Die Kolumnisten

persönlich. parteiisch. provokant.

In Zukunft mit Sané

Obwohl er in Englands Premier League noch vor WM-Torschützenkönig Harry Kane zum besten Nachwuchsprofi gewählt wurde, verzichtete Joachim Löw auf Dienste von Leroy Sané. Einigen formschwachen, lange verletzten oder lustlosen Spielern hielt der Bundestrainer die Treue. Schon jetzt ist klar: Egal, ob Löw noch lange Trainer bleibt oder nicht, die Zukunft muss unverbrauchten Leuten wie Sané gehören.

Im deutschen Fußball wird zurzeit zu viel über Mesut Özil gesprochen und zu wenig über Spieler wie Leroy Sané, denen die Zukunft gehört. Dabei hätte seit Juni, als Joachim Löw den 22-Jährigen überraschend aus dem WM-Kader strich, eigentlich unentwegt über den Jungstar von Manchester City geredet werden müssen. So verwundert waren Experten über diesen Rauswurf. Man muss weit in der Fußballhistorie zurückgehen, um auf eine ähnlich falsche Personalentscheidung eines Bundestrainers zu stoßen. Bis ins Jahr 1982 nämlich, als der damalige DFB-Coach Jupp Derwall vor der Weltmeisterschaft in Spanien mit Barca-Star Bernd Schuster brach, obwohl der gerade zur Gallionsfigur eines Starensembles avancierte, in dem der aufstrebende Diego Maradona und die Hälfe der damaligen spanischen Nationalauswahl kickte.

Allerdings kann man Derwall mildernde Umstände zugestehen. Schuster galt als extrem kapriziös und wurde zudem von seiner nicht minder kapriziösen damaligen Ehefrau Gaby gemanagt. Beide gab es nur im Doppelback. Darüber hinaus hatte „Häuptling Silberlocke“, wie Derwall allgemein genannt wurde, die Rolle des Mittelfeldstrategen und Anführers bereits Paul Breitner zugedacht. Zwei derart dominante Typen in einer Mannschaft, das wäre in der Tat nicht gutgegangen.

Größte Fehlentscheidung seit Jupp Derwall

Nun dringen bislang keine Skandalgeschichten über Sané aus Manchester den Ärmelkanal herüber und den Namen seiner Partnerin muss man erst einmal googeln. Anders als Derwall kann Löw keine außersportlichen Gründe für die Nichtnominierung des City-Flügelflitzers geltend machen. Und sportlich hat der Sohn des früheren Nürnberg-Stars Souleyman Sané einiges auf der Habenseite. Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen: Sané wurde in der abgelaufenen Saison zum besten Nachwuchsspieler der englischen Premier League gewählt. Noch vor dem Engländer Harry Kane, dem späteren Torschützenkönig der Weltmeisterschaft! Außerdem steuerte er zehn Treffer und 15 Torvorlagen zur Meisterschaft von Manchester City bei. Sein Vereinstrainer Pep Guardiola, ein Mann, der sicher nicht als anspruchslos gilt, ist fest von der Klasse Sanés überzeugt.

Zurecht fragen sich manche, wie der Nationaltrainer eines Landes, in dem zunehmend über die nachlassende Qualität des Nachwuchses gejammert wird, ein solches Ausnahmetalent zuhause lassen kann, während er gleichzeitig lange verletzten, lustlos auftretenden oder formschwachen Spielern – wie eben Özil, aber auch Thomas Müller, Sami Khedira oder Mats Hummels, der im deutschen Pokalfinale vom pfeilschnellen Frankfurter Ante Rebic mehrfach vorgeführt wurde – quasi einen Freifahrtschein gibt. Den Leistungsgedanken fördert so eine Personalpolitik sicher nicht.

Freifahrtschein für formschwache Spieler

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Von den DFB-Spielern, die bei der WM in Russland auf dem Platz standen, haben vielleicht nur Timo Werner und Niklas Süle Normalform oder mehr gezeigt, mit Abstrichen gilt das auch für Marco Reus. Das, was alle anderen an Fußball oder – besser gesagt – Alibi-Fußball dargeboten haben, hätte Sané selbst in allerschwächster Verfassung sicher auch hingekriegt.

Wieso nur konnte ein Mann wie Löw, der seit 2008 die alleinige Verantwortung beim DFB trägt – und somit erfahren genug sein sollte – nur so einen Fehler machen? In den Medien wurde über einige Gründe dafür spekuliert. Ein Aspekt sollen die großen Leistungsunterschiede zwischen Sanés Auftritten im Manchester-Dress und denen im DFB-Trikot gewesen sein. So ist es Fakt, dass der Offensivmann im deutschen Team bislang nie die Dynamik und die Torgefahr hat aufblitzen lassen, die ihn in der Premier League auszeichnet. Aber: Für einen richtig guten Trainer ist es eine besondere Herausforderung, einen als schwierig geltenden oder formschwachen Spieler in den Griff zu bekommen. Niko Kovac ist das bei Eintracht Frankfurt mit Ante Rebic, der vorher nirgendwo richtig Fuß fassen konnte, perfekt gelungen. Und Jupp Heynckes hat Kingsley Coman, der bei dessen Vorgänger in München, Carlo Ancelotti, schwächelte, wieder zu alter Stärke verholfen. Hat der Bundestrainer dies bei Sané überhaupt versucht oder war er zu sehr auf die verbliebenen Spieler der „Goldenen Generation“ fokussiert, mit denen er 2014 den WM-Titel gewann?

Löw kreidet Sané Presseberichten zufolge auch an, dass dieser sich im vergangenen Sommer lieber einer Nasen-Operationen unterzog, anstatt mit dem DFB-Team zum Confed-Cup nach Russland zu fahren. Außerdem dürfte der Bundestrainer vielleicht gedacht haben, dass ein schneller und dynamischer Spieler wie Sané nur bedingt zu seiner eher statischen und auf ständigen Ballbesitz angelegten Spielidee passt. Diese Spielweise hat sich jedoch überlebt und bei der Weltmeisterschaft als wenig erfolgreich und ineffizient erwiesen. Kurz nach den Deutschen mussten ja auch die Erfinder, des Ballbesitzfußballs, die Spanier vorzeitig nach Hause reisen. Weit kamen dagegen Mannschaften wie Frankreich und Belgien, die auf dynamisches Umschaltspiel setzen (ein Spieler-Typ wie Sané passt ideal dazu) oder die Kroaten, die mittlerweile so spielen wie früher die Deutschen, nicht immer schön, aber mit unerschütterlicher Mentalität und deshalb meistens erfolgreich. Die Engländer wiederum haben mich stark an jene spielerisch limitierte DFB-Auswahl erinnert, der 2002 ein überragender Torwart, ein Torjäger in Bestform und eine günstige Auslosung reichten, um ins Halbfinale vorzustoßen. Voraussetzung dafür war sowohl bei den Engländern 2018 als auch bei den Deutschen 2002 ein intakter Mannschaftsgeist. Vor allem den ließ die DFB-Auswahl bei der jüngsten Weltmeisterschaft vermissen, obwohl sie sich inzwischen aus Marketinggründen „Die Mannschaft“ nennen lässt.

Bester Jungprofi in England

Vielleicht ist Sané dem deutschen Bundestrainer auch einen Tick zu selbstbewusst und vielleicht traut er dem ganzen Hype, der in England um Sané entstanden ist, nicht wirklich. In der Vergangenheit war es ja in der Tat so, dass einige Spieler, die von der englischen Presse in den Himmel geschrieben wurden, bei großen Turnieren eher unterirdisch kickten. Prototypen dafür waren Wayne Rooney oder Frank Lampard, es trifft aber auch auf diverse Stars aus Argentinien oder Afrika zu, die lediglich in der Premier League reüssieren konnten (Mohammed Salah meine ich hier ausdrücklich nicht, da seine WM-Leistung nur vor dem Hintergrund der Verletzung, die er sich zuvor beim Champions League-Finale zugezogen hatte, objektiv beurteilt werden kann).

Bei der Weltmeisterschaft 2018 hat die Premier League der Bundesliga aber eine ganz lange Nase gezeigt. Allein im WM-Finale standen mehr Kicker, die auf der Insel ihr Geld verdienen als Bundesligaspieler. Und dabei hatte die Bundesliga sogar noch Glück, dass die Kroaten, bei denen immerhin drei Profis in der hiesigen obersten Spielklasse aktiv sind, und nicht die Engländer ins Endspiel einziehen konnten. Schaut man sich indes die Teams an, die das Viertelfinale erreicht haben, dann wird das Missverhältnis richtig dramatisch. 53 Spieler der besten acht WM-Teams waren in der Premier League aktiv, allein elf davon kamen vom Meister Manchester City, Sanés Club. Die gesamte Bundesliga brachte es gerade einmal auf neun Viertelfinalisten, den Schweden Albin Ekdal vom Neu-Zweitligisten Hamburger SV eingerechnet. Lässt man diese Statistik in Ruhe wirken, dann erscheint der Verzicht auf Manchesters Juwel umso merkwürdiger. Frei nach Giovanni Trapattoni fragt man sich: Was erlaube Löw…?

Wie tief sitzt die Kränkung?

Nun hat der Bundestrainer immerhin angekündigt, Sané künftig wieder in seinen Kader zu berufen. Die Frage wird sein, ob der Mann aus Manchester nun mit einer Jetzt-erst-Recht-Mentalität zurückkehrt oder ob das Misstrauensvotum, das Löw vor der WM gegenüber Sané ausgesprochen hat, die Arbeitsbeziehung der beiden nicht dauerhaft belasten könnte. Falls ja, dürfte das für den deutschen Fußball nichts Gutes bedeuten. Denn viel mehr junge deutsche Spieler von der Klasse eines Leroy Sané sind derzeit nicht auf dem Rader erkennbar. Erschwerend kommt hinzu, dass die dynamische Spielanlage Sanés kaum mit Ballbesitzfußball à la Löw kompatibel ist. Wenn Löw die besonderen Qualitäten des Jungstars tatsächlich voll zur Entfaltung bringen will, müsste er bereit sein, von seinen fixen Konzepten abzuweichen.

Zumindest die Zeit dürfte indes für Sané arbeiten. Löw besitzt noch einen Vertrag bis 2022, und Stand jetzt ist es eher unwahrscheinlich, dass dieses Arbeitspapier nochmals verlängert wird. Sané wäre 2022 erst 26 und damit im besten Fußballeralter. Aber vielleicht ändern sich die Dinge bei andauerndem Misserfolg ja schneller als geplant. Zu wünschen wäre dem deutschen Fußball ein Wandel durchaus. Wie sang Herbert Grönemeyer einst zur Eröffnung einer Weltmeisterschaft: Zeit, dass sich was dreht!

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8 comments
Rainer Seifert

Nun ja, Herr Kern. Hinterher sind wir alle schlauer. Welcher Fußballfan war wohl nicht enttäuscht von dem, was „Die Mannschaft“ in Russland geboten hat. Pech kam auch noch dazu gegen Mexico und Süd Korea, das darf man fairerweise auch berücksichtigen.

Zudem hat der gute Leroy in Spielen unser Nationalmannschaft (ich bezeichne sie mal einfach weiterhin so) zumindest zuletzt längst nicht so überzeugt wie im Verein. ( Übrigens ein Phänomen welches ältere fans noch sehr gut von Jupp Heynckes kennen.) Von der Nichtnominierung war ich auch ich ziemlich überrascht und es war ja nicht die einzige Überraschung. Hoffentlich waren allein sportliche Gesichtspunkte entscheidend.

Vielelicht war es ja auch nur der Weltmeister-Fluch, den vorher auch schon Spanien und Frankreich erleiden mussten. Ein wenig zuviel Selbstbewusstsein in den Köpfen der Multi-Millionärs-Weltmeister könnte geschadet haben.

Persönlich habe ich mich nicht in die Özil Schelte eingeordnet, aber natürlich war sein faux pas mit dem Herrscher Anatoliens alles andere als förderlich. Früher als Genie zu bezeichnen, schien er nach meiner Wahrnehmung nun doch langsam in ruhigere Gefilde abzugleiten. Warum sonst hat Real Madrid ihn auch schon lange vorher abgegeben? Das Wort verkauft, obwohl recht gebräuchlich, ist für mich in dem Zusammenhang menschenunwürdig. Seltsam übrigens, dass Gündogans Verhalten nicht gar so große Wellen schlug, obwohl er sein Trikot ja sogar mit einem Liebesbeweis an „seinen“ Präsidenten überreichte.

Übrigens hat Jugi Löw schon 2006 vor dem Spiel gegen Italien schlimme Fehler gemacht, indem er die Mansnchaft – für viele fans total unverständlich – auf wichtigen Positionen umstellte. Bonitelli ( oder so ähnlich hieß er) bedankte sich dafür mit zwei Toren.

Des Einen Freud, des Andern Leid. Als gute Europäer sehen wir all dies doch aber ganz gelassen. Die WM 2018 war schließlich ein toller Erolg für Europa. Vier europäische Mannschaften im Halbfinale. Würde doch auf europäischer Ebene nur immer alles so gut laufen.
Aber dafür gibt es hier ja Spezialisten, die über sehr schöne Erklärungen verfügen.

Mein Vorschlag: Jetzt einfach mal abwarten, wie die nächsten Spiele so verlaufen. Dann wissen alle Bundestrainer dieses Landes auch mehr. Und immer daran denken, andere Nationen haben auch sehr gute Fußballer. Möge allseits die bessere Mannschaft gewinnen. Fast so wie im übrigen, im wahren Leben.

    Andreas Kern

    So ist es, die beste Mannschaft hat gewonnen, die Zweitbeste wurde Dritter, weil sie schon im Halbfinale auf die Beste getroffen ist. Aber sportlich war der Ausgang der WM schon in Ordnung.

    Nicht nur Heynckes war im Verein regelmäßig besser als Nationalteam. Das gilt auch für einige andere, etwa für Uwe Bein von „meinem Team“ Eintracht Frankfurt. Aber Sané ist auch noch jung und es könnte vielleicht auch daran liegen, dass seine Spielweise nicht so stark mit Löws Ballbesitzphilosophie kompatibel ist. Dennoch: Wer in einer der beiden stärksten Ligen der Welt zum besten Nachwuchsspieler gewählt wurde, gehört auch zur WM!

    Der gute Mann, der Löw das Leben schwer gemacht hat, hieß Mario Balotelli. Das war bei der Europameisterschaft 2012 in Polen/Ukraine. Auch dieses Spiel hat der hochgelobte Herr Löw komplett vercoacht. Aber das war immerhin ein Halbfinale und der Gegner waren starke Italiener und nicht absolut schlagbare Mexikaner oder Südkoreaner. Daher sollte man für das Ausscheiden in einer absolut machbaren Vorrundengruppe kein Pech gelten lassen, die DFB-Elf war einfach zu schlecht. Dass die Gegner keine Übermannschaften waren, sieht man alleine daran, dass Mexiko und Schweden bald sang- und klanglos, ohne irgendwie zu glänzen, im Achtel- bzw. Viertelfinale ausgeschieden sind.

    Für die nahe Zukunft bin ich indes nicht sehr optimistisch. In der Nations League, die zur Qualifikation für die nächsten Europameisterschaft führt, geht es unter anderem gegen Weltmeister Frankreich und die neu formierte niederländische Mannschaft. Ein Selbstläufer wird das nicht…

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      Rainer Seifert

      Ok, kleine Verwechslung meinerseits 2006/2012. Es war halt der zweifache k.o.

      Ich denke, Herr Löw achtet auch sehr auf ein persönlich gutes Verhältnis der Spieler zu ihm. Vielleicht mehr als man es bei seinem scheinbar so jovialen Wesen glauben möchte.

      Widersprüchliche Meinungen haben vermutlich Sandro Wagner die WM Teilnahme gekostet. Einesteils verständlich, denn entscheiden können letztendlich nur die Trainer. Diskussionen sollten aber – wie immer im Leben – möglich und sogar erwünscht sein.

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        Andreas Kern

        Es ist ja grundsätzlich nicht falsch, dass ein Spieler auf den Charakter der Spieler achtet. Das machen ja alle so. Franz Beckenbauer hat sogar einmal den großartigen Torwart Uli Stein von einer Weltmeisterschaft nach Hause geschickt, weil er stänkerte anstatt sich in seine Rolle als Nummer Zwei hinter Toni Schumacher zu fügen. Aber sich nur mit Musterschülern abzugeben, spricht natürlich nicht für einen Trainer. Aus England hört man zumindest keine Tatarenmeldungen über Sanés Lebenswandel und seine Auffassung von Profi-Fußball. Und mit seinem – nicht gerade anspruchslosen – Vereinstrainer Pep Guardiola scheint er ja auch auszukommen. Deshalb: Dass Löw so ein Ausnahmetalent nicht zum wichtigsten Turnier überhaupt mitnimmt, ist und bleibt für mich unverständlich.

        Die Entscheidung gegen Sandro Wagner kann ich dagegen nachvollziehen. Für den Sturm gab es 2 Planstellen im Kader. Für eine war Timo Werner – nach seinen Leistungen in der Bundesliga und der Euro League – zurecht gesetzt. Dann muss sich Löw zwischen Gomez und Wagner entscheiden. Aufgrund seiner internationalen Erfahrungen und seiner überragenden Rückrunde beim VfB Stuttgart hätte ich mich da auch für Gomez entschieden.

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          Rainer Seifert

          Oder eine Planstelle im Sturm hinzugefügt. Zwei erscheint mir verdammt wenig. Fällt einer aus, ist es blöd. Fallen zwei aus ist es doppelt blöd. Alternative dann: Thomas Müller als Mittelstürmer? Naja… Ein Posten auf dem er für mich eigentlich immer fehl am Platz war. Seine großen Qualitäten konnte er besser dahinter zeigen.

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          Andreas Kern

          Anstatt immer nur Özil zu bashen, sollte auch über Müller und seine Leistungen einmal sehr kontrovers diskutiert werden. Dass ich ihn sehr kritisch sehe, habe ich schon vor einem Jahr geschrieben: https://diekolumnisten.de/2017/07/24/die-m-frage/

          Grundsätzlich gebe ich Ihnen recht. Zwei Planstellen im Sturm sind zu wenig. Aber auch auf dieser Position zeigt sich, dass die DFB-Elf in der Breite mittlerweile schlechter aufgestellt ist als viele der Konkurrenten. Bei Eintracht Frankfurt spielt beispielsweise Sebastian Haller, der nicht einmal Ansatzweise an der französischen Nationalelf schnuppert. So gut wie Wagner oder auch Gomez sehe ich ihn aber schon. Aber die Franzosen haben halt im Angriff eine andere Qualität. Auch hier zeigt sich, dass man sich hierzulande nach dem WM-Titel auf den Lorbeeren ausgeruht und lediglich den Status quo verwaltet hat.

          Allerdings, würde ich, wenn es um einen weiteren Angreifer ginge, Nils Petersen aus Freiburg den Vorzug vor Wagner geben. Er bringt noch eine andere Note ein.

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Ronald Schubert

Ich bin nicht einmal großer Fußballfan, , aber ich erinnere mich an das Theater von Löw als er verkündete, Nachwuchsspieler für de WM aufzustellen und das am Ende doch nicht getan hat.
Es kam, wie es kommen musste und die Causa Özil war nur ein Aspekt davon!

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    Andreas Kern

    So ist es. Rein sportlich Özil zum Sündenbock zu machen, ist billig und sachlich falsch. Viele andere waren genau so schlecht oder schlechter. Die Verantwortung für das fatale Auftreten der „Mannschaft“ bei der Weltmeisterschaft trägt natürlich in erster Linie Joachim Löw, der nicht nur mit einigen Personalentscheidungen völlig daneben lag.

    Zu Özil: Die Fotoaktion mit einem ausländischen Autokraten hat natürlich eine politische Dimension, die der DFB offenbar unterschätzt oder falsch eingeschätzt hat. Hier kann man nur den langjährigen Grünen-MdB Christian Ströbele zitieren, der gesagt hat: „..Wenn er (Özil) aber mit Präsident/Kandidat Erdogan im Wahlkampf nicht fürs Privatalbum, sondern für die Weltpresse (sich fotografieren lässt), muss er sich fragen lassen, was er von dessen Politik hält.“