Die AfD und Pandoras Taubenschach

Welches ist der richtige Umgang mit der AfD, wenn man sich selbst als Demokrat und Bürger eines Rechtsstaates sieht?

Taubenschach

Es soll Leute geben, die sich „niemals“ mit der AfD identifizieren würden, aber dennoch sich für eine Normalisierung im Umgang mit ihr aussprechen. Sei es, dass man sie als „demokratische Partei wie die anderen“ betrachtet, sei es, dass man sie im politischen Spektrum darin einordnet, wo sie sich selbst einordnen will: Dem Konservatismus.

Philipp Mauch ist ein Politikberater, unmissverständlicher Demokrat und CSU-Mann und eine langjährige Facebookbekanntschaft von mir. Seine für mich am meisten herausstehenden Merkmale waren immer wieder seine betonte und informierte Selbsteinordnung als Konservativer, aber auch sein immerwährendes Ringen, die neu aufkommende Rechte in Deutschland ALS Demokrat und Politikexperte zu betrachten. So ist sein aktuelles Projekt davon geprägt und vor allem ist es davon motiviert gewesen: Er organisiert eine Podiumsdiskussionsreihe, die unter dem Motto „Clash of Conservatives“ firmiert. Bei den bislang zwei Terminen, deren Diskutanten fest standen, waren es einerseits eine Persönlichkeit mit wertkonservativem Profil und gut informiertem Hintergrund und andererseits ein Mitglied der AfD.

Ein Podium für die AfD?

Da ich nicht weiter darauf eingehen will, zu erörtern, was genau „Konservatismus“ bedeutet und ob die AfD diesem Kriterium entspricht – es ist schließlich die selbstgestellte Aufgabe des Formats – so möchte ich auf den für mich interessanteren Nebenschauplatz der Diskussionen hinführen: Darf man der AfD ein Podium bieten, zumal mit der offensichtlichen Adelung durch das Etikett „Konservatismus“?

Zuerst möchte ich Philipp Mauch in Schutz nehmen. Ungeachtet dessen, ob man bei diese Frage mit einem deutlichen „Nein“ beantwortet, so möchte ich grundsätzlich feststellen, dass der Veranstalter sich dieses Problems nicht nur immer schon bewusst war, sondern, dass er – wie man auf seinem Blog (variationenderalternativlosgikeit.wordpress.com) und seinen Facebook-Einträgen lesen kann – sich genau diese Frage immer wieder stellte. Sein unerschütterlicher Glaube an die selbstreinigenden Kräfte der Demokratie, aber auch das Bewusstsein um das Paradox, dass Demokratie sich selbst mit undemokratischen Mitteln retten kann, sind meine Interpretation, warum er sich für dieses Mittel entschied, die AfD zu stellen: Er lässt sie zu Wort kommen, nimmt sie erst einmal in ihrem Selbstverständnis als konservative Position ernst, und lässt sie im fairen Wettkampf auf der Bühne bestehen. Gegen jemanden, der allgemein wohl als Konservativer gesehen wird.

Das ist ehrenwert.

Der falsche Weg

Doch ich meine, es ist der falsche Weg. Philipp Mauch setzt auf die Eigenkraft des Arguments und die Rationalität der Akteure und ihrer Beobachter des Wettstreits. Das ist aber sehr dünnes Eis, denn das, wofür die AfD kritisiert wird und wovor die meisten der Linksradikalität unverdächtigen Kritiker warnen, ist ja gerade nicht der Wille zu demokratischem und fairen politischen Umgang. Gerade Populisten und unredliche Propagandisten sind letztlich nur an Macht interessiert und jedes Mittel ist ihnen recht, einige Zeitgenossen, die sich im Gefolge befinden, fühlen sogar eine gewisse Freude am „Lass brennen!“.

Das Anliegen Philipp Mauchs kann nur dann funktionieren, wenn sich nur Protagonisten mit einem gemeinsamen Grundverständnis und -interesse an dem Disput (mithin bemüht, fair zu sein) beteiligen. Ansonsten spielt eine Seite Schach und die andere spielt Taubenschach (wer das nicht kennt: Googlen hilft).

So sind Warnungen und Befürchtungen um einen Dammbruch der Ent-Demokratisierung keineswegs die Angst vor reinen Gespenstern. Schließlich sehen wir eine solche Loslösung von sicher geglaubtem Konsens des zivilen Umgangs mit dem Bürger und dem Staat mit einem Blick nach Übersee, wo der Greatest Tweeter of all Times zeigt, wie weit man kommt, wenn man nur dreist und skrupellos genug agiert.

Die Frage bleibt trotzdem bestehen, ob diese Merkmale (Populismus, „Lass brennen!“) bei der AfD insgesamt und bei den Diskutanten des „Clash“ vorliegen. Sollte es so sein, dann hilft Offenheit und Ehrlichkeit ihnen gegenüber überhaupt nicht und genau das Befürchtete tritt ein. Der „Clash“ ist dann nur ein weiteres Einfallstor für Populismus und Diskreditierung lösungswilliger Politik. Und wenn diese Merkmale nicht vorliegen, dann ist diese Veranstaltung allenfalls eine nette Idee, die einige erreicht und sonst recht harmlos bleibt (Sorry, Philipp!).

Die Büchse der Pandora

Manche halten dagegen und wollen in einer solchen Veranstaltung nicht einmal die mögliche Gefahr sehen: Hey, wir wissen nicht, was in der Büchse der Pandora steckt, solang wir da nicht hineinsehen! Lasst uns sie doch mal aufmachen.

Es muss ja nicht gleich die mythische Büchse sein. Aber selbst die jüngere Geschichte kennt solche Situationen, so unerhört ist das gar nicht. Populisten haben sich immer wieder über ganze Staaten hergemacht und einige ins Unglück gestürzt.

Mao wollte nur etwas Schwung in die Sache bringen, den Alt-Kadern etwas den Marsch blasen, die dem ungestümen Mao mit Vernunft und Bedenken nicht viel entgegenhalten konnten, auch nicht der spätere Reparateur einiger seiner Fehler: Deng Xiaoping.

Wussten Sie, dass Rumänien zur Zeit des kommunistischen Putsches 1944, als die Sowjetunion einmarschierte, nicht einmal 1000 Mitglieder in der Rumänischen Kommunistischen Partei hatte? Sie waren Pragmatiker, sie nutzten jede Hilfe, und Ceausescu hatte später, ganze 12 Jahre nach Stalins Tod, dessen Verständnis von Politik übernommen und als „Conducator“ (Führer!) umsetzen wollen. Besonders interessant, dass er zuerst viel Anerkennung für eine gewisse Öffnung erhielt, auch im Westen. Wer hätte damals ahnen können, dass er dann als das Schreckgespenst für kommunistische Irrwege dienen wird. Oder doch? Opportunismus und Chuzpe – das kommt doch bekannt vor.

Und die Mutter aller warnenden Beispiele: Wer hat Hitler nach dem „Putsch“ 1923 in der Haft Papier und Bleistift gegeben? Wir wollten ja hören, was er zu sagen hat….

Das Kind auf der Schaukel

Die Lehren der Geschichte besagen: Erwarte nicht, dass die Fairness, die du auf dem politischen Machtfeld anderen zukommst, von allen auch erwidert wird. Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut und sie wird NICHT verletzt, wenn man jemandem kein Podium bietet. Aber gibt man dem Falschen ein Megaphon, dann gibt er es nicht mehr her und die freie Meinungsäußerung ist ein Recht, das mit Lautstärke sinnlos wird. Und jeder kennt das Kind auf dem Spielplatz, das – einmal in der Schlange beim Schaukeln drankommend – diese nicht mehr hergibt.

Deswegen ist es nicht falsch, misstrauisch zu sein, wem man die gleichen politischen Rechte gibt wie den anderen, Vertrauensvorschüsse können sich bitter rächen.

Ein Anfangsverdacht gegen die AfD in diesem Punkt liefert schon Björn Höcke, der sich offenbar von dem Neuen Rechten Götz Kubitschek im Hintergrund leiten lässt (wie es Zauberlehrling Bernd Lucke auch aufging).

Besonders eindrücklich erweist sich jedoch die neue Europawahl-Kampagne, die ich in der Nachbarschaft sehen kann.

Blonder Junge

„Ein Europa der Vaterländer“ mit einem blonden Junge darauf. Was für eine große Projektionswand für das Unterbewusstsein, Freud lässt grüßen. Wenn ich staatsmännisch auftreten wollte, hätte ich „Ein Europa der souveränen Staaten“ gewählt, nicht das merkwürdige „Vaterländer“. Der kleine Junge dazu – honi soit qui mal y pense.

Besonders auffällig – „Geht’s noch, Brüssel? Diesel retten“. Bei einer Europawahl wird gegen Europa gesprochen. Dabei wollen auch AfD-Kandidat mit diesem Plakat selbst zu „Brüssel“ werden, sie bitten darum, dahin gewählt zu werden. Dass man den Diesel retten will, wie vielleicht sonst die Bienen … Ich wusste nicht, dass Diesel (aus)sterben können.

Und so weiter. Das sind Trigger. Völlig losgelöst voneinander, ohne gemeinsames Konzept. Da fehlt der Wille, Politiklösungen und Vorstellungen zu entwickeln, die man auf Plakate nur noch zu kommunizieren braucht. Da werden nicht nur Wahlgeschenke versprochen, da wird sogar der eigenen Projektion überlassen, was man als Wähler als solches Geschenk erwartet. Das ist nicht mehr einfach nur das übliche Wahlkampfgerassel mit polemischer Zuspitzung, das sind schon um die Zukunft unbekümmerte reine Wahlmaschen. Somit genau die Tendenzen, die oben von mir als politopathologisch beschrieben wurden.

Habe ich jetzt eine Antwort auf die eingangs aufgeworfene Frage, wie der richtige Umgang mit der AfD ist? Noch nicht.

Aber ich habe eine eindeutige Antwort für mich gefunden, wie ich die AfD sehen werde: Nicht als Partner um die Zukunft, nicht als Zugpferd der Demokratie und aber vor allem nicht als eine Gruppe, der ich zutraue, das Beste für unser Land zu wollen und sich einen fairen Wettkampf liefern zu wollen. Und die Konsequenz ist letztlich: Keinen Fußbreit.

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9 comments
Mighty Quinn

… werte Fr. Chris Kaiser, ich meine die AfD hat gar kein Interesse an einer zukünftigen Partnerschaft mit Ihnen. Und ob Sie der AfD das Beste für unser Land zutrauen …. puuuh … ich meine die AfD – mittlerweile, den Umfragen nach, ‚im Osten‘ die stärkste politische Kraft – wird Sie nicht einmal ignorieren.

EINIGKEIT UND RECHT UND FREIHEIT. Oder?

    Chris Kaiser

    :
    Ja, sie ist nicht an einem partnerschaftlichen Umgang bemüht, an der Zukunft des Landes zu bauen. Das ist, was ich auch sage. Ich finde das gut, dass Sie das auch ehrlich sehen und sagen. Deswegen ist es auch verlorene Liebesmühe, sie als „eine demokratische Partei wie die anderen“ zu sehen.

    LG
    Chris Kaiser

      Mighty Quinn

      … nun werte Fr. Kaiser, Sie sind diejenige die gegen ‚Ein Europa der Vaterländer‘ und gegen blonde Kinder polemisiert. Der Zukunft Deutschlands können Sie in der ‚Deutschen Nationalhymne‘ lesen: (Oder singen!)

      Einigkeit und Recht und Freiheit
      für das deutsche Vaterland!
      Danach lasst uns alle streben
      brüderlich mit Herz und Hand!
      Einigkeit und Recht und Freiheit
      sind des Glückes Unterpfand:
      |: Blüh im Glanze dieses Glückes,
      blühe, deutsches Vaterland! 😐

      Karl Friedrich Buck

      Chris Kaiser,

      die Altparteien haben sich den Staat zur Beute gemacht. Es waren Zustände wie in der Volkskammer. Alle Parteien nennen sich zwar unterschiedlich, haben aber immer ein Ziel:

      a) Eurorettung um jeden, wirklich jeden Preis
      b) Gende-Gaga
      c) Islamisierung
      d) Europäischer Superstaat mit Alki Juncker an der Spitze

      Die AfD ist neu und anders. Sie hat mit den dummen Entscheidungen der Kanzlerin und der Altparteien nichts zu tun.

      Eine wahre Alternative. Die gefehlt hat. Ohne Berufspolitiker. Mit Menschenverstand. Mit Erfolg.

      Das macht die Altparteien nervös. Es geht um Geld und Macht.

      Die Nazi-Keule wirkt nicht. Man hat keine Argumente….Hilfe.

      AfD = belebt die Demokratie wieder und das ist gut so.

      kf buck

      Warum soll man mit Parteien zusammenarbeiten, die unser Land ruinieren?

      a) Bildung
      b) kriminelle Facharbeiter, die vergewaltigen und töten
      c) verfehlte Euro-Politik

      Warum mit sozialistischen Parteien weiter zusammenarbeiten??

      Damit der Untergang schöner wird?

KF Buck

Ich habe wirklich sehr interessante Erfahrungen mit den „Gutmenschen“. Sie leben in ihrer Traumwelt und man kann sie sehr leicht enttarnen:

a) Ein Rechtsanwalt ist sehr begeistert von GRETA. Schon mit 8 Jahren hat sie sich mit dem Klimawandel beschäftigt und nun ist sie IKONE einer weltweiten Bewegung. Einfach toll. Die Realität sieht natürlich anders aus. Jeder kann sie googelen: Astroturfing.

b) Ein ganz toller früherer kommunistischer Agitator bei Opel in Bochum hat mir den Klimawandel erläutert. Ich habe geschrieben: „Deutschland soll dekarbonisert und deindustrialisiter“ werden. Das bestritt er vehement. Er sagt: „Weltweit wird abschied genommen von den fossilen Energieträgern“…..da habe ich mal gegoogelt: Handelsblatt: Weltweit sind 1400 Kohlekraftwerke im Bau…grübel, grübel…..ist das jetzt ein Lügner? Oder lügt das Handelsblatt? Ich bin verwirrt.

c) Ein angesehener Kommunist von der CDU aus dem Rheinland schreibt in etwa: Wo kommt unsere Gesellschaft hin, wenn „Schiedsrichter“ wie Journalisten, Richter und Wissenschaftler nicht mehr akzeptiert werden?

Haha, ein Kommunisten-Komiker. Er glaubt wirklich, dass Journalisten der Wahrheit verpflichtet sind. Stichwort: Relotius….und dann Richter…die werden ja von Politikern ernannt, wieso sollen die unabhängig sein? Staatsanwälte sind in der BRD weisungsgebunden….Wissenschaftler: Wie das IPCC, rein politische Veranstaltung.

Ich lache mich schlapp, dümmer gehts nimmer. Das sind die Gegner der AfD. Naiv und blauäugig. Lassen Mörder und Kriminelle rein und vernichten das eigene Volk. Ist ja gut gemeint. Nun sind sie halt da. Kann ich doch nichts dafür.

Der Soros hat Merkel versprochen, dass nur die besten der besten kommen.

Leute, Ihr müsst mal in der Realität ankommen…z.B. mal in eine Tafel gehen und schauen, wie die „Neubürger“ Frauen und alte Leute „wegboxen“….

Das ist aber zuviel erwartet…lieber geilt man sich an seiner eigenen moralischen Überlegenheit auf.

    Elke Messer-Schillinger

    Herr Buck, Sie pestern gern per Mail und PN.
    Vorzugsweise Frauen. Dabei werden Sie gern anzüglich und stellen sich insgesamt als einen außerordentlich verwirrten Charakter dar. Ihnen gegenüber moralisch überlegen zu sein, ist keine große Kunst. Intellektuell übrigens auch nicht. Sie mögen sich ja als big player fühlen, wenn sie in Stuttgart durch die Fraktionsräume schleichen (da haben wir uns mal persönlich getroffen), aber für was man Sie dort hält, darüber kann ich nur spekulieren. Wenn ich die Reaktionen auf Ihren Namen in Betracht ziehe, die ich beobachten konnte, während Sie noch nicht im Raum waren, fällt es mir sehr schwer mir vorzustellen, dass sie irgendwer ernst nimmt. Nicht mal bei der AfD.

      KF Buck

      Elke,

      ich sage nur folgendes:

      2 Mio Flüchtlinge kommen nach Deutschland. Es fehlen Wohnraum für ca 2 Mio Menschen.

      Die AfD sagt: Die steigenden Mieten kommen von der hohen Nachfrage. Der Geschäftsführer Marc Bernhard (hatte 400 Angestellte) beschreibt diesen Vorgang. Preistheorie.

      Sie als SPD-Tante weisen das natürlich von sich. Das hat nichts mit den Flüchtlingen zu tun. Das sind die bösen Spekulanten.

      Bilden Sie sich. Nur als „Gutmensch“ hat man heute keine Chance. Sie natürlich schon. Sie bekommen ja noch eine Auszeichnung vom Heidelberger OB für Ihre
      „verbalen Mülle“, den Sie absondern. Nur weiter so, das stärkt die AfD. Wer wählt schon noch die SPD?

      Die SPD reisst die Grenzen auf und lässt alles rein, was Asyl sagen kann und dann fehlen die Wohnungen.

      Das muss besser geplant werden….Planwirtschaft muss her, Genossen!!

      Vorwärts immer, rückwärts nimmer.

      Sozialismus nach dem Vorbild Venezuelas !!

      Kuba hat die intelligentesten Huren, leider haben die Leute nix zu fressen. Das ist der Sozialismus, der auch in der BRD herrschen soll.

      Frauen glaube ich eh nichts. Im Islam (den die Linken ja so sehr mögen) ist die Frau nur die Hälfte wert.

      Was interessiert mich ihr Geschwätz?

Rainer Seifert

Ein Europa der Vaterländer war übrigens auch – zusammen mit Adenauer – das Wunschbild des Ex Genals und französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle. Welch Opportunist, oder? Da hilft auch nicht das Argument der „anderen Zeit“.

Ach ja, die allseits rechtschaffenen Politiker der Altparteien, wo sind sie nur geblieben?

Herr Schäuble oder eine CDU Frau, einer von beiden muss damals gelogen haben. Schäubles Spruch von keinesfalls weiteren Rettungspaketen für Griechenland nach dem ersten lässt eine böse Ahnung augkommen. Seine Aussage dagegen, von der nach 1945 nie selbsständigen Rechtslage Deutschlands ließe Hoffnung aufkommen, wäre sie keine Eintagsfliege.

Wie viele Politiker sind schwupps nach ihrem Abgang von der politischen Bühne in bestens bezahlten Positionen in der Wirtschaft untergekrochen. Üblerweise auch noch lagen die eng an ihrem politischen Verantwortungsbereich. Da war mal ein SPD Bundesminister der schickte seinen Staatssekretär vor zur Entmündigung des Bundeskartellamtes in diesem Fall, und im Nu waren beide im Energieunternehmen tätig. Natürlich nicht bloß als Büroleiter.

Mag sein, solche üblen Dinge passieren eines Tages auch bei der AfD, wenn sie von den Altparteien aufgrund zunehmender Stärke anerkannnt werden muss. Dann werden echte Demokraten auch das kritisieren und anprangern.

Sie sind noch jung und werden den Werdegang der Grünen nicht miterlebt haben. Im Berliner Senat deren Vorläufer als Alternative Liste, die Gruppe der Polizistentreter und Steineschmeißer. Von CDU, SPD und FDP gemieden wie der Teufel das Weihwasser. Heute Merkels Vorbild?

Um 1990 hatte ich einen Kollegen und Dienstvorgesetzten, der war zuvor CDU Abgeordneter im Westberliner Senat. Nach einer kontroversen Abstimmung gegen die Parteiraison – es ging um die Erhöhung der Diäten – war seine politische Karriere beendet. Den Vorschlag seines Fraktionsvorsitzenden, bei der Abstimmung ein verschwiegenes Örtchen aufzusuchen, befolgte er nämlich nicht, sondern stimmte gegen den Entwurf.

Seine Aussage damals wörtlich: „Unglaublich, was aus dieser Partei für ein korrupter Haufen geworden ist.“

Ihnen wünsche ich in kommenden Jahrzehnten viel Freude und Glück in einem Europa, welches von seinen verantwortlichen Politikern gegen die Wand gefahren wurde. Haben Sie einen Lösungsvorschlag, wo und wie Millionen alleinstehender junger Burschen aus völlig anderen Kulturen, in denen Frauen alles andere als die ihnen bei uns zu Recht wenigstens teilweise zuerkannte Rolle spielen, eine Partnerin herbekommen sollen? China lässt grüßen.

Die schreibt ein früherer jahrzehntelanger SPD-Wähler. Auf frühere und heutige Politiker dieser altehrwürdigen Partei einzugehen verbietet mir mein Gesundheitszustand.