Die Wissenden und die Wissenschaft

Eine sehr persönliche Kolumne über Wissenschaft, Medizin und die Wissenden. Von Uwe Fischer


Bild von Ri Butov auf Pixabay

Am 23.2. hätte mein Vater seinen 86. Geburtstag gefeiert. Hätte, und so blieben nur die Erinnerungen, ein Blick in ein kleines Schränkchen, in dessen Schubladen wenige, für mich aber besondere Erinnerungen aufbewahrt werden. Neben einem Siegelring meines Vaters, seinem Reisepass, Schlüsselanhängern mit Kinderfotos meiner Söhne, dem Möchtegern-Bowie-Messer mit feststehender 16 cm Klinge, das ich als Erstklässler dem Durchsetzungswillen meiner rustikalen Oma gegenüber meinen Eltern zu verdanken habe, fand ich auch das:

Jetzt, am 21. Februar, haben wir den zweiten Frühlingstag hier in der Eifel und ich genieße wieder die Zeit im Garten. Zwischen widerspenstigen Brombeerranken, schüchtern aus dem Boden schauenden Krokussen, zerplatzen Blumentöpfen und quer durch den Garten verteilen Nussschalen, zwischen Eichelhähern, Spechten und Libellenlarven gehen die Gedanken leicht auf Reisen und die Erinnerungen aus dem Schränkchen sind das Marschgepäck.

Contergan

Ich kann mich noch gut an die Zeiten erinnern, als der sog. Conterganskandal das große und anhaltende Thema war, an die Worte meiner Mutter, die mit damals für mich schwer zu deutendem Blick davon sprach, dass ihr Arzt ihr das verschrieben hatte, sie das Medikament zum Glück nicht vertrug und absetzte. Kinder, deren Gliedmaßen anders waren als meine, sah ich immer wieder mal und ich konnte auch den Bezug zu dem Wort Contergan herstellen, war doch immer die Rede von den Contergankindern, den Conterganopfern, dem Conterganskandal. Aber der Gedanke, dass auch ich eines dieser Kinder hätte sein können, war nie wirklich zu greifen. Viele Jahre später erst, als meine heute zum Glück wieder fitte und lebensfrohe Mutter in ein Seniorenheim umziehen musste, fiel mir dieses kleine Metalldöschen mit dem leise rappelnden Inhalt erstmals in die Hände und der Gedanke wurde greifbar. Ein Medizinskandal, der sich obszön in die Länge zog und gewiss eine Art von Blaupause darstellt, wenn die Rede ist von der bösen Pharmaindustrie.

Zeitsprung (ein Verweis auf eine ältere Kolumne, an die Geschichte von Heinz und unserer Clique. )

Kein Ding

Ich habe miterlebt, wie leicht 16 oder 18 Jährige an Medikamente kamen, an Psychopharmaka jeglicher Art. Es reichte der Gang zu bestimmten Ärzten und Valium oder Mandrax konnten selbst genommen oder weiter „vertickt“ werden. Der Name der Ärzte machte die Runde, wer selbst keinen Bedarf hatte, konnte zumindest den der Clique decken. Kannte man jemanden aus einem Krankenhaus oder aus der Pflege ging das leichter und es kamen noch Tavor, Haloperidol u.a. dazu. Zu erleben, wie der selbstgewählte Missbrauch von Medikamenten eigentlich klugen Menschen Löcher ins Hirn fräst und sie phasenweise (manchmal auch dauerhaft) zu Klischees ihrer selbst macht, ist auf bedrückende Weise intensiv und alles andere als lustig.

Zeitsprung

Das Schicksal ist manchmal tolpatschig und schlecht im Mischen von Arschkarten. Ich habe mal ein paar davon gezogen und hatte eine Phase, in der ein guter Freund mich fragte, warum ich mir nicht die Kugel gäbe, das sei doch viel einfacher als diesen Irrsinn zu ertragen. Ein naheliegender Gedanke, doch der Prozess des Lernens war erstaunlich und ich hatte das Gefühl, gestärkt aus jedem dieser Momente hervorzugehen.

Mein damals bester Freund bekam ein Medikament gegen seine chronischen Kopfschmerzen, den Cluster Kopfschmerz. Er war LKW Fahrer und wurde manchmal überfallartig von den Kopfschmerzen überrascht, musste anhalten und blieb schlafend in der Kabine, bis der Anfall vorbei war. Zu dieser Zeit gab es ein neues Medikament, das in Deutschland noch in der Erprobungsphase war: Triptane.

Mein Freund bekam es, war begeistert, musste begleitend allerdings ein Mittel zur Erweiterung der Herzkranzgefäße einnehmen, eine der bekannten Nebenwirkungen. Da ich schon immer durch Migräneattacken für einen Tag komplett außer Gefecht gesetzt wurde, gab er mir ein paar Pillen ab und ich bat meinen Hausarzt darum, mir die auch zu verschreiben. Für jemanden, der sonst eher sorglos zu Stift und Rezeptblock griff, reagierte er erstaunlich heftig und lehnte meine Bitte mit Hinweis auf Todesfälle in Zusammenhang mit diesem Mittel in anderen Ländern vehement ab. Ich sollte erfahren, dass er zurecht so reagiert hat. Irgendwann in den nächsten Wochen war ich mit dem Freund verabredet, ich wollte mich melden, wenn ich nach der Arbeit soweit war.

Infarkt

Er selbst war längerfristig krank geschrieben, wartete auf eine Rehamaßnahme und genoss die freien Tage ohne Schmerzattacken. Da er nie ein Fan übermäßiger Pünktlichkeit war, ließ auch ich mir Zeit, machte noch dieses und jenes und wollte ihn gerade anrufen, als bei mir das Telefon ging – seine Frau suchte ihn, war etwas panisch, weil in der Wohnung ein unerklärliches Chaos herrschte und er nicht da war. Ich fuhr mit dem Auto hin, 200 Meter Luftlinie nur, doch aufgeschreckt durch die Panik seiner Frau. In dieser kurzen Zeitspanne bekam sie die Nachricht, dass er zuhause mit Herzinfarkt zusammengebrochen war, dem Notarzt die Tür öffnen konnte und noch in der Wohnung verstarb. Mir dröhnten die Ohren von den Worten meines Hausarztes, die Reste des Medikaments habe ich nicht angerührt, den Weg in die Schublade der Erinnerungen hat es nicht gefunden. Dafür zieht eines seiner Bilder bei jedem meiner Umzüge mit und bekommt einen Platz, an dem ich es regelmäßig sehen kann:

Mit dem Thema Tod habe ich es nicht so, an den gemeinsamen Weg zu seiner übrigen Familie, um die Todesnachricht zu übermitteln,kann ich mich nur vage erinnern.

Kein Zeitsprung (die Karten waren ja schlecht gemischt.)

Nicht nur, dass mich während dieser Erfahrung noch die Trennung von meiner damaligen Frau beschäftigte (friedlich und einvernehmlich, dennoch nicht so leicht), es lag auch mein Vater im Sterben, seine Beerdigung war nur 4 Wochen später.

Unbehagen

Für jemanden wie mich, dem dieses Thema großes Unbehagen bereitet, ist das schon eine beachtliche Quote. Beruflich kann ich damit umgehen, privat nur sehr schwer. Seht es mir bitte nach, wenn wir uns auf Eurer Beerdigung vielleicht nicht begegnen, so bleiben zwei Stücke Streuselkuchen und ein paar Schnäpschen mehr für eine/n von Euch. Meine eigene schwänze ich nach Möglichkeit auch.

Alle Medikamente, alle OPs, jegliche Kunst der Medizin konnte den Tumoren nichts. entgegensetzen, die Natur war stärker und setzte sich durch. Alleine die Zeit im Hospiz verschaffte Erleichterung, die hochdosierten Opiate hätte mein Vater im Krankenhaus nie bekommen, den einzigen wirklichen Nutzen aus der Welt der Pharmazie in dieser Situation hätte er dort nicht erfahren können.

Neben dem medizinischen Programm griff mein Vater, ein eher rational denkender Mensch und alternativen Heilmethoden nicht zugetan, nach jedem Strohalm, wohlwissend, dass sich seine Zeit unwiderruflich dem Ende entgegen neigt. Irgendwelche Mittelchen vom Heilpraktiker, ein Tee aus einem tibetanischen Wunderpilz, die Fahrt zum Wunderheiler. Ein Foto, das ihn Hände schüttelnd mit dem damaligen Papst zeigte, reichte offensichtlich als Beleg für seine Heilkunst.

Der Heiler

Wart Ihr schon mal bei einem solchen Wunderheiler?

Er hatte seine Wirkstätte in einem vermutlich ehemaligen Zollgebäude nur ein paar Schritte hinter der deutschen Grenze, hier durfte er seinen Stuss nicht ausüben. Ganze Busladungen Heilsuchender kamen aus allen Landesteilen, auch aus dem benachbarten Ausland. Man betrat eine große Halle, ähnlich wie der Wartebereich beim Straßenverkehrsamt, so lief es dann auch ab. Alle bezahlten beim Betreten der heiligen Stätte 10 Mark, zu wenig, um das bei Erfolglosigkeit einzuklagen, für den Heiler in der Summe aber genug, um mit seiner Familie über den Winter zu kommen. Da Heilergene vererbt werden, hatten sein Sohn und seine Tochter einen eigenen Behandlungsraum, die Mutter machte die Kasse. Alle Suchenden bekamen Nummern und die wurden – Straßenverkehrsamt halt – in Gruppen von ca. 20 Personen aufgerufen. Dann ging es in einen abgedunkelten Raum, der Wunderheiler saß breitbeinig auf einem Stuhl und ließ die Herde im Kreis an sich vorbeiziehen. Ein paar wenige Worte, die Leiden wurden geschildert, der Heiler legte die Hand auf die entsprechende Stelle, grummelte etwas und scheuchte die Runde weiter – Zeit ist Geld. Drei Runden für 10 Mark, Ponyreiten auf der Kirmes war günstiger und brachte das gleiche Ergebnis. Ob jemand über Hämorrhoiden oder Tripper geklagt und der Mann seine Hände an den entsprechenden Stellen aufgelegt hat, habe ich nicht beobachtet.

Der Absturz und die Wende

Das ungefähr war der Moment, in dem der 10 Jahre währende Absturz meiner Mutter begann, dass sie heute gesund ist und jede Menge Gelassenheit und Energie zugleich hat, wäre damals nie vorstellbar gewesen.

In diesen Jahren aber wurde sie von einer Therapie zur nächsten gereicht, alle waren sich sicher, ihr helfen zu können, alle sind krachend gescheitert. Depressionen und Alkohol in Kombination sind schon ein Brett, aber die „Therapien“ haben sie zusätzlich noch um eine Medikamentenabhängigkeit bereichert, das konnte niemand knacken. Passiert ist es dann von ganz alleine, ansatzlos. Würde ich an Wunder glauben – hier hätte sich ein solches ereignet. Erst kein Tropfen Alkohol, dann kaum noch Pillen, es brauchte zwar noch ein paar Wochen, aber das war der Durchbruch und die Heilung ohne jegliche Therapie. 10 Jahre nichts und in wenigen Wochen die totale Umkehr.

Pharmamix

Doch da waren zuvor die Medikamente, die waren nicht ohne. Nicht nur, dass der nur wenige Meter entfernte Arzt ein Mittel nachhause mitgab, das nur in Kliniken und/oder unter ärztlicher Aufsicht hätte eingenommen werden dürfen (in Kombination mit Alkohol sprach man von der Wirkung einer Flasche Schnaps bei nur einer dieser Pillen gegen Delirium), von den jeweiligen Kliniken und den verschiedenen Ärzten vor Ort bekam sie einschließlich der Depotspritzen bis zu sieben verschiedene Medikamente auf einmal, alles Psychopharmaka mit teils dämpfenden, teils mit aufpuschender Wirkung. Der Apotheker, dem ich die Tasse brachte, in der meine Mutter diese vielen bunten, aus den Verpackungen herauslösten Pillen sammelte, sprach von einem Todescocktail. Apotheker zählen bekanntlich nicht zu den größten Kritikern der Pharamaindustrie. Der Hausarzt nannte mich verantwortungslos, weil ich ihr die Medikamente entziehen würde, als ich um eine vernünftige Abstimmung hinsichtlich der Verschreibungen bat und reagierte nicht.

Diese Segnungen der Pharmaindustrie hat sie dennoch unbeschadet überlebt.

Das waren einschneidende Erfahrungen und es waren nicht die einzigen (u.a. wurde sehr viel später die chronische Migräne in dem Moment zur seltenen, als ich, tapfer wie Männer bei Krankheiten nun mal sind, keine Tabletten mehr genommen habe). Der Weg der Medizin war mit Stolperfallen übersät, ich habe nicht alles verteufelt, war aber von den Heilversprechen nachhaltig ent – täuscht. Ich habe mich also mal in die Welt begeben, die so gerne die Lösung aller medizinischen Probleme verspricht, ich wollte wissen, wie diese andere Seite funktioniert. Nicht aus Frustration oder Folge eines Traumas, es war die Neugier, die mich auch heute noch kopfschüttelnd auf den Seiten der Verrückten dieser Welt stöbern lässt.

Wahrhaft Wissende

Bachblüten, Globuli, Heilung per Channeling und Edgar Cayce, Krankheit als Weg, Kartenlegen, Das Geheimnis der 13 Kristallschädel, Das Geheimnis von Rennes-le-Château, Der Heilige Gral und seine Erben, Franz Bludorf und Grazyna Fosar, Jan van Helsing und sonstiges Zeug, was im Kopp kaputt Verlag auf den Bestsellerlisten stand…ich habe mich ernsthaft bemüht, diese Welt zu verstehen und eine Alternative zum herkömmlichen Wissen zu finden. Ich muss gestehen, dass diese Welt nicht frei ist von Faszination, an jeder Ecke lauern Geheimnisse und Geheimnisse sind spannend. Schlecht ist: überall trifft man auf Menschen, die sich wahrhaft wissend wähnen und den Blick hinter den Vorhang erlangt zu haben glauben. Eingeweihte, die all den Lug und Trug durchschauen, mit dem die doofen Schafe ein Leben lang geblendet werden. Es ist schon ein erhabenes Gefühl, mehr zu wissen und sich über die systemhörige Masse erheben zu können, endlich da zu stehen, wo man den Mief der Herde hinter sich lassen und sich als Hirte in Licht und Erleuchtung sonnen kann.

Wenn Niribu die Umlaufbahn der Erde kreuzt und die Großen Alten kommen, um ihre Kinder zu sich zu holen – wer möchte da nicht in der ersten Reihe stehen statt noch in der Warteschleife von Eventim zu hängen, um das Ticket für die Reise in die große Auflösung zu buchen? Licht und Liebe nochmal, wer zuerst schwurbelt fliegt zuerst. Ich habe die Chance auf einen Logenplatz aufgegeben, einen nicht unerheblichen Anteil daran hat auch die kurze, aber intensive Beziehung zu einer Frau, die sich als Inkarnation von Maria Magdalena, Kleopatra, Nofretete und Morgan le Fay sah. Das war mir zu verwirrend, wusste ich bald gar nicht mehr, wie viele verschiedene Beziehungen ich da eigentlich führte. Und als Partner von Kleoptara fühlt man sich auch verdammt alt.

Der dritte Arm

Meine Erlebnisse haben zu einem kritischen Blick auf den Umgang mit Medikamenten geführt, ich meide Medikamente und Arztbesuche, wenn es nicht unbedingt nötig ist. Hausmittel aus dem Garten oder Tee bei Erkältung nutze ich lieber als Tabletten. Wo ich bei richtiger Krankheit Hilfe suchen werde ist aber klar – nicht bei Bachblüten, nicht bei Globuli, nicht bei MMS, ich frage auf jeden Fall meinen Arzt oder Apotheker. Ich glaube, dass wir viele Geheimnisse unserer Welt noch nicht erfahren haben und Dinge möglich sind, die wir uns heute noch nicht vorstellen können, es gibt aber keine Auserwählten, die solche Geheimnisse gelüftet haben. Yoga oder vegane Ernährung sind gute und hilfreiche Wege zu mehr Wohlbefinden, Singen, Tanzen, Beten oder Zuckerkügelchen werden keinen Virus aus der Welt schaffen, eine Impfung keinen Autismus bewirken oder einen dritten Arm am Hintern wachsen lassen (wobei die Idee aber einen gewissen Charme hat, man kann den Schwurblern besser den Weg dahin zeigen, wo sie einen können).

Wenn mir heute gesagt wird, dass ich mich unabhängig informieren und nicht auf die Systemmedien reinfallen soll, dass ich endlich aufwachen und kritisch hinterfragen muss, wenn mir Quellen präsentiert werden von Kopp kaputt, Jebsen PI, epochetimes – habe ich alles gemacht, habe ich alles gelesen. Und ich bin tatsächlich voll kritisch hinterfragend aufgewacht und kein Schlafschaf mehr, deshalb muss ich den Schwurblern nun sagen:

 

Wer sich über die Machenschaften der Pharmakonzerne beklagt und darüber, dass Medikamente in Entwicklungsländern getestet oder hier verbotene in diese verkauft werden, gleichzeitig aber einem Scharlatan „Reverend“ Jim Humble auf den Leim geht, der seine Scharlatanazubis Chlorbrühe (MMS) Slumkindern auf Haiti verabreichen lässt, hat eh den Knall nicht gehört. Solange Menschen wie Helmut Schmidt Kette rauchend fast 100 Jahre alt werden können und Keith Richards älter werden konnte als 40 glaube ich, dass es einen Weg zwischen all den Extremen geben muss. Kritisch sein bedeutet nicht, einseitig etwas abzulehnen und dem Gegenteil blind nachzurennen, es bedeutet, auch die eigenen Ansichten auf den Prüfstand zu stellen, sich gegebenenfalls neuen Erkenntnissen zu öffnen. Nur dagegen sein macht aus einem Sensibelchen keine Sophie Scholl und aus einem Schwindel – Doktor keinen Virologen, ein Wirrologe ist kein Mediziner.

Corona

Heute geht es nicht um Contergan sondern um Corona. Eine umfassende Impfkampagne halte ich für unerlässlich, wenn wir die Pandemie in den Griff bekommen wollen. Dass ich geprägt bin durch meine Lebenserfahrungen und nicht völlig euphorisch das unwiderrufliche Ende aller Probleme durch SARS Viren erkenne, sehe ich mir selbst nach, falls es sonst niemand macht. Es geht um eine vernünftige Abwägung, jeder Mensch hat da andere Grenzen, aber weder das eine noch das andere Extrem. Schon gar nicht in Zeiten, in denen Internetdiskussion so schnell eskalieren und einen Blick in die Abgründe der Menschen offenbaren.

Lernprozess

Wir befinden uns nicht am Ende, sondern inmitten eines Lernprozesses, der möglicherweise noch anhalten wird. Was wir heute als Lösung sehen, kann morgen durch eine andere Erkenntnis überholt sein, das ist leider das Dilemma, in dem wir uns gerade befinden. Den Wissenschaftlern, die ihren anhalten Lernprozess einschließlich damit einhergehender Irrtümer eingestehen vertraue ich mehr als denen, die großspurig ihre Erkenntnisse als Ultima Ratio propagieren. Nur haben wir keine Zeit, bis morgen zu warten und müssen jetzt handeln, mögliche Fehler bei unserer Entscheidung inklusive, ein Nichthandeln halte ich für einen größeren Fehler. Darf ich dem aber mit einer gewissen Skepsis entgegensehen, ohne gleich als Kumpel des Gurken-Hitlers gesehen zu werden? Klar darf ich das, und wenn ich es nicht darf, dann mache ich das trotzdem so.

An dieser Stelle stand ein Link zum Wendler mit „Egal“, den erspare ich Euch. Es gibt andere Künstler, deren Auftrittsmöglichkeiten seit gut einem Jahr entfallen und die Aufmerksamkeit (gerne auch Auftritte, wenn es wieder möglich ist) verdient haben. Die Aussage des Songs ist es ohnehin wert:

Uwe Fischer

Nach 18 Jahren als Kundenbetreuer im Außendienst, 15 Jahre davon bei einem mittelständischen Unternehmen aus der Lebensmittelbranche, hieß es „back to the roots“ mit einer späten Ausbildung zum Logopäden. Heute betreibt Fischer seit 2008 gemeinsam mit seiner Partnerin eine Praxis für Logopädie in der Eifel.

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