Das Schönste an der Heterosexualität… sind die Schwulen!

Anfang März starb 70jährig der amerikanische Psychologe und Autor Joseph Nicolosi, der behauptete, man könne mit seiner „Reparativtherapie“ Homosexuelle heilen. Sein Leben lang hat er sich manisch damit beschäftigt, Homosexuelle als nicht von Gott so vorgesehen zu erklären und deren Lieben und Begehren als unmännlich, unnatürlich und krankhaft zu definieren.

Das Christentum und die Homosexualität: "Es bleibt verwickelt", sagt Gott (Pink, rechts) zum kriechenden Popo gemeinfrei

Anfang März starb 70jährig der amerikanische Psychologe und Autor Joseph Nicolosi, der behauptete, man könne mit seiner „Reparativtherapie“ Homosexuelle heilen. Sein Leben lang hat er sich manisch damit beschäftigt, Homosexuelle als nicht von Gott so vorgesehen zu erklären und deren Lieben und Begehren als unmännlich, unnatürlich und krankhaft zu definieren – daraus leitete er folgerichtig die Berechtigung, ja die Notwendigkeit ab, sie „heilen“ zu müssen. Er stürzte sich schon auf Kinder (sein jüngster Patient war sieben Jahren alt), um sie auf seinen rechten Weg zu bringen. Seine scharlatanischen Pseudoforschungen werden weltweit von seriösen Wissenschaftlern abgelehnt. Damit er sie ungeschoren führen und verbreiten konnte, sie haben keine wissenschaftliche Grundlage, gründete er sogar seine eigene Klinik: was übrigens David Berger freuen wird, der ja über Thomas von Aquin promoviert hat, die St. Thomas Aquinas Psychological Clinic in Kalifornien.
Auf Nicolosi berufen sich weltweit alle Feinde der Homosexuellen bei den Evangelikalen wie den Fundamentalkatholiken. Auch die deutschen Homosexuellengegner von der „Demo für Alle“ führen ihn immer wieder im (Kampf-)Schilde.
Dieser Text war eigentlich entstanden, um darzulegen, warum noch heute soviele Fanatiker Homosexuelle für krank, verfehlt und als Menschen zweiter Klasse bezeichnen – und meinte damit natürlich die deutsche Kampforganisation gegen Gleichberechtigung und Gleichstellung. Die „Demo für Alle“.
Der Tod Nicolosis läßt die Frage nach den wirklichen Motivationen der Homosexuellenfeinde noch einmal ganz virulent werden: denn gleichzeitig mit der Todesnachricht wurde auch bekannt, daß es allein in den USA rund 2000 christliche Zentren und Organisationen gibt, in denen die menschenverachtende Reparativtherapie und ähnliches zur Anwendung kommen. In Deutschland scheiterte dieser Tage im Bundestag erneut der Versuch, „Homo-Heilung“ zu verbieten.
Warum müssen Homosexuelle in der ganzen Welt noch immer um die menschliche Gleichberechtigung kämpfen?

Tanz für mich!

In der ZDF-Satire-Sendung „Die Anstalt“ vom 7. März hielt der Kabarettist Till Reiners einen Monolog über die „Vorzüge des Reichseins“, der sich vor allem dadurch auszeichnete, daß er keineswegs zynisch, sondern grundehrlich war – aber das ist in diesem Fall dasselbe!
Der Text gipfelte in einer vollkommen denkbaren Phantasie: zu behaupten, daß es Besseres gäbe als Reichtum – z.B. Liebe – könne man leicht widerlegen. Reiners beschrieb die Lust eines Superreichen, der mit seinem Luxussportwagen einen Armen in einer Nuckelpinne auf der Autobahn erst bedrängte, dann zu Klump fuhr, ausstieg, beschimpfte, schließlich mit großkotziger Geste den Geschädigten mit Geld überhäufte und dann aufforderte „Tanz für mich!“ – „Es gibt“, stellte Reiners mit leuchtenden Augen fest: „nichts Besseres. Das Schönste am Reichtum, sind die Armen!“
Eigentlich wußte man es schon immer: die Frage der materiellen Verteilung ist eine Frage der Macht – Marx hat das nur zum ersten Mal deutlich formuliert. Zuckergußbegriffe wie Barmherzigkeit oder Wohltätigkeit – das zeigt der schneidend klare Texte des Kabarettisten – verkleben die Realität. Es geht um die Deutungshoheit, die Wertung der Lebensumstände, um die eigene Aufwertung durch die Abwertung anderer. Scham- und skrupellos angewandter Reichtum ist ein Mittel, das zu dieser Selbstaufwertung und damit Selbstbefriedigung durch das Niedermachen anderer verhilft.
Was Marx nicht gesehen hat: es steckt noch etwas anderes darin, jenseits des Materiellen – die Gier nach existenzieller Selbstrechtfertigung und Selbstbestätigung, die natürlich jeder Mensch nötig hat, aber hier wird sie erreicht durch die Abwehr und Abwertung des Anderen, die bis zu dessen Vernichtung getrieben werden.

Reichtum macht erst Spaß, wenn es Arme gibt

Reichtum macht erst Spaß, wenn es Arme gibt, die man ganz nach Willkür ärmer macht, denen man huldreich und großspurig etwas zukommen läßt oder es ihnen auch wieder wegnimmt. Wichtig ist nicht, ob es dem Armen besser geht, dessen Gefühle sind gleichgültig, wichtig ist, daß der Zustand des Armen den Reichen befriedigt und rechtfertigt. Oder um es mit historischen Beispielen zu illustrieren: König Heinrich sorgte mit seinen sogenannten Wohltaten und seiner angeblichen Mildtätigkeit weniger für die Verbesserung der Lebensumstände des armen Volkes, sondern für sein eigenes Wohlgefühl als „Guter König Henri Quatre!“.
Und die Menschen- und Tierliebe des Hl. Franziskus von Assisi versorgte ihn mit dem Hochgefühl der Selbstrechtfertigung. Er konnte sicher sein, daß sein Gott (also sein Eigengefühl) ihn vor vielen anderen Menschen auszeichnete mit einem Sitz zur Rechten nahe am Himmelsthron.
Und um die Wahrheit des Zynismus zu toppen: es macht erst wirklich Spaß ein Nazi zu sein, wenn man seine Juden hat.
Ein solches Selbstgefühl der Auserwähltheit wiegt für die meisten Menschen mehr als Liebe, Zärtlichkeit und Sex – der vor allem nicht, gerade weil er schwer zu kriegen ist und deshalb, zum Beispiel von religiösen Fanatikern, schlecht gemacht wird, wie der Fuchs die Trauben sauer redet. Es handelt sich aber bei dieser Verächtlichmachung der Lust und dem Lob der Keuschheit um eine Art invertierte Selbstbefriedigung ohne Befleckung. Also gleichsam um einen Orgasmus ohne Ejakulat.
Diese psychologischen Mechanismen der Selbster- und Überhöhung auf Kosten anderer liegen nicht nur der Verstrickung von Reichtum, Armut und damit Macht zugrunde…sie gelten nicht nur für die materiellen , sondern auch für die, nennen wir sie mal, moralischen Eliten… Nehmen wir nur die Hasser der Homosexuellen; sie bloß homophob zu nennen wäre genauso falsch wie den Geld unters Volk schmeißenden Cäsaren großzügig.

Das Hirn – das „führende Sexualorgan“

Vom wem rede ich eigentlich? – Na, von den zahlreiche Organisationen der „besorgten Eltern“, allen voran von der „Demo für Alle“, und ihren Führern Hedwig von Beverfoerde, Birgit Kelle oder dem sich in den letzten Monaten immer schrill-lauter zum Unwort meldenden Matthias von Gersdorff. So wie Reiche ein System der Wohltätigkeit (heute nennt man das „Charity“) entwickeln, ein System von Stiftungen, Events und Armenspeisung (nichts anderes sind die schändlichen „Tafeln“, die es in diesem obszön reichen Land gibt) , um ihren Reichtum umso gewisser mit gutem Gewissen zu genießen und um die gefälligst dankbar zu seienden Armen Männchen machend draußen zu halten – Hartz IV als institutionalisierte Männchenmach-Dressur – , so hat die „Demo für Alle“ ein verästeltes System entwickelt – es läuft unter dem Schlagwort „Kinderschutz“, dabei dient es nur dem Schutz der angeblichen „Beschützer“, dem Schutz ihrer Chimäre von kindlicher Reinheit. So wie Wohltätigkeit gleichzeitig das schlechte Gewissen der Reichen beruhigt und vertreibt und ihren Reichtum rechtfertigt, so verbirgt die Chimäre von der „Frühsexualisierung“ das Mißtrauen ihrer Prediger gegen sich selbst und rechtfertigt die Herabwürdigung anderer als Preis für die Aufwertung des Selbstgefühls.
Wir wissen längst, daß Marx Recht hatte, wir wissen also, daß Armut und Reichtum in der Gesellschaft keine akzeptablen naturgegebenen Zustände bleiben dürfen, damit wir diese zivilisierte Gesellschaft nicht durch Ausbeutung aller Ressourcen – auch der sozialen – völlig zugrunde richten. Und wir wissen andererseits längst, daß der Mensch ein ganzes Leben lang ein lustvolles und vielfältiges Wesen ist, dessen Sexualorgane – das führende ist das Hirn – nicht in Normen passen. Normen, die nur einen Zweck haben: sie sollen die Herrschaft einiger weniger zementieren; im Falle der „Demo“ die Herrschaft der reaktionären, lebensängstlichen und oft genug schrecklich dummen und herzlosen Eltern, patriarchal und autoritär. Es sind Menschen, die ihr Leben und ihre Ängste und Dummheiten fixieren und der nächsten Generation aufdrängen wollen. Sie leben nicht für die Zukunft ihrer Kinder, von der sie schwafeln. Sie leben für die Versteinerung ihres Lebens und ihrer Auffassungen, sie sind zukunftsunfähig – und unwillig, aber herrschsüchtig: es ist kein Zufall, daß eine Kampforganisation, der Matthias von Gersdorff vorsteht, „Gesellschaft für Tradition, Familie und Privateigentum“ heißt – Kinder und Frauen sind also Privateigentum der Männer, weil das schon immer so war.

Schlotternde Autoritäten

Der Kampf, den die „Demo für Alle“ und ihre (Volks)-Genossen von der neuen-uralten Rechten führen gegen die angebliche „Frühsexualisierung“, ist der Kampf der vor der Zukunft schlotternden Autoritären, nicht nur gegen Homosexuelle oder Menschen mit anderen Geschlechtlichkeiten (und gegen Frauen und Genderwissenschaft und Kinderrechte) es ist ein Kampf um Besitzstände am Kind, um heterosexuelle und männliche Privilegien.
Ja – es geht tatsächlich um Privilegien; nicht, wie so oft verlogen behauptet wird, wollen die Kämpfer für gleiche Rechte (z.B. bei Ehe, Adoption und Familie) Privilegien für sich beanspruchen, sondern ihre Gegner wollen ihre Privilegien der Diffamierung und Erniedrigung anderer behalten. Der Kinderschutz ist nur eine Propagandatarnung. Diese Kinderschützer wollen, wie Wilhelm Reich es nannte, „…die moralische Hemmung der natürlichen Geschlechtlichkeit des Kindes“ zementieren, weil diese Hemmung Kinder und damit spätere Staatsbürger „ängstlich, scheu, autoritätsfürchtig und gehorsam“ macht. Diese Lebenshemmung …“lähmt, weil nunmehr jede aggressive Regung mit schwerer Angst besetzt ist, die auflehnenden Kräfte im Menschen, setzt durch das sexuelle Denkverbot eine allgemeine Denkhemmung und Kritikfähigkeit; kurz: ihr Ziel ist die Herstellung des an die privateigentümliche Ordnung angepaßten, trotz Not und Erniedrigung sie duldenden Staatsbürgers.“ (Reich, Massenpsychologie des Faschismus. Kopenhagen 1933)
Und damit wären die lustvolle Freude des Reichen an der Beherrschung, Unterdrückung und Erniedrigung des Armen und der zwangshafte Wille, die nächste Generation im eigenen Kinde zu beherrschen und dessen Lebensbeschränkung, die Unterdrückung der Sexualität, ja sogar des Wissens über sie, der gleichen Quelle entsprungen. Die einen kämpfen darum, auch weiterhin den Genuß an der kapitalistischen Existenz durch die Verhöhnung der Armen zu genießen („Das Schönste am Reichtum sind die Armen“) und die anderen darum, das Schönste an der angeblich natürlichen Bipolarität der Geschlechter/der Heterosexualität weiter zu behalten: die kranken instabilen, unnormalen, schwachen, wankelmütigen und Kinder gefährdenden Schwulen als Objekte des Hasses und der Selbstbestätigung.
Die Verteidiger des Neoliberalismus sind gar nicht interessiert daran, Ausbeutung, Wohnungsnot, Umweltzerstörung (und vieles andere) zu beseitigen, denn all das festigt, rechtfertigt und bestätigt ja ihren Status als Besitzende; wie man zur Zeit auch wieder sehr schön an der sich zu Wort meldenden FDP erfahren kann – aus deren Fleisch Teile der AfD geschnitten wurden. Wohltätigkeit und angeblicher Sozialstaat sind ja nur Palliativmedizin, die man sich als Armer auch noch „verdienen“ muß (siehe die calvinistische Moral: „wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“ – und Arbeit meint hier immer den Nutzen des Besitzenden). Und die angeblichen Verteidiger der Kindheit bekämpfen als Kinderschützer die Symptome der Zukunft mit den Verkrustungen ihrer Vergangenheit.
Ihr Kampf gegen Frühsexualisierung dient ausschließlich der Disziplinierung und Normierung der jungen Körper, des jungen Verstandes zur Bestätigung des toten Selbstbildes der Alten… Als Pasolini vor 40 Jahren das mit tiefster Trauer konstatierte, lachte man ihn aus – sei „Saló“ – Film war dann das Testament dieser Trauer; und erst heute fange wir an, dieses Testament ansatzweise zu begreifen.

Quarantäne und Ausgrenzung

Ich will mich nicht schon wieder im Einzelnen mit dem ganzen Minderbemitteltheiten im neuen Feldzug gegen die angebliche Sexualisierung auseinandersetzen – das ist ja der Trick dieser Kreise: so wie der Kapitalist durch Wohltätigkeit von sich positiv reden machen will, um von seiner wahren Natur abzulenken, sind LGBTIQ-Menschen (und Genderwissenschaft und Politik) immer wieder aufs Neue und vergebens beschäftigt, die Vorwürfe der Sexualisierung, die kaum verhohlen eigentlich Pädophilie meinen, abzuwehren.
Hinter den ganzen Vorwürfen steckt vor allem eines: der ewig erstunken- und erlogene Verdacht der Ansteckung und damit Krankheit, stecken die Ideen von Quarantäne und Ausgrenzung, steckt die Behauptung, das Andere sei minderwertiger als man selbst und deshalb dürfe man ihm nicht die gleichen Recht zugestehen. Auch die Armen gelten ja wegen ihrer Armut als minderwertig.
Die „Demo für Alle“ und ihre Anhänger und ihre weltweit agierenden Kumpane – z.B. die die Evangelikalen in den USA, die Fundamentalkatholiken (wie Mathias von Gersdorff – zu dessen politischen Absichten in Richtung aristokratischer Ständestaat ein anderes Mal einiges ausführlicher gesagt werden muß), die russischen Antihomonationalisten usw. brauchen dringend Homosexuelle, um ihre wackelige Normheterosexualisierung, die zur Zucht, Züchtigung und Beherrschung der kommenden, freier leben wollenden Generation dient, zu rechtfertigen mit der entsetzlichen Lüge von der Bedrohung der Kinder.
So wie die neorechte Internationale eine Bewegung der patriarchal und autoritär denkenden Älteren ist, ist es auch die angeblich gegen Sexualisierung kämpfende Internationale. Sie ist nichts weniger als eine Bewegung gegen die Jungen, die Lebendigen, gegen die Zuversichtlichen, die die Zukunft miteinander gestalten wollen, die erkennen, daß Nationalismus, Rassismus, Kapitalismus, Naturausbeutung die wirklichen und drängenden Probleme sind, gegen die Tabus, Einschränkungen, Unterdrückung, Aussperrung, Mauern und Verleugnung und das Alpträumen von einem autoritären, patriarchalen, männlichen Früher (und Führer) nicht zur Bewältigung der Probleme beitragen, sondern sie zementieren, ja verschärfen und zur Explosion bringen.
Es geht der Rechten ja auch gar nicht um Problemlösungen, sondern um die Selbstrechtfertigung ihrer fortgesetzten Gier, ihres Nationalismus, ihres Herrschaftsanspruchs. Tatsächlich wollen sie keine Probleme wie Demokratisierung, Globalisierung, Digitalisierung oder gar Hunger lösen – so lange es diese Probleme gibt, fühlen sie sich bestätigt. In gleicher Manier geht es den Kämpfern gegen die angebliche Sexualisierung der Jugend nicht um die nächste Generation, sondern bloß um die Bewahrung ihres eigenen Starrsinns und ihrer eigenen Sexual- und Menschenangst.
Der Ausschluß der Flüchtlinge, der/des Fremden, der Anderen, die Abgrenzung der Armen, die Mauern der Hartherzigkeit, ermöglichen für eine Weile noch die Illusion es bliebe alles „so wie früher“, aber es sind die Sterbenden, es sind die Tötenden, die das Leben an sich reißen wollen.

Kapo-Mentalität

Natürlich gibt es auch unter LGBTIQ-Menschen die Menge, die sich weigern, in die Zukunft zu denken, die sich mit Kapo-Mentalität anpassen, um die Brosamen vom Tisch der Lagerkommandanten, zu erhaschen. Sie stimmen die gleichen Gesänge an wie Herrschenden, anstatt sich ihnen zu verweigern. Politisch oder ökonomisch heißt das, daß sie wider besseres Wissen, in der Hoffnung, verschont zu bleiben im mörderischen Ausleseprozeß des Sozialdarwinismus, die AfD, Trump oder den Front National zujubeln. Sie wollen sich auch besser fühlen wie jener am Anfang erwähnte Porschefahrer, der den angefahrenen Kleinwagenmenschen zum Tanzen nach seiner Pfeife zwingt.
Ein Beispiel für einen solcher Überläufer aus Eigennutz in Sachen demokratische, emotionale und sexuelle Gleichberechtigung, der aber nur an die Befriedigung seines materielle Eigennutzes und seiner Selbstverliebtheit dachte, ist der jüngst grandios gescheiterte Milo Yiannopoulos in den USA, den letztendlich der Vorwurf (in diesem Fall völlig ungerechtfertigt) der Pädophilieverteidigung zu Fall brachte; ein Standard-Vorwurf aus dem Repertoire der Rechten und Kinderschützer.
Weniger charismatisch und verrückterweise auch weniger sexy betreibt diesen Maulkampf in Deutschland David Berger; perfiderweise gerade weil weniger flamboyant, sondern deutschtümelnd-enervierender womöglich mit noch größerem Anpassungserfolg, weil er in vorauseilendem Gehorsam die Pädophilievorwürfe gegen Homosexuelle von den „Kinderschützern“ übernahm. Und so führt er als U-Boot der Fundamentalkatholiken (er selbst nennt sie „Katholiban“) die Kämpfe dieser Kinderschützer von der „Demo für Alle“ bis zur AfD hinein in die fortschrittlichen Milieus und Kreise, um sie von innen zu sprengen, im unausgesprochenen Auftrag ihrer dankbareren Gegner. Noch klopft ihm sogar Hedwig von Beverfoerde verbal auf die Schulter; aber auch ihn wird man bald wieder daran erinnern, daß er nur ein vermaledeiter Homo ist, da mag er sich anbiedern wie er will.

Angst vor der Zukunft

So wie also der Reiche seinen Lustgewinn am Reichtum steigert, indem er ein Bißchen abgibt, um den Armen zu korrumpieren und sich daran umso mehr berauscht, so wie er den Armen braucht zur Befriedigung seiner Lustbedürfnisse, brauchen die „Besorgten Eltern“, die „Demo für alle“, die Homo-Heiler etc. die Homosexuellen (und alle Menschen mit anderer Geschlechtlichkeit) um ihre gemeine und morose, lebensängstliche, eindimensionale Zwangsexistenz zu rechtfertigen und zu genießen. Die Angst vor der Zukunft, der Lebendigkeit, der Sexualität, der bigotte Verzicht auf wirkliche Zukunft, macht nur dann Spaß, wenn man andere dessen bezichtigt, was man sich selbst verbietet – so wie der Verzicht des Reichen auf ein Bißchen Reichtum, den er „wohltätig“ spendet, tatsächlich das Vergnügen am ganzen Reichtum erhöht.

  • Klausi

    Warum soll man Homo-Heilung, so blöd sie auch sein mag, „verbieten“? Soll sich doch jeder heilen lassen, wovon er will. Sie bauen einen Popanz auf, einen Opfermythos, so als würden Homos heutzutage verfolgt, gesteinigt, an Kränen aufgehängt und von Hausdächern geschubst (huch, passiert ja auch, aber halt bei den Moslems, und deren Heilungsmethoden sind Ihnen anders als dem Berger völlig egal, sind ja edle Wilde, muss man Verständnis für haben), damit Sie Ihrerseits einen Vorwand für Repression und Meinungsunterdrückung haben.

    • Stask Nirak

      Weil sie sich oft genug als schädlich erwiesen hat. Warum also sollte eine Therapie angeboten werden, die definitiv Schaden hervorruft. Das ist dann keine Therapie, das hat dann nichts mehr mit Heilung zu tun.

      Interessant genug, das Sie in Bezug auf ihre restliche Äußerung wieder das alte Argument raus kramen: bei anderen ist es doch schlimmer. Warum also sollten wir uns hier als Opfer gerieren, wo wir es doch hier so gut haben und gerade mal nur verprügelt, angespuckt und beleidigt werden. Was für ein Glück sage ich da nur.

      Um es mit anderen Worten auszudrücken (aus dem Zeit online Artikel:http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-03/afd-extremismus-kongress-pazderski?utm_content=zeitde_redpost_zon_link_sf&utm_campaign=ref&utm_source=facebook_zonaudev_int&utm_term=facebook_zonaudev_int&utm_medium=sm&wt_zmc=sm.int.zonaudev.facebook.ref.zeitde.redpost_zon.link.sf ): „Dazu hatte sich die AfD anerkannte Experten eingeladen. Zum Beispiel Uwe Kemmesies vom Bundeskriminalamt (BKA). (….) Auf dem Kongress hielt er eine fast wissenschaftliche Vorlesung zum Extremismus. Er zeigte, wie flüchtlingsfeindliche Politikerreden den Terror von rechts befördern können und wie eine pauschale Ablehnung von Muslimen den Islamisten in die Hände spielt.“

      Und das macht die „Demo für alle“ und Co auch, und das kreidet Hr. Brosche an. Gewalt (auch hier in Deutschland) folgt meist auf Worte. Worte sind der Boden, auf dem Gewalt entsteht. Das perfide ist, das sich solche Leute immer damit versuchen heraus zu reden: „Ich habe ja nur meine Meinung gesagt. Was andere daraus machen, kann ich nicht beeinflussen.“

      Großer Fehler, wohl wissend.

      • Klausi

        Wo und wann wurden Sie zuletzt wegen Ihres, nehme ich mal an, Schwulseins „verprügelt, angespuckt und beleidigt“? Und von wem? Und was hat das mit „pauschaler Ablehnung von Muslimen“ zu tun? In fast allen Moslem-Ländern werden Schwule mit unterschiedlicher Intensität gewaltsam verfolgt, gerade in jenen, aus denen die sogenannten Flüchtlinge kommen. Glauben Sie wirklich, die Schwulenhass-Indoktrination ist an denen spurlos vorbeigegangen? Die „Demo für alle“ ist pipifax, keine Sau interessiert sich dafür. Euch drohen ganz andere Gefahren und ihr heißt sie willkommen. Mir unbegreiflich, wie man so unglaublich verblendet sein kann.

        Schädlich ist auch „alternative Medizin“, vor allem für Krebskranke, die darauf vertrauen, daran ist sogar ein sonst heller Kopf wie Steve Jobs verreckt. Schädlich ist rauchen, Kite surfen und an Scientology glauben. Ich halte die Grünen und die Linkspartei für extrem schädlich und würde Claudia Roth und Katja Kipping am liebsten verbieten, aber eigentlich ist es doch ganz gut, dass das nicht geht.

        • Stask Nirak

          Ich hatte das „Glück“ nicht deswegen verprügelt zu werden. Bei mir reichte es aus, einfach nicht so auszusehen wie ein Rechter es gerne gehabt hätte um mich zu akzeptieren. Danke der Nachfrage.

          Und nur weil es mir nicht passierte, passiert es überhaupt nicht? Die Logik erschliesst sich mir nicht. Reicht ja, wenn es sich für sie erschliesst.

          „Und was hat das mit „pauschaler Ablehnung von Muslimen“ zu tun?“ >> dieser Satz ist auch sehr spannend, da sie scheinbar die in diesen beiden Punkten dahinter stehende Argumentationsstruktur nicht erfasst haben. Sadly.

          Ach ja, und glauben sie ernsthaft, uns ist die Gefahr nicht bewusst? Sie ist uns viel bewusster, als Sie glauben. Doch WIR haben Erfahrung mit dieser Gefahr, WIR wachsen damit auf, sind dadurch sozialisiert, WIR wissen damit umzugehen, WIR haben Wege gefunden, dem entgegenzutreten.

          Wege, die die Mehrheitsgesellschaft jetzt erst finden muss, weil DIE sich noch nie mit dieser Gefahr auseinander setzen musste. Doch wir sind bereits einen Schritt weiter als ihr. Wir haben verstanden, wie dem wirklich entgegenzutreten ist – während ihr tatsächlich noch glaubt, einer vermeintlichen Islamisierung mit Abschottung zu begegnen, die die Gräben nur vertieft. Sehr lustig, in der Tat.

          Aber inszeniert euch gerne weiterhin als die Bewahrer der LGBTIQ-Rechte, um sie an anderer Stelle selber mit Füßen zu treten. Wir sind nicht so naiv zu glauben, das ihr nicht weniger eine Gefahr für uns darstellt als der fundamentale Islam – nur um euch selbst zu erhöhen und als Retter der dummen kleinen Schwulen zu inszenieren.

          Danke für die Almosen. Danke für nichts.

          • Klausi

            Sie armes Naziopfer, Sie klingen ja fast schon wie Erdogan und seine Schnauzbart-Kamarilla. Was habt „ihr“ verstanden, wem wollt ihr wie entgegentreten? Durch Nichtabschottung? Alle rein, Bussi hier, Bussi da und hinterher fassen wir uns and Bürzel und haben und lieb?

            LGB-dingens gibt’s übrigens nicht, das ist ein von der Sanifair- und Dixi-Lobby in die Welt gesetztes Hirngespinst.

          • Stask Nirak

            Das gute daran ist, Ihre Art zu denken wird sich mit ihrer Generation erledigt haben. Das gibt mir Hoffnung, das intelligentere und empathischere Menschen als Sie verstehen, was ich meine und entsprechend handeln werden.

            Aber ein Küsschen bekommen Sie noch von mir. Das haben Sie sich redlich verdient.

          • Klausi

            Danke fürs Küsschen, aber dass Sie so sehr das Ableben von mir und meinesgleichen herbeisehnen, um nicht mehr mit unliebsamen Meinungen behelligt zu werden, lässt das Feuchte auf der Wange doch allzu rasch erkalten.

          • Stask Nirak

            Nun, es wäre DIE Chance für die Menschheit sich endlich wirklich mal weiter zu weiterzuentwickeln.

            Aber unliebsame Meinungen?

            Wenn ich daran denke, wie oft ihre Argumente schon von uns und vielen anderen ad absurdum geführt wurden, wie häufig die Wissenschaft (Biologie, Psychologie, Soziologie, Medizin u.a.) diese ebenso widerlegt haben – würde ich weniger von unliebsamen Meinungen reden, als von der stupiden Wiederholung nicht funktionierender Argumente von ihrer/eurer Seite aus, deren Korrektur langsam aber sicher ermüdet und man einfach nur noch wünscht, das dies durch den natürlichen Tod sich endlich erledigt hat.

            Unliebsam? Nein, eher nervend und nicht funktionierend. Und von daher in eurer Redundanz ermüdend und blockierend.

            Aber falls Sie sich in dieser Rolle wohlfühlen, lasse ich diesen Begriff für ihr Seelenheil einfach mal gelten. Müssen mir nicht dafür danken. Ein Küsschen reicht.

          • Klausi

            Geb ich gerne zurück, das Bussi, aber ich ich versteh leider nicht, was Sie und die Ihrer Sache zugetanen Wissenschaften aus dem Strauß meiner bisherigen Einlassungen widerlegt haben wollen. Rekurrieren Sie auf eine oder mehrere konkrete Äußerungen, oder geht es generell um alles, was ich aufgrund meiner generellen Verwerflichkeit, Abscheulichkeit und – wenn auch auf natürlichem Wege endzulösenden – Lebensunwertigkeit sonst noch geäußert haben könnte?

          • Stask Nirak

            Oh, DAS interpretieren sie da rein. Alle Achtung. Wenn sie der Meinung sind, das es das ist was ich meinte, dann werden Sie ihre Gründe haben. Ich wünsche Ihnen viel Spaß damit.

            Aber ganz generell: ich bin nicht nur hier argumentativ unterwegs. Ich bin seit knapp 3 Jahren in diversen Foren auf Facebook unterwegs und bin recht vertraut mit ihrer Art der Argumentation. Wollte uns allen nur ein ewiges, ermüdendes Widerlegen ihrer Argumente ersparen und dies Abkürzen.

          • Der Gast

            Warum dann hier „argumentieren“, bzw. Darauf hinweisen, dass Sie aufgrund der ermüdenden Überlegenheit nicht argumentieren wollen?

          • Stask Nirak

            Ich hatte die Hoffnung – die, die immer zuletzt stirbt.

    • Markus Lentzer

      In islamischen Ländern wird mit gleichgeschlechtlichen sexuellen Beziehungen ähnlich verfahren, wie es in christlichen innerhalb des Klerus der Fall ist. Sie sind weit verbreitet und üblich. Streng tabu ist es lediglich darüber zu sprechen oder es öffentlich werden zu lassen. Ob die Männer, die in islamisch geprägten Staaten vor aller Augen gefoltert bzw. getötet werden, tatsächlich wegen homosexueller Praktiken verurteilt wurden, ist die Frage. Willkürherrschaften haben es an sich, dass relativ beliebig entschieden wird. Insbesondere vor Gericht. Oft wird es um ganz andere Dinge gegangen sein, vermutlich die üblichen Vorteilsnahmen. Oder es wurden Sündenböcke gesucht. Reaktionäre FundamentalistInnen bilden auch unter den 1, 5 Milliarden von Moslems, die auf der Welt leben die Ausnahme. Extreme Einstellungen entstehen nicht aufgrund von Religionszugehörigkeiten. Sondern durch extreme Lebensbedingungen und schlechte Vorbilder.

  • derblondehans

    W.B.: ‚Natürlich gibt es auch unter LGBTIQ-Menschen die Menge, die sich weigern, in die Zukunft zu denken, … ‚

    … welche Zukunft? … das Leben, die Zukunft Deutschlands, wird schon vor der Geburt in den Mülleimer geworfen, ‚fremd‘ aus- oder rein getragen, oder demnächst aus dem 3D-Drucker ‚geboren‘. Das ist ‚Ihre‘ Klientel, W.B..

    Wenn die Halle der Seelen leer und das erste Kind tot und ohne Seele geboren ist, wird diese Welt untergehen.

    • Stask Nirak

      Geht irgendeine Gegenargumentation auch mal ohne christlichen Bezug?

      Interessant genug, das man uns nicht zutraut auf herkömmlichen Wege ein Kind zu bekommen. Aber halt: das ist ja dann irgendwie immer noch – naja – unnatürlich? Stimmt’s?

  • Markus Lentzer

    Dass es diesen selbst ernannten „Kinderschützern“ nicht um den Schutz von Kindern geht, kann man allein schon daran erkennen, wie sie reagierten, als der so genannte „Missbrauchstsunami“ 2010 Deutschland und somit auch die Bildungsstätten, denen die den Fundamentalchristen nahe stehenden Familien ihre Kinder anvertrauten, sich mit ihrer jeweiligen Missbrauchskultur auseinandersetzen mussten. Obwohl viele dieser, oft der oberen Mittel- oder Oberschicht entstammenden Menschen, die Einrichtungen schon seit Jahrzehnten mit SchülerInnen beschickten, taten fast alle nichts. Manche unterschrieben Briefe wie diesen http://www.presseanzeiger.de/pm/Diskussion-um-Vorwuerfe-sexuellen-Missbrauchs-am-Aloisiuskolleg-322656 Ich bin fest davon überzeugt, dass viele der UnterzeichnerInnen heute, ausgestattet mit neuem Wissen, ihre Unterschrift am liebsten rückgängig machen würden. Bis jetzt konnte ich aber keine Initiative in diese Richtung feststellen.
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick, eine von 9 Millionen Erwachsenen in Deutschland, die in ihrer Kindheit und/oder Jugend Opfer von schwerem sexuellen Missbrauch wurden

  • Markus Lentzer

    „Ein solches Selbstgefühl der Auserwähltheit wiegt für die meisten Menschen mehr als Liebe, Zärtlichkeit und Sex – der vor allem nicht, gerade weil er schwer zu kriegen ist und deshalb, zum Beispiel von religiösen Fanatikern, schlecht gemacht wird, wie der Fuchs die Trauben sauer redet.“

    Bei den christlichen FundamentalistInnen, unabhängig davon, ob sie evangelisch oder katholisch sind, fällt die Diskrepanz zwischen dem, was sie als „Liebe“ definieren und Propagieren und wie sie es leben auf. Das führe ich darauf zurück, dass radikale Ideologien, insbesondere christliche gerade für solche Menschen attraktiv sind, die in ihrer Kindheit gar keine echte Liebe kennen gelernt haben. Ich wage zu behaupten, dass sie ihnen sogar unheimlich ist. Deshalb abstrahieren sie ihr Liebesbedürfnis und projizieren es auf das, was sie unter „Glauben“ verstehen. In primitiven Beziehungsmustern und einfachen Weltbetrachtungen verharrend, ist ihnen insbesondere die Sexualität suspekt. Gibt es doch kaum einen vergleichbar ambivalenten, widersprüchlichen und Emotionen jeglicher Färbung hervorbringenden Bereich. Der Kampf gegen Homosexuelle, sexuelle Freizügigkeit und Selbstbestimmung oder den offeneren Umgang mit dem Thema Sex ist im Grunde einer, den die Evangelikanen und Katholiban gegen all die Unwägbarkeiten und Herausforderungen der eigenen Sexualität kämpfen.

    So kommt es, dass sie über Jahrzehnte hinweg, einen sadistisch-pädophilen, seine Opfer zwanghaft fotografierenden und filmenden Mann ein Jungeninternat leiten ließen. Eine Einrichtung, an der etwas statt fand, was den Namen „Sexualisierung“ wirklich verdient hat. Nämlich der beständige Versuch, Kindern und Jugendlichen etwas einzuimpfen, was ich aus gutem Grund als „Schweinesex“ bezeichne. Ein mutiger Ehemaliger, nämlich der Schauspieler Miguel Abrantes Ostrowski wies schon 2004 über eine Buchveröffentlichung darauf hin http://www.zeit.de/2010/09/Interview-Ostrowski Näheres hier: https://unheiliger-berg.jimdo.com/ Und das ist nur eine Schule von vielen, an der Schein und Sein auf übelste Weise voneinander abwichen.

  • Markus Lentzer

    Die Leute, die die „Demo für Alle“ organisieren und gegen sexuelle Vielfalt kämpfen, machen es sich zu Nutze, dass Teile der Schwulenbewegung und einige der Gruppen, aus denen in der damaligen BRD die Partei der Grünen hervorging, ihre Missbrauchshistorie bis heute nicht aufgearbeitet haben. Damit stehen die natürlich nicht allein da, denn mir ist keine Institution mit einer ähnlichen Geschichte bekannt, die wirklich aufgearbeitet hätte. Weder der Katholischen Kirche angehörende Organisationen, noch solche wie die Reformpädagogen haben in der Hinsicht was Sinnvolles hervorgebracht. Wenn es in der jüngsten Vergangenheit Projekte gab, die als „Aufarbeitung“ bezeichnet wurden, dann handelte es sich um halbherzig betriebene, nur auf öffentlichen Druck hin initiierte, die eher Simulationen gleichen, denn Versuchen, wirklich und ehrlich aufzuklären, was passiert ist und welche Konsequenzen das haben sollte. Jüngstes Beispiel: das doppelte Spiel der Klerikader unter der Führung von Papst Franziskus.

  • derblondehans

    @Markus Lentzer aka Angelika Oetken

    … Sie verbreiten Schmarrenjournaillismus ala W.B.. Machen Sie sich hier schlau was es zum Kindesmissbrauch in der rkK zu schreiben gibt. Oder lesen Sie, z.B. Alice Schwarzer: ‚Schwarzer fordert eine stärkere Auseinandersetzung mit dem «Zeitgeist»-Phänomen der Verharmlosung von Kindesmissbrauch in den 70er und 80er Jahren, welches besonders die Partei der Grünen betreffe. Auch gewisse Kreise der FDP hätten dem Gedankengut nahegestanden sowie die «Humanistische Union». Auch Medien wie die Berliner «tageszeitung (taz)» hätten diese Ansichten verbreitet. «Die propädophile Ideologie von damals wirkt bis heute nach, ja ist in der grenzenlos verbreiteten Pornografie inzwischen allgegenwärtig», so die Herausgeberin der Zeitschrift «Emma».

    … die Kirche Christi sieht Kindesmissbrauch nicht vor. Bei anderen ist Kindesmissbrauch Programm. Jeder Kindesmissbrauch eine Schandtat und wenn von einem Priester begangen – doppelt schäbig.

    • Markus Lentzer

      @derblondehans,

      wenn jemand wie Sie antwortet, noch dazu so ausnehmend charmant, dann weiß ich, dass ich mit meinen Ausführungen genau richtig liege. In den Katholibanforen kommentiere ich gelegentlich, das müsste Ihnen eigentlich aufgefallen sein, sofern Sie dort regelmäßig verkehren sollten. Und von Alice Schwarzer kann ich ganz besonders die Mitschrift ihrer Debatte, die sie 1980 mit dem vor ein paar Jahren leider tödlich verunfallten Günter Amendt geführt hat empfehlen http://www.emma.de/artikel/wie-frei-macht-paedophilie-264316 Sie hat an Aktualität nicht eingebüßt. Und wie uns ja spätestens seit dem Missbrauchstsunami klar geworden sein sollte, ist Kindesmissbrauch genauso wenig milieuabhängig wie Alkoholsucht. SäuferInnen finden Sie überall, MissbraucherInnen auch.

      Meiner Einschätzung nach fördern alle abrahamitischen Religionen Kindesmissbrauch. Nicht unbedingt direkt und vorsätzlich, aber im Zuge ihres Umgangs mit der menschlichen Sexualität.

      Viele Grüße von Angelika Oetken, auf „Facebook“ sicherheitshalber nur unter Pseudonym unterwegs

      • Markus Lentzer

        Nachtrag:
        „Jeder Kindesmissbrauch eine Schandtat und wenn von einem Priester begangen – doppelt schäbig.“

        Bei den meisten KindesmissbraucherInnen handelt es sich um zutiefst in ihrer Sexualität beschädigte Menschen. Warum ausgerechnet die katholische Priesterschaft solche Personen nicht nur anzieht, sondern auch zur sozialen Stabilisierung braucht, führt Slavoj Zizek in seinem Essay „Vom geistigen Tierreich“ aus https://www.lettre.de/beitrag/%C5%BEi%C5%BEek-slavoj_vom-geistigen-tierreich

        Im Übrigen weiß ich „die Kirche“ von der Kirche zu unterscheiden. Bei ersterer handelt es ich um den weltumspannenden Führungskader eines religiösen Konzerns, letztere umschreibt die Gemeinschaft aller Menschen, die an die Botschaft des Evangeliums glauben. Das ist ein sehr großer Unterschied. Und mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass jemand, der der Kirche angehört, weil er glaubt, deshalb gar nicht in „die Kirche“ passt. Dort sind ganz andere Überzeugungen gefragt. Darum unternimmt man(n) ja bis heute nichts gegen seine Täterpriester.

        • derblondehans

          Slavoj Žižek schreibt Quark.

          • Stask Nirak

            Weil?

          • Markus Lentzer

            Sie lesen aber schnell blonder Hans. Oder ist Ihnen das, was der Philosoph Slavoj Zizek schreibt etwa zu hoch? Es gibt auch entsprechende Artikel, die in einfacher Sprache formuliert sind. Morgen Abend stelle ich hier was ein.

          • derblondehans

            … ich kann schnell lesen. Was Zizek schreibt ist mir nicht zu hoch, was er schreibt ist falsch, das ist weiter oben begründet.

          • Markus Lentzer

            Welche Ihrer Begründungen oben widerlegt Slavoj Zizeks These @derblondehans?

          • derblondehans

            … ich habe nix und brauche auch nix zu begründen. Sie schreiben richtig Zizeks These. Er behauptet. Mehr ist nicht bei ihm.

          • Markus Lentzer

            Liefert nicht das, was über die Jahrzehnte im Hinblick auf klerikale Missbrauchskriminalität offenbar wurde, Beweis genug, dass Zizek Recht hat? Im Übrigen ist er ja nicht der einzige, der darauf hinweist, dass die sexuelle Ausbeutung innerhalb bestimmter Kirchenkreise System hat. Hier sind die Berichte und Stellungnahmen von Menschen eingestellt, die bereit sind, ihre Expertise dafür zur Verfügung zu stellen, klerikalen Missbrauch aufzuklären und daraus zu lernen, damit Kinder fortan besser geschützt werden können https://www.wir-sind-kirche.de/?id=243

          • Markus Lentzer

            Ich hab`s @derblondehans! Sie sind katholischer Priester. Dieser Berufstand, welcher so unnachahmlich kreativ mit den Gesetzen der Logik umgeht.

            VG
            Angelika Oetken

      • derblondehans

        … ich bin immer charmant, Ihre Einschätzung ist falsch, was Sie wo anders schreiben ist mir wurscht, das wird nicht anders sein als hier.

        Im Übrigen gibt es keine ‚abrahamitische Religionen.

        • Markus Lentzer

          Sie hatten oben einen katholischen Blog empfohlen, schon vergessen? Ich wollte Sie nur darauf hinweisen, dass ich den kenne.

          Und zu den Abrahamitischen Religionen: http://www.kaththeol.uni-muenchen.de/lehrstuehle/religionspaedagogik/personen/1leimgruber/materialienlg/materialien-ws12-13/seminar-irl/abrahm_religionen.pdf

          Sind Sie überhaupt Katholik bzw. Katholikin? In einem anderen Faden hier, gewann ich durch die Kommentare von Mitforisten den Eindruck, dass Personen aus dem rechtsreaktionären Spektrum mit Ihnen kooperieren. Wie „blond“ sind Sie?

          • derblondehans

            … die Befürworter einer politischen Welteinheitsreligion beziehen sich auf Abraham. Allein der Begriff der ‚abrahamitischen Religionen‘, bei sich Religionen auf den Abrahamssegen beziehen, ist unstrittig.

            Im Christentum wird die Abstammung von Abraham zu einem rein geistlichen Phänomen. Nur noch die Abstammung der Gottesgebärerin Maria, der Mutter des menschgewordenen Gottes Jesus, wird genetisch aufgefasst. Gegenüber
            dem Judentum wie gegenüber dem Islam spielt Abraham als Stammvater eine deutlich geringere Rolle.‘

            … übrigens Ihr Eindruck über meine Wenigkeit ist mir wurscht. Meine Haarfarbe ist in der Tat natur-blond. Was an meinen Ausführungen ‚rechtsreaktionär‘ sein soll, bleibt Ihr Geheimnis, solange Sie nicht schreiben was rechtsreaktionär daran sein soll. Ich sehe mich als Revolutionär.

          • Markus Lentzer

            Wo habe ich geschrieben, dass ich das, was Sie hier einstellen, als „rechtsreaktionär“ einschätze @derblondehans? Meine Feststellung bezog sich auf die Beiträge von Foristen, die sich in anderen Fäden in einer Weise äußerten, aus der ich den Schluss zog, dass Sie alle einigermaßen vertraut miteinander sind. Ein Beispiel: https://diekolumnisten.de/2016/10/08/kinder-in-den-knast/

            Da der Begriff „rechtsreaktionär“ nicht eindeutig definiert ist und zudem abwertend gebraucht wird, möchte ich auf zwei Beschreibungen hinweisen, die ich als sachlich betrachte.
            http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/pocket-politik/16547/rechts-links-schema

            „reaktionär: an nicht mehr zeitgemäßen [politischen] Verhältnissen festhaltend“ (Definition laut Duden)

            Eine rechtsreaktionäre Haltung wäre demnach eine Mischung aus dem, was von der BPB als „rechts“ und was der Duden als „reaktionär“ beschreibt. Und in dem Sinne habe ich den Begriff „rechtsreaktonär“ in meinem Kommentar oben auch genutzt.

            Interessant dazu übrigens die Einschätzung des Bundesgerichtshofs:
            „Ob eine Position als rechtsextremistisch – möglicherweise in Abgrenzung zu „rechtsradikal“ oder „rechtsreaktionär“ – einzustufen ist, ist eine Frage des politischen Meinungskampfes und der gesellschaftswissenschaftlichen Auseinandersetzung.“
            https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2010/12/rk20101208_1bvr110608.html

            VG
            Angelika Oetken

          • Markus Lentzer

            Im Artikel oben geht es um Kräfte, die Homosexualität und Homosexuelle bekämpfen und welche Ziele sie verfolgen. Ich habe dazu einen Kommentar abgegeben, in dem ich meine Meinung zum Verhältnis der abrahamitischen Religionen zum Kindesmissbrauch formuliert habe. Wie die Vertreter der abrahamitischen Religionen sich selbst einschätzen, ist für mich dabei nicht relevant, denn mir geht es um eine objektive Betrachtung, die nur aus der notwendigen Distanz heraus gelingt.

            Ich möchte meine These aber etwas näher erläutern, damit sie verständlicher wird:
            „Meiner Einschätzung nach fördern alle abrahamitischen Religionen Kindesmissbrauch. Nicht unbedingt direkt und vorsätzlich, aber im Zuge ihres Umgangs mit der menschlichen Sexualität.“

            Zum Hintergrund: sowohl im Juden- und im Christentum, als auch im Islam spielte patronal-hierarchische Ordnung und die Kontrolle der Sexualität eine sehr große Rolle. Diese Religionen entstanden, als die Menschen am Ende der Steinzeit ihre Lebensweise änderten und größere soziale Verbände bildeten als zuvor. Sie benötigten viele Arbeitskräfte und folglich versuchten sie, die Fortpflanzung anzukurbeln, indem sie sie auf deren primitivsten Aspekte reduzierten. Im Grunde also die Methoden der Tierzucht auch für die Produktion menschlichen Nachwuchses verwendeten. Das führte zu Verwerfungen im Verhältnis zwischen Frauen und Männern und den Mitgliedern der Familien untereinander. Etwas pathetisch ausgedrückt: die natürliche und echte Liebe verschwand, wurde abstrahiert, auf Gott projiziert und im irdischen Zusammenleben verordnet. Wo sie zum Teil verschwand. Eine Frau, die ihr Kind empfangen muss wie ein weibliches Haustier auf dem Bauernhof, wird größere Probleme haben, es anzunehmen und zu lieben als eine, die den sexuellen Kontakt in Lust und Würde ausleben darf. Und einem Mann, dem eingeredet wird, er solle sich beim Sex benehmen wie Eber, wird es schwerer fallen, seine Partnerin zu respektieren als jemandem, der seine männliche Sexualität kultivieren durfte. Die sexuelle Ausbeutung von Kindern ist so etwas wie ein Begleitphänomen. Die Mutter, die von ihrem Mann keine echte Liebe empfängt, nötigt ihren kleinen Sohn zum „kuscheln“, der Vater, der seiner Frau mit Missachtung begegnet, wird wenig Hemmungen haben, auch seine Tochter sexuell auszubeuten. Aber, von welchem Blickwinkel aus man es auch betrachtet, in Missbrauchsgefügen fällt der Mangel an echter Liebe sofort auf.

            Und als ich vor ein paar Jahren in Kontakt mit Opfern von katholischen Priestern, Diakonen und Ordensfrauen kam, viel mir als Erstes auf, welche zentrale Rolle die Sexualität bei Funktionären der Katholischen Kirche spielt. Scheinbar ein Paradox: etwas, das sehr stark reglementiert und auch verteufelt wird, steht doch mitten im Zentrum des Denkens und Fühlens.

            Mittlerweile sehe ich es so: Verbote machen etwas erst richtig interessant und attraktiv. Wenn ich Alltäglichkeiten wie sexuelle Angelegenheiten mit Tabus und Regularien versehe, dann kann ich mich darauf verlassen, dass diese übertreten werden. Womit sollte der Klerus seine Gläubigen noch gängeln, wenn die Sex im positiven Sinne als normal ansehen?

            VG
            Angelika Oetken

          • derblondehans

            Werte/r Markus Lentzer aka Angelika Oetken,

            … mir scheint Sie haben ein ernsthaftes Problem. Ihre fantastisch/voyeuristischen Einlassungen, u.a., – ‚patronal-hierarchische Ordnung und die Kontrolle der Sexualität‘ – die nach Ihren Worten in einer christlichen Gemeinschaft ‚open-du-da-ditt-ditt-high-fidelity‘ sein soll, sollten Sie unbedingt mit einem Psychiater abklären. Nehmen Sie W.B. gleich mit.

          • Markus Lentzer

            Bewegen Sie sich jetzt nicht auf einer ähnlichen rhetorischen Schiene wie Personen, die Homosexuelle „heilen“ wollen @derblondehans?
            Ich habe lediglich Sachverhalte dargestellt. Bin aber doch für deren Existenz nicht verantwortlich zu machen.

            Die Thematik ist belastend. Das gebe ich zu. Gerade darum sollte man sich um einen gesunden Abstand bemühen. Oder sich mit den Schattenseiten der menschlichen Sexualität gar nicht erst beschäftigen. Ich habe vollstes Verständnis dafür, wenn Menschen überfordert reagieren, sobald die Sprache auf sexuelle Gewalt, Kindesmissbrauch oder sexuelle Ausbeutung kommt. Die Kompetenz, sich dem zu stellen, hängt aber auch auch immer ein Stück weit vom weltanschaulichen und sozialen Hintergrund ab.

            Und an der Stelle möchte ich den vielen Menschen, die sich innerhalb der Katholischen Kirche mutig, engagiert und oft gegen erhebliche Widerstände für Opfer von sexueller Gewalt und den Kinderschutz einsetzen, meine ausdrückliche Anerkennung aussprechen.

            VG
            Angelika Oetken

          • derblondehans

            Werte/r Markus Lentzer aka Angelika Oetken,

            … meno, Sie werden langweilig, die Wiederholung der Wiederholung. Von einer ‚Heilung‘, des von W.B. vertretene Klientel, welches mir persönlich am Allerwertesten [sic!] vorbei geht, habe ich nix geschrieben. Was bilden Sie sich eigentlich ein? Wovon glauben Sie mich überzeugen zu können? Bitte nicht antworten!

            Mein Hinweis sich in therapeutische Behandlung zu begeben scheint daher sehr wohl richtig. Das legt der Stuss nahe, den Sie hier schreiben. Zudem ist für Sie die Thematik, nach eigener Aussage, belastend. Mag sein das Sie Ihre Erfahrungen hier aufarbeiten wollen. Sorry, mir bringt diese Diskussion nix. Was zu schreiben ist, darauf habe ich weiter oben hingewiesen.

          • Markus Lentzer

            Kennen wir uns zufällig von „Regensburg Digital“ @derblondehans?

            VG
            Angelika Oetken

          • derblondehans

            … in Rabulistik müssen Sie noch üben. Ich habe keinen kath. Blog empfohlen. Ich habe zu einem Textbeitrag verlinkt.

          • Markus Lentzer

            „Rabulistik“: der Begriff wird heutzutage eigentlich nur noch im Hinblick auf Jesuiten verwandt. Haben Sie zufällig mit diesen Ordensbrüdern zu tun @derblondehans?

            VG
            Angelika Oetken

          • Markus Lentzer

            „Machen Sie sich hier schlau was es zum Kindesmissbrauch in der rkK zu schreiben gibt.“

            Wenn ich das nicht als Empfehlung werten darf, als was dann?

  • Peter Friedrich

    Wieder ein fulminanter Aufsatz von Wolfgang Brosche, der die Bigotterie jener nur so ins Klo kippt, welche mit ihrer einzig wahren Richtigsexualität hündisch winselnd vor ihrem lächerlichen Gott oder ihrem völkischen Ungeist Männchen machen.
    Vor der schlagkräftigen Evidenz der Brosche´schen Thesen flüchten sich seine geifernden Kritikaster längst reflexhaft in Thema-verfehlt-Pseudorepliken.

    • Franziska1950

      Wenn das Ihre Quellen sind, Herr Friedrich, wundert mich gar nichts.

      • Peter Friedrich

        Thema-verfehlt-Replik.

      • Peter Friedrich

        Sie wollen eigentlich das, wahrscheinlich ohne es selbst zu wissen: „…Michelle zufolge verließ ihr Vater nach jeder Prügelstrafe allein das Haus und kehrte einige Zeit später zurück. An einem Wochenende schlug Hubert die Kinder besonders bösartig und verließ das Haus. Michelle folgte ihm heimlich nach draußen. Hubert ging in einen Schuppen hinter dem Haus und sie sah, wie er onanierte…“ aus http://www.alice-miller.com/de/frenzy/

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