Es hat mit dem Islam zu tun

Der Terror von Paris, Beirut und Ankara hat mit dem Islam zu tun. Darüber sollte endlich offen gesprochen werden – auch mit und von den islamischen Verbänden.

Das Bataclan um 1909
Das Bataclan um 1909, ©unbekannt, gemeinfrei

Paris 7.-9.1. Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo und einen jüdischen Supermarkt, 17 Tote — Ankara 10.10. Anschlag auf eine Demonstration linker Gruppen, 102 Tote — Sinai 31.10. Anschlag auf ein russisches Passagierflugzeug, 224 Tote — Beirut 13.11. Doppelanschlag in einer Einkaufsstraße, 41 Tote — Paris 13.11. Anschläge auf eine Konzerthalle und Bars, vermutlich über 150 Tote

Der islamistische Terror, in der Regel der Terror sunnitischer Extremisten, zieht eine blutige Spur der Verwüstung durch die Welt. Und schon lese ich auf Facebook die ersten Kommentare aus der Reihe „das hat nichts mit dem Islam zu tun“, denn „Terror hat keine Religion“. Es wird nicht lange dauern und wir werden von den diversen Experten und Expertinnen die unterschiedlichsten Erklärungsansätze geliefert bekommen: Der Nahostkonflikt und überhaupt die Kriege des Westens in der islamischen Welt, Diskriminierungserfahrungen muslimischer Jugendlicher, mangelnde Integration, Rassismus. Alle diese Gründe und noch etliche weitere spielen vermutlich eine Rolle, denn sie verschärfen ein Problem – aber alle, die so argumentieren, wollen das eigentliche Problem nicht benennen, sie wollen den entscheidenden Faktor übergehen, denn es kann nicht sein, was nicht sein darf: Die Religion kann nicht die Ursache sein, am Islam kann es nicht liegen. Die Religion muss unter allen Umständen als das Reine, Schöne und Wahre erhalten bleiben. Die Fratze des Terrors passt nicht in dieses Bild.

Der Mainstream-Islam

Natürlich, die überwältigende Mehrheit der Muslime lehnt den Terror ab, aber die Terroristen morden im Namen des Islam; die überwältigende Mehrheit der Muslime sind keine Terroristen und werden nie welche sein, aber die Terroristen sind Muslime. Sie morden aus der Überzeugung heraus, den einzig wahren Glauben zu besitzen, sie morden aus Hass auf alle Andersgläubigen, sie morden aus Hass auf den Westen und die pluralistischen westlichen Gesellschaften, sie morden aus Hass auf die USA, aus Hass auf Israel, aus Hass auf die Juden und sie morden, weil sie in einem Staat auf islamischer Grundlage die einzig lebenswerte Zukunft sehen.

Alle diese Inhalte finden sich, wenn auch in mehr oder weniger stark abgeschwächter Form auch im aktuellen Mainstream des Islam, wie er von den großen Islamverbänden und diversen Moscheegemeinden in Europa propagiert wird – einem politisierten Islam, der, wie Ahmad Mansour in seinem jüngst erschienen Buch Generation Allah belegt, all jene Elemente bereits enthält, auf denen die Dschihadisten aufbauen können. Auch wenn diese Verbände und Gruppen den Terror glaubhaft ablehnen, sie bereiten den ideologischen Boden für die Terroristen. Um nur einige Beispiele zu nennen:

– Da finden sich etwa hochprofessionelle Videos auf YouTube, die muslimischen Jugendlichen erklären, dass es haram – verboten – sei, Silvester zu feiern. „Wer versucht anderen in den Handlungen zu gleichen, der ist einer von ihnen. Wenn du Silvester feierst, dann bist du ein Kafir (Ungläubiger).“ Dieser Satz fällt in einem unterdessen entfernten Video, das die Hamelner Jugendgruppe der Millî Görüş hochgeladen hatte.

– Immer wieder tauchen im islamischen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen Inhalte auf, die mehr als bedenklich sind, in denen Dschihad und Märtyrertum verherrlicht werden und Ablehnung von Schwulen, Juden und westlichem Lebensstil bekundet werden.

– Mitglieder islamischer Organisationen äußern sich positiv über radikale Organisationen wie die Muslimbruderschaft oder über Islamisten wie Yussuf al-Qaradawi, der seinen üblen Antisemitismus seit Jahrzehnten auch in die Wohnzimmer europäischer Muslime verbreitet und Selbstmordanschläge palästinensischer Terroristen begrüßt. Sein Buch „Erlaubtes und Verbotenes im Islam“ wurde von der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich noch bis 2005 als Unterrichtsbehelf für den Religionsunterricht an öffentlichen Schulen verwendet. Es befindet sich, ebenso wie die Schriften Hassan al-Bannas und vieler anderer Vordenker des Islamismus, in den Bibliotheken vieler Moscheen und anderer islamischer Einrichtungen.

Antisemitismus

Der Hass auf Israel, der immer wieder in offenen Hass auf Juden umschlägt, ist ebenfalls Teil des islamischen Mainstreams. Es waren keine Terroristen, die im Sommer 2014 antisemitische Parolen skandierend durch europäische Straßen zogen, sondern ganz normale Muslime.

Antisemitismus spielte auch beim jüngsten Anschlag in Paris eine nicht unwesentliche Rolle, auch wenn das in der öffentlichen Wahrnehmung bislang untergegangen ist. Das Hauptziel der Terroristen, das Vergnügungsetablissement Bataclan hat jüdische Besitzer und wird zudem seit vielen Jahren von der antisemitischen Israelboykottbewegung BDS verbal scharf angegriffen, weil dort auch immer wieder israelische Künstler auftreten und pro-israelische Veranstaltungen stattfinden. Im Mai 2003 gab es auf einer französischsprachigen pro-palästinensischen Website einen mit einer Drohung verbundenen Aufruf an die französischen Behörden, eine geplante Veranstaltung im Bataclan zu untersagen. Seitdem gab es immer wieder Drohungen gegen das Bataclan. 2011 sollen muslimische Terrorverdächtige in einem Verhör gesagt habe: „Wir planten einen Anschlag auf das Bataclan, weil die Eigentümer Juden sind“. Auch die Metal-Band, die gestern Nacht während des Anschlags auf der Bühne stand, die Eagles of Death Metal, sind erst im Sommer dieses Jahres in den Fokus der BDS-Aktivisten geraten, weil sie ein Konzert in Tel Aviv gaben und der Sänger der Band, Jesse Hughes, auf der Bühne sagte: „I would never boycott a place like this!“ – Dieses Ziel deutet im Übrigen darauf hin, dass die Täter keine als Flüchtlinge getarnten eingeschleusten Terroristen waren, sondern Menschen, die in den Pariser Verhältnissen bestens bewandert sind.

Keine Lippenbekenntnisse mehr

Es ist geradezu aberwitzig, dass die deutsche Bundesregierung fordert, die konservativen Islamverbände sollten Integrationslotsen für die Flüchtlinge stellen. Hinter dem Wunsch der Regierung stehe die Erkenntnis, dass 70% der Ankommenden Muslime seien. Wie auch immer die Regierung diese Zahl erfasst hat – vermutlich zählen alle, die sich nicht offensiv zu einem anderen religiösen Bekenntnis bekennen als Muslime – glaubt man wirklich, dass der Gang zur nächsten konservativen Moschee das erste ist, das ein Flüchtling in Deutschland lernen muss? Wer glaubt, dass ausgerechnet die konservativen Verbände die Integration befördern können, muss die letzten Jahrzehnte verschlafen haben.

Die konservativen Verbände liefern den Terroristen letztlich die Inhalte (nicht die Methoden!). Wenn sie den Terror ernsthaft bekämpfen wollen, wenn sie sich für Integration in die Gesellschaft einsetzen wollen, wäre es an der Zeit, dass sie sich mit jenen Inhalten auseinandersetzen, die von den Dschihadisten geteilt werden. Stattdessen diffamieren sie all jene, die wie Mouhanad Khorchide, Ednan Aslan oder die Mitglieder des im April dieses Jahres gegründeten Muslimischen Forums Deutschlands genau diese Auseinandersetzung offen führen wollen. Es ist an der Zeit, dass die Gesellschaft die Verbände zu dieser Auseinandersetzung zwingt, dass sie sich nicht mehr mit den Lippenbekenntnissen der Verbandsvertreter begnügt, das habe alles nichts mit dem Islam zu tun – denn es hat in erster Linie mit dem Islam und seiner Auslegung durch den konservativen Mainstream zu tun.

Mit den Anschlägen von Paris befassen sich auch die Kolumnen von
Sören Heim Schweigen, die Wand anstarren
u
nd Alexander Wallasch Der alltägliche Horror im Nahen Osten ist im Herzen Europas angekommen.

Heiko Heinisch

Heiko Heinisch

Nach Abschluss des Geschichtsstudiums arbeitete Heiko Heinisch u.a. am Ludwig-Boltzmann-Institut für historische Sozialwissenschaft. Seit 2005 ist er freiberuflich tätig. Nach längerer Beschäftigung mit den Themen Antisemitismus und nationalsozialistische Judenverfolgung wuchs sein Interesse an der Ideengeschichte, mit Schwerpunkt auf der Geschichte der Ideen von individueller Freiheit, Menschenrechten und Demokratie. Er hält Vorträge und veröffentlichte Bücher zu christlicher Judenfeindschaft, nationalsozialistischer Außenpolitik und Judenvernichtung und widmet sich seit einigen Jahren den Problemen, vor die Europa durch die Einwanderung konservativer Bevölkerungsschichten aus mehrheitlich islamischen Ländern gestellt wird. Daraus entstand das gemeinsam mit Nina Scholz verfasste Buch „Europa, Menschenrechte und Islam – ein Kulturkampf?“ im Wiener Passagen Verlag (2012). Er ist Mitglied des Expert_Forum Deradikalisierung, Prävention & Demokratiekultur der Stadt Wien. Im November erscheint das gemeinsam mit Nina Scholz verfasste Buch „Charlie versus Mohammed. Plädoyer für die Meinungsfreiheit“ im Passagen Verlag.

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  • Sehr, sehr gut! Für mich: eine fundierte Kolumne mit großem Informationsgehalt.

    Lediglich hier würde ich vehement wiedersprechen:

    “Alle diese Gründe und noch etliche weitere spielen vermutlich eine
    Rolle, denn sie verschärfen ein Problem – aber alle, die so
    argumentieren, wollen das eigentliche Problem nicht benennen…”

    Nein, lieber Heiko H., das empfinde ich schon als deutlich zynisch, das us-amerikanisch/das französische usw., also das westl. Engagement im Nahen Osten / Nordafrika als ‘vermutlich eine Rolle spielend’ zu bezeichnen. Geschätzte eine Millionen zivile Opfer seit 9/11 sind nicht nur eine Problemverschärfung, sie sind quasi eine brutale Aufforderung zum Terror. Wenn Sie also meinen, das der Islam per Se menschenverachtend ist, was bitte schön ist dann diese teuflische Allianz aus Wall-Street-Kapitalismus und evangelikalem us-Christentum?

    • Heiko Heinisch

      Lieber Alexander Wallasch, zunächst halte ich den Islam nicht für per se menschenverachtend. Das habe ich, so glaube ich jedenfalls, auch in diesem Text klargemacht. Leider werden die Grundlagen seiner menschenverachtenden Auslegung zur Zeit von einer gefühlten Mehrheit der Muslime (ich bezeichne nur die mehr oder weniger gläubigen so) geteilt.

      Wenn das militärische Engagement der USA und Europas ein Aufruf zum Terror sind, dann stellt sich zunächst die Frage, warum sich der Terror in erster Linie gegen Symbole westlichen Lebensstils richtet, gegen Theater und Konzerte, gegen Bars und Cafés, wegen ein paar Bildern gegen Zeitungsredaktionen und Zeichner, gegen Schriftsteller und ihre Übersetzer und warum richtet er sich immer und immer wieder gegen Juden? – Und dann stellt sich die Frage, warum andere Weltgegenden, in denen die USA ähnlich militärisch engagiert waren (ganz Süd- und Mittelamerika etwa) nicht in gleicher Weise reagier(t)en?

      Ich bleibe dabei, dieser Terror hat in erster Linie mit dem Islam zu tun.

      • Ok! – aber das klingt leider noch nicht wirklich überzeugend. Denn Sie drücken sich davor, das militärische Engagement der USA und Europas so deutlich zu verurteilen, wie die Attentate. Und klar, mag ja sein, das der Islam die Gegenwehr quasi beflügelt in seinem ganzen Furor – und es eine solche düstere Gegenkraft in den traditionell christlich unterdrückten Ländern Lateinamerikas nicht gibt. Möglicherweise findet sich hier sogar eine fundamentale Ungleihcheit zwischen diesen beiden schlußendlich menschenverachtenden monoth. Religionen. ABER warum deshalb eine Rehabilitation des militärischen Engagements?

        • Heiko Heinisch

          Meine Kritik am militärischen Engagement der USA und Europas ist eine andere als die Ihre. Ich kritisiere weniger dieses Engagement an sich, als vielmehr die Art und Weise des Engagements, bzw. zum Teil dessen Halbherzigkeit oder gar den Mangel an Engagement. Das Auszuführen würde allerdings eine ganze Kolumne füllen – vielleicht meine nächste.
          In der Kürze nur so viel: Anhand historischer Beispiele ließe sich zeigen, dass viele politische und militärische Probleme der heutigen Zeit nicht der Intervention eines Imperiums geschuldet sind, sondern dem Verlust seiner Interventionsfähigkeit. – Nicht das ich mir diese unbedingt zurück wünsche – jedenfalls nicht in ihrer alten Form -, aber dieser Verlust der Interventionsfähigkeit (und das Verschwinden eines Imperiums, des Sowjetischen) hat in vielen Weltregionen und am sichtbarsten in der Arabischen Welt ein Machtvakuum hinterlassen und in einem solchen entstehen Konflikte.

          • Na ja, ein klarer Satz hätte mir ausgereicht. Keine Ahnung, wo sie im Nahen Osten je einen imperialen Raum gesehen hätten. Im Osmanischen Reich? So wie Sie es hier beschreiben, klingt es wie eine koloniale Sehnsucht. Damals, als alles noch in Butter und die Brosamen-Regionen/dritte Welt zwischen den Großmächten in Einflußbreiche verteilt war. Das zu präferieren ist natürlich gänzlcih unmoralisch. Aber belassen wir es dabei. Und staunen mit Schrecken über Hollandes W. Bush Kriegs_Rethorik.

          • Heiko Heinisch

            Nein, so war es natürlich nicht gemeint – ich wünsche mir keine wie auch immer geartete Kolonialzeit zurück. Ich wollte nur darauf hindeuten, dass der Rückzug eines Imperiums – das war schon beim Römischen nicht anders – in diesen Rückzugsräumen ein Machtvakuum zurücklässt und dass es sehr lange dauern kann, bis dieses wieder gefüllt wird und sich stabile Verhältnisse einstellen. Mehr dazu wohl wirklich in einer meiner nächsten Kolumnen.

          • Ah verstehe, Sie denken in 1000-jährigen Dimensionen 😉

          • Heiko Heinisch

            Ich bin nun mal Historiker – ich kann nicht anders. 😉

          • UJ

            Zunächst einmal vielen Dank für Ihre Kolumne. Fundiert, unaufgeregt und kritisch. So hab ich’s gern. 🙂 Gleiches gilt für die anschließende Diskussion.

            Eine Anregung, falls sie je in einer Ihrer nächsten Kolumnen den Einfluss im Niedergang begriffener Imperien auf Religion thematisieren:
            Vielleicht wäre es lohnenswert, in diesem Kontext nicht nur über die Interventionsmöglichkeiten eines Imperiums nachzudenken, sondern auch über seine identitätsstiftende Wirkung für den Bereich des Religiösen. Die gibt es nicht nur im Bereich der islamischen Welt.

            Man denke nur an die Identitätskrise, in die die orthodoxe Kirche nach dem Fall Konstatinopels und dem Tod des letzten (ost-)römischen Kaisers geraten ist. 1918 sollte sich diese Krise noch einmal wiederholen als im dritten Rom, Moskau, die Bolschewiken die Macht übernahmen und das Zarentum beendeten und erneut ein wichtiger personaler Fixpunkt, der Zar, wegfiel.
            Auch in der lateinischen Kirche gab es eine, durch den Niedergang Roms ausgelöste, Identitätskrise – Stichwort: Abendmahlsstreit, die sich aber aufgrund der Existenz des Papsttums einigermaßen in Grenzen hielt.

            Die Frage, die mir schon eine Weile im Kopf herumgeht ist die: Ist der aktuelle islamistische Terrorismus vielleicht auch deshalb so stark sunnitisch geprägt, weil den Sunniten ein personaler Fixpunkt fehlt? Die Schiiten finden ihren in der politischen und geistigen Führungsspitze des Iran. Die Aleviten im Assadclan in Syrien. Wen aber haben die Sunniten? Die Könige von Marokko und Jordanien? Die haben zwar regional durchaus religionspolitisches Gewicht. Mehr aber auch nicht.

            Bleiben noch die Saudis mit ihrem wahhabistisch- sunnitischen Islam. Sie haben aufgrund ihres Reichtums und ihrer Eigenschaft als Wächter der heiligen Stätten einen enormen Einfluss. Damit drücken sie der zeitgenössischen sunnitischen Welt ihren Stempel auf. Schaut man sich die Ideologie islamitistischer Terroristen an, so findet sich ein Islamverständnis, das sehr stark wahabitisch geprägt ist.

            Ansonsten haben die Sunniten, seit dem Untergang des osmanisches Reiches, niemanden mehr, zu dem sie gemeinsam aufschauen können. Hier gilt es also nicht nur ein Macht-, sondern auch ein Identitätsvakuum zu füllen, was Hasspredigern und Terroristen natürlich Tür und Tor öffnet.
            Das haben inzwischen auch andere sunnitische Machthaber verstanden, wie Erdogan mit seinem osmanischen Rollback in der Türkei beweist. Ob ein Sultanat 2.0 die Lösung ist, würde ich bezweifeln…

          • Heiko Heinisch

            Danke für Ihre Ausführungen, denen ich voll und ganz zustimme. Das Fehlen eines Zentrums, einer Führungsfigur, ist eines der großen Probleme gerade des sunnitischen Teils der islamischen Welt – nicht nur für diese, sondern auch mit dieser: Es gibt niemanden, mit dem man reden oder verhandeln könnte, der die Befugnis hätte, für diesen ganzen Raum zu sprechen.
            Was meine Idee einer Kolumne zum Niedergang von Imperien betrifft, geht es mir mehr um die Auswirkungen auf jene Räume, die sie vordem beherrschten. Historisch betrachtet war das, solang nicht eine andere starke Macht das Vakuum gefüllt hat, eine lange Zeit des Chaos und der Gewalt – und ich befürchte, dass wir genau das aktuell in der arabischen Welt miterleben.Der Einfluss des Imperiums auf die von ihm beherrschten Räume betrifft selbstverständlich, wie Sie ganz richtig schreiben, die Religion, aber es betrifft auch vieles andere, etwa die Formen der Repräsentation, die gesellschaftlichen Strukturen und kulturellen Ausdrucksformen.

          • derblondehans

            … das ist auf Kante genäht, was Sie schreiben, werter H.H.. Aber ich sehe das ähnlich. Schönes Thema, ich bin gespannt, was Sie dazu schreiben werden.

            Die Konfliktursache, übrigens etwa seit etwa 1’500 Jahren, mit 270‘000‘000 ermordeten Menschen, ist der Mohammedanismus selber, eine politische Ideologie, die von Clans und Stämmen im jeweiligen Herrschaftsbereich, zum eigenen Machterhalt instrumentalisiert wird. Ob in Arabien, Afrika oder Asien.

            Selbst Europa, siehe das NS-Regime, siehe die Willkommenskultur der Ex, instrumentalisier(t)en den Mohammedanismus zum eigenen Machterhalt. Die Ex hat, wiederholt – auf Nachfragen – öffentlich bestätigt, sie hat einen Plan. Und nahezu täglich: ‘Wir schaffen das!’ … und das hat Folgen.

            Warum fragt eigentlich niemand was für ein Plan das ist und wer hinter ‘Wir’ steht?

            Der Kolonialismus einiger europäischer Staaten im ‘arabischen Raum’, Anfang des vergangenen Jahrhunderts, auch die gegenwärtig dilettantische Politik der USA und der EU, ja selbst Lobbyisten-Interessen, stellen in der Konflikt Historie eine eher untergeordnete Rolle. Vielleicht diese, dass der Kohlenstoff-Rohstoffe wegen, Wissenschaft und Technik zwar exportiert aber nicht ‘implantiert’ worden ist.

            Auch ohne Waffenlieferungen und Kolonialismus europäischer Länder, standen die Mohammedaner noch im 18. Jahrhundert – wiederholt – vor Wien.

  • Herold Hansen

    “Es hat mit dem Islam zu tun.”
    Falls Sie da noch Zweifel haben, fragen Sie zur Klärung doch einfach mal einen Dshihadisten!
    Er wir Ihnen auf die Kommastelle genau sagen, nach welcher Sure im Koran er nach seinem Gewissen handeln musste und weshalb diese verdammten Ungläubigen getötet werden mussten.

  • twil

    Jeder der englisch versteht wird dieses Video gefallen sofern er den Autor recht gibt.

    https://www.youtube.com/watch?v=Ry3NzkAOo3s

    • Deckard

      Hoffe das Video schauen sich einige “Islamversteher” mal an.

  • Pingback: Es hat mit dem Islam zu tun | Die Kolumnisten. Persönlich. Parteiisch. Provokant. - Wertewandel()

  • Dominik S.

    Und mit der Islam Diskussion hätte ich dann gerne eine Diskussion über das Christentum und die Auslegung der Bibel.

    Denn wie wir wohl hoffentlich alle wissen, verbreitet die “Lord’s Resistance Army” schon seit mehr als zehn Jahren im Kongo und den angrenzenden Gebieten Terror und Schrecken, indem sie Frauen vergewaltigt, Kinder verschleppt und wahllos Menschen tötet. Und das alles um einen “christlichen Gottesstaat” auf Grundlage der 10 Gebote zu erschaffen. Ich finde, dass in diesem Sinne jegliche Untaten, die mit Religionen bzw. religiösen Schriften gerechtfertigt werden, diskutiert werden sollen. Aber ob wir dafür bereit sind? Können wir es von allen Muslimen verlangen, wenn wir selbst als christliches Land nicht bereit sind uns mit christlichem Terror zu beschäftigen (denn medial wird das nur als “Randnotiz” betrachtet, wodurch überhaupt keine Auseinandersetzung stattfindet/stattfinden kann)?

    Weiter Informationen zur Lord’s Resistance Army kann man u.a. in den Artikeln der Süddeutschen Zeitung finden (z.B. http://www.sueddeutsche.de/politik/die-untaten-der-lords-resistance-army-haende-und-koepfe-abgehackt-1.479302).

    • Peter Engels

      Anhänger der Gruppe, leben nach den Gesetzen des Alten Testament. Dieses gibt es auch in der Scharia. Wer Kritik am Koran übt, darf getötet werden. Das Alte Testament wurde aber reformiert und das Neue Testament ist die Grundlage der meisten heutigen Christen. Der Koran wurde aber nie reformiert obwohl er auch aus dem Alten Testament entstand.

  • muslimischer Gast

    Das Problem an dem Artikel ist die Gegenüberstellung der Verbände mit dem “Muslimischen Forum”. Wenn man sich die Gründungsmitglieder ansieht, erkennt man einen großen Anteil an Aleviten und Yeziden (haben mit Sunnitischen Islam etwa so viel zu tun wie Mormonen und Rastafarianer mit dem Katholizismus) sowie Prof. Khorchide, welcher sich als Akademiker ohne Anbindung zu den Verbänden schon oft weit aus dem Fenster gelehnt hat (in seinem bekanntesten Buch “Islam ist Barmherzigkeit” hat er z.B. alle Muslime, die nicht seiner Theologie folgen, als ungläubig bezeichnet, und sich damit auf dasselbe Niveau wie die Salafisten begeben). Man nehme einmal an, eine Gruppe aus Mormonen und Rastafarianern mit einem Elfenbeinturm-Akademiker-Lutheraner würden eine Gruppe starten, in der sie den katholischen Verbänden sagen wollen, wie sie ihre Religion auslegen sollen und dafür ein Thesenpapier schreiben, das so geschrieben ist, wie sich nicht-Muslime in Deutschland den Islam wünschen. Auch wenn ich vielen der Thesen des Forums folgen kann, ist die Methode absolut hirnrissig, kommt aber in den uninformierten nicht-mulimischen Medien gut an.

    • Reinhard Aschenbrenner

      Wieso ist die Methode hirnrissig? Was die hier lebenden Muslime wollen, spielt keine Rolle, solange es gegen das Grundgesetz verstoßen. Einem Radikalen zu folgen, der die Bestrafung von Homosexualität mit 100 Peitschenhieben fordert und Adolf Hitler gutfindet, hätte eigentlich zur sofortigen Verhaftung der österreichischen Islamfunktionäre wegen Wiederbetätigung führen müssen.

  • Öffne deine Augen

    Terrorismus ist die Anwendung von Terror zur Einschüchterung von Personengruppen und zur Durchsetzung bestimmter (politischer) Ziele.

    Genauso kannst du auch Diktaturen, etc sehen. Islamisten sind Terroristen, aber Terroristen si8nd keine Muslime.

    • Marcela Dannemann

      ach soooo sin dann Catolicos Apostolicos y Romanos aber Bitte!!!

  • Marion Schneider

    Die Muslimischen Kulturen sind ausgeprägte Männergesellschaften. Mich wundert es da kein bisschen, dass sie sich ängstigen vor der westlichen Kultur. Frauen und Männer sind gleichberechtigt. Frauen dürfen bei uns alles tun was auch Männer tun dürfen. Ja, sie dürfen sogar regieren. Glaubt eigentlich irgendjemand, dass diese Männergesellschaft im Handumdrehen ihren Frauen die gleichen Rechte einräumen wie wir das in unseren europäischen Ländern haben?
    Für mich geht es bei diesem Kampf um die Erhaltung des Patriarchats, um sonst nichts. Da ist die angestammte Religion, hier der Koran, nur Mittel zum Zweck. Wenn wir in die Geschichte der Frauenrechte bei uns in Europa zurückblicken, finden wir Grausamkeiten ähnlicher Dimension in Zeiten der Inquisition. Kluge Frauen wurden als Hexen verunglimpft, gefoltert und verbrannt. Auch hier wurde die Religion, die Christliche, zum Zwecke der Unterdrückung des weiblichen Geschlechts instrumentalisiert. Deshalb wage ich zu behaupten, dass es sich im tiefsten Grunde um einen Geschlechterkrieg handelt.
    Bin gespannt auf Ihre Meinung

    • derblondehans

      … Respekt, werte M.S., darauf muss ‘Mann’ erst mal kommen, da ermorden Mohammedaner mehr als 100 Menschen, in Paris, anno 2015, u.a. während eines Musikkonzertes [sic!] und Ihnen fällt sofort ein, dass ‘in Zeiten der Inquisition‘, wann und was immer das sein soll, Christen kluge Frauen als Hexen verunglimpft, gefoltert und verbrannt haben sollen.

      Ich versichere Ihnen, werte M.S., Sie hätten sich ‘in Zeiten der Inquisition‘, um Ihr Wohl nicht sorgen brauchen … nun ja.

    • Snafu

      “Ja, [Frauen] dürfen [bei uns] sogar regieren…” Khaleda Zia? Hasina Wajed? Benazir Bhutto?

      Google-Tipp: “White Feminism”

      • Marion Schneider

        Ausnahmen nicht die Regel!

        • Maskutrollfrauenfeindmischpoke

          Dann erzählen sie doch mal, wo hier im Westen regierende Frauen die Regel sind. Sie sind auch hier die Ausnahme. Tansu Ciller regierte mal die Türkei. Frankreich, Spanien, Polen oder Österreich sind als Demokratien noch nie von einer Frau regiert worden, soweit ich weiß.

          Frauen interessieren sich von Natur aus weniger für Politik, sind weniger aggressiv, durchsetzungsstark und führungsorientiert. Das ist Biologie, und die wird sich auch noch in hundert Jahren manifestieren – wenn keiner mehr die Gender-Theorie kennt.

          Nach ihrer Lesart haben die Frauen die Französische Revolution bewirkt, um so die Demokratie in Europa zu etablieren. Schließlich wollte das Ancien Regime seine Macht behalten und schön patriarchal weitermachen.

          Im übrigen mußte jeder Arsch während der Inquisition leiden. Das war gender-neutral. Würde mich nicht wundern, wenn Frauen einen winzigen Anteil der Opfer ausmachen würden.

          • Snafu

            Hihi. Aufgrund Ihres Profilnamens sag ich hierzu mal nichts, Herr Maskutroll:

            “Frauen interessieren sich von Natur aus weniger für Politik, sind
            weniger aggressiv, durchsetzungsstark und führungsorientiert. Das ist
            Biologie, und die wird sich auch noch in hundert Jahren manifestieren –
            wenn keiner mehr die Gender-Theorie kennt.”

            Allerdings frage ich mich auch immer, wo beim Thema Inquisition das Bild von “Kirche vs. Frauen” herrührt. Die Geschlechterverteilung der Opfer war ca. 50:50 und die Gerichte in der Mehrzahl säkular.

            Gruß von einer politikinteressierten Frau in Führungsposition 😉

          • Maskutrollfrauenfeindmischpoke

            Zu diesem Zitat müssen Sie auch nichts sagen. Aber Sie scheinen etwas schlicht zu sein, wenn Sie hier neunmalklug irgendwelche spekulativen Suggestionen kreieren.

            Frauen haben das Recht, in die Politik zu gehen, ein Recht auf Prozentanteile oder Gleichverteilung/Gleichstellung gibt es nicht. Es wäre mit dem Grundgesetz nicht vereinbar.

            Im übrigen kann man hier die Frage nach den biologischen Geschlechtsunterschieden völlig außer acht lassen. Gender-Ideologen versuchen nicht umsonst, jedwede Biologie zu diskreditieren. Sie glauben, damit könnten sie die Gleichstellung legitimieren. Was aber Unsinn ist.

            Aber das verstehen sowieso nur intellektuell etwas versiertere Menschen. Die Frage nach den Geschlechtsunterschieden ist völlig irrelevant für das Problem der Gleichberechtigung. Dieser Firlefanz wird uns aber wohl noch ein paar Jahrzehnte verfolgen.

            http://gender-ideologie.de

  • Gutmann

    “…deutet im Übrigen darauf hin, dass die Täter keine als Flüchtlinge
    getarnten eingeschleusten Terroristen waren, sondern Menschen, die in
    den Pariser Verhältnissen bestens bewandert sind.”

    Zwei bei den Torsos von Terroristen gefundene, gefälschte syrische Pässe deuten darauf, dass der erste Teil dieser Aussage nicht stimmt. Mindestens einer der Passinhaber wurde Anfang Oktober auf der Balkanroute in Griechenland sowie in Serbien registriert. Dies spricht für die These, dass der IS den Flüchtlingsstrom dazu missbraucht um Terroristen einzuschleusen.

    Der IS hat in Syrien zehntausende Blanko-Pässe erbeutet und ist in der Lage authentische syrische Pässe mit falschen Identitäten auszustellen. Teilweise werden Pässe an durchreisende Flüchtlinge – z. B. aus Afghanistan – verkauft um mit dem Erlös Waffen und Sprengstoff zu besorgen. Zum anderen können so genannte “Rückkehrer” aus Westeuropa mit syrischen Pässen im Windschatten der Flüchtlingstrecks in den Schengen-Raum einreisen – während sie mit ihren eigenen EU-Pässen bei Polizei- oder Grenzkontrollen umgehend verhaftet würden.

    Ergo: Unter den Tätern waren mindestens zwei französische Staatsbürger, die sehr wahrscheinlich als IS-Kämpfer in Syrien waren und – als Flüchtling getarnt – unter Ausnutzung des derzeitigen Einreise- und Registrierungschaos’ nach Frankreich zurückkehrten um terroristische Anschläge auszuführen.

    • Sören Heim

      Als frz Staatsbürger kommt man auch anderweitig nach Frankreich. Aber wenn ich interesse habe das Klima zu verschärfen, reise ich natürlich als “Flüchtling” ein. So wird ein Schuh draus.

    • Heiko Heinisch

      Der Pass wurde registriert und nicht zwingend derjenige, der ihn beim Anschlag bei dich trug. Fest steht bislang nur, dass mehrere bislang identifizierte Täter französische bzw. belgische Staatsbürger waren. Und Rückkehrer finden meiner Meinung nach einfachere Wege als im Boot übers Meer.

      • Herold Hansen

        Fest steht, das konnte Georg Mascolo in seiner sachlichen Art und ohne Widerspruch gestern bei Jauch verkünden, die Balkanroute ist die Hauptroute für den Waffennachschub.
        Auch wenn sie andere Möglichkeiten haben, warum sollten Dschihadisten das Chaos der unkontrollierten Einreise einer Viertelmillion Menschen nicht nutzen?

        Auch wenn sie Gruppenweise eingereist sind, wäre es für sie eine enorme Panne, wenn wir jetzt schon sichere Beweise hätten. Sie brauchen mindestens 1-2 Jahre zur Erforschung von Projekt und Methode. Sie gehören mit ihren syrischen Pässen zu den Bevorzugten, werden sich eine passende Unterkunft suchen und den Umwohnenden demonstrieren, was für unauffällige, nette und hilfsbereite Nachbarn sie doch sind.

      • Gutmann

        Fest steht, dass IS-Rückkehrer, die vorher in Syrien waren, unter den Attentötern waren. Fest einkalkulieren muss man, dass der IS Terroranschläge in Europa mittels Rückkehrer plant – das wurde auch angekündigt. Die meisten europäischen IS-Kämpfer sind polizeibekannt, an den türkischen Landgrenzen zu Griechenland/Bulgarien stehen von der EU errichtete Grenzzäune und die konventionellen Rückreisewege nach Europa beinhalten inzwischen ein hohes Risiko verhaftet zu werden. Daher ist die Einreisevariante “Flüchtlingstreck”, die sich nach Merkels abenteuerlichen “Willkommensdekret” vom 4. September herauskristallisiert hat, durchaus eine Option.

        Der Weg übers Meer sollte dabei noch das kleinste Problem sein. Von der Westküste derTürkei bis zu einer der vielen vorgelagerten griechischen Inseln sind es jeweils nur wenige Kilometer. Für den Rest der Route bis nach Bayern haben mittlerweile die Transitstaaten selber die Rolle der Schlepper übernommen und besorgen einen großen Teil des Transports.

        Warten wir ab, was wir in den nächsten Tagen noch erfahren werden. Wenn man aber immer wieder hört, dass zehntausende mutmaßliche Flüchtlinge in Deutschland ohne vernünftige Registrierung herumirren – teils wochenlang! – und die Behörden noch nicht einmal Zahlen über die Anzahl von Einreisen nennen können, trägt das nicht gerade zu einem erhöhten Sicherheitsgefühl bei.

  • Jasmina Varrel

    Danke, Heiko Heinisch. Ich fürchte, es wird tatsächlich Zeit, dass sich auch und gerade diejenigen in die gegenwärtige Diskussion einmischen, die über ein entsprechendes Fachwissen verfügen. Dass Sie das so offen – mitsamt abgedrucktem Portraitfoto und Lebenslauf tun – finde ich ausgesprochen mutig und lobenswert. Der Islam befindet sich derzeit in einer Art Sturm- und Drangphase. Und das macht eine Religion, die nicht nur extrem missionarisch, sondern auch politisch ausgerichtet ist (denn Mohammeds erster Versuch, seine neue, zum damaligen Zeitpunkt noch durchaus friedliche, tolerante Weltanschauung in Medina an den Mann zu bringen, scheiterte kläglich – interessant wurde es für die Stammesfürsten erst, als Eroberungszüge, das Schwert und somit Politik und Gewalt ins Spiel kamen), brandgefährlich. Insbesondere, wenn sie dann noch ausgesproche exklusiv ist (wer ‘drin’ ist, ist der ‘Gute’, wer ‘draußen’ ist, der Feind).

  • Islam ist Frieden

    Eine Fatwa (Rechtsprechung) von über 120 Gelehrten aus jeder Ecke der Welt

    “An Dr. Ibrahim Awwad al-Badri alias ,Abu Bakr al-Baghdadi‘.
    An die Kämpfer und Anhänger des selbst ernannten ,Islamischen Staates‘.

    27. September 2014
    1. Es ist im Islam verboten, ohne die dafür jeweils notwendige Bildung und Kenntnis zu haben, Fatwas (Rechtsurteile) zu sprechen. Sogar diese Fatwas müssen der islamischen Rechtstheorie, wie sie in den klassischen Texten dargelegt wurde, folgen.

    Es ist ebenfalls verboten, einen Teil aus dem Koran oder eines Verses zu zitieren, ohne auf den gesamten Rest zu achten, was der Koran und die Hadithe über diese Angelegenheit lehren. Mit anderen Worten gibt es strikt subjektive und objektive Vorbedingungen für Fatwas. Bei der Sprechung einer Fatwa, unter Verwendung des Korans, können nicht ,die Rosinen unter den Versen herausgepickt‘ werden, ohne Berücksichtigung des gesamten Korans und der Hadithe.

    2. Es ist im Islam vollkommen verboten, Recht zu sprechen, wenn die arabische Sprache nicht gemeistert wurde.

    3. Es ist im Islam verboten, Scharia-Angelegenheiten zu stark zu vereinfachen und festgelegte islamische Wissenschaften zu missachten.

    4. Es ist im Islam (den Gelehrten) gestattet, Meinungsverschiedenheiten über bestimmte Angelegenheiten zu haben, außer in all jenen, welche als die Fundamente der Religion gelten, die allen Muslimen bekannt sein müssen.

    5. Es ist im Islam verboten, bei der Rechtsprechung die Wirklichkeit der Gegenwart zu missachten.

    6. Es ist im Islam verboten, Unschuldige zu töten.

    7 .Es ist im Islam verboten, Sendboten, Botschafter und Diplomaten zu töten; somit ist es auch verboten, Journalisten und Entwicklungshelfer zu töten.

    8. Dschihad ist im Islam ein Verteidigungskrieg. Er ist ohne die rechten Gründe, die rechten Ziele und ohne das rechte Benehmen verboten.

    9. Es ist im Islam verboten, Menschen als Nichtmuslime zu bezeichnen, außer sie haben offenkundig den Unglauben kundgetan.

    10. Es ist im Islam verboten, Christen und allen “Schriftbesitzern” – in jeder erdenklichen Art – zu schaden oder sie zu missbrauchen.

    11. Es ist eine Pflicht, die Jesiden als Schriftbesitzer zu erachten.

    12. Die Wiedereinführung der Sklaverei ist im Islam verboten. Sie wurde durch universellen Konsens aufgehoben.

    13. Es ist im Islam verboten, die Menschen zur Konvertierung zu zwingen.

    14. Es ist im Islam verboten, Frauen ihre Rechte zu verwehren.

    15. Es ist im Islam verboten, Kindern ihre Rechte zu verwehren.

    16. Es ist im Islam verboten, rechtliche Bestrafungen sowie Körperstrafen ohne das korrekte Prozedere, welches Gerechtigkeit und Barmherzigkeit versichert, auszuführen.

    17. Es ist im Islam verboten, Menschen zu foltern.

    18. Es ist im Islam verboten, Tote zu entstellen.

    19. Es ist im Islam verboten, Gott – erhaben und makel-los ist Er – böse Taten zuzuschreiben.

    20. Es ist im Islam verboten, die Gräber und Gedenkstätten der Propheten zu zerstören.

    21. Bewaffneter Aufstand ist im Islam in jeglicher Hinsicht verboten, außer bei offenkundigem Unglauben des Herrschers und bei Verbot des Gebets.

    22. Es ist im Islam verboten, ohne den Konsens aller Muslime ein Kalifat zu behaupten.

    23. Loyalität zur eigenen Nation ist im Islam gestattet.

    24. Nach dem Tod des Propheten – Frieden und Segen seien auf ihm – verpflichtet der Islam niemanden, irgendwohin auszuwandern.

    Wenn man sich diese Fatwa durchliest dann sieht man der IS wurde vom Islam verstoßen und jeder der Ihnen trotzdem noch folgt ist einfach nur ein Psychopath der Gründe sucht um Terror zu verbreiten.

    • Heiko Heinisch

      So einfach ist es leider nicht. Diese Fatwa versucht etwas, das im Islam seit Anbeginn der Religion immer wieder zwischen den verschiedenen Gruppen getan wurde: Dem jeweils anderen die Zugehörigkeit absprechen, ihn quasi zum Apostaten zu erklären. Die aufgezählten Punkte, was alles im Islam verboten sei, lässt sich leicht widerlegen, weil alle diese Punkte interpretierbar sind und von den Unterzeichnern dieser Fatwa interpretiert werden. Nur kurz zu einigen wenigen Punkten:
      Punkt 1: Fatwas etwa spricht in weiten Teilen der islamischen Welt jeder Imam aus und al-Bagdadi verfügt über die dafür notwendige religiöse Ausbildung.
      Punkt 6. “Es ist im Islam verboten, Unschuldige zu töten.” – Aber wer ist unschuldig? In Saudi Arabien (und es sind auch saudische Gelehrte unter den Unterzeichnern) wird die Todesstrafe ebenso vollzogen (schon ca. 200 mal alleine dieses Jahr) wie im Iran und zwar für ähnliche Vergehen wie im Gebiet des IS.
      Punkt 8. “Dschihad ist im Islam ein Verteidigungskrieg. Er ist ohne die rechten Gründe, die rechten Ziele und ohne das rechte Benehmen verboten.” – Wäre der Dschihad im Islam tatsächlich immer und ausschließlich als Verteidigungskrieg verstanden worden, hätte es nie ein Arabisches und auch kein Osmanisches Reich gegeben. Die geführten Expansionskriege sind immer als Verteidigungskriege interpretiert worden und es waren immer die Religionsgelehrten, die dazu aufgefordert haben. Es genügte, die “Ungläubigen” jenseits der Grenze als Gefahr wahrzunehmen, um präventiv einen “Verteidigungskrieg” zu starten.
      Punkt 12: Sklaverei gab es in keiner Region länger als in den islamischen. Saudi Arabien hat sie erst in den 1960er offiziell verboten, existieren tut sie immer noch. Gleiches gilt etwa für Mali und auch das Fremdarbeitersystem in Katar hat mehr mit Sklaverei zu tun als mit einem Lohnarbeitssystem.
      10. “Es ist im Islam verboten, Christen und allen “Schriftbesitzern” – in jeder erdenklichen Art – zu schaden oder sie zu missbrauchen.” – außer, könnte man anfügen, sie bedrohen die islamische Gemeinschaft. Und genau das ist die Begründung des IS. In der islamischen Geschichte gab es immer wieder Phasen, in denen Andersgläubige zum Islam gezwungen oder getötet wurden.

      Kurz: Der tiefere Sinn dieser Fatwa ist nicht, dass die unterzeichnenden Gelehrten der Meinung sind, der IS sei wegen irgendwelcher Handlungen un-islamisch, sondern eigentlich nur wegen einer: Der Ausrufung des Kalifats. Damit maßt sich al-Bagdadi eine Autorität an, von der sowohl die Al-Azhar Universität als auch die Saudis der Meinung sind, das sie alleine ihnen zusteht. Der IS ist für sie in religiöser Hinsicht eine Gefahr – und speziell für Saudi Arabien auch machtpolitisch, weil er viele Anhänger im Land hat. Darum geht es und um ein nettes Zeichen Richtung Westen. Diese Fatwa passt in das gängige Muster, das sich auch die Vertreter der islamischen Verbände in Europa angewöhnt haben: “Der IS hat nichts mit dem Islam zu tun.” Das wird das Problem nicht lösen.

    • derblondehans

      ISlam: Ergebung, Hingabe

      Muslim: der sich Allahs Willen unterwirft, hingibt

      Salam: Frieden

      ‘Slm’ kann auch Frieden bedeuten: Mohammed Briefe sind unterschrieben mit ‘Aslem Taslam!’; Ergebt euch, ihr bekommt Frieden. Mit anderen Worten: ‘Konvertiere zum Islam oder du wirst umgebracht!‘.

      Hat Mohammed da was falsch verstanden, oder ist die Fatwa ein Fake?

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  • Jakob Nägele

    Der Mainstream-Islam ist antisemtisch und christenfeindlich. In einer Schule in Neu-Ulm hat ein 10-jähriges Moslem-Bürschlein im Ethik-Unterricht gesagt: Alle Juden und Christen müssen getötet werden….die Kriminalpolizeit ermittelt. Ergebnis ist Null….sie trafen auf eine Mauer des Schweigens. Wir werden islamisiert, der Staat, toleranzbesoffen wie er ist, wird die Islamisierung juristisch korrekt begleiten. Am Schluss werden die Moslems das Grundgesetz abschaffen und sie werden uns nicht mal fragen,

  • jacub

    In Osteuropa ist die Hölle los, Polen und die Baltischen Länder mobilisieren ihre Armeen und im Westen tut man so als ob nichts wäre und erschreckt sich wegen kleineren Terrorangriffen zu tode..

    Peinlich.

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