Auf dem Nachttisch 3

Am 6. Mai veranstaltet die „Demo für Alle“ bereits zum zweiten Mal einen Anti-Homosexuellen-Kongress, den sie als Aufklärungsunternehmen über „Gender“ tarnt. Der richtige Anlaß, um die neue Erzählung des französischen Jugendbuchautors Christophe Léon vorzustellen: „Väterland“!


Gabrielle hat Angst

Gabrielle ist besorgt, verwirrt und hat Angst. Ihre beiden Väter haben trotz Verbotes das Getto verlassen, um ihr in Paris ein Geburtstagsgeschenk zu besorgen. Doch sie kehren nie zu ihrer Adoptivtochter zurück. Ein Autounfall bringt George und Phil in eine prekäre Lage, denn sie werden als Homosexuelle erkannt an der rosa Raute, die sie gezwungen sind, zu tragen. Es hätte keinen Zweck einen Arzt aufzusuchen um Phils Verletzung behandeln zu lassen, denn der riefe nur die Polizei. Genau das machen auch schon hysterische Passanten, die mit Schreck und Ekel der Homosexuellen ansichtig werden. Was ein kleines Stückchen Stoff auslösen kann!

Den Verunglückten bleibt nichts anderes als die Flucht –aber wohin? Allgegenwärtige Überwachung: Drohnen mit Kameras, speziell für die Schwulenverfolgung im Einsatz, schirre über ihnen. Nach Hause zu Gabrielle können sie nicht zurück, denn dort würde die Polizei auf sie warten, um sie in ein Internierungslager zu stecken. Damit ihre Tochter nicht vom Staat in ein Heim für Kinder von Homosexuellen verbracht wird, wagen die Eheleute die Flucht quer durch Paris zu einer Art Maquis-Adresse, um jemanden zu treffen, der Gabrielle vor dem Zugriff der Polizei retten wird. Was George und Phil danach geschieht, bleibt offen – aber es steht zu vermuten, daß es düster sein wird.

Christophe Léons Erzählung „Väterland“ erzählt von dieser bedrückenden Flucht und der Jagd auf die liebevollen Väter durch den Staat. Die Geschichte spielt in nicht allzu ferner Zukunft, kurz nachdem eine bestimmte Partei in Frankreich an die Macht gekommen ist. In Windeseile werden Gesetze gegen homosexuelle Menschen erlassen: man verbietet ihnen ihren Lebensunterhalt zu verdienen, weist sie aus ihren Wohnungen in ein separiertes Viertel und nimmt ihnen mit der Begründung des Kinderschutzes ihre Kinder weg. Noch ist es Phil und George gelungen, diesen Kinderraub abzuwehren, aber er schwebt stets wie ein Damoklesschwert über der Familie. Die Lebensumstände im Getto sind armselig, es gibt einen Schwarzmarkt für Lebensmittel, der aber nur denen taugt, die noch Wertgegenstände zum Handeln und Tauschen haben. Schulen sind geschlossen und so unterrichten die beiden Väter ihre Tochter selbst.

Gabrielle erzählt den Lesern, wie sie den Abstieg aus dem wohl gestellten Künstlerhaushalt im Zentrum von Paris erlebte, der die drei ins vom Staat verordnete Elend führte. Es sind zuerst nur Kleinigkeiten der Verachtung und Ausgrenzung: die Familie wird im Hotel abgewiesen oder im Restaurant nicht mehr bedient. Dann darf das Künstlerpaar seine einmal erfolgreichen Arbeiten plötzlich nicht mehr ausstellen oder verkaufen, sie werden konfisziert. Alte Freunde und Bekannte ziehen sich zurück, damit sie nicht in falschen Verdacht geraten. Schließlich lastet der Pädophilievorwurf über allen homosexuellen Männern und Frauen mit Kindern, die nun systematisch aus ihren Familien herausgeholt werden. Die Ausgegrenzten dürfen sich nur noch im Getto bewegen und müssen eine Rosa Raute tragen. In der Ferne ist eine Endlösung mit Lagern und Schlimmeren zu ahnen.

Ansonsten geht es Frankreich gut. Die Gesund-Bürgerlichen telephonieren mit ihren I-Phones, besuchen Cafés und Bistros und machen Urlaub wie immer. Die (fiktive) Bedrohung der bürgerlichen Familie und des Staates wird durch die Verfolgung Homosexueller abgewendet – wenn einer erwischt wird, gibt es ein Aufatmen. Das Kranke wird isoliert. Was danach mit den Menschen zweiter Klasse geschehen soll, interessiert die Gesellschaft nicht, Hauptsache: sie fühlt sich sicher.

Vom Winkel zur Raute

Man wird dem 1959 in Algerien geborenen Christophe Léon, Autor von mehr als 30 Jugendromanen, vorwerfen, er schreibe am Muster der nationalsozialistischen Judenverfolgung entlang. Die sei einmalig und schlimmer gewesen… Er benutzt sogar die offizielle Stigmatisierung der Nazizeit für Homosexuelle – aus dem rosa Winkel ist nun eine Raute geworden.

Das diabolische Schema der Ausgrenzung und Vernichtung ist immer das gleiche. Erst werden Gerüchte und Lügen in die Welt gesetzt. Im Falle von Homosexuellen ist die übelste Kampfmunition der Verweis auf Pädophilie, darauf springen selbst die ruhigsten Seelchen an. Es folgen angeblich wissenschaftliche Beweise für Krankheit und die Bedrohung der Gesellschaft, schließlich die Verweigerung der Rechte und neue Gesetze, die Verfolgung legitimieren , damit sich die braven Bürger (Ja, Gott sei Dank, wir sind nicht so!) ohne Hemmung und Scham an dieser Verfolgung beteiligen und womöglich delektieren können.

Léon malt das sichere, groteske und tödliche Ende nicht aus, denn das Muster der Verfolgung hat, wie uns die Geschichte zeigt, eine mörderische Zwangsläufigkeit.

Charlotte Knobloch, die ehemalige Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, hat dieser Tage und zu Recht nicht zum ersten Mal darauf hingewiesen, daß das „Nie wieder“ immer mehr zum politischen Lippendienst verkommt. Und tatsächlich: die antisemitischen Ausfälle von Björn Höcke oder anderen aus der AfD werden ja nicht sanktioniert, sie werden immer unverschämter. Höckes Rede zum 1. Mai enthält Passagen, die ähnlich auch vor 80 Jahren in Deutschland so gehalten wurden. Ganz explizit hat er sich nicht äußert, so gerissen ist er, daß nur ein mieser Geruch von Antisemitismus erschnüffelt wird. Und kaum Ruchbares ist nicht justiziabel.

Auf einem Blog, das von einem erzreaktionären, angeblichen Homosexuellen betrieben wird, faseln Kommentatoren von der jüdisch-plutokratischen Verschwörung des George Soros mit dem Zweck der Zerstörung des „Abendlandes“ oder betonen süffisant, daß Emmanuel Macron beim Bankhaus Rothschild gearbeitet hat. Ihr Admin weist sie nicht in die Schranken, gleichwohl geriert er sich sogar besorgt über Antisemitismus bei Muslimen, so als ob der übler wäre als der Antisemitismus seiner deutschen Adepten.

Meme der Ignoranz und Menschenmißachtung

So fängt es an: Haß und Dummheit werden, wie heißt das heutzutage? in Meme gegossen; in Formeln der Ignoranz und der Menschenmißachtung. Die jüdischen Bankiers, die angeblich die gesamte Welt ausbeuten, waren zwar längst ein Topos als damals die Nazis an die Macht kamen. Sie verbreiteten ihn dann aber mit systematischer Vehemenz.

Ein anderer nicht aus der Welt zu schaffender Lügentopos ist der von den pädophilen Homosexuellen, die Kinder bedrohen. Er wird von den Feinden der Homosexuellen längst nicht mehr bloß insinuiert- er wird wieder ganz offen ausgesprochen. Das Geschäftsmodell der „Demo für Alle“ beruht auf diesem Mem. Dazu kommen die angebliche Gefährdung der Familien durch die Eheöffnung für Homosexuelle und der demographische Untergang des Abendlandes, herbeigeführt durch sexuelle Permissivität – die gewiß besonders bei den Schwulen gefährlich ist.

Man muß solche Meme, solche Lügen, nur lange genug einhämmern, bis sie sich trotz aller Irrelevanz festsetzen. Hilfreich ist bei dieser Hetztätigkeit, auch das haben uns alle diktatorischen Systeme vorgemacht, Pseudowissenschaft, die schlichte Haßbehauptungen, untermauern soll. Und so werden die Feinde der Homosexuellen nicht müde, wissenschaftliche Exzentriker des Hasses wie Joseph Nicolosi oder Gerard van den Aardweg anzuführen. Wenn die nicht reichen, karrt man die sich wissenschaftlich gerierende antihomosexuelle Frömmelei von Christa Mewes oder Christl Vonholdt an. Noch immer behaupten approbierte Ärzte sogar, Homosexualität heilen zu können. Sogar unglückliche Homosexuelle machen dabei mit, sich selbst zu mißachten, zu diskreditieren und abzuwerten. Deshalb konnte Hedwig von Beverfoerde auf einer der Veranstaltungen ihrer „Demo für Alle“ auch den enthomosexualisierten Marcel von der „Bruderschaft des Weges“ präsentieren (klingt wie eine Vampirsekte), eine Organisation deren Mitglieder, auf den Knien rutschend den eigenen Unwert zelebrieren.

Wie es im Falle der Juden in den 30er Jahren war – alte Vorurteile werden massenhaft von Staats wegen gestreut und dann mit Pseudowissenschaft (z.B. Forschungen zum „Arier“ und seiner angeblichen Höherwertigkeit) untermauert, ist es seit je auch mit den Homosexuellen gewesen. Denn solche Wissenschaft soll ja Skeptiker und Autoritätsgläubige überzeugen – mit dieser Absicht veranstaltet die „Demo für Alle“ am 6.Mai im Kurhaus Wiesbaden ihren Kongreß. Er ist Teil einer größeren politischen Strategie.

Die Strategie der Verachtung

Das Aktionsbündnis gegen die „Demo für Alle“ beschreibt diese Tagung so: „Am 6.Mai werden Redner auf dem Podium stehen, welche die sogenannte „Homo-Heilung“, also Therapien zur angeblichen Heilung der Homosexualität, befürworten, während andere offen für eine flächendeckende Diskriminierung werben und dabei zwar von Kinderrechten und Familienwerten reden, jedoch das Recht auf Wissen und Aufklärung einschränken und tausenden fürsorglichen Eltern den Familienstatus aberkennen wollen.“

Schon bei einem ersten Kongreß dieser Art 2016 in Stuttgart erklärten die Referenten, daß “Homosexualität generationenblind und lebensfeindlich“ sei – das ist schon sprachlich eine Leistung des höheren Unsinns, aber sie klingt immerhin soziologisch und ist doch nichts weiter als sozialdarwinistisch. Die Bemühungen mit neuen Bildungsplänen Gerechtigkeit für menschliche Emotionen und Sehnsüchte auch in den Schulen zu erreichen, wurden bösartig als „Pädophilenpropaganda im Unterricht“ bezeichnet.

Damals schon habe ich den ersten Kongreß so bewertet:  – das Unternehmen schien vor anderthalb Jahren als abenteuerliche Veranstaltung von ewig Gestrigen. Die Fortsetzung ist zwar ebensolcher Wahnsinn aber hat Methode: hier sollen uralte Vorurteile gezielt in Diskriminierung, Ausgrenzung und Verfolgung umgesetzt werden. Wie das geht, zeigt die Erzählung „Väterland“ exemplarisch.

Während beim ersten Kongreß noch unhaltbare angeblich sexualwissenschaftliche Theorien u.a. von dem katholischen Psychiater Raphael Bonelli referiert wurden und ähnlicher hanebüchener Unsinn von religiösen Sektierern, geht man jetzt einen Schritt weiter. Die Umformung von Vorurteilen in Standard-Meme erhält im nächsten Schritt auch juristische Rückendeckung und Aufpolsterung.

Einer der Referenten diesmal ist Prof. Christian Winterhoff, Jurist an der Universität Göttingen, der in einem Gutachten die Bildungspläne zum Unterricht der Gleichwertigkeit von Homo- und Heterosexualität als Verstoß gegen das Indoktrinationsverbot an Schulen bezeichnete.

Ein weiterer Referent ist der Psychiater Christian Spaemann, Sohn des erzkonservativen katholischen Philosophen Robert Spaemann. Er behauptet, die Veränderung der sexuellen Orientierung durch Therapie sei wissenschaftlich belegt. Und meint damit natürlich auch notwendig!

Hier wird also jeder nur denkbare Versuch unternommen, Homosexualität – nein, sagen wir es deutlich, Homosexuelle, als krank und gesellschaftlich gefährlich darzustellen, als zu Heilende, um mit diesen Pseudotheorien, ob aus dem Bereich der Psychologie oder gar des Juristischen eben Vorurteile in angebliche Wissenschaft und ins Recht einzuführen und damit akademisch-autoritär zu festigen.

In „Väterland“ ist all dies geschehen – die „Minderwertigkeit“ von Homosexuellen wurde wissenschaftliche und staatliche Doktrin. Aus dem Vorurteil, aus schlichtem Haß wurden dann im Frankreich des Buches Gesetze gegossen, wie seinerzeit bei den Nazis…

Denn sehen wir es klar – Verfolgung und Vernichtung, die nicht bloß anarchistische Ausbrüche bleiben sollen, sondern das System stabilisieren, brauchen auch gesetzliche Rechtfertigung. Erst nach den Nürnberger Gesetzen wurde das perfide und kleinteilige System der Judenverfolgung entwickelt und realisiert, so daß die Bevölkerung sie als gegebenes Recht anerkannte. Vernichtung solchen Ausmaßes und solcher Perfidie braucht eben gesetzliche Grundlagen.

Rußland – dessen Gesetzgebung in Sachen Homosexuelle die graue Eminenz der „Demo für Alle“, Gabriele Kuby, ausdrücklich lobt – ist bereits solche Schritte gegangen, mit seinen Gesetzen zur „Homopropaganda“ – mit denen sogar öffentliche Zuneigungsbeweise von Homosexuellen als solche Propaganda verurteilt werden – und damit als Jugend- und staatsgefährdend. Zugrunde liegt die alte Hysterie, daß man mit Homosexualität angesteckt werden könnte – und daß Homosexualität eine Bedrohung für Volk und Staat sei. Ja, daß überhaupt unkontrollierte Sexualität den autoritären Staat bedrohe; was ja tatsächlich der Fall ist.

„Väterland“ zeigt, daß es nicht allein bei solchen ausgrenzenden Gesetzen bleiben wird – denn sie haben eine abschüssige Zwangsläufigkeit. Homosexuelle werden in jenem Frankreich in Gettos verfrachtet, dürfen ihre Berufe nicht mehr ausüben, können also nicht mehr ihren Lebensunterhalt bestreiten, müssen sich deshalb unsolidarisch und vielleicht kriminell verhalten, was man natürlich wieder als Munition gegen sie verwendet. Man nimmt ihnen ihre Kinder weg – oder will sie wie die „Demo für Alle“ daran hindern Kinder zu haben. Und das Verbot „Juden unerwünscht“, von der Parkbank bis zum Theatersaal, wird zu „Homosexuelle unerwünscht“.

Das also ist das Ziel eines solchen Kongresses wie in Wiesbaden – aus der Lüge des Vorurteils gesellschaftliche Realitäten zu generieren: aus den sowieso unerwünschten Homosexuellen sollen gesetzlich unerwünschte Homosexuelle werden. Das geht natürlich nur, wenn man sie zu Kranken und Therapieunwilligen erklärt, auf Zerstörung des Gemeinwesens erpicht – siehe die unerhörte Formel von der internationalen Homolobby, die in ihrer Gemeinheit nicht hinter der perfiden „jüdischen Weltverschwörung“ zurücksteht – beide haben die gleiche Stoßrichtung…

Wo diese Stoßrichtung endet, das sehen wir gerade in Tschetschenien wo Homosexuelle verfolgt, gefoltert und in Konzentrationslagern vernichtet werden. Mit atemnehmenden Zynismus erklärt der Tschetschenische Präsident Kadyrow, die bestätigten Berichte der internationalen Presse darüber, seien unwahr – denn, so seine Logik, es gäbe in Tschetschenien gar keine Homosexuellen, die seien nicht Teil der Kultur. Also könne es auch keine Verfolgung Homosexueller geben.

Von gleichem Kaliber sind die Bemühungen nicht nur der „Demo für Alle“, sondern der vielen religiösen Homohasser: man behauptet einfach, Homosexualität sei eine Krankheit, ein Schaden, eine ich-dystone Störung, die man heilen könne und müsse, aus Mitleid und sogar Sympathie für die angeblich Leidenden. So macht man Homosexuelle inexistent. Und wo das nicht geht, wird ihre Gefährlichkeit beschworen. Denn das dürfen wir nie vergessen – es geht nicht abstrakt um „Homosexualität“: es geht immer um homosexuelle Menschen, die an den Rand gedrängt, aus der Gesellschaft gestoßen, kriminalisiert werden sollen. Und wenn sie sich nicht fügen, was dann? Dann geschieht was Christophe Léon beschreibt: Verfolgung, Ausstoßung, Internierung und folgerichtige Vernichtung.

Der Kongreß in Wiesbaden soll also keineswegs aufklären über irgendwelche Tatbestände, die sowieso wissenschaftlich unhaltbar sind. Er ist Teil einer größeren Strategie!

Diese Strategie habe ich bereits vor Jahren erahnt, als ich zum ersten Mal die Invektiven der Gabriele Kuby las. Sie beschwor die Bedrohung, ja den Untergang des christlichen Abendlandes nicht durch kapitalistische Ausbeutung der Menschen und der Natur, sondern durch die Homosexuellen.

Solche Kongresse sind ein weiterer Schritt zur Konsolidierung der Verachtung mit pseudowissenschaftlichen Mitteln. Der nächste Schritt – und darauf arbeitet man bewußt hin – ist es diese Vorurteile und diesen Haß wie in Rußland in Gesetze zu gießen…Von den weiteren Schritten mag ich nicht reden – jetzt jedenfalls noch nicht.

Wie leicht es zum Abrutschen in die Inhumanität kommt, zeigt uns „Väterland“, diese eigentlich leise und deshalb umso bedrückendere Erzählung. Ich bin froh daß ich sie hier vorstellen kann. Das ist Jugendliteratur, die gebraucht wird, die hilft, um die angeblich politisch desinteressierte Generation zu sensibilisieren für gesellschaftliche Schieflagen. Das geschieht hier trotz des spektakulären Themas, leise, zurückhaltend und erweckt Anteilnahme – und den Mut, sich auf die richtige Seite zu stellen: die der Menschen, die lieben, einander zugetan sind wie Phil, George und Gabrielle und nichts weiter wollen als die zu leben, die sie sind und nicht als Menschen zweiter Klasse. Wenn behauptet wird, daß Liebe, Zuneigung und bunte Lebendigkeit Staat und die Gesellschaft bedrohen, dann gilt es den Staat und die Gesellschaft anzuzweifeln und sich gegen die zu stellen, die solches behaupten, damit sich Gabrielle nicht mehr fürchten muß!

Christophe Léon, Väterland. Mixtvision-Verlag, München € 9,99

  • Klausi

    Warum müssen eingentlich Schulkinder von Paukern eingebläut bekommen, dass Schwulsein ne Supersache ist? Sollen diejenigen, die’s betrifft, doch von selber draufkommen.

    Das von Ihnen vorgestellte Buch ist im Übrigen übelste Gesinnungsmeierei und Propaganda, es baut den Popanz einer Schwulenverfolgung auf, die es in westlichen Gesellschaften nie geben wird (sofern sie westlich bleiben), nur um Horst und Heinz-Rüdiger, die sich so gerne ein Baby aus Thailand bestellen und Vater-Mutter- Kind spielen würden, in ihrem Opfergejammer zu bestätigen.

    Ich warte auf den aufrüttelnden Roman eines der death row im Evin-Knast entflohenen Schwulen, der hätte wenigstens Hand und Fuß, würde aber von Ihnen nicht zur Kennntis genommen, weil die Täter die Falschen wären.

    • Chris

      Klausi, Allerwertester, es ist schon vollkommen ausreichend, wenn Schüler*innen nicht mehr permanent am eigenen Leibe verspüren müssen, wie es ist, aufgrund seiner sexuellen Identität diskriminiert, schikaniert, gemobbt, ausgegrenzt oder verprügelt zu werden. Dieses Schicksal teilen nach wie vor 80 % aller LGBTI-Schüler*innen. Das und noch viel mehr können Sie auch bei der EU-Grundrechteagentur nachlesen. Von einer Überhöhung ist nirgendwo die Rede.

      Eine Schwulenverfolgung und -Ermordung gab es in westlichen Ländern bereits, nämlich in unserem eigenen Land, in Tschetschenien findet sie aktuell wieder statt. Da will so mancher Unterstützer der „Demo für Alle“ langfristig wohl auch wieder hin, wenn er/sie den Abbau von Diskriminierung an Schulen als „Schändung von Kinderseelen“ bezeichnet, die sexuelle Identität praktisch für nichtig erklärt, den Abbau von Diskriminierung immer wieder in die Nähe von Missbrauch und Pädophilie rückt, Haftstrafen für Schwule und Lesben fordert, die LGBTI-feindliche Politik in Russland lobt oder Jubelschreie ausstößt, wenn etwa ein Bischof weiter im Amt bleibt, der gerade noch unter großer Zustimmung auf einer Veranstaltung Bibelstellen zitiert hat, in denen der Tod für Schwule gefordert wird. Hier von Opfergejammer zu sprechen, wenn einen derartigen Hass und eine derart massive Menschenverachtung hingewiesen wird, der von der Politik Gehör geschenkt wird, ist für mich blanker Hohn.

      • Klausi

        Welche Politiker, werteste_r Chris, schenken Menschenverachtung Gehör? Wer schenkt überhaupt noch ihrendwelchen Pfaffen oder „Demo für alle“-Spinnern Gehör? Wo genau steht das mit den 80%, In den „Empfehlungen an Deutschland“ der EU-Grundrechteagentur steht davon nix. Wo steht überhaupt was von „LGBTI-Schüler*innen? LGBTI gibt’s nämlich gar nicht, das ist der untaugliche Versuch, Lustorientierung in diskriminierte Geschlechter umzudeuten. Und schließlich: was ändert das Behelligen von deutschen Schülern mit LGB-Gedöns, das „Verunsichern“ von Jungs und Mädchen im Hinblick auf ihre geschlechtliche Identität uvm (Sie nennen das „Abbau von Diskriminierung“) an der Schwulendiskriminierung in Russland, Tschetschenien und vielen anderen Ländern, die Sie gar nicht erwähnt haben?

        • derblondehans

          … ahem, ‚Klausi‘, von LGBTI-Schüler*innen habe ich auch noch nicht gehört/gelesen, aber von ‚ABC-Schützen‘.

          Für unserer Kinder zu demonstrieren – find‘ ich gut. Das macht, u.a., die DEMO FÜR ALLE. Das sind mitnichten Spinner. Der Begriff Pfaffe hat für mich eine ehrende Bedeutung. Mehr bitte.

        • Chris

          Allerwertester Klausi, auch wenn das zwei Baustellen sind, ich habe Tschetschenien erwähnt, was Sie feststellen würden, wenn Sie nicht das, was ich geschrieben habe, wie eine Dampfwalze überrennen und einfach mit ihrem für mich schon krankhaften Hass fortfahren würden, um offensichtlich nur ihre zurechtgelegten Punkte abzuspulen.

          Mit genau den gleichen Argumenten, Homo-, Bi-, Trans- und Intersexualität gebe es ja gar nicht, wird in Tschetschenien derzeit Vernichtung betrieben, denn was es nicht gibt, könne man schließlich auch nicht verfolgen und ermorden und muss auch nicht vor Diskriminierung und Gewalt geschützt werden. Obwol Sie sich also über solche Zustände zum Schein empören, blasen Sie zugleich mit jedem Ihrer Worte exakt ins gleiche Horn. Wesentliche Persönlichkeitsmerkmale von Menschen einfach für nicht existent zu erklären und ihnen damit auch das Recht auf Würde und den Schutz vor Gewalt abzusprechen, zielt zweifelsfrei auf Vernichtung ab.

          Ich bin auf Ihr Wohlwollen nicht angewiesen, auch wenn Sie sich das offensichtlich so wünschen würden. Mit dem unglaublichen Hass, den Sie mit sich herumtragen, müssen Sie selbst klarkommen und vielleicht wäre es mal an der Zeit, da etwas ins Reine zu bringen, denn amüsant dabei ist ja noch, dass es wissenschaftlich auch belegt ist, dass insbesondere diejenigen, die besonders homophob sind, häufig selbst (unterdrückt) homosexuelle sind und den dadurch entstehenden Selbsthass gegen andere richten. Denken Sie mal darüber nach.

          Sollten Sie noch Sachargumente beitragen und, nachdem Sie sich jetzt ausgekotzt haben, nun respektvoll diskutieren wollen, melden Sie sich gerne wieder.

          • Klausi

            Hass? Wo? Aber sorry, ich hätte schreiben sollen „und dann auch noch den vielen anderen Ländern, die Sie nicht…“, das wäre weniger missverständlich gewesen. Bei Typen wie Ihnen fällt nämlich auf, dass Sie immer nur das eigene Land und die Länder kritisieren, die Sie im weitesten Sinne dem christlichen Kulturkreis zuordnen, also Russland und das unter russischer Kuratel stehende, eigentlich moslemische Tschetschenien, aber niemals die vielen anderen Länder, in denen Schwule gequält und umgebracht werden. Das gehört für Leute wie Sie zur Folklore des edlen Wilden, der sich gegen die Zumutungen des weißen Mannes wehrt.
            LGBTI iSv „Geschlechtervielfalt“ ist ein Hirngespinst, es handelt sich um Frauen und Männer, die nicht hetero sind und ein paar weitere, die medizinischer Hilfe bedürfen, aber ganz sicher keiner eigenen öffentlichen Toiletten oder umfassender, fächerübergreifender Behandlung im Schulunterricht. Ihrem übrigen, persönlich untergriffigen Sermon entnehme ich nur abgründigen Hass auf alle, die nicht Ihre Meinung teilen. Wollen Sie mich treffen, indem Sie mir unterdrückte Homosexualität unterstellen? Es trifft mich nicht, ätsch! Wüsste nur zu gerne, woraus ausgerechnet Sie einen Anspruch auf „respektvolle Diskussion“ ableiten.

          • Chris

            Sie kennen mich nicht und erlauben sich doch ein Urteil über mich. Das Thema sind bei diesem Artikel eine bestimmte Gruppierung und die Unterstützer dieser. Selbstverständlich konzentriere ich mich bei meiner Argumentation dann vor allem darauf, statt mit einem Totschlagargument vom Thema abzulenken nach dem Motto: Nicht so wild, anderswo ist es schlimmer. Damit ist am Ende nämlich gar niemandem geholfen. Aber darum geht es ihnen offensichtlich ja.

            Hier geht es darum, dass 80 % der Menschen aufgrund ihrer (nicht-hetero)sexuellen Identität, die Sie als Hirngespinst bezeichnen und damit Menschen ganz bewusst beleidigen und missachten, diskriminiert, schikaniert und verprügelt werden. Das ist Fakt. Selbstverständlich steht es diesen Menschen gleichermaßen zu, dass deren Würde geachtet und sie nicht diskriminiert werden, statt zu erwägen, dass dies, wenn überhaupt, nur im Rahmen eines einzelnen Schulfaches stattfinden solle. Merken Sie eigentlich, was Sie da sagen?

          • Klausi

            Sie und nicht ich haben auf RU und sein Anghängsel und auf die deutsche Vergangenheit abgestellt, vielleicht weil Ihnen bei den „80 %“ in Bezug auf Deutschland/EU auch nicht ganz wohl war. Ich hab mal kurz reingeschaut, in Ihre „Studie“, und siehe da, im Methodology report Q&A“ wird gleich zu Beginn beantwortet, was mich am Brenndendsten interessiert hat, nämlich wie man an die Befragten, allesamt rehhaft scheue Elfengleiche, überhaupt herangekommen ist:

            „In addition, civil society organisations including ILGA-Europe (European Region of the International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association) and Transgender Europe (TGEU) provided advice on how to best approach LGBT people.“

            Im längeren „Technical Report“ steht nichts mehr über „how to approach“, sondern nur noch, dass eine Seite aufgemacht worden ist, über die man zum Fragebogen gelangt. M.a.W., die Befrager haben mit den LGBTI-Organisationen gemeinsame Sache gemacht, um an deren Schützlinge ranzukommen, die dann eifrig Selbstauskunft gegeben haben, wie doll sie diskriminiert werden. Etwas anderes als Selbstauskunft und wie man sich halt so fühlt, wird auch gar nicht abgefragt, es wird auch nicht mit anderweitigen Info, etwa Polizeistatistiken über einschlägige Hassverbrechen, abgeglichen.

            Sorry, Chris, aber mir wäre mein Hintern zu schade, um ihn mit dieser Studie abzuwischen.

          • Chris

            Wenn Sie von Ihrem hosen Ross abgestiegen sind, sagen Sie bescheid, dann können wir uns weiter unterhalten.

          • Klausi

            Ist Ihnen die Luft ausgegangen? Nicht den Kopf hängen lassen, an meiner diskursiven Überlegenheit zu scheitern ist keine Schande.

  • The Saint

    Das Unverschämte an den meisten Ihrer Texte, Herr Brosche, ist die ständige Unterstellung, der (deutsche) Bürger würde, so er nur könnte, Schwule (oder wen auch immer) ausgrenzen, verfolgen oder vernichten.

    Ihnen bleibt auch keine andere Wahl. Wären die Homophoben nur eine kleine Minderheit ohne Macht und Einfluss (und das sind sie), dann wäre Ihre schöne Opferrolle, in der Sie sich offensichtlich so pudelwohl fühlen, im Eimer.

    So opferisiert man sich: man nimmt die extreme Anschauung irgendwelcher Nischenidioten, erklärt sich zum potentiellen Opfer dieser Anschauung, zählt dann alle, die sich nicht täglich und lautstark gegen diese Anschauung aussprechen, zu Mitidioten oder zumindest Idiotensympathisanten und schreibt dann Artikel wie diesen.

    Erbärmlich.

    • Chris

      Lieber Herr Saint, 80 % aller Schwulen und Lesben werden an Schulen schikaniert, gemobbt, ausgegrenzt oder gar verprügelt. Das ist Fakt. Entsprechende Zahlen finden Sie beispielsweise bei der EU-Grundrechteagentur. Folglich nehmen sich schwule und lesbische Jugendliche sieben Mal häufiger das Leben. Diese „Nischenidioten“ wären dann nicht von Relevanz, wenn sie keiner ernst nähme. Dem ist aber nicht so. Man hat in Baden-Württemberg erreicht, dass der Bildungsplan beim Abbau der Diskriminierung abgeschwächt wurde, in Bayern wurde die Sexualerziehunsrichtlinie nach dem Protest der „Demo für Alle“ ebenfalls überarbeitet und beispielsweise gestrichen, dass Schwule und Lesben als gleichwertige Menschen anerkannt werden sollen oder „vorurteilsfrei“ über sie gesprochen wird. Beschwichtigungen und Totschlagargumente helfen hier also nicht weiter. Es ist ohnehin schon verkehrte Welt, dass eine Minderheit auf ihre Diskriminierung aufmerksam machen und sozusagen darum bitten muss, nicht weiter diskriminiert zu werden, denn: Diskriminierung ist nunmal kein Problem einer Minderheit, sondern der Gesellschaft. Dass Sie dies nun auch noch zum Vorwurf machen, ist an Unverfrorenheit und Verachtung kaum mehr zu übertreffen. Bei so einer emotionalen Eiseskälte und einem dermaßen gewaltigen Mangel an Empathie, kann es einem wirklich eiskalt den Rücken herunterlaufen.

      • The Saint

        Liebe(r) Chris,

        80% aller Heten werden an Schulen schikaniert, gemobbt usw. usf. Aber Ihr „folglich“ ist aus der Luft gegriffen, Sie sollten Korrelation und Kausalität auseinanderhalten. Die Suizidrate bei Fliwatüts ist höher, das ist richtig, aber sie würde kaum geringer sein, wenn Homosexualität Religionsstatus erhielte und jeder Tag CSD wäre.

        Schwule in Deutschland sind so etwa seit den 80er Jahren keine gefährdete Spezies mehr, anders als in Ländern wie Russland oder Uganda. Wenn Sie oder der Brosche oder die Emcke uns erzählen wollen, Sie wüssten morgens nicht, ob Sie abends nicht bereits vom wütenden Mob gelyncht wurden, oder was sie sich sonst für melodramatischen Bullshit aus den Fingern saugen, nur weil in B-W Testeierkraulen nicht mehr auf dem Lehrplan steht, dann ist das pathetisches Gejammer um des Jammerns Willen. Tun Sie etwas für Ihre Buddies in Uganda und nerven Sie uns nicht.

        Und wissen Sie was? In Bayern wird Kindern auch nicht erzählt, ich oder Klausi oder Atheisten oder Fußfetischisten oder Briefmarkensammler wären gleichwertig, es wurde noch nicht einmal erwogen, so etwas in irgendwelche Erziehungsrichtlinien aufzunehmen. Skandal! Diskriminierung!!

        Get a life, Chris.

        • Chris

          Her/Frau Saint, gleichen Sie bitte hier ihre Falschbehauptungen mit der Realität ab und melden Sie sich bei weiteren Fragen gerne wieder. http://fra.europa.eu/de/press-release/2013/angst-isolation-und-diskriminierung-bei-lgbt-personen-europa-weit-verbreitet

          • The Saint

            Falschbehauptungen, soso. Ich habe gar keine Fragen und hatte nie welche, ich markiere hier ja auch nicht das Opferlamm, dass vom Pöbel mit brennenden Fackeln und Mistgabeln durch Transylvanien gehetzt wird.

            Sie und Brosche sollten sich mal in Kampala aufbauen und darüber schwadronieren, wie dreckig es den Schwulen in Deutschland geht. Sie würden sich über Ihre Befindlichkeitshysterie schämen.

          • Chris

            Sie tun so, als müsste das so sein, dass Schwule und Lesben unter Diskriminierung und Gewalt leiden und dass, so lange es woanders schlimmer ist, hier niemand den Anspruch haben dürfte, vor weiterer Diskriminierung geschützt zu werden. Dem ist nicht so. Wenn Sie sich so um das Wohl von Menschen in anderen Ländern sorgen, tun sie etwas, statt diejenigen zu attackieren, die vor Ort etwas tun und gegen Hass, der hier geschürt wird, Widerspruch einlegen. Indem Gruppen gegeneinander ausgespielt werden, ist gar nichts gewonnen. Daran, etwas zu ändern, haben Sie aber ja für mich erkennbar kein Interesse, Sie sitzen auf dem heimischen Stuhl und attackieren lieber andere, die darauf hinweisen, dass in einem demokratischen Rechtstaat alle Menschen die gleiche Würde haben und tun nichts weiter, als Unfrieden zu stiften. Das ist schlicht und ergreifend widerwärtig, was Sie da treiben.

          • The Saint

            Meine Güte, Chris, nun kriegen Sie sich mal wieder ein. Sie müssen schon eine EU-Studie bemühen, laut der Schwule sich daran erinnern, in der Schule mal gemobbt worden zu sein. Is that all you got? Jede dicke Trulla wird ihnen erzählen, wie sie im Sport vor versammelter Mannschaft gehänselt wurde, nicht schön, aber deswegen plustern Dicke sich nicht in den Medien auf und labern diesen Stuss über „die Vernichtung von Schwulen“ in Deutschland, als würden sie hier gezwungen, rosa Sterne zu tragen.

            Das ist nichts als melodramatische Opferspielerei. Jeder AfD-Politiker ist heute mehr von Gewalt und Diskriminierung betroffen als Schwule. Also hören Sie auf zu heulen.

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