Griff bekommen wollen, müssen wir mehr tun.

Absurd

So absurd die Angebote jener Zeitgenossen, die es nicht ertragen wollen oder können, einer illusions- und mitleidlosen, völlig unromantischen Wirklichkeit ins Gesicht zu sehen, auch sein mögen, so erfolgreich sind sie leider auch. Das Aufstiegsangebot konspirativer Eliten mitsamt ihrem weltaufklärenden Supergeheimwissen kann für manch einen durchaus verlockend wirken – zum Beispiel die egoschmeichelnde Aufdeckung der Weltkontrolle durch die Rothschilds, die FED oder die Geheimdienste etc. Doch gar so weit muss niemand gehen, um Aussicht auf Linderung seiner Beschwerden bezüglich der beleidigenden Komplexität der Realität zu bekommen. Die tatsächliche Bedrohung jener Wirklichkeit durch irrationale und unwissenschaftliche Weltbilder spielt sich weitaus unspektakulärer ab – und erfolgreicher.
Jeder mit einem halbwegs vernünftigen Geist und Verstand erkennt doch von selbst, was das für Hirngespinste sind, könnte man nun sagen. Die Ereignisse der letzten Jahre – insbesondere in demokratischen Wahlkämpfen – zeigen jedoch, dass solche Phänomene die Zukunft moderner Gesellschaften auf eine Weise verändern könnten, die uns ganz sicher nicht egal sein kann. Wir müssen uns daher klarer positionieren gegen fake-Schleudern und Troll-Journalismus – es geht leider längst um das Überleben der Demokratie.
Der Gegner ist hier allerdings nicht immer leicht auszumachen, denn Verschwörungsgläubige drängen eher selten mit den tatsächlichen Gründen für ihre Annahmen in die Öffentlichkeit. Entweder reicht die quasispirituelle Erleuchtung dann doch nicht aus, um sich mit sachlich-rationalen Zeitgenossen anzulegen oder aber die Protagonisten sind einfach selbst viel zu schlau, um sich auf dieser Ebene zu korrumpieren bzw. zu verbrauchen.
Wenn Rechtspopulisten beispielsweise ernsthaft von einem ‚Bevölkerungsaustausch‘ in unserem Lande sprechen und dann auch noch erhebliche Wahlerfolge verzeichnen dürfen, spricht das eine deutliche Sprache. Die Tatsache, dass viele etwas annehmen oder glauben, wird leider wieder zunehmend mit der vermeintlichen Richtigkeit jener Vorstellungen verwechselt. Die Wissenschaft – besonders die Politikwissenschaft – lässt sich heute offenbar immer leichtfertiger in Frage stellen. Wenn verbreitete subjektive Annahmen tatsächlich wissenschaftliche Studien ersetzen könnten, dann könnten wir letztlich auch über chirurgische Methoden oder lebensrettende technische Zusammenhänge abstimmen lassen. Das will verständlicherweise niemand. Dass falsche Entscheidungen auf Grund falscher Annahmen allerdings auch konkret wirken, also zu Krankheit und Tod führen können, ist für die meisten Konspirativen, Impfgegner und Schulmedizinverweigerer kein zentrales Problem.

Postfaktisches

Die Ansprechpartner postfaktischer Argumentationen sind mit Halbwahrheiten und schwarz-weißer Denkmalerei dagegen oft recht zufrieden. Kommen diese doch der menschlichen Neigung entgegen, schnell und oberflächlich zu lesen – und eben auch schnell und oberflächlich zu verstehen. Sie verhelfen dem Einzelnen, der sich in einer rasant komplexer werdenden Welt zunehmend ausgeliefert fühlt, zu einer Art neuen Heimat.
Es ist ja eigentlich ganz einfach: Man versteht die Welt dadurch ein bisschen besser, dass sie einfacher gemacht wird, als sie ist. Da bietet sich oft auch die Idee geheimer Strippenzieher und Schuldprojektionen an, um den als schmerzhaft empfundenen Kontrollverlust und die geradezu beleidigende Hilflosigkeit der eigenen Person etwas besser zu ertragen. Man könnte das Phänomen der konspirativen Neigung aufgrund der Vielfalt und Unübersichtlichkeit der modernen Medieninhalte fast als Reaktion auf eine kollektive narzisstische Kränkung interpretieren, denn schließlich weiß tatsächlich niemand, wie alles angesichts der globalen Problemgebirge noch ohne Katastrophen weitergehen soll. Verbreitetes Nichtwissen schützt also auch nicht vor dem verbreiteten Gefühl des Ausgeliefertseins.

Die Katastrophen beginnen allerdings schon im kleinen – subjektiv wie objektiv.
Sensationelle Meldungen machen nun mal mehr her, emotional beim Konsumenten wie ökonomisch bei den Lieferanten. Eine Nachricht, die angesichts der zunehmenden Gewöhnung an globale Niedergänge noch in der Lage ist, aufzuwecken oder gar zu verstören, geht heute gerne auch mal „viral“ durch die Netzwerke (allein dieser Begriff zeigt die ansteckende Wirkung). Ob sie wahr ist oder nicht, ist zunächst nicht so entscheidend, zumindest für den diesbezüglich geneigten Konsumenten. Sie ist vor allem und erst einmal faszinierender als alle möglichen späteren Dementis. Auch wenn diese Klarstellungen dann mit dem sich selbst relativierenden Zeitabstand doch noch in der Öffentlichkeit erscheinen (notfalls gar per Gerichtsbeschluss), ist es für ihre neutralisierende Wirkung meist zu spät, die persönliche Meinungsbildung wird deswegen kaum in Frage gestellt. Schließlich hat man von sich selbst ein gutes bis kompetentes Bild und ist mittlerweile längst bei einem ganz neuen, vielleicht noch verführerischen Objekt des medialen Verlangens angekommen. Dass es sich bei den Informationen zur eigenen Meinungsbildung um gezielte Desinformation bis hin zur offensichtlichen Lüge handelte, wird verständlicherweise lieber verdrängt als objektiv untersucht.

Die penetrante Wiederholung ist dabei eine wirkungsvolle Technik, die populistischen Lügen Akzeptanz verleiht (die konkreten Beispiele in der letzten Zeit sind eindeutig, man muss dazu nicht mal fake-Großmeister wie Erdogan und Trump bemühen). Ein zweiter Aspekt ist die vermeintliche Sinnstiftung hinter solchen Entwürfen. Sie verleiht jenen von der unspektakulären Wissenschaft entwurzelten Gemütern die Fähigkeit, sich die Welt ein wenig so zurechtzubasteln, wie sie sie nun mal viel lieber hätten – eine Welt, in der sie selbst nicht so gänzlich unbedeutend und wirkungslos sind. Dahinter steckt neben individualpsychologischen Aspekten leider auch ein problematisches Menschenbild, in dem das (uneingeweihte) Individuum per se für unmündig erklärt wird, ihm also die immanente Fähigkeit, selbst über Wahrheit und Lüge entscheiden zu können, abgesprochen wird. Eine solche, den anderen Mitbürgern aufgenötigte Selbstentmündigung bei gleichzeitiger Reduktion auf ein hermetisch geschlossenes Weltbild ist zwar nicht wirklich neu, zieht mittlerweile aber wieder (zu) viele in seinen Bann. Der verhängnisvolle Prozess einer weiteren Generierung und Manifestierung gezielter Falschmeldungen könnte dadurch in Zukunft noch befeuert werden. Durch den massenhaften Einsatz bewusst gestreuter Zwecklügen können auch demokratische Willensbildungsprozesse beeinflusst werden – allein das sollte uns genügen, diesen Problemkreis kritischer zu betrachten.

Faktenresistenz und Filterblasen

Ist das faktenresistente Weltbild erst einmal hübsch abgesteckt, lässt es sich auch leicht manifestieren. Automatisch gesteuerte Filterblasen in den sozialen Netzwerken und das oberflächliche Horten von allem, was zur eigenen Theorie passt, verdrängen die ursprüngliche Unsicherheit gegenüber der Welt. Die Echokammern der Netzwerke zeigen irgendwann dann nur noch vermeintlich Gleichgesinntes. Der verwirrende und unbequeme Rest der Realität wird übersehen oder im eigenen Sinne umgedeutet. Die nüchtern-sachliche Argumentation wissenschaftlicher Autoren und Kommentatoren nervt dann nur noch mit ihrem komplizierten und unübersichtlichen Interpretationsangebot. Der ehemalige Kompass durch die Medienlabyrinthe wird bestenfalls als falsch justierter, zumindest ewig gestriger Werkzeugkasten von „denen da oben“ empfunden. Die radikalere, kategorische Ablehnung der Mainstream-Medien und ein diffuser Hass auf das ,Establishment‘ können vorübergehend sogar eine quasi-therapeutische Wirkung versprechen, sozusagen als symptomatisch wirkendes Medikament, um Aussicht auf mögliche Heilung in diesem Dilemma postmoderner Existenz zu erlangen.
So wird es zur beunruhigenden Wirklichkeit, dass völlig individuelle und meist gänzlich unwissenschaftliche Welterklärungen in so vielen einseitigen Netzvorträgen und schnell zusammengeschnipselten Onlinefilmchen die gewissenhafte Arbeit und professionelle Erfahrung gestandener Qualitätslektorate in ihrer Glaubwürdigkeit und Kompetenz zu übertreffen scheinen. Das kann auf Dauer nicht gutgehen.

Intelligenzfalle

Doch nicht alles ist schlecht daran. Die an sich zu begrüßende kritische Reflektionsfähigkeit, dem journalistischen Mainstream (mindestens) das gleiche Misstrauen entgegen zu bringen wie den unzähligen Internetquellen, könnte man grundsätzlich sogar als potentiell hilfreich einschätzen. Unter Umständen kann das dadurch beförderte Denken in Alternativen auch Neues und bislang Unterbewertetes hervorbringen. Sicher, man darf den Massenmedien auch nicht alles abnehmen und muss grundsätzlich kritisch bleiben. Mit all den unseligen über das Netz konsumierten Erweckungsrufen ala Jebsen, Ulfkotte und Ganser bis hin zu den schrägen Veröffentlichungen des Kopp Verlags und Elsässers ,Compact‘ Magazin u. ä. sollte man dann aber bitte schön genauso kritisch verfahren.
Hier schnappt gelegentlich wohl auch die sogenannte „Intelligenzfalle“ zu. Man kennt sie sonst ja aus der Kreativitätsforschung. Viele durchaus oder gar besonders intelligente Menschen sind oft Gefangene falscher bzw. ungeprüfter Ansichten. Wer längere Zeit ein falsches bzw. destruktives Denken einübt, wird irgendwann zu einem erfahrenen und erfolgreichen Falschdenker und argumentiert grundsätzlich sehr geschickt. Andere widerlegen zu können, bringt zudem Erfolg und zeigt für viele so etwas wie Überlegenheit. Wer kritisch oder destruktiv vorgeht, hat aufgrund der Reaktion seiner Umwelt möglicherweise mehr Spaß an seiner Intelligenz als ein konstruktiver Erneuerer (dessen Ideen sich in der Regel nur sehr mühsam umsetzen lassen, wie die Geschichte zeigt). Und schließlich: wenn man weiß, dass man sein Gegenüber vom eigenen Standpunkt überzeugen kann, warum sollte man dann ein Thema noch gründlich bzw. selbstkritisch untersuchen bzw. echte Alternativen suchen?
Ein professioneller Kreativer und Querdenker kann auf ähnliche Weise etwas Neues schaffen. Er gibt sich nicht mit Standardansätzen zufrieden. Wenn diese ausreichen würden, hätte man ihn ja nicht benötigt. Er sucht prinzipiell nach Alternativen, auch nach zunächst ganz ungewöhnlichen, ohne diese jedoch frühzeitig einzuordnen oder zu bewerten. Mit einer oft abwegig erscheinenden Idee erzeugt er dann die erwünschte Wirkung und verblüfft sein Gegenüber. Und tatsächlich ist es ja nur ein anderer Blickwinkel, der uns stets überraschende Möglichkeiten in origineller Hinsicht eröffnet. Nur ist das Ziel eines Kreativprofis nicht die manipulative Verdrehung der Wirklichkeit, sondern deren Bereicherung durch neue und konstruktive Lösungsansätze (außer in der manipulativen Werbung, aber wer nimmt die noch ernsthaft ernst). Kreativkönner trauen sich grundsätzlich selbst nicht und prüfen daher alle oft hart erarbeiteten Entwürfe entsprechend objektiv und selbstkritisch. Erst wenn so viele Alternativen wie möglich vorliegen und sie miteinander vergleichen werden können, kann man sicher sein, auch die beste Lösung gefunden zu haben. Das ist ein völlig anderes Vorgehen, auch wenn es im ersten Moment ähnlich lustig, spannend und vielversprechend aussieht. Vielleicht liegt darin ja ein gewisser Reiz für den heutigen Agitator und Verschwörungsfan, der bei diesem Vergleich allerdings auf halbem Wege stehen bleibt, was dann eben fatale Folgen für die Wahrheit hat.

Metakritik

Das Modell kann zudem beliebig erweitert werden. Für den sich selbst als hochkritisch befähigt Einstufenden gehört es geradezu zum guten Ton, kritisch zu bezweifeln, dass Politiker mit großer Verantwortung (also medial abgenudelte Leute) auch wirklich etwas Nachhaltiges, Positives und für die Gesellschaft langfristig Gutes entwickeln wollen bzw. können. Es fällt manchen Bürgern heute offenbar schwer, sich vorstellen können, dass die da oben es nicht nur immer böse meinen, dass jene legitim Gewählten durch realpolitische Notwendigkeiten dummerweise oft gezwungen sind, schwere bzw. schwer erklärbare Kompromisse einzugehen, um das ganze gesellschaftsfreundliche Basisprojekt überhaupt noch zu erhalten.
Angesichts der empfundenen Bedrohung der eigenen Privilegien ist dann Widerstand und Gegenwehr gefordert. Details werden schnell zum Indiz, die Fehlleistungen der verachteten Mainstream-Medien, die man leicht und schnell ausmachen kann – schließlich sind es ja auch nur Menschen, die da schreiben – werden zum pauschalen Verdacht erhoben. Alles unter dem Deckmantel der überkritischen Netzrecherche. Jene ist dann sozusagen die vermeintlich erhabene Metakritik einer altmodischen Politikwissenschaft, die ja sowieso nur das tut, was die da oben von ihr erwarten.
Doch auch die ,leader‘ fahren nur auf Sicht und die Welt verändert sich unablässig. Einerseits trauen Verschwörungsgläubige ihnen sofort zu, die aberwitzigsten Katastrophen durchzuplanen und zu inszenieren, andererseits halten sie sie für völlig unfähig, alltägliche Politik vernünftig zu gestalten. Solche Widersprüche vieler zur konspirativen Weltsicht neigenden Kritiker des politischen und medialen Mainstreams setzen sich fort – sie zweifeln lieber pauschal an der offiziellen Pressequalität bzw. Qualitätspresse als an sich selbst und den Ergebnissen ihrer eigenen Recherchen.
Es scheint leider eine Menge an gesellschaftlichem Grundvertrauen verlorengegangen zu sein. Wenn Bürger und Wähler diesen Teil ihres Vertrages nicht mehr erfüllen wollen und immer davon ausgehen, dass sie die da oben sowieso hintergehen, sind sie permanent in der Falle.
Ein Parteiensystem kann Rufe nach echter Volkssouveränität und totaler Demokratie zudem nie gänzlich repräsentieren oder verwirklichen. Und leider haben viele Konzerne bisher die Methode perfektioniert, nationale Regierungen zu ihrem eigenen Nutzen auszuspielen – siehe Klimawandel, Abgasvertuschungen, Steuervermeidung, Arbeitnehmerrechte, Lohnentwicklung, Lobbyismus usw., was die Neigung zu Verschwörungstheorien und agitatorischer Vereinfachung zweifellos begünstigt.

Mehr Aufklärung

Wir brauchen definitiv mehr Aufklärung in der Zivilgesellschaft – da führt kein Weg mehr vorbei. Wenn wir die Demokratie dauerhaft schützen wollen, sollten wir über vieles ganz neu nachdenken. Wie zum Beispiel über eine angemessene Wahlrechtsänderung bzw. Herabsetzung des Wahlalters. Es geht schließlich um die Zukunft der jungen Menschen – warum dürfen sie dann nicht selbst mitbestimmen? Es ist ja ein Wahlrecht und keine Pflicht. Infolgedessen sollten wir auch ein sinnvolles (Pflicht-)Schulfach zum selbstständigen denken-lernen einrichten – in politischer, sozialer, ethischer, erkenntnistheoretischer, empathischer und ernährungsphysiologischer Hinsicht, um nur einige der wichtigsten Aspekte zu nennen.
Obwohl die (rationale) Kritik an unseren Politikern und Medien durchaus berechtigte Komponenten hat, liegt in ihrer zunehmenden postfaktischen Institutionalisierung auch ein verborgenes Hindernis in Bezug auf die für kreative und nachhaltige Lösungen nötige Offenheit und Wertneutralität. Diese kann letztlich nur von der Wissenschaft garantiert werden, niemals jedoch von Populisten oder Narzissten, so erfolgreich diese auch sein mögen.
Selbstverständlich gibt es keine absolute Wahrheit, nicht einmal eine gänzlich objektive – zumindest keine, die uns Menschen zugänglich wäre. Aber auch dann, wenn die Wissenschaft beileibe nicht alles beantworten kann, bietet sie uns doch die größtmögliche Annäherung an möglichst objektive Aussagen. Niels Bohr hat es bereits vor etwa einem Jahrhundert schon einmal wunderbar auf den Punkt gebracht:
„Das Gegenteil einer richtigen Behauptung ist eine falsche Behauptung. Aber das Gegenteil einer tiefen Wahrheit kann wieder eine tiefe Wahrheit sein.“
Vielleicht sollten wir wieder mehr auf wirklich begabte Denker und unsere engagierten Gesellschafts- und Geisteswissenschaftler hören und sie in wichtige Entscheidungsprozesse einbinden. Das klingt zunächst nicht so abenteuerlich, wäre aber sehr gesund für alle. Es geht schließlich um nichts weniger als das Ganze bzw. die ganze Wahrheit.

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“All our knowledge begins with the senses, proceeds then to the understanding, and ends with reason. There is nothing higher than reason.” (Immanuel Kant)

Axel Weiß

Axel Weiß

Axel Weiß, Studium Sozialpädagogik, Grafik-Design, Philosophie Nach der grafischen Erarbeitung des 'dtv-Atlas zur Philosophie' (dtv, 1991 - 'Premio Internazionale Felice Feliciano' 1993) folgten weitere wissenschaftliche Illustrationsprojekte in modernen Sachbüchern, zunehmend begleitet und erweitert von der inhaltlichen und visuellen Konzeption (u. a. 'Mit den Augen des Geistes', Herder 1994). Neben der modernen Malerei, der freien Musik und zeitgemäßem Mediendesign steht die Illustration und Entwicklung pädagogischer Fachbücher im Zentrum des freiberuflichen Schaffens (z. B. 'dtv-Atlas Pädagogik', dtv, 2008). Seit 2003 arbeitet Axel Weiß als Vollzeit-Lehrkraft für Kunst und Ethik am Gymnasium in Wiesentheid (LSH).

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