Europaweiter Marshallplan Umwelt. In 10 Jahren 80% Klimaneutral

Unsere Kinder können die Zukunft erleben, von der wir selbst immer geträumt haben. Wenn wir unseren Planeten heilen, statt uns weiter wie eine Rockband im Hotelzimmer aufzuführen. Ich rege mich nicht über Schüler auf, die den Unterrricht schwänzen, sondern über Politiker, welche die Zukunft meiner Kinder zerstören, um bei reaktionären …

Marshallplan Umwelt


Unsere Kinder können die Zukunft erleben, von der wir selbst immer geträumt haben. Wenn wir unseren Planeten heilen, statt uns weiter wie eine Rockband im Hotelzimmer aufzuführen.

Ich rege mich nicht über Schüler auf, die den Unterrricht schwänzen, sondern über Politiker, welche die Zukunft meiner Kinder zerstören, um bei reaktionären Besitzstandswahrern zu punkten.

Mit Chemie und Physik kann man nicht debattieren. Entweder wir begrenzen die Menge von CO2 in der Atmosphäre, oder das Klima kippt mit katastrophalen Folgen.

95% des CO2 Austoß entsteht durch Verbrennungsprozesse. Energie-Erzeugung und Mobilität machen den Löwenanteil aus – darum können wir hier die größte Wirkung erzielen.

Ich fordere 80% klimaneutrale Energie und Mobilität innerhalb von 10 Jahren. Um dieses Ziel zu erreichen, benötigen wir keine Forschung und auch keinen technischen Fortschritt. Die Technologie ist längst vorhanden. (Siehe weiter unten)

Ich fordere einen Marshallplan Umwelt

80 Prozent erneuerbare Energie, 80 Prozent klimaneutrale Mobilität, in ganz Europa – und das in nur 10 Jahren. Ist das zu schaffen?

Natürlich. Wir haben in der europäischen Geschichte noch ganz andere Herausforderungen bewältigt.

Rückblende. 8. Mai 1945. Ganz Europa liegt in Schutt und Asche. Millionen Menschen sind tot, die Infrastruktur ist komplett zerstört.

Zehn Jahre später. 8. Mai 1955. Das Wirtschaftswunder ist da. Riesiger Wohlstand, Vollbeschäftigung. Die Deutschen fahren zum Urlaub ins nahe Ausland.

Zehn Jahre. Genau die gleiche Zeit die wir haben, um einen klimaneutralen Kontinent zu verwirklichen. Unsere Städte liegen nicht in Trümmern. Wir sind nicht verarmt und hungrig. Wie unendlich größer sind unsere technischen Möglichkeiten heute?

Das Wirtschaftswunder hat keine gute Fee herbeigezaubert. Es ist das Ergebnis eines riesigen Investments in die Infrastruktur in Westeuropa: Der Marshallplan. 100 Milliarden Dollar haben die Amerikaner (nach heutigem Geld) in unsere Zukunft investiert.

Wenn wir in 10 Jahren mit der Klimawende fertig sein wollen – dann müssen wir das Gleiche tun: Eine Strategie formulieren, messbare Ziele festsetzen, die nötigen Gesetze erlassen und das Geld bereitstellen, um den theoretischen Plan in harte Infrastruktur umzuwandeln.

Womit fangen wir an?

Das Pareto-Prinzip funktioniert auch beim „upgrade“ unserer Gesellschaft: 80 Prozent der Wirkung erreichen wir mit 20 Prozent des Einsatz.

Überzählige Kohlekraftwerke abschalten. In Deutschland erzeugen wir mehr Strom als wir brauchen. Darum können wir heute Kohlekraftwerke abschalten.

Massiv in Solar- und Windenergie investieren. Beide sind bereits heute billiger als Braunkohle und Gas. Beide haben noch einen weiteren Vorteil: Sie können dezentral errichtet werden und erzeugen dort Strom wo er verbraucht wird.

Europaweite Energie-Autobahn. Die besten Wirkungsgrade erzielt Wind an der Nordsee und Solar in Südeuropa. Moderne HGÜ Leitungen transportieren riesige Strommengen über 2000 Kilometer – mit minimalen Verlusten.

Ein europaweites Stromnetz mit großer Leistungskapazität hilft regionale Überschüsse auszugleichen. Schon heute kann z.B. das deutsche Stromnetz problemlos mit 80 Prozent erneuerbarer Energie umgehen – ganz ohne Speichertechnologien.

Ich fordere ein europaweites Netz aus Schnellladestationen für Elektroautos. Diese Ladestationen sollen mindestens eine Leistung von 250kw haben. Ein Tesla Model 3 kann damit nach dem letzten Upgrade in 15 Minuten 250 Kilometer Reichweite „tanken“.

Batteriespeicher müssen im industriellen Maßstab ausgebaut werden. Dazu gehören große Speicher, die Leistungsspitzen abfangen und „Peaker-Plants“ Gaskraftwerke ersetzen, aber auch die „Vehicle 2 Grid“ Technologie, die Millionen Elektrofahrzeuge in ein virtuelles Kraftwerk verwandelt.

Die hier beschriebenen Technologien sind bereits entwickelt und heute einsatzbereit. Sie sind ausreichend um 80% Energie und Mobilität klimaneutral zu gewährleisten.

Und die Zukunft?

Die letzten 20 Prozent stellen uns vor eine größere Herausforderung – aber sie bergen auch große Verbesserungen in unserer Lebensqualität.

Um Energie während der Winterzeit zu speichern, muss die „Power To Gas“ Technik weiterentwickelt werden. Das deutsche Gasnetz alleine hat die Kapazität, um drei bis vier Monate Strombedarf in Gasform zu speichern. In einer Welt in der Strom praktisch kostenlos wird, können Überkapazitäten so sinnvoll weitergenutzt werden.

Im Gegensatz zu mancher Vermutung ist millionenfache Elektromobilität ein wichtiger Bestandteil für ein ausgeglichenes Stromnetz. Die „Vehicle to Grid“ Technologie erlaubt Verbrauchern einen Teil ihrer Autobatterie an Stromerzeuger zu vermieten. Je nach Bedarf wird dem Elektroauto Strom zugeführt oder abgezogen – und der Eigentümer verdient Geld. Der neue Nissan Leaf wurde kürzlich als erstes Elektroauto als „Kraftwerk“ zugelassen.

Elektroautos haben riesige Fortschritte gemacht. Die Preise für ein Fahrzeug mit 400 Kilometern realer Reichweite sind in nur drei Jahren von 70.000 EUR (Tesla Model S) auf 39.000 EUR (Hyundai Kona) gesunken. In diesem Jahr kommt der VW I.D.3 auf den Markt und wird den Preis auf das Niveau eines Diesel-Golfs senken. Der wichtigste Grund: Die Batteriepreise sind in neun Jahren von 1.100 Dollar/kwh auf 180 Dollar/kwh gesunken. Spätestens in fünf Jahren wird der Preis auf unter 90 Dollar pro kwh sinken. Zu diesem Zeitpunkt sind Elektroautos in der Anschaffung billiger als Verbrenner. (Die Gesamtkosten sind schon heute niedriger.)

Und ja: Auch die berühmten Flugtaxis sind längst mehr als eine Phantasie. Uber arbeitet mit Firmen rund um die Welt an entsprechenden Konzepten. Airbus hat kürzlich einen Prototyp vorgestellt. Volocopter hat schon die ersten Aufträge. Und Lilium arbeitet an einem Senkrechtstarter mit 300 Kilometer Reichweite und 300 km/h Geschwindigkeit. Natürlich elektrisch.

 

Unsere Kinder können die Zukunft erleben, von der wir selbst immer geträumt haben. Wenn wir unseren Planeten heilen, statt uns weiter wie eine Rockband im Hotelzimmer aufzuführen.

Zeit für einen neuen Marshallplan. Für eine saubere Umwelt, Millionen zukunftsicherer Jobs und höhere Lebensqualität.

 

Chris Pyak

Chris Pyak

Chris Pyak ist Geschäftsführer der Immigrant Spirit GmbH. Der Kommunikationsexperte berät Unternehmen bei der Anwerbung und Integration internationaler Fachkräfte. Als Journalist hat Chris in fünf verschiedenen Ländern gearbeitet und Teams in vier verschiedenen Kulturen geleitet. Chris Pyak ist verheiratet und lebt in Düsseldorf.

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