Mansplaining – Nur für Männer!

Wollen Sie ein moderner Mann sein? Nie wieder als Reaktionär gelten? Dann lesen Sie diese Tipps.

Kein Mansplaining
Jetzt bloß nichts erklären! Bild von Omar Medina auf Pixabay

Diese Kolumne richtet sich ausschließlich an Männer, Frauen sollten ab dieser Stelle nicht weiterlesen. Er schadet ihrer Gesundheit. Insbesondere diejenigen Frauen, die beim Lesen der Überschrift und nachdem sie bemerkt haben, dass der Autor ein Mann ist, ein gewisses Grummeln verspürt und kritisch die Augenbrauen hochgezogen haben, seien gewarnt: All Ihre Befürchtungen werden sich bestätigen.

Also, liebe Männer, nachdem wir jetzt so ganz unter uns sind, möchte ich euch zwei Tipps geben: Wenn Ihr so Typen seid, die gern mal anderen Menschen was erklären, z.B. den Unterschied zwischen Web-App und nativer App oder ähnlich schwerwiegende Dinge, auch wenn die das vielleicht gar nicht erklärt haben wollen oder es vielleicht sogar selbst besser wissen: Schaut genau hin, ob euch ein Mann oder eine Frau gegenüber ist.

Ist es ein Mann, macht ruhig weiter. Vielleicht schaut der euch genervt an und sagt: „Halt die Klappe, ich weiß das selbst.“ Oder er sagt: „Behalt deine Schlauheit für dich, mich interessiert das nicht!“ Zu mir hat sogar mal einer gesagt: „Hast du keinen Friseur? Erzähl dem das!“ – aber mehr passiert nicht.

Wenn es aber eine Frau ist, der ihr euer Wissen aufdrängt, dann ist das, was ihr da macht „Mansplaining“ und das ist nicht nur nervig, sondern politisch, jawohl. Ihr seid dann nicht nur Besserwisser, sondern extrem reaktionär, fast AfD, oder so.

Oder wenn ihr mal eine Person seht, die irgendwas macht, und ihr habt das Gefühl, sie stellt sich ungeschickt an, und ihr denkt, ihr könntet das schneller und besser und wollt gar helfen – oder nur zeigen, was ihr für geschickte Leute seid. Bevor ihr diese Person beiseiteschiebt und ihr das Werkzeug aus der Hand nehmt, schaut genau, ob es eine Frau oder ein Mann ist.

Bei einem Mann, kann euch nicht viel passieren. Vielleicht schubst er euch zurück und sagt: „Ich will das selbst hinkriegen“ oder „Lass mich in Ruhe, ich kann das schon.“ Im schlimmsten Fall, wenn ihr es dann selbst nicht hinbekommt, werdet ihr ausgelacht. Bei einer Frau ist das auch Mansplaining. Da kann es euch passieren, dass ihr bei ihrem als Beispiel für diese schreckliche Sorte Männer herhalten müsst, die das Patriarchat aus dem vorletzten Jahrhundert wiederhaben wollen, die das Frauenwahlrecht ablehnen und überhaupt finden, dass Frauen besser zu Hause bleiben sollen. Denn was ihr dann macht, ist eben dieses Mansplaining, und das ist viel schlimmer, als einfach nur zu nerven.

Wer als Mann als fortschrittlich und zeitgemäß gelten will, beherzigt am besten folgende Grundregeln: Helft keiner Frau, wenn sie nicht ausdrücklich darum bittet. Und macht nie mehr als wirklich nötig. Erklärt einer Frau nichts, wonach sie euch nicht explizit gefragt hat. Und kein Wort mehr als unbedingt erforderlich. Dann seid ihr moderne Männer. Eure Freude am Erklären und am Helfen lebt besser unter Männern aus.

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9 comments
Klaus Krause

Ich fasse zusammen: Ein Mann, der keine Hilfe wünscht, wehrt diese ab, eine Frau kommuniziert mit einer möglichst großen Zahl anderer darüber.

Bombe 20

Das gruseligste daran ist: Eine bestimmte Sorte Feministinnen, die diesen Beitrag schon aus Prinzip doch gelesen hat, wird jetzt vermutlich eifrig nicken und sagen: „Genau so ist es. Endlich ein Mann*, der verstanden hat… allerdings auch sehr transphob.“

Und sich morgen wieder darüber echauffieren, daß Männer im Beruf ja nur andere Männer fördern würden, um ihre „Boys‘ Clubs“ aufrechtzuerhalten.

Erklären ist das neue Türaufhalten.

B20

Frank Hornung

Ganz schön sexistische Kackscheiße das hier! Glaubt der Autor tatsächlich, dass Frauen nicht Frau genug sind um den Mund auf zu machen, wenn sie keine Hilfe wollen? Ich kenne jedenfalls kein so unselbständiges Weibsvolk.

„Helft keiner Frau, wenn sie nicht ausdrücklich darum bittet. Und macht nie mehr als wirklich nötig. Erklärt einer Frau nichts, wonach sie euch nicht explizit gefragt hat. Und kein Wort mehr als unbedingt erforderlich. Dann seid ihr moderne Männer.“

Und nächste Woche an dieser Stelle:
Egoistische Männerbünde – Männer helfen nur Männern und lassen Frauen dumm dastehen

    Th. Dörnbach

    Tja aber genau das sind doch die Lektionen, die Mann aus „mansplaining“, „manterupting“, „manbeing“ und „manbreathing“ etc lernen soll! Denn es sind Feministinnen, die es für Frauen unzumutbar halten sich VERBAL auszudrücken, und mal zu sagen „halt s’maul“ oder so! Kennst du die „nein heisst nein“-Gesetze? Damit du nach ehelichem Sex als Vergewaltiger da stehst, reicht es, wenn Frau ein nein „gedacht“ hat. Sagen, Zeigen oder abwehren muss sie nicht mehr. Denn für Frauen scheint es unzumutbar ihren Willen zu äussern.

    Du siehst: in dem Augenblick, in dem wir Männer 1 zu 1 das machen, was Feministinnen von uns wollen, oder auch nur ANDEUTEN was die logischen Konsequenzen aus den feministischen Forderungen sind – sind wir auch wieder die Bösen, und gar böser als vorher.

      I.D.

      Einfache Frage: Hättest du deinem Kumpel Ulf die gleiche Banalität auch erklärt? Oder den Kollegen Mark auch in seinen Ausführungen unterbrochen? Wenn ja – weitermachen, ist halt nur je nach Situation generell kein guter Umgang. Wenn nein – warum dann dieses bei Bettina und Ulrike tun? Mansplaining bedeutet nicht „Ein Mann erklärt was“, sondern „Ein Mann erklärt einer Frau etwas triviales, was er gegenüber einem Mann nicht für erklärenswert gehalten hätte“.

      Nächste Frage: Wie wär es mal mit „Ja heißt Ja“? Wessen sexuelle Gefühle von einer kurzen, ehrlichen „Hast du auch Lust?“-Frage getötet werden, der sollte vielleicht noch mal generell über seine Erwartungen nachdenken. Und das gilt für Männer genauso wie für Frauen oder alle Gender dazwischen, da gibt es keine Ausnahmen.

      Die Forderung der (vernünftigen) Feministinnen: Behandelt Frauen nicht anders als Männer. Oder umgekehrt. Nur darum geht es. Würden wir alle das hinbekommen, würden auch Männer in vielen Bereichen davon profitieren.* Gleichberechtigung ist eine Win-Win-Situation.

      (*Und um es vorweg zu nehmen: Ja, es gibt biologische Unterschiede, die in wenigen Bereichen zu unterschiedlichen Anforderungen/Bedürfnissen führen. Wenn wir mal alle ganz nüchtern drauf schauen würden, kämen wir aber sicherlich zu dem Schluss, dass die Anzahl dieser tatsächlich nicht zu umgehenden biologischen Unterschiede gering ist und in manchen Punkten vermutlich mit ein wenig Engagement auch ausgeglichen werden kann – wiederum in beide Richtungen.)

    Volker

    Tja ist schon ziemlich verkürzt das ganz.
    Und eben nicht wiklich zuende gedacht. Kolumnen-Sprech eben und kein großes Ding und lohnt eigentilch nicht wirklich sich damit tatsächlich zu beschäftigren Dem Artikel mein ich; das mit dem Mensplaining vielleicht schon, auch wenn das m.E, (sic!) lediglich sio ein Zeitgeistding ist.
    Beitragen möchte ich aber dann doch folgendes das mir mit dem benannten Ding zusammen hängt – von wegen Hilfsbereitschaft wo es um mehr geht als das neue Tür auhalten; was als Herabsetzung der Kompetenz des anderen gedeutet werden kann -das ist wohl eher der Kern des gaznen.
    Also jetzt kommts:
    Die Bereitschaft Frauen mittels Beatmung wiederzubeleben ist geringer als bei Männern.
    Nun darf geraten werden warum.
    Beste Grüsse
    Volker

Beelzebub

„Helft keiner Frau, wenn sie nicht ausdrücklich darum bittet.“

Und wenn sie darum bittet, helft auch nicht, sondern antwortet: „Eine Powerfrau schafft das locker, ohne dass ein Mann ihr hilft.“ Besonders dann, wenn, wie in 99% aller Fälle, die Herrrin der Schöpfung nur deswegen um Hilfe bittet, weil sie sich nicht die zarten Finger*innen schmutzig machen will.