Bewerbungen und andere verpasste Chancen I

Bewerbungsrituale sind ein andauernder bereitwilliger gemeinschaftlicher Verstoß gegen die Menschenwürde schreibt Daniel Rapoport im ersten Teil seines Essays über die Bewältigung „lebenskomplexer Aufgaben“.

Bild: DR

Peter Beurton gewidmet

Wenn…

Sprache, brech ich einmal los, Sprache ist das Fieberthermometer der Gesellschaft. Sprachgnostiker wie Karl Kraus oder Victor Klemperer hätten das womöglich schöner formuliert, aber den Gedanken selbst vermutlich nicht getadelt. Wo Sprache munter fließt und plätschert, wo sie schöpft und geschöpft wird, wo Wörter erlösen und erlöst werden, da mag wohl alles seine rechte Ordnung haben. Wo Sprache aber notorisch überhitzt oder unterkühlt, oder, fataler noch, beides zugleich ist, da zeigt sie eine weiche Stelle an, eine Maladheit der Gesellschaft und manchmal sogar eine Seuche. Die Fünfwortsprache der Millitärs beispielsweise; oder offizielle Sprachregelungen, wie die gegenwärtigen Streits um Vokabeln wie „Völkermord“ oder „Unrechtsstaat“; das chronisch zur Hysterie überhitzte Zeitungsdeutsch; manch ein elend wortkarger Soziolekt — das sind so Fieberflecken der Sprache, die man kennt. Da offenbaren sich am Sprachgebrauch tiefer liegende Konflikte; da entdeckt sich in Tonfall, Vokabular und Diktion eine Irrheit, eine Deformation, eine Schwachheit der Gesellschaft. Von so einer Stelle will ich handeln. Von einer Stelle mit gleichzeitig entzündetem und verkühltem Sprachgebrauch; einer Stelle, an der Eintönigkeit und Häßlichkeit des Vokabulars unbedingt auf tiefer liegendes verweisen; einer Stelle, der ich in den letzten Jahren immer wieder begegnet bin. Die Rede geht von Bewerbungs- und Empfehlungsschreiben.

Wenn wahr ist, dass Bewerbungs- und Empfehlungsschreiben die Vorzüge eines Menschen unterstreichen sollen (wo nicht sogar ein bisschen erfinden dürfen); und ferner wahr, dass die Vokabeln und Sätze der Bewerbungs- und Empfehlungsbriefe zu eben diesem Behuf mit Bedacht und Sorgfalt, ja nachgerade unter schweren Formulierungsmühen gewählt werden; wenn also in derlei Schaffensfrüchten die besten Kräfte darauf gewandt werden, die besten Seiten eines Menschen auf die beste Weise zu hervorzukehren, dann… ja, dann stirb wohl, dann gute Nacht, dann Licht aus & Klappe zu; dann trägt das Abendland seinen Namen ganz zu recht, dann sind in ihm nur tumbe Nachtjacken und keine Hoffnung, dann ist der Untergang besiegelt und das Elend unermesslich.

Dann…

Dann wären wir umgeben von phrasenbleichen, mißschaffenen Geschöpfen, die ein hohltönendes Leistungssprech absonderten; dann hausten hierorts nur noch bestürzend unsympatische und dabei gleichförmige Masken, die mit hölzerner Sprache von ihrer seelischen Ödnis kündeten; Menschenlarven, in denen kein Funken Leidenschaft oder Lebensmut glömme; die sich „von Klein auf begeistert“ hätten, „motiviert“ wären, ihre künftige Arbeitsstelle „spannend“ fänden und so weiter. Und empfohlen würden diese armen Kreaturen durch ebenso kraftlose Zeilen, in denen beurkundet wird, sie hätten sich „stets zur vollsten Zufriedenheit“ und zwar bei „Kollegen und Vorgesetzten gleichermaßen“ und man könne sich bei weiteren Fragen „gern wenden“… — Und wie ich wende!, nämlich das Blatt und mich ab und vor allem mit Grausen! —

Jedes Elend hat seinen Grund und so auch dieses. An der Oberfläche ist es eben der Arbeitsmarkt mit seinen Gepflogenheiten und seiner eigentümlichen Sprechart. Man solle, heißt es, das Bewerbungsdeutsch als eine Art Latein ansehen; als eine Chiffre, etwa für die Kopfnoten des Zeugnisses (Fleiß, Disziplin, Ordnung & Mitarbeit). — „Kopfnoten“ ist gut! Wenig kam mir je so kopfverächtend, wo nicht kopfverderbend vor, wie diese vier apokalyptischen Noten.

Und was wäre das überhaupt für ein Markt, dieser „Arbeitsmarkt“, mit seinem Seelenschacher, seiner neureichen Bewertungssucht, seiner verkrämerten „Ware Arbeitskraft“? Und alle, die bei diesem Spiel mittreiben, wissen wohl, dass es mies ist. Aber sie zucken die Achseln und sprechen im Gleichtakt etwas in der Art, dass man wohl nichts machen könne, denn irgendwie (in händeringendem Tone) — irgendwie und nach irgendwelchen Kriterien müsse man doch auswählen! Oder, besser noch, (mit aristokratischem Stirnrunzeln, gleichsam den Zwicker im Aug’) Der Verzicht auf Auswahl wäre unfair gegen die Leistungsträger der Gesellschaft.

Arbeitsmarkt und Sklavengeist.

Was für eine Schmiere wird da gespielt? Arbeitsmarkt, wenn ich das nur höre! Jedes mal, wenn mir eine Bewerbung ins Postfach flattert (und es ist mancher Tage ein rechter Taubenschlag), weht mich das Elend an. Arbeitsmarkt, in dem Wort klingt ein Trost mit, ein Versprechen, ein jeder würde (wenn seine Bewerbungsmappe nur durch hinreichend viele Hände gegangen wäre), irgendwo „unterkommen“. Im Groben verhielte es sich wie mit den Töpfchen und den Deckelchen, die ja auch in kongruenten Mengen vorhanden wären… Ein romantisierender, hoffnungsschmarotzender Schmarrn. Erstens kann nunmal nicht jeder arbeiten. Nicht hier und zu dieser Zeit, it’s capitalism, baby! Es gibt keine drei Millionen Arbeitsplätze in Deutschland. Es gibt vermutlich nichtmal dreihunderttausend. (Und ich lasse einmal ganz unbesprochen, was erst mit der sogenannten „Industrie vier punkt null“ an überschüssiger Arbeitskraft in die Welt getreten wird.) Es ist wohl einsichtig wie irgendwas, dass selbst in einer idealen Welt sagenhaft leistungsbereiter, schlauer & talentierter Arbeitsenthusiasten diese drei Millionen nicht verschwänden. Ja, sogar wenn die Übrigen noch alle Firmen gründeten und Sprunginnovationen wie die Känguruhs machten. Es können einmal nicht alle am Markt gewinnen. Und die Verlierer fliegen eben raus. Das ist das Spiel (Ganz nebenbei hörte der hl. Markt ja auf, der hl. Markt zu sein, wenn er nicht diese Konkurrenz beinhaltete, die immer einen Teil der Anbieter leer ausgehen läßt. Sein Wesen und auch alle seine unbestreitbaren Vorzüge liegen in eben dem existenziellen Druck, den er auf alle Teilnehmer ausübt. Es gehört nur eben zur Psychologie des Marktes, dass jeder sich einbildet, selbst nie Verlierer sein zu müssen).

Mit anderen Worten: Ja, es geht um die schnöde Kohle, die Knete, den Zaster, das sich-dies-&-jenes-leisten-können; aber auch, und wahrscheinlich wichtiger noch, um Teilhabe an dem, was so Gesellschaftlichkeit und soziales Miteinander heisst; ferner auch um so Dinge wie Reputation und Selbstachtung. Es geht mithin um verdammt viel. Um ungefähr das, was gern auch die „Würde des Menschen“ geheißen wird, und, dem Vernehmen nach, unantastbar sei. Wer sich schon immer fragte, was das eigentlich sein solle, diese nebulöse „Würde des Menschen“, nun: Das. Beispielsweise das einfache Recht auf Wahrnehmung und Würdigung jenseits von Leistungs- und Marktkriterien. Einfach, weil man da ist! Jedes Bewerbungsschreiben, folgt daraus, ist ein Angriff auf die Würde des Menschen. Mein Taubenschlag quillt über von angetasteter Menschenwürde, die, zu allem Überfluss, darum bettelt, danach lechzt, nun auch noch von meinen auswählenden Griffeln befingert zu werden.
Da erhöht es die Tragik der Sache eher, dass dieser Angriff zur Hälfte Autoaggression ist. Ich gebe das ganz freimütig zu, Selbsterniedrigung spielt eine Rolle. Auf beiden Seiten. Natürlich spielen beide Parteien mit. Natürlich hat ein Jeglicher die Regeln des Spiels von Geburt an eingeatmet und sich entsprechend gemüht und gereckt; er preist sich in eben jenen schalen Worten, von denen er gelernt hat, dass es die Beschwörungsformeln seien, die Zugang zu eben diesem Spiel erwirken; das „Sesam öffne Dich“ zum „persönlichen Gespräch“, zum Praktikum, zur festen Anstellung; zum Mitspielendürfen & seligen Nichtausgeschlossensein. Es sind Vokabeln die der Bewerbling in irgendeinem verschämten Winkel der Gesellschaft aufschnappen muß (ganz wie sein Wissen über den Geschlechtsverkehr); Formulierungen, die gleichzeitig geheim und öffentlich sind; die er sich mühsam zurecht legt und dennoch auf jeder Website als Vorlage finden kann; Wortwendungen, an die er glaubt, ja glauben muss, wie er an sich und sein Leben zu glauben gezwungen ist, weil er doch in Glück leben will; Worte, die er zur selben Zeit hasst und gegen die er innerlich rebelliert; Sätze, deren Einandervorspielen aber – so glauben beide Seiten, Bewerbling und Personaler, felsenfest – zum Ritual gehören. Der Personaler erwartet den Schwachsinn und der Bewerbling liefert ihn. Beide wissen, dass es eine Farce ist und beide unterwerfen sich ihr mit beschämender, unwürdiger Bereitwilligkeit.

In diesem kurzen Moment aber, da sich zwei erwachsene Menschenseelen begegnen, die doch leichterdings ein Stück Wegs miteinander schlendern und verständig plaudern könnten; in diesem entscheidenden Moment der Begegnung, bei dem sie dann jedoch ein Rollenspiel vorziehen, dergestalt, dass einer sich aufs Unglaubwürdigste und mit den ausgeborgtesten, fadenscheinigsten Vokabeln preist, während der andere ihn noch ermuntert, als hätte es sein rechtes Bewenden damit; in diesem winzigen, fast lachhaft gekünstelten Moment aber offenbart sich ihrer beider Verlorenheit auf das Abgründigste.

Unnötig, anzufügen, dass Nichtbeachtung des Spiels durch nur einen der beiden dessen Ausschluss nach sich zöge; Nichtbeachtung aber durch die Meisten würde unfehlbar zum Einsturz des gesamten Betriebes und der Gesellschaft überhaupt führen. Davon sind alle überzeugt. Denn wie könnte eine Wirtschaft, eine Gesellschaft, eine ganze Zivilisation funktionieren, in der nicht die Besten ausgewählt; in der nicht gesiebt, beurteilt, beworben und empfohlen würde?

Das Bewerbungsproblem, ernst genommen.

Die ganze Bewerbungssituation beruht auf einer Reihe irrsinniger Fehlannahmen und ideologiegeleiteter Folgerungen, die ich hier nicht alle herzählen kann. Zu verfilzt ist der Stoff und zu langwierig wäre sein Entheddern. Damit mir der Text nicht (wie so oft) ins Kraut schieße, will ich mich fürs erste auf zwei Punkte beschränken: (1) Erstens, auf die Darstellung der Problemklasse, denen das Bewerbungsproblem zurechnet und (2) Zweitens, auf eine knappe Schilderung einer Phantasmogorie, die ich das „Meßfieber“ nenne. Späterhin, in anderen Aufsätzen, will ich dem am Bewerbungsdeutsch sich zeigenden (Un)Wesen auf seine tieferen Schliche kommen.

Lebenskomplexe Probleme

Die Probleme, um den Faden wieder aufzunehmen, mit denen sich ein Mensch im Verlaufe seines Leben konfrontiert sieht, sind von so unterschiedlicher Beschaffenheit, dass durchaus nicht dumm ist, sie anhand mehr oder weniger sinnvoller Sortierprinzipien einzuteilen. Es vereinfacht vieles, Probleme klassenrichtig, das heißt gemäß der Klasse, unter die sie rechnen, zu behandeln. Ein erstes Sortierprinzip für Probleme wäre nach Art der Lösungsstrategie: Gewisse Probleme lassen sich beispielsweise durch nachdenken lösen. Mathematische oder logische Probleme sind von dieser Beschaffenheit. Dann gibt es Probleme, die man durch ausprobieren lösen kann; reines, selbst noch so scharfes Hindenken bringt in solchen Fällen wenig. Die meisten wissenschaftlichen Probleme sind von dieser Art. Sie werden in der Regel durch schlaues Ausprobieren gelöst oder besser begriffen. Physik, Biologie, Chemie usw.: In diesen Bereichen bringt die Probiermethode viel. Dann wieder gibt es eine Reihe von Problemen, die vor allem Fleiß , Wiederholung und Hartnäckigkeit erfordern: Zum Beispiel Instrument- oder Spracherlernen. Eigentlich jegliche Fertigkeit und Erfahrungswissen wird auf diese Weise erworben; durch wiederholten Umgang mit einer Sache, bis man sie beherrscht, oder doch im Mindesten auf vertrautem Fuß mit ihr sich befindet. Und so fort; der Leser mag sich noch ein paar Problemklassen hinzu denken.
Schliesslich aber gibt es noch eine Klasse von Problemen, die ich „lebenskomplex“ nenne; sie verdienen sich diese Bezeichnung, weil das prototypische Problem dieser Klasse das „Leben bewältigen“ selbst ist. Es gibt, soll das heissen, keine allgemeine Strategie, mit der sich ein Leben gut bemeistern liesse. Egal, wie sehr man über sein Leben nachdenkt; egal, wie sehr man Fertigkeiten trainiert; egal, wie viel man probiert oder nur probeweise, im Konjunktiv, als Lebensentwurf einmal testet: Es gibt keine allgemeingültige Strategie, die alle Lebenslagen abdeckt oder nur ein halbwegs verlässliches Mittel zu einem guten Leben wäre (ein Leben, meint die Bestimmung „gut“, halbwegs im Sinne der eigenen Vorstellungen geführt).
Nehmen wir einmal an, es wäre so: Nehmen wir an, es gäbe eine Sorte von Problemen, die so komplex und krumm und seltsam ist, dass keine planvolle Strategie als optimal oder auch nur im Sinne einer erhöhten Erfolgswahrscheinlichkeit ausgezeichnet werden könnte. Welche Probleme — neben „Leben führen“ — fielen darunter oder klingen zumindest nach plausiblen Kandidaten?

Nun, hier ein erster Vorschlag: Lebenspartner finden zum Beipiel. Das kann gut gehen oder auch nicht; es gibt keine Möglichkeit, das im Vornherein heraus zu finden. „Drum prüfe, wer sich ewig bindet!“ – ach ja? Weiß denn der gute Friedrich (um Vergebung, dass ich ihn schon zum zweiten mal bemühe) – weiß er denn auch einen Rat, wie das anzustellen sei? Soll man ein Jahr auf Probe miteinander zubringen? Oder fünf? Und damit sei die Gefahr des Auseinanderlebens oder der Nebenbuhlerschaft oder des Irgendwasdazwischenkommens gemindert?

Oder könnte vielleicht ein eigens einzurichtender Test- und Belastungparcour werdenden Eheleuten lebenslange (oder erhöhte) Sicherheit garantieren? Möglicherweise wäre ein auf „wissenschaftlichen Untersuchungen“ basierendes Assesmentcenter für Heiratskandidaten eine grandiose Geschäftsidee! Oder, dem allgemeinen Vernunftsverdrusse folgend, die Geschicke doch lieber in die Hände von „Berufenen“ legen? Die von Kupplerinnen, von Schadchen, von Pythien, von Schamanen? — Natürlich ist das alles verlorene, nunja, Liebesmüh. Es geht nicht! Keine Liebe und kein Bauchgefühl, kein Vernunftsgrund und kein Beziehungcoach können etwas dazu tun, dass es hält mit der Liebe; dass es funzt mit dem lebenslangen Einanderbegleiten und Aufeinanderachthaben. Sicher kann man vieles dafür tun, ja, soll sofort zugegeben und bestimmt sein, dass man viel für eine Beziehung tun muss; aber eine Garantie, dass es gut gehen wird oder auch nur glimpflich, die gibt es nicht; die kann es nicht geben. Die Gründe hierfür mag sich ausdenken, wer an den Gründen interessiert ist; hier soll lediglich bedeutet und illustriert sein, dass es eine Klasse von Problemen gibt, denen man mit keiner Strategie begegnen kann, ausser der einen, trivialen, dass man sich Mühe geben will; dass man einen nicht zu kleinen und nicht zu kurzatmigen Willen mitbringt, die Sache irgend zu bewältigen; Strategie hin oder her.

Nun hat der Leser gewiss längst erraten: Unter eben diese Sorte „lebenskomplex“ rechnet das Bewerbungsproblem. Es ist ja gar nicht so verschieden vom Problem der Partnerwahl. Man sucht auch hier einen Menschen, mit dem man die meiste Zeit des Tages, fünf Tage die Woche, auskommen kann; auf den man zählen kann, der loyal, lebens- und fachklug & angenehm ist; kurz, man sucht einen Menschen mit allerhand Vorzügen und steht vor der Aufgabe, in gegebener Frist zu entscheiden, wer von den Kandidaten das Versprechen dieser Vorzüge denn auch einlösen wird. Nun, Freunde, Leser, Personaler, potentielle Bewerblinge! Ihr müsst jetzt, wie so oft im Leben, „resilient“ sein: Es gibt keinen besten Weg, dieses Problem zu entscheiden. Es gibt eine Reihe von Methoden, die alle ungefähr zum gleichen Resultat führen, nämlich dass man manchmal einen tollen Kollegen und oft genug auch eine Niete abgreift. (Und: Manchmal zombisiert dann ein einst toller Kollege nach fünf Jahren, während eine immerwährende Trauergestalt sich plötzlich „mausert“. Man weiss es einfach nie. Man kann es nicht wissen.)

How to become a Spezi

Ich möchte an dieser Stelle eine autobiographische Anekdote erzählen; gar nicht mal aus Erzählfreude, sondern weil sie im vorliegenden Zusammenhang lehrreich sein könnte. Also: In der DDR, meinem Geburtslande, gab es die sinnreiche Einrichtung sogenannter „Spezialklassen“. Das waren Abiturklassen (elf und zwölf) mit erweitertem Unterricht in einer Spezialisierungsrichtung. In meinem Fall handelte es sich um Chemie (und Naturwissenschaften); und die ganze Veranstaltung fand in der zauberspruch- und petrolchemie-umwehten Stadt Merseburg an der dortigen Hochschule „Carl Schorlemmer“ statt.

Nun konnte nicht jeder ein „Spezi“ werden; man hatte ein raffiniertes Aufnahmeverfahren ersonnen, um die Talentreichen von den Minderbegabten zu sondern. Das Verfahren dauerte eine ganze Woche und begann damit, in einem ersten Test das Vorwissen der Kadidaten zu testen (es wurden Klausuren in den wichtigsten Fächern geschrieben). Der fernere Verlauf sah dann eine Woche intensiven Unterricht vor und zwar über Stoffe, die derart fortgeschritten waren, dass ein Schüler von 15 oder 16 Jahren, selbst bei ausserordentlicher Vorbildung und brennendem Fachinteresse unmöglich schon mit diesen Dingen vertraut sein konnte. Das hatte den Hintersinn, auf diese Weise die Auffassungsgabe vom Vorwissen halbwegs getrennt begutachten zu können. Überdies erhielten die Lehrer im Unterricht einen Eindruck von Lebhaftigkeit, Mitarbeit, Sozialverhalten und was so an weiteren Faktoren in die Eignung eines Kandidaten hinein spielt. Am Ende gab es noch mit jedem Bewerbling ein etwa halbstündiges persönliches Eignungsgespräch und damit war das Aufnahmeverfahren beendet. Ichselbst muss mich während dieser Prozedur (wie ich später erfahren habe) nur mäßig gut geschlagen haben, denn ich landete im allgemeinen Ranking auf einem mittleren Platz. Da aber nur die Hälfte aller Bewerblinge angenommen wurde, lag die Abbruchkante gerade ein, zwei Plätze vor mir. Ich war aussortiert, ungeeignet, raus.

— Wäre ich gewesen. Wenn nicht zufällig ein paar Bewerblinge dann doch noch abgesprungen wären! So konnte ich „nachrutschen“ und wurde dennoch Spezi. Welch ein Glück! Es waren eine Zeit und eine Schule, das nebenher bemerkt, die sich gar nicht genug loben lassen! Gar nicht genug! Aber davon an anderer Stelle. Hier möchte ich zu der vorläufigen Pointe hinlenken, dass ich, nach Ablauf der zwei Spezi-Jahre, zu den Jahrgangsbesten gehörte. Ich teile das wirklich nicht mit, um anzugeben, sondern um die Hinfälligkeit und Nutzlosigkeit selbst eines so ausgeklügelten Auswahlverfahrens, wie des geschilderten, zu beweisen. Das System hätte einen (nach dessen eigenen Maßstäben) hervorragenden Kandidaten beinahe als ungeeignet aussortiert; es hätte versagt. Kein Korrektiv des Systems, sondern nur ein Zufall hat diesen Fehler vermieden. Wie viele Talente aber wurden tatsächlich fortgeschickt, entmutigt, nie gefördert? Ist nicht von schlagender Beweiskraft, dass selbst dieses wohldurchdachte System so eklatant scheitern kann? Wodurch noch rechtfertigt sich denn der getriebene Aufwand? Hätte man nicht, indem man sich nur auf das halbstündige Interview beschränkte, mit einer ganz vergleichbaren Ausfallquote rechnen können? Und: Wie würde man diese Ausfallquote überhaupt bestimmen können? Wirklich, wenn sogar das teure, langwierige und vielerprobte Talent-Scouting in der DDR nichtmal die ganz groben Fehlentscheidungen ausschliessen konnte, liegt die Schlußfolgerung nahe, dass kein System und kein Verfahren das Bewerbungsproblem auch nur halbwegs zuverlässig in den Griff bekommen kann.

Sinnlose Berufe

Die Methoden zur Bewerbling-Auswahl, wollte ich nahe legen, unterscheiden sich, wiewohl sie alle zu ungefähr dem selben Ergebnis führen, in ihrem Aufwand ganz erheblich! Ein paar Tage Assesmentcenter können locker zehn- oder zwanzigtausend Euro kosten. Was wenige wissen und noch weniger glauben mögen: Ein Telephonat und/oder ein kurzes persönliches Gespräch hätten ganz die selbe Erfolgsquote. Mit dieser Empfehlung soll auch ein für alle mal das Mißverständnis ausgeräumt sein, ich würde gleich alles Abwägen verwerfen und vertreten, dass jede Strategie so gut als ein aleatorisches Verfahren sei (Würfeln etc.). Das wäre natürlich Quatsch. Irgendeine Heuristik wird benötigt. Ich sage nur, dass alle Heuristiken ungefähr gleich gut (oder gleich schlecht) und überhaupt schwer in ihrer Güte beurteilbar seien; und ferner, dass die Heuristik unseres Bauchgefühls nicht so schlecht ist, wie ihr Ruf; zumindest nicht beim Bewältigen lebenskomplexer Aufgaben.

Nur könnten natürlich sehr viel weniger Menschen von so einem einfachen Verfahren leben; Abteilungen müssten geschlossen werden; der ganze Berufszweig der Personaler stürbe. Ich persönlich gönne diesen Menschen alles Gute und wünsche ihnen nichts weniger als die Arbeitslosigkeit, aber sie sind einmal — beruflich! — ausserordentlich entbehrlich. Man verstehe mich auch nicht dahingehend fehl, dass ich diesen Personalern irgendeine Schuld an irgendeinem Mißstand anlastete. Um Gottes Willen, sie haben sich doch diesen Blödsinn genauso wenig ausgedacht, wie Soldaten sich den Krieg ausdenken. Sie sind nur eben die unnützen Idioten, die es dann tun. Und weil jeder Berufsstand mit einer gewissen, dem Selbstschutz dienenden Wahrnehmungsverzerrung einher geht, halten Personaler ihre idiotischen Tätigkeiten und Kriterien den größten Teil des Tages für wichtig, unternehmensförderlich, wo nicht sogar sittlichkeitshebend und in gewisser Weise heroisch. Sie sind sozusagen die Soldaten der bestmöglichen Crew, und zwar in vorderster Front.

(Ich glaube nicht, dass irgendein Personaler sich je in diese Zeilen verirrt. Andernfalls hätte ich mich selbstverständlich einer zartfühlenderen Sprache befleißt. Ich muss Sie, bester Leser, nur bitten, falls Sie einen Personaler kennen, ihm die Existenz dieses kleinen Aufsatzes barmherzig zu verschweigen, denn nicht um seine Demütigung ist es diesen Zeilen zu tun, sondern um die Offenlegung der Irrheit mancher als normal wahrgenommenen Vorgänge und Verhältnisse. Behalten wir diese Gedanken also unter uns und besorgen schweigend unsere Sache, ja?)

Kein Wort mehr gegen Personaler! Sie sind ja nur eine neuere Inkarnierung eines menschheitsalten Aberglaubens; namentlich dessen, lebenskomplexen Problemen durch Professionalisierung begegnen zu können. Aus dieser irrigen Hoffnung heraus entstanden immer wieder kuriose Berufsgruppen; es entstanden die besagten Kupplerinnen und Schadchen; es entstanden Schamanen, Seher und Hofweise; es entstanden Geishas, Psychoanalytiker und Lebenscoaches; es entstanden Werbe- und Vekaufsfachleute und eben Personaler, Headhunter und wie sie alle heissen. All diese Berufe verkörpern die sozusagen fleischgewordene Ratlosigkeit, welche die Menschen — berechtigterweise! — beim Bewältigen lebenskomplexer Aufgaben befällt; sie bezeichnen die auf halbem Wege stehen gebliebene Einsicht in die Unmöglichkeit, diesen Aufgaben mit einer Strategie begegnen zu können. Statt aber an dieser Wegesstelle sich ein Herz zu fassen und sie als ermunternden Fingerzeig, ja als Beweis einer grundlegenden Lebensfreiheit zu verstehen, wird die Ratlosigkeit schnell zur Mutlosigkeit und die wiederum wird, in noch schnellerem Regreß, zur Sehnsucht nach Autorität. Und weil nun nichts einen „berufenen Mund“ an Autorität übertrifft, wird der Mund eben berufen, das heisst, es wird dem Munde ein Beruf geschaffen. Der soll dann sagen, der soll weisen, der soll richten! — So schafft man sich die großen, lebenskomplexe Probleme scheinbar vom Halse, indem man das kleinere Problem sinnloser Berufsgruppen in Kauf nimmt. Wir lassen uns unseren Selbstbetrug gern etwas kosten. Natürlich ist gar nichts gelöst.

Paarschiffe & Redereyen

Ein lustiges Beispiel für die sinnlose Professionalisierung lebenskomplexer Probleme geben Partnerschaftsbörsen ab. Das bekannte deutsche Datingportal „NAME DES DATINGPORTALS“ wirbt mit dem Slogan „Alle elf Minuten verliebt sich ein Single auf NAME DES DATINGPORTALS“. Alle elf Minuten, wie geil! Yay, instant Love! Da wird es niemand verargen, wenn wir uns rasch zwei dieser Minuten nehmen, um zu überschlagen: Laut Wikipedia hat NAME DES DATINGPORTALS 4,5 Millionen Mitglieder („riesige Auswahl“!). Wenn sich nun von denen alle 11 Minuten einer verliebt, macht das 131 am Tag, bzw. weil die Liebe in der Regel zwischen zweien statt hat, runden wir auf die nächste gerade Zahl auf: Macht 132 Frischverliebte/Tag. Auf die 4,5 Millionen gerechnet ergibt sich eine Wahrscheinlichkeit von 0,003% unter den Glücklichen des Tages zu sein (oder 99,997%, wieder einmal allein, mißvergnügt und unbefriedigt in Schlummer zu sinken). Nun. Mit dieser Trefferquote würde es ca. 23105 Tage dauern (mehr als 63 Jahre), damit die Wahrscheinlichkeit, selbst unter die 132 Sonnenkinder zu rechnen, auch nur 50% übersteigt! (0,9999723105<0.5 ; Selbst wenn wir anstatt mit einem Tag mit der feinstmöglichen Granularität von 11 Minuten rechnen und (sehr) großzügig immer ein Paar anstelle einer Person ansetzten (dh. p(Verliebt)=2/4.5Mio pro 11Minuten), blieben es ca. 32,5 Jahre, bis die Wahrscheinlichkeit, sich zu verlieben größer würde, als 50%). 30 Jahre, damit die Wahrscheinlichkeit über ein halb steigt! Das muß der Fortschritt sein! — Sowas kommt bei der Professionalisierung lebenskomplexer Probleme heraus. Da mag es nachgerade unwirklich anmuten, dass man im wahren Leben durchschnittlich zwei oder drei Jahre benötigt, um sich zu verlieben. Selbst, wenn es zehn wären, wäre das Leben immer noch ein dreimal effizienterer Matchmaker als die Profis. Talk about sinnlose Berufe!

Aber es kommt noch besser. Denn es ist das Verlieben ja noch keine Lösung des Partnerschaftsproblems. Manche mögen mir einwenden, es wäre immerhin der Anfang einer Lösung; andere aber wenden mir (mit der selben Berechtigung) ein, es wäre überhaupt erst der Anfang des Problems! — Worüber wir dazu geleitet sind, einen weiteren Aspekt lebenskomplexer Probleme zur Sprache zu bringen: Den nämlich, dass man nie weiß, wie gut die gefundene Lösung oder die momentane Lebenslage eigentlich ist (bzw. wie schlecht). Oder, auf eine Lebensentscheidung gewandt (zB. Berufswahl, Umzug, Heirat etc.): Ob diese Entscheidung eigentlich ein Fehler war, oder nicht? Ob sie unser Leben zum Besseren oder zum schlechteren gewandt? Oder, auf unser Bewerberproblem gewandt: Ob der eingestellte Bewerber tatsächlich so katastrophal ist, wie wir glauben (oder ob nicht ein anderer uns gar die ganze Bude über den Häuptern abgefackelt hätte); bzw. ob nicht der nächste Bewerber ein Genie gewesen wäre (obwohl wir mit dem Eingestellten recht zufrienden sind). Auf all diese Fragen können wir keine Antwort wissen, weil sie den Vergleich mit einer Alternative suchen, die es nicht gibt; ein Vergleich, der, infolge der einfachen Tatsache, dass jedes Leben (und jede historische Situation) eben nur ein einziges mal stattfindet, nicht möglich ist.

(Angelegentlich: Selbst in einer Zeitschleife, wie in „Täglich grüsst das Murmeltier“ würden wir alternative Handlungsmöglichkeiten nicht miteinander vergleichen können, weil wir entweder mit jeder Iteration mehr wüssten (und also nicht die selbe Situation wieder herstellten, sondern eine informiertere; wie ja auch in dem Film) — oder mit jedem Neubetreten der Zeitschleife („I got you babe…“) auch unser Gedächtnis gelöscht würde und also kein Vergleich möglich wäre. Es geht nicht. Das ist einer von mehreren Gründen, aus denen lebenskomplexe Probleme lebenskomplex sind. Vieles in ihnen geschieht nur ein einziges mal und kann nicht verglichen oder wiederholt oder in seiner Richtigkeit eingeschätzt werden.)

Und Zufriedenheit; wie steht es mit der Zufriedenheit? Wäre sie nicht ein untrüglicher Gradmesser des Erfolgs beim Bewältigen lebenskomplexer Aufgaben? Bzw. Unzufriedenheit? Weiss der zufriedene (unzufriedene) Mensch nicht, dass seine Wahl goldrichtig (ein Schuss in den Ofen) war? — Nein. Ich muss den Frager enttäuschen. Es weiss der Zufriedene genauso wenig, wie der Unzufriedene, wo er sich im Leben befindet. Er könnte sich gleich nebenan, vielleicht nur eine Entscheidung weiter, durchaus noch besser befinden — oder noch schlechter. Um aber das „Nebenan“ zu kennen, hätte man eben ein anderes Leben führen müssen; ja, wäre man recht eigentlich ein anderer Mensch geworden (gedenkt man, dass unsere Erfahrungen zumindest einen Teil unseres Charakters fortschreiben); und natürlich, im Fall, man befände sich „Nebenan“ gäbe es von dort aus (wo nicht wir, sondern ein leicht von uns verschiedener Mensch sich befände) genauso viel unerkundetes (und unerkundbares!) „Nebenan“. Zufriedenheit und Unzufriedenheit, bedeutet das, sollen weniger als Anzeiger, wo wir uns tatsächlich befinden aufgefasst werden, denn als Grad innerer Ruhe oder Unruhe; als Stärke unseres Antriebs, etwas zu verändern (selbst wenn wir oft genug verfehlen, diesen Antrieb dann auch in die Tat umzusetzen). Wo uns das hinführt; ob wir dem Antrieb der Unzufriedenheit (bzw. der sedierenden Wirkung der Zufriedenheit) besser nicht gefolgt wären, das läßt sich mithin gar nicht ermitteln.

Überhaupt, das ins unzulässig Allgemeine gesprochen, neigen wir dazu, den Kommentar unserer Gefühle zu überschätzen. Man sollte ihre Einrede beachten, wie den Rat eines guten Freundes: Irgendwas ist meist dran, aber einen priveligierten Zugang zur „Wahrheit“ über unsere Lebenslage bieten sie nicht. Jeder bleibt, was oder wen auch immer er zu Rate ziehen mag, nicht mehr als jener Frosch in einem Kruge voller Milch, der vom Butterschlagen nichts wissen kann und blindlings rudernd mal diesem und mal jenem Traume hinterher hüpft. Die Aufgabe besteht darin, das Lächerliche des Gehampels zu durchschauen und dennoch geniessen zu können. Man muss, folgt daraus, eine gewisse Liebhaberei fürs Peinliche entwickeln, sonst bringt man es im Leben nicht weit.

Und darf man nicht wenigstens vom zufriedenen Augenblicke sagen (im Gegensatz zur Lebenslage) — wenigstens vom zufriedenen Momente schliessen, dass er ein guter sei? Oder doch ein bessrer, als ein unzufriedener? — Unzweifelhaft fühlt er sich besser an. Aber er kann durchaus im Lichte späterer Lebenserfahrungen und der Volten, die zu schlagen dem Leben einmal beliebt, drastische Umwertung erfahren. Zufriedenheit kann späterhin als unbemerkte Saumseligkeit, wo nicht Verdrängung erscheinen; Unzufriedenheit als Ursache für Regsamkeit und ferneres Lebensglück; und so fort. Und weil es nun kein Ende dieser Bewertungsfunktion gibt, sondern wir den ganzen Ausdruck unseres Lebens immerfort aufs Neue und aus anderem Gesichtswinkel auswerten; und weil das Ende, das ihm der Tod unvermeidlich bereitet, ein ganz und gar willkürliches ist (dem auch nur in seltenen Fällen eine Generalauswertung mitgegeben); und weil, selbst im Fall wir eine Generalauswertung kurz vor dem Tode vornähmen, ich mich doch vehement dagegen verwahrte, dass wir lediglich für den letzten Kassensturz vor dem Tode lebten und unser Handeln von dieser hypothetischen, dürren und willkürlichen Stunde aus bewerten sollten; weil also fundamental unklar bleibt, was ein Moment im Leben eines Menschen tatsächlich bedeutet, will ich dieser Frage nach dem zufriedenen Moment mit der wohlmeinenden Ratlosigkeit begegnen, dass er wohl, so lange er gut scheint, auch gut sei und währt; und aber, wenn er sich denn als trügerisch und falsch erwiese, genauso vorläufig als falscher Moment fortgelten dürfe…)

Daniel Rapoport

Daniel Rapoport

Daniel H. Rapoport, geb. 1971, studierte Chemie an der TU Berlin und arbeitet seitdem als Wissenschaftler an Technologien zur Analyse und Vermehrung menschlicher und tierischer Zellen. Neben wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht D.H. Rapoport Essays und Glossen zu Politik, Philosophie und Kunst.

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