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Nein, wir sollten diesem Mörder nicht den Gefallen tun, ausführlich über die in einem Manifest niedergelegten Beweggründe zu diskutieren. Wir sollten ihm auch nicht den Gefallen tun, diesen Dreck zu verbreiten oder gar das ekelhafte Livevideo von diesem Massaker zu teilen. Dieser Täter verdient es nicht.
Die erschütternde Erkenntnis dieses Ereignisses ist allerdings, dass die Propaganda von der „Umvolkung“, die auch in Deutschland seit einigen Jahren verbreitet wird, auf furchtbar fruchtbaren Boden gefallen ist. Und es ist zu befürchten, dass dieser Täter, ganz ähnlich wie Breivik, auf den er sich bezieht, zu einer Ikone bestimmter Menschen werden und es Nachahmungstäter geben wird.
Es ist nicht der erste Ethnopluralist, der tötet und es wird nicht der letzte bleiben. Die Idee des Ethnopluralismus geistert seit geraumer Zeit durch die Welt. In Europa sind es insbesondere die Identitären, die diese Ideologie vertreten. Und obwohl der Begriff ja durchaus positiv nach Pluralismus klingt, ist es letztlich nichts anderes als purer Rassismus. Die „Überlegenheit der weißen Rasse“ wollte der Mörder demonstrieren, sagt er. Tatsächlich demonstrierte er die monströse Fratze eines Wahns, den auch die Nationalisten aller Länder teilen.
Gebildete Hetzer
Es sind dabei die gebildeten Hetzer, die mit wohl formulierten Worten und freundlichem Lächeln im Gesicht, dieses Gift verbreiten, auf das sich dann solche Mörder berufen. Neuerdings werden die auch schon zu Geburtstagsfeiern bei Intelektuellen eingeladen. Ich nehme den Tätern sogar ab, dass sie glauben, mit ihren grässlichen Verbrechen etwas zu tun, was sie tun müssen. Solch irre geleitete Menschen sind auch nicht zwingend geisteskrank, wie gerne behauptet wird. Sie sind vielmehr meistens Überzeugungstäter, die meinen, einer größeren Sache zu dienen. Bei dem Einen ist diese größere Sache eine Religion und bei dem Anderen der Glaube an irgendeine Ideologie, die es rechtfertigen soll, andere Menschen zu töten. Dabei sind diese „Kämpfer“, denn für solche halten sie sich, in der Regel ziemlich feige Vögel, die gar keinen Kampf suchen, sondern ihre Taten vorwiegend an harm-, wehr- und arglosen Menschen verüben, die entweder fröhlich in einer Diskothek tanzen, ein Konzert, einen Weihnachtsmarkt besuchen oder wie nun in Neuseeland, friedlich in einer Moschee beten. Vermutlich geht es diesen „Helden“ ähnlich wie den SS-Schergen, die sich einbildeten, trotz ihrer Menschenvernichtung immer „anständig“ geblieben zu sein.
Was diese Mörder erreichen wollen, ist im Prinzip nichts anderes als das, was ein quengelndes Kind oder ein Autor erreichen will. Aufmerksamkeit. Für ein paar Tage weltbekannt. Das lässt sich leider nicht vermeiden, denn das man über eine solche Tat nicht weltweit berichten würde, ist nicht vorstellbar. Die Frage ist allerdings, ob man das ausufernd mit Sondersendungen etc. tun muss. Man muss auch nicht den Namen nennen. Welche Bedeutung soll der für die Tat haben?
Nach jedem dieser Anschläge schlagen die Wellen hoch. Die Frage, wie man derartiges künftig verhindern kann, kommt zwangsläufig auf. Da wird reflexartig nach neuen Überwachungsmöglichkeiten, härteren, schärferen Gesetzen gerufen. Kennen wir schon. Letztlich eine sinnfreie Diskussion, denn ganz gleich, was man sich da ausdenken mag, einen entschlossenen Täter kann letztlich niemand aufhalten.
„Merkel muss weg“
Was man allerdings tun könnte, wäre sichtbar zu machen, dass zwar der Mörder die letzte Verantwortung für seine Tat hat, diese aber nicht ohne Grund geschieht. Da mögen individuelle Gründe eine Rolle spielen, was man bei den meisten Attentätern nicht genau erforschen kann, weil diese meistens darauf achten, am Ende der Tat selbst zu sterben, wie echte Märtyrer das halt machen. Es spielen aber eben auch die gesellschaftlichen Diskussionen eine Rolle. Schon irre, dass der beliebte Pegida-Ruf, Merkel muss weg, offenbar so erfolgreich um die Welt gegangen ist, dass selbst ein Australier, der auch Europa bereist hat, meint, die Bundeskanzlerin müsse getötet werden. Natürlich werden die mit Galgen demonstrierenden „Volker“ behaupten, das sei doch nur metaphorisch gemeint, aber selbst wenn das so sein sollte, mag nun dem ein oder anderen der Gedanke kommen, dass auch verbaler Hass am Ende in ganz realen Mord münden kann.
Die Helden der – meist nur eigenen – Meinungsfreiheit meinen, ihre Hassreden seien durch das Grundrecht der Meinungsfreiheit gedeckt. Damit haben sie sogar weitgehend recht, sofern sie sich nicht eindeutig volksverhetzend äußern. Das Grundgesetz lässt dem Beklopptenund Bösartigen seine Meinung. Das ändert aber nichts daran, dass auch Äußerungen unterhalb der Strafbarkeitsschwelle durchaus dazu geeignet sind, den Nährboden für extremistische Straftaten zu bilden. Nun wäre es allerdings fatal, daraus den Schluss zu ziehen, man müsse die Meinungsfreiheit weiter einschränken. Damit macht man die geschickten Hetzer allenfalls zu Opfern. Das bedeutet nun aber auch nicht, dass man auf solche Reden und Kommentare in den sozialen Netzwerken gar nicht reagieren brauche. Ganz im Gegenteil. Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, was zu extremistischen Taten führt. Das fängt immer mit Worten an und endet mit Taten. Es ist und bleibt wichtig, den Hetzern zu widersprechen. Es ist wichtig, aufzuzeigen, wo sie mit Lügen operieren, um die öffentliche Debatte in ihre Richtung zu bewegen und schlichtere Gemüter als Anhänger zu gewinnen. Lassen Sie sich nicht durch Grinsen oder einen feinen Anzug täuschen.
Zwillinge
Obwohl es so aussieht, als handele es sich bei den Massenmördern aus der nationalistischen und der salafistischen Szene um Antipoden, sind beide sich doch so ähnlich wie eineiige Zwillinge. Das Prinzip ist stets das gleiche. Man verkündet die eine wahre Wahrheit und verteufelt alle, die dieser Wahrheit nicht folgen wollen. Man ordnet die Gesellschaft in Gesinnungsgenossen und Feinde und unterstellt den Feinden, die Macht ergreifen und die eigene Gruppe vernichten zu wollen. Tatsächlich will man das für sich selbst. Am Ende dieses Gedankenganges steht der logisch klingende Schluss, es wäre doch am besten, wenn die Feinde alle vernichtet würden. Kommen solche Extremisten dann tatsächlich an die Macht in einem Staat, tun sie genau das. Das mag dem einen als Vogelschiss in der Geschichte erscheinen, allen anderen war es das schrecklichste Verbrechen der Menschheitsgeschichte. Bis zur Machtergreifung werden es stets Einzelne sein, die zu Massenmördern werden. Später machen dann auch brave Bürger mit gutem Gewissen mit. Aber vielleicht begreift der ein oder andere Mitläufer und „Protestwähler“ ja nun doch, wohin eine Ideologie führt, die meint, bestimmte Menschen seien mehr wert als andere und manche seien gar nichts wert. Vielleicht reift da die Einsicht, dass Hass auf Andersdenkende, Andersglaubende oder einfach nur Andersaussehende am Ende nur Verlierer sehen wird.
Es ist zu befürchten, dass nun auch islamistische Täter den Massenmord von Christchurch zum Anlass nehmen, wieder zuzuschlagen und dann wieder ein anderer Identitärer zu Waffe greift und Muslime tötet oder irgendein Staat ein paar Bomben wirft. Und so geht das dann immer hin und her.
Es bringt jetzt auch nicht weiter, den Täter mit vollmundigen Hasstiraden zu beschimpfen. Der wird seinen Prozess und seine Strafe bekommen. Mehr Hirnschmalz sollte der uns nicht kosten.
Wir können vielleicht ein wenig damit ausrichten, dass wir in Bildung und Herzensbildung investieren, aber auch das wird künftige Massenmorde nicht verhindern. Vielleicht sollten wir uns ja angewöhnen, diese wie Naturkatastrophen zu betrachten und nicht immer noch den Täter medial aufzuwerten. Bei Naturkatastrophen betrauern wir auch die Opfer und deren Angehörige ohne gegenüber dem Sturm oder dem Tsunami Rachegelüste zu hegen. Vielleicht sollte wir ein wenig mehr als bisher hinhören, wenn Menschen verbal verachtet werden. Vielleicht können wir da etwas deutlicher widersprechen. Das alles mag ein ganz klein wenig dazu beitragen, dass es vielleicht einen künftigen Täter weniger geben könnte. Erst wenn der Hass aus der Welt verschwindet, werden auch solche Taten verschwinden. Aber der Hass hat viele Quellen und wird wohl niemals verschwinden. Das Böse ist fester Bestandteil des Menschen. Insofern können wir leider sicher sein: Es wird wieder geschehen.
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21 comments
Mighty Quinn
… wenn Sie das so wollen. Ich kann zwischen rinks und lechts keinen Unterschied erkennen. Das passt nix zwischen. Der Täter, wenn es so war wie es scheint, hat jihadistische Vorbilder. Anleitungen für so ein Verbrechen finden Sie in deren Schriften.
… aber Sie sollten sich den ‚Film‘, etwa ab 12:50 min genauer ansehen. Nein, ich verlinke nicht. Suchen Sie sich den selber im Netz. Er ist, trotz offensichtlich großer Bemühungen ihn zu entfernen, noch zu finden.
kf buck
Gewalt hat nix mit der Religion zu tun …..65% der Muslime in Europa stellen den Koran über das GG/Verfassung.
Die linken „Gutmenschen“ weigern sich, die Realität anzuerkennen. Stattdessen wird die eigenen Ideologie verteidigt.
Und es wird „moralisiert“….völlig sinnlos…mit Moral erreicht man gar nichts.
kf buck
Ja, bitte keine Vorlage für die Linkspopulisten……..Die gläubigen Muslime hätten sowieso irgendwann mal sterben müssen. Nun sind sie halt früher zu Allah gekommen. Vielleicht haben die Muslime diesen Mann provoziert?
kf buck
Bedford-Strom wurde im Netz für seine Rede scharf kritisiert, vor allem wegen einer Passage. Die Studentin habe ganz aus dem Vertrauen gelebt und andere Menschen nicht als potentielle Gefahr, sondern zuerst als Menschen gesehen, die als gute Geschöpfe Gottes Mitmenschlichkeit verdienten. „Vielleicht wäre sie noch am Leben, wenn sie aus dem Mißtrauen heraus gelebt hätte“, gab der EKD-Chef zu bedenken, um dann jedoch zu fragen: „Aber wäre das das bessere Leben gewesen?“ Viele warfen dem Landesbischof Zynismus und Verblendung vor, andere lobten die „einfühlsame und bewegende“ Ansprache.
Die Pfaffen dürfen sagen, was sie wollen….
Kässmann: 4 deutsche Grosseltern, daher weht der braune Wind.
Nur nicht so zimperlich. Die anderen sind es auch nicht.
kf buck
Wann kapieren unsere „Gutmenschen“ endlich, dass man mit „Moralisieren“ keine Probleme lösen kann??
Wenn in der BRD ein Muslim aus gekränkter Ehre seine Ex-Freundin mit dem Messer tötet, dann hat das selbstverständlich keine religiösen Gründe, sondern soziale Gründe. Wir brauchen mehr Sozialarbeiter, mehr Interkulturelle Experten, mehr Rechtsanwälte, mehr Richter, mehr Polizisten…mehr, mehr, mehr.
Wenn in Europa 65% der Muslime sagen, der Koran sei ihnen wichtiger als das Grundgesetz/Verfassung, dann wird das von „Gutmenschen“ ignoriert.
Es darf nicht sein, dass die Realität anders ist als die eigene Ideologie.
Ronald Schubert
Meine Rede, denn Verbrechen gibt es, seit es die Menschen gibt, aber seit sie ich in Ideologien kleiden, werden sie häufiger und intensiver. Man könnte das in endlosen Sätzen nochmal belegen, aber eigentlich ist damit das Wichtigste gesagt.
Rainer Seifert
Ob Menschen, welche zu solch abschäulichen Taten fähig sind, nicht immer in irgendeiner Form geistesgestört sein müssen, lasse ich mal dahingestellt. Ansonsten bliebe tatsächlich nur die totale irre Verblendung.
Was, ähnlich wie im Fall des norwegischen Massenmörders, auch hier wieder auffällt, ist die sehr breite und vermutlich auch lange anhaltende Berichterstattung, ganz im Gegensatz zu den Massenmorden an koptischen Christen in Ägypten durch Moslembrüder oder deren Gesinnungsgenossen oder in Nigeria durch die Verbrecher von Boko haram.
Ab einer gewissen Anzahl ermordeter, verstümmelter und verletzter Menschen wird die Tat mit wenigen Sätzen bei der ARD und im ZDF erwähnt. Mitunter kommt auch noch ein kurzer Filmbericht darüber. Die vielen Morde mit einer geringeren Opferzahl bleiben ohnehin unerwähnt.
Ein „Kolumnist“ erdreistete sich ja gar mal hier, AfD Politiker und ihre Wähler als verdorbene Menschen im Sinne Bräjviks (ich muss nicht mehr genau wissen, wie der Name des Kerls geschrieben wird) zu denken und zu handeln, denen es nur darum gehen würde, alles zu zerstören.
Zwar fühle ich mich durch einen solch krankhaften Blödsinn nicht getroffen, habe aber auch gewisse Zweifel am Verstand desjenigen, der eine derart ungeheuerliche Schmiererei über andere Menschen, die Mitglieder, Anhänger oder Wähler einer demokratisch legitimierten Partei sind, welche obendrein momentan die stärkste Oppositionspartei im Deutschen Bundestag ist. Unter Demokratie verstehe ich etas ganz anderes als derart hirnrissige Pöbeleien.
Verleumderische Hetze gegen unbescholtene Menschen ist der Beginn manch mörderischen Geschehens. Auch solche Pöbeleien können wieder andere fehlgeleitete Kreaturen zu Gewaltmaßnahmen verleiten.
Uwe Fischer
Hier tun sich Abgründe auf. Nägele, für Deine Widerwärtigkeiten müsste es eigentlich eine neue Definition geben. Was will man aber auch von Gestalten erwarten, die sich an Fotos von abgetrennten Köpfen aufheizen.
Seifert, hätte Deine AfD mit nur einem Teil der Entrüstung reagiert, wie es in anderen Fällen geschieht, hätte Heinrich Schmitz deutlich weniger Stoff für seine Kritik gehabt. Aber ähnlich wie im Fall Lüdge nur tosendes Schweigen, und ausgerechnet Du kommst mit dem Beispiel koptischer Christen und beklagst Dich über die Einteilung in gute/schlechte Opfer.
Merkste selbst, so offensichtlich ist es.
Mighty Quinn
… es gibt Unterschiede in der Motivation – Fundstück: ‚Der erste Unterschied ist, daß muslimische Attentäter in den islamischen Ländern gefeiert werden, und nicht nur die Hamas zahlt den Hinterbliebenen Renten. Attentate von Weißen auf Muslime werden durch die Bank abgelehnt und verurteilt. Muslimische Attentate sollen das Kalifat herbei bomben, weiße Attentate sollen das Kalifat verhindern. Es geht nicht darum, das eine für besser als das andere zu halten, sondern Äpfel und Birnen auseinanderzuhalten.‘
kf buck
Ja, der Dschihad ist eine „Dauerbeschäftigung“ für jeden guten Muslim.
Ahmad Mansour provoziert die Deutschen – er hält ihre toleranten Integrationskonzepte für untauglich
Der Psychologe und Islamismusexperte Ahmad Mansour sagt den Deutschen, was sie nicht gerne hören: dass sie bei der Integration fast alles falsch machen. Dafür zahlt er einen hohen Preis.
Ja die Gutmenschen. Halten muslimischen Antisemitismus für „Folklore“….
Jordan
Herr Schmitz, vielen Dank für diesen Artikel. Ich lese Ihre Artikel immer sehr gern, da sie frei von Polemik, sachlich und doch emphatisch formuliert sind. Mit viel Menschen- und Sachverstand. Ich beneide Sie nicht um einige der Kommentatoren-Lichtgestalten hier.
Beeindruckend … dass sich einige Kommentatoren nicht langsam mal selbst auf die Senkel gehen mit ihrer ewig gleichen Leier … was die hier wieder für’n Film fahren … bei euch ist irgendwas gewaltig schief gelaufen, Jungs.
kf buck
Felix Perrefort / 07.03.2019 / 06:25 / Foto: Pixabay / 59 / Seite ausdrucken
Kreuzberg. Lehrerinnen an der Basis. Ein Gespräch.
Wäre die deutsche Gesellschaft so „offen“, wie ihre Fürsprecher behaupten, die Grundschullehrerin Claudia F. sowie die beiden im Bereich der Erwachsenenintegration arbeitenden Lehrerinnen Margit J. und Paula K. würden mir nicht unter falschen Namen und bei meiner schriftlichen Versicherung, dass ich die Tonbandaufnahmen nach Anfertigung des Textes löschen werde, in einer Wohnung in Kreuzberg von den Erfahrungen berichten, die sie als Berliner Lehrerinnen im Integrationsbereich machen. Dort nämlich, wo unterschiedliche Kulturen tatsächlich aufeinander prallen, an der Basis, arbeiten und leben zumeist nicht die, die den Islam für eine Religion wie jede andere halten und ihn mit ein bisschen gutem Willen einfach integrieren wollen – und das dann für Weltoffenheit halten.
In der „Initiative an der Basis“, deren Mitgründerin Rebecca Sommer (heutige Vorsitzende der AG Flucht + Menschenrechte) mir das Gespräch mit den drei Frauen vermittelte, sollen diejenigen eine Stimme erhalten, die sich weder am sogenannten Stammtisch noch in den Uniseminaren über „Vielfalt“ verschanzen, sondern beruflich, mitunter auch ehrenamtlich, mit jenen deutlich zutage tretenden Problemen konfrontiert sind, von denen insbesondere linke Parteien, aber auch die CDU wenig bis nichts wissen wollen.
Die so entstandene Volksfront gegen den Rechtspopulismus, deren „Argumente“ weniger auf Urteilsfähigkeit, sondern vielmehr auf Gesinnung und Realitätsverleugnung verweisen, verrät nicht nur die „kleinen Leute“, die wie diese Lehrerinnen ihre Kündigung zu befürchten hätten, sprächen sie mit Klarnamen, sondern auch den Flüchtling als Einzelnen, der sich in seinem neuen Umfeld nicht entfalten kann.
Die Integrationswilligen werden verraten
Über „zu viele Ausländer“ beschwert sich ein Schüler von Paula K., nachdem er aus Hamburg nach Berlin zurückgekommen sei, und beim linken Leser dürften die antifaschistischen Alarmglocken schrillen. Doch kommt dieser junge Mann nicht aus Chemnitz, sondern aus Kabul, und mit Ausländern meint er seine Landsleute. Weil Deutsche sich besser verhalten würden, wolle er viel lieber mit ihnen zusammen wohnen. Ein anderer beklagt sich über fehlenden Kontakt zu Einheimischen, während ein Dritter meint: „Meine Schwester wohnt da auf dem Dorf und kann schon so gut Deutsch, während ich hier nur von Arabern umgeben bin und kein Deutsch lernen kann. Ich finde das total scheiße.“ Mit solchen individuell-migrantischen Problemen ist der dauerempörte Bauchlinke, der die Unterscheidung zwischen Deutschen und Ausländern schon für rechtspopulistische Propaganda hält und sich damit auf der Seite „der Flüchtlinge“ wähnt, natürlich maßlos überfordert.
Die Schattenseite des linken Multikulturalismus, der den rechten Ethnopluralismus innerhalb der Nation neu auflegt, wird hier offenkundig: Mit der Erwartung, dass Flüchtlinge „unter sich“ bleiben und sich „ihre Kultur“ erhalten wollen, werden jene übergangen, die sich hier eine neue, westliche Existenz mit den dazugehörigen Freiheiten aufbauen wollen. Und daran werden sie von ihren „eigenen Leuten“ aktiv gehindert, während Staat und Zivilgesellschaft sie im Stich lassen. Dieser Verrat wird desto klarer, je deutlicher man sich vor Augen führt, mit wie viel Gewalt der Alltagsislam durchsetzt ist.
Dass Gewalt nicht überall so geächtet ist, wie man es hier seit noch gar nicht so langer Zeit gewohnt ist, scheint für die linken Freunde fremder Kulturen schwer vorstellbar: Zwei Szenarien, die auf die Normalität von Gewalt als Konfliktlösung im Alltagsislam verweisen, schildert Margit J.: Zu Beginn ihres Kurses, als viele Familien noch keine eigenen Wohnungen hatten, brachten manche Eltern ihre Kinder mit. In einem Vortrag erklärte sie, dass Kinder in Deutschland nicht geschlagen werden dürfen, woraufhin ein paar kleine Söhne mit freudestrahlendem Lächeln zu ihr kamen und fragten: „Wiiirklich?“ Von der Frau erfuhr Margit J. schließlich, dass diese von ihrem – von der Lehrerin als „anständigen, tüchtigen Mann“ beschriebenen – Gatten zuhause geschlagen würde.
Das zweite Szenario wäre zum Lachen, wenn es nicht so abgründig wäre: Wegen eines Streits, den Margit J. mit einem ihrer Schüler hatte, ging es ihr in Anwesenheit ihrer Klasse erkennbar nicht gut. Daraufhin fragte sie ernsthaft ein anderer Schüler mit starken Sympathien für sie, ob er den Streithahn nicht einfach schlagen solle. Sie hätte ihn, einen fast vierzigjährigen Mann, losschicken können, einen anderen etwa gleichaltrigen Erwachsenen zu verprügeln – Vorkommnisse, die man lieber der Fantasie eines rechtspopulistischen Relotius zuschreiben würde, welche jedoch einer patriarchal gewaltsamen Alltagskultur geschuldet sind, die kein westliches Äquivalent kennt.
Hohes Aggressionspotenzial bei Vätern
Handelte es sich dabei lediglich um bedauerliche Einzelfälle, die für die islamische Kultur so wenig symptomatisch stehen wie der prügelnde Karl-Heinz für die deutsche, würde Claudia F. eher nicht davon berichten, dass wegen „des hohen Aggressionspotenzials der Eltern“ an ihrer Schule inzwischen darüber nachgedacht wird, wie Elternabende und Elterngespräche so strukturiert werden können, dass die Lehrkräfte mit den muslimischen Eltern nicht alleine sind. Es gab nämlich Vorfälle, wo Eltern, denen Kritik bezüglich ihrer Kinder zugetragen wurde, „über den Tisch gelangt“ haben.
Auf Nachfrage, ob Eltern von Grundschulkindern die Lehrkraft tätlich angegriffen hätten, bekräftigt Claudia F., dass es solche Fälle tatsächlich gegeben habe. „Wenn ein Vater seine Tochter auf dem Gymnasium haben möchte und die Lehrerin sagt Nein, denn das Kind bringe die Leistung nicht, dann kann es schon mal passieren, dass so ein Vater ausrastet und gewalttätig wird.“ Auch Schulkinder erzählen Claudia F. freimütig davon, zuhause geschlagen zu werden; sie wären die ersten, an denen sich die nun oft zu hörende diskriminierungssensible Forderung, nicht nur über den „Anderen“, sondern mit ihm zu sprechen, beweisen könnte.
Wird Gewalt als recht gewöhnliches Mittel in Interessenskonflikten verstanden, gelten diejenigen als schwach, die zu ihr nicht willens oder fähig sind – was bedeutet, dass die dezidiert antiautoritäre Pädagogik als schwach wahrgenommen wird und daher wirkungslos ist. Ein Gespür müsse man nach Claudia F. dafür haben, wo weiche pädagogische Mittel ziehen, während gemeinhin Disziplin und klare Ansagen der einzig funktionierende Weg sind, den Unterricht durchzuführen.
Dass dies selbst bei muslimischen Erwachsenen oft das einzige Mittel der Wahl ist, mag geradezu skurril erscheinen, doch ändert dies nichts daran, dass der Unterricht laut Margit J. nur mit „Zuckerbrot und Peitsche“ funktioniere. So schildert sie, „dass man die Schüler mit einer gewissen Stärke und Aggression überhaupt erst dazu bekommt mitzuarbeiten.“ Dem pflichtet Paula K. bei, die gerne mit ihren erwachsenen Schülern lacht und durchaus einen kumpelhaften Umgang pflegt, doch vielfach auch klare Autorität zeigen muss. „Und danach kommen einige zu mir und bedanken sich dafür, dass ich dieses und jenes so durchgesetzt habe. Denn viele fühlen sich von bestimmten Schülern belästigt, und erwarten von mir als Lehrerin durchzugreifen, gerade wenn es um ethnische und religiöse Konflikte geht.“ Bezüglich der Ablehnung sogenannter „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ hätten übrigens die Flüchtlinge untereinander so einiges an Nachholbedarf.
Viele leben hier islamischer als in der Heimat
Nirgendwo deutlicher wird das Versagen des zeitgenössischen Feminismus als bei der Lage der muslimischen Frau, die gemäß der islamischen Lehre ihrem Ehemann zu gehorchen hat. So erzählt Paula K. von der Forderung eines Ehemannes, dass seine Frau künftig dem Unterricht fern bleibe, was sie nicht hat durchgehen lassen. „Die Dame hat sich bei mir so extrem bedankt, mir fast die Füße geküsst. Ich sei der erste Mensch in ihrem Leben, der sich jemals gegenüber ihrem Mann stark gemacht hat.“ Und damit nicht genug: Kurze Zeit später bei einem Besuch bei der Familie kam die vierjährige Tochter zu ihr: „‚Papa schlägt Mama immer‘ – weil ich für das Kind eben die einzige Person bin, die da mal durchgreift, und ich deshalb wieder was machen solle.“ Ein Staat und eine Zivilgesellschaft, die solche Abgründe als Klischees verleugnen, um religiöse und kulturelle Gefühle nicht zu verletzen, sollten doch bitte über Offenheit und Freiheit für immer schweigen.
Einig sind sich die Frauen auch darin, dass die Frage nach der Integrationsfähigkeit nicht zuletzt eine quantitative ist. Deutschland habe sich schlichtweg massiv übernommen, was immer noch bestritten werde. „Man kann vielleicht zehn in hundert integrieren, doch danach wird es schon kritisch“, sagt Paula K., „weil sie sich sonst als eigene Gruppe herausbilden.“ Entsprechend bestehe das größte Hindernis der Integration darin, dass nach Deutschland eingewanderte Menschen sich in kulturellen Milieus wiederfinden, die teilweise noch islamischer als ihre Herkunftsorte sind. Dass Menschen in den Westen fliehen und hier un-westlicher leben als zuvor, wirkt auf sie geradezu absurd, und ist dennoch Ergebnis einer Migrationspolitik, die sich als besonders human versteht.
Wer allen Ernstes den politischen Islam als Integrationspartner begreift, der Integration im Sinne der Adaption westlicher Werte und Lebensweisen ja gerade als islamisches No-Go tabuisiert, sollte sich nicht darüber wundern, dass laut den Lehrerinnen in Deutschland gerade erst angekommene Flüchtlinge sich noch recht offen, zurückhaltend und integrationswillig verhalten, sich dann aber durch die in Moscheen stattfindende Agitation und aufgrund der bestehenden muslimischen Netzwerke zusehends radikalisieren und gegenüber den Deutschen abgrenzen.
„In Syrien habe ich kein Kopftuch getragen, hier trage ich eins“, gibt Margit J. eine von vielen Frauen wider, die zusammen mit Christen früher den Gottesdienst besuchten – was beides nun nicht mehr in Frage käme: „Weil sie dafür verachtet würden, auf der Straße, im Flüchtlingsheim, in der Community.“ Dazu ergänzt Paula K. die Geschichte einer jungen türkischen Frau, die als Putzkraft in einem Krankenhaus arbeitete und darauf gehofft hatte, das Kopftuch dort ablegen zu können. „Und dann wurde ein Gesetz entwickelt, welches den Hidschab auch im Krankenhaus erlaubt, und ich dachte mir zum ersten Mal: Wie falsch ist unsere Toleranz eigentlich? Denn alleine hat die Frau nicht die Kraft, sich gegenüber ihrer traditionellen Community zu emanzipieren.“
Die Ablehnung der westlichen Gesellschaft erschöpft sich nicht in der weit verbreiteten Herrenmenschen-Mentalität, aus der heraus Muslime sich als bessere Menschen verstehen, Christen als noch respektabel gelten, während Homosexuelle, Ex-Muslime und Juden in der Hierarchie ganz unten rangieren, sondern füllt mit Leben, was Paula K. früher als krudes, rechtspopulistisches Gerede verworfen hätte: Nicht wenige Flüchtlinge seien davon überzeugt, Deutschland eines Tages zu übernehmen, weshalb sie Deutsch zu lernen für mehr oder weniger unnötig erachteten – vielmehr hätten Deutsche selbst Arabisch zu lernen.
Das Kinderkopftuch endlich verbieten
Darüberhinaus lassen die unterschiedlich hohen Geburtenraten viele annehmen, dass Deutschland irgendwann „frei“ wäre und sie dann dort leben könnten. Wäre Deutschland eine Nation mit realistischem Blick für sich selbst, die Politik würde solchen gefährlichen Tendenzen ins Auge blicken, ohne in Panik oder fremdenfeindliche Ressentiments zu verfallen – und fortschrittliche Lösungen entwickeln.
Entsprechend greifen die drei Frauen unter anderem die Forderungen ihrer „Initiative an der Basis“ bezüglich des Kopftuchs an den Berliner Senat auf: Das Kinderkopftuch solle endlich verboten werden – wie das Terre des femmes mit ihrer Petition auch fordern –, denn wie das Kopftuch selbst unterteilt es Frauen in ehrbar und sündig lebende, und übersexualisiert Mädchen damit von klein auf.
Zudem müsse geltendes Recht konsequent durchgesetzt werden, wobei die Lehrerinnen auf die immer wieder fahrlässig laufen gelassenen jugendlichen Kriminellen, auf Vielehen und auf Sozialbetrug nicht nur durch Mehrfachidentitäten verweisen: Auch dass sozialstaatliche Leistungen in Anspruch genommen werden, während die eigene Wohlhabenheit mittels teurer Autos dreist zur Schau gestellt wird, weiß laut Claudia F. an ihrer Schule jeder, ohne dass darüber offen gesprochen würde. Ökonomisch von dieser Gesellschaft profitieren zu wollen, derweil man ihre Werte demonstrativ verachtet, ist ein Widerspruch, den sie nicht hinnehmen wollen.
Freiheitliche Werte verteidigen
Deshalb fordern sie mit der „Initiative an der Basis“ ein Ende der Heuchelei, mit der diese Probleme bemäntelt werden, und plädieren für ein richtiges Verständnis der Religionsfreiheit als Freiheit im Glauben und nicht als Freifahrtschein für schariatische und grundgesetzwidrige Praktiken. Fragwürdige Moscheen müssen überwacht und verfassungsfeindliche Koranschulen und Moscheen geschlossen werden, Predigten auf Deutsch stattfinden, das Berliner Neutralitätsgesetz konsequent verteidigt, erweitert und auf alle Bundesländer ausgeweitet werden. Denn wenn das kippt, „ist der allerletzte Schutzraum für muslimische Mädchen, die zum Teil schon in der dritten und vierten Klasse Kopftuch tragen, komplett weg“, warnt Claudia F. „Und wenn dann noch Lehrerinnen mit Kopftuch vor ihnen stehen, und ihnen zeigen, wie sich eine Muslimin zu benehmen hat, ist’s ganz vorbei.“
Der mitunter von radikalen Lehrern gegebene Islamunterricht wäre durch einen verpflichtenden Unterricht in Lebenskunde (Grundschule) und Ethik (Oberschule) zu ersetzen, in dem auch Islamkritik selbstverständlich möglich sein muss und die freiheitlichen Werte unserer Gesellschaft wie auch Religionen wertfrei vermittelt werden. Die Werte- und Orientierungskurse seien zu verlängern und die Sprachkurse zu verbessern, da das Sprachniveau zu schlecht sei, um die Werte des Grundgesetzes zu vermitteln. Außerdem fordern sie die Einrichtung einer anonymen Meldestelle zur Informierung der Behörden über dschihadistisch radikalisierte Moslems, von denen beispielsweise Margit J. in jedem Kurs mindestens einen sitzen hatte.
Dass die linken Reaktionen auf solche Informationen oft in den mittlerweile arg strapazierten Vorwürfen der „Pauschalisierung“, des „Rassismus“ und mangelnder „Differenzierung“ bestehen, bezeugt vor allem, wie sehr sich die Diskursaufpasser inzwischen von den „ganz normalen“ Menschen entfernt haben; Menschen, die sich selbst im Ganzen oder in vielen Punkten noch als links verstehen. Margit J. beispielsweise vertritt eine Kritik der neoliberalen Entsolidarisierung mit den Schwachen und Armen, um die sich jede Gesellschaft zu kümmern habe, während sie sich als konservativ nur hinsichtlich des Islam und der Migrationspolitik begreifen würde.
Rolf Ahlers
Ich kapiere nicht, warum rechtsradikaler Müll hier stehengelassen wird. Was soll das bringen? Dass sich jemand „demaskiert“? Soll das eine Auseinandersetzung mit Rechten sein? Ist doch nur eine Einladung an ähnlich gesinnte, die sich dann auch hier austoben. Ab und zu dann eine zaghafte Replik, die den rechten Stänkerern signalisiert, dass sie hier langsam die Oberhand bekommen. Dass sich „die Kolumnisten“ damit lächerlich machen, ist wohl noch das geringste Problem.
Karl Hinsenfeld
Ich finde es sehr traurig und schade, dass auf jedes Verbrechen gegen anders Gläubige eingegangen wird, aber über unzählige Verbrechen, die regelmäßig gegen Christen verübt werden, so gut wie nichts berichtet wird. Im Januar gab es einen Anschlag mit 20 Toten und vielen Verletzten auf den Philippinen während eines Gottesdienstes, darüber wurde hier so gut wie nichts berichtet, jedenfalls hat Frau Merkel nicht ein Wort des Bedauerns darüber verloren. Das finde ich schlichtweg empörend. Und ja, darüber darf ich mich aufregen, ohne mich sogleich in der rechten Ecke wiederzufinden.
Christenverfolgung ist nach wie vor ein Thema auf dieser Welt, aber kaum jemand hält das für erwähnenswert. Traurige Welt, losgelöst davon, dass es sich grundsätzlich um abscheuliche Verbrechen handelt.




















Mighty Quinn
Ein tragischer Einzelfall, der jetzt nicht durch linkspopulistische Hetzer instrumentalisiert werden darf!