Interview mit der Flüchtlingshelferin Rebecca Sommer

Rebecca Sommer setzt sich seit fast zwei Jahrzehnten für die Rechte indigener Völker ein und hat viele Jahre aktiv in der Flüchtlingshilfe gearbeitet. Durch ihre Erlebnisse in der Arbeit mit Flüchtlingen und die Ereignisse in der Kölner Silversternacht 2015 hat sie viele ihrer Ansichten nach und nach revidiert. Auszüge eines auf polnisch geführten Interviews mit ihr sorgten für heftige Kontroversen. DieKolumnisten dokumentieren das komplette Interview auf Deutsch im Wortlaut, wegen der Länge in drei Teilen.


Rebecca Sommer ist eine internationale, seit 2012 in Berlin sesshafte deutsche Menschenrechtlerin, Künstlerin, Journalistin, Fotografin, und vielfach preisgekrönte Filmemacherin. Bis zu ihrer Rückkehr nach Deutschland 2012 engagierte sie sich mit ihrem speziellen beratenden Status bei den Vereinten Nationen (ECOSOC) im UN-Hauptquartier als auch in Genf für Menschenrechte, mit speziellem Fokus auf Indigene Völker und Völkerrecht. Sie arbeitete über eine Dekade lang mit dem UNHCHR und UNPFII, aber auch mit Flüchtlingen und dem UNHCR zusammen. Über eine Dekade lang nahm sie an den UN-Verhandlungen zur Deklaration der Rechte Indigener Völker teil, die auch durch ihre Unterstützung 2007 von fast allen Staaten adoptiert wurde.
Sie besuchte zahlreiche Indigene Völker auf der ganzen Welt und brachte Menschenrechtsdokumentationen bei den UN vor, organisierte Kampagnen und klärte über die Menschenrechtsverletzungen gegen Indigene Völker in UN-Berichten, in Bild, Schrift und Film auf. Als gefragte Völkerrechtsexpertin produzierte sie im Auftrag der Vereinten Nationen den Film „Indigene Völker und die UN“. Weiterhin nahm sie bis 2014 an den UN-Klimaverhandlungen (UNFCCC) teil und ist Mitglied bei „Climate Justice Now“. Sie arbeitete als Redakteurin in großen britischen Zeitschriften wie Scene, The Face und Spirit und in amerikanischen Zeitschriften wie Black Book und Madison. Sie lebte und arbeitete in Indien, Groß-Britannien, Brasilien, Südafrika und in den USA. Seit dem Jahr 2012 engagiert sie sich für die Menschenrechte von Flüchtlingen in Europa und gründete und leitet die „Arbeitsgruppe Flucht + Menschenrechte“ (AG F + M), ein Netzwerk, welches Flüchtlinge in Berlin unterstützt.© Rebecca Sommer

© Rebecca Sommer
Viele Jahre Arbeit als Flüchtlingshelferin, vor allem während der Flüchtlingskrise des Jahres 2015 haben sie desillusioniert. Dieses Interview, das zuerst auf dem polnischen Portal euroislam.pl erschienen ist, entstand nicht zuletzt aufgrund vieler negativer Erfahrungen bei ihrer Arbeit mit Flüchtlingen.
Das Portal Euroislam.pl existiert seit 9 Jahren und ist die älteste polnische Internet Plattform, die sich mit Integration und Islamismus beschäftigt und gleichzeitigt die Ansichten islamischer Reformatoren präsentiert. Die Gründer sind durchwegs bekannte polnische Journalisten und Experten für das genannte Themenspektrum und schreiben auch immer wieder für andere Medien. Einer der Gründer der Seite, Grzegorz Lindenberg, ist zugleich Mitgründer der zweitgrößten polnischen Tageszeitung Wyborcza, die 1989 als unmittelbares Ergebnisse der Gespräche am Runden Tisch unter Beteiligung der Gewerkschaft Solidarność gegründet wurde.

Das Interwiev mit Rebecca Sommer führte Natalia von der Osten-Sacken

Teil 1

Natalia Osten-Sacken.: Rebecca, Du hast viele Jahre mit Flüchtlingen und Immigranten gearbeitet, du bist eine bekannte Menschenrechtsaktivistin. Schon Jahre vor der großen Migrationswelle im Jahr 2015 warst Du eine bekannte Person, die sich für die unbegrenzte Aufnahme dieser Personen in Deutschland einsetzte. Was beeinflusste die Wandlung deiner Ansichten?

Rebecca Sommer: Ich habe mich nie für das „unbegrenzte“ Aufnehmen von Migranten eingesetzt, das geht ja gar nicht, dass ein Land unbegrenzt aufnimmt. Ich bin Humanistin und Menschenrechtlerin. Die ersten Jahre glaubte ich, dass die Menschen, die hierherkommen, wirkliche Flüchtlinge sind, froh in Sicherheit zu sein, und daher den Willen haben werden, sich hier anzupassen und sich zu integrieren. Aber mit der Zeit, Stück für Stück, kam das böse Erwachen. Die Gründe dafür waren so facettenreich, dass ich einfach nicht mehr meine Augen verschließen konnte. Sicherlich war einer der Wendepunkte, wie bei vielen von uns, Silvester 2015 in Köln. Da musste ich mir letztendlich eingestehen, dass dieses Verhalten zu der überwältigenden Mehrheit der Muslime, mit denen ich zu tun hatte, passt.

Das war der Moment, wo ich mir sagte: „Rebecca, Du musst jetzt die Notbremse ziehen, alleine schon als Frauenrechtlerin, mit meiner kollektiven Verantwortung als Frau“. Ich versuchte bis dahin, vor mir die sich immer wiederholenden Verhaltens- und Gedankenmuster, ihre Weltanschauung, die auf ihrer Religion, dem Islam, und ihrer Kultur basieren, irgendwie zu rechtfertigen, z. B damit, dass sie eben neu sind. Und ich glaubte, dass diese mittelalterlichen Ansichten sich mit der Zeit ändern werden. Ich vertraute sehr auf unsere freiheitlichen, gleichberechtigten europäischen Werte, und ich glaubte naiv, dass jeder Mensch sich für sie begeistern und sie übernehmen werde.

Aber ich musste mir, mich in meinem Ehrenamtsumfeld um- und sich wiederholende Erlebnisse über die Jahre mit ansehend, eingestehen, dass, sobald es muslimische Geflüchtete betrifft, diese mit ganz anderen Werten groß geworden sind; dass sie seit ihrer Kindheit einer Gehirnwäsche unterzogen und mit dem Islam indoktriniert wurden und mit Hochmut und Arroganz auf uns Ungläubige herabschauen. Ich nenne es “das Kopftuch im Kopf”. Zusätzlich, wenn sie hier ankommen, geraten viele in die Fänge von fundamentalistischen Imamen, dem politischen Islam (importiert aus der Türkei, aus Saudi-Arabien, Iran etc.), was sie noch in ihrem Fundamentalismus bestärkt und ihnen verbietet, sich mit uns Ungläubigen und unserer Lebensweise zu mischen, unsere Weltanschauung und Wissenschaften anzunehmen, worüber der deutsche Staat schon überhaupt keine Kontrolle mehr hat.

Ein Beispiel, was mir half meine Augen zu öffnen, geschah 2016, als ich die Wahrheit über eine Gruppe von syrischen Flüchtlingen erfahren musste, die ich schon lange begleitete. Sie gehörten inzwischen zu meinem Freundeskreis. Ich half ihnen durch ihre Asylverfahren, regelte ihre Behördenangelegenheiten, besorgte ihnen Wohnungen, Möbel, Computer, Fahrräder, Bekleidung, Ausbildung, Kurse, Arbeit, Stipendium, und opferte unzählige Stunden von meiner Privatzeit für viele einzelne Fälle. In einem bestimmten Moment habe ich schließlich bemerkt, dass diese Leute mit mir ein falsches Spiel, also Taqiyya spielten. Sie haben mich getäuscht, und ich wurde meinerseits enttäuscht. Ich wurde allerdings von arabischen und kurdischen Menschen genau vor dieser muslimischen Taqiyya Täuschungsstrategie gewarnt, von Menschen, die nicht nur aus Kriegsgebieten, sondern gerade auch vor Muslimen fliehen mussten, aber ich wollte nicht auf sie hören.

Und plötzlich ist es raus gekommen, dass diese Leute, für die ich alle Probleme gelöst hatte, die mit mir gegessen, gelacht und getanzt haben, die weder beteten noch in die Moscheen gingen, Ramadan nicht einhielten und über fundamental religiöse Muslime lachten, mich hinter meinem Rücken und in meinem Garten sitzend, eine „deutsche dumme Nutte“ nannten. Das hat mir nicht nur sehr wehgetan, weil ich gerade ihnen, denen ich Retterin, Freundin, Schwester und Mutter war, wirklich vertraute, sondern es hat mir einen weiteren Anstoß zur Besinnung gegeben. Denn sie waren ein gelebtes Beispiel und Hoffnung für eine gelingende Integration und auch auf Freundschaft zwischen westlich orientierten und arabisch-muslimischen Menschen. Ich habe ihnen nichts als geholfen, sie geschützt und gestützt und echte Freundschaft geschenkt. Sie mit offenen Armen in Deutschland willkommen geheißen – und als Dank wurde ich von ihnen in Worten, Gedanken und Taten beschmutzt.

In der Zwischenzeit habe ich mir Ordner mit den Fakten all jener Fälle, die ich je bearbeitet habe, angelegt, und ich beobachte den Werdegang von Flüchtlingen die ich begleitet habe, oder immer noch begleite, viel kritischer und genauer, aber auch die Fälle der anderen Ehrenamtlichen von unserer Gruppe. Leider haben viele engagierte Ehrenamtliche wegen ähnlicher Erfahrungen inzwischen das Handtuch geschmissen. Die, die neu hinzukommen, sind dann wiederum oft so naiv, wie ich es einmal selber war. Aber im Gegensatz zu dem, was uns in den Medien erzählt wird, kommen gar nicht mehr so viele Ehrenamtliche hinzu; andere, die schon lange dabei sind – so wie ich –, haben sich inzwischen institutionalisiert und machen Geld mit ihrem Engagement. Von denen wird man von einer Desillusionierung nichts erfahren, es wäre nicht in ihrem Interesse.

N.O-S.: Und was ist dabei herausgekommen?

R.S: Viele arbeiten immer noch nicht, und sprechen immer noch kaum Deutsch. Und sie verbleiben unter sich, haben kaum oder gar keine deutschen Freunde. Andere wurden zu Straftätern. Oder sie radikalisierten sich. Oder man findet später heraus, dass sie Al-Nusra- oder ISIS-Kämpfer waren, die diese Organisationen immer noch bewundern. Es gibt zwar auch viele Ausnahmen, sie arbeiten, sprechen Deutsch, aber das Kopftuch im Kopf, die Überheblichkeit, sich als Muslime als was Besseres zu sehen, diese unsägliche Überheblichkeit uns gegenüber, verbleibt trotzdem bei den Meisten!

Inzwischen habe ich jegliches Engagement, die Lust zur Ehrenamtsarbeit mit diesen muslimischen, dem Patriarchat frönenden Leuten verloren. Jetzt erkenne ich, wie sie ticken. Ich führe die angefangenen Fälle zwar weiter, nehme aber nur noch neue Fälle auf, wo es sich meiner Ansicht nach um wirkliche Flüchtlinge handelt, die einen Grund haben, in unseren säkularen Staat zu kommen, wo Frauen und Männer per Gesetz gleichberechtigt sind, wo Schweinefleisch gegessen wird, wo wir sogar nackt am Strand sitzen dürfen. Diese Freiheit ist kostbar und sehr verletzlich. Wenn man nur bedenkt, wie viele Menschen plötzlich hierher kommen, die ein Kopftuch im Kopf tragen, und alleine schon durch ihre Masse hier alles verändern! Das sehen wir ja schon jetzt. Jetzt bin ich sehr vorsichtig und extrem misstrauisch geworden. Alle anderen sollten besser in einem muslimischen Land Asyl bzw. Arbeit und ein besseres Leben suchen, anstatt zu versuchen, uns ihre frauenfeindlichen, mittelalterlichen Werte aufzuzwingen und damit auf lange Sicht uns allen zu schaden.

Daher helfe ich jetzt vor allem Frauen und religiösen Minderheiten, die aus muslimischen Ländern flüchten müssen: politischen Flüchtlingen, Journalisten, Muslimen, die ihrem Glauben abgeschworen haben und deshalb verfolgt werden. Und ich helfe ganz besonders gerne Frauen. Da sind einige, die sich jetzt mit ihrer neuen finanziellen Sicherheit, die sie hier in Deutschland genießen, von ihren Ehemännern trennen wollen. Sie wurden zwangsverheiratet und mussten ein Leben lang diesen Mann, den sie innerlich hassen, mit einem Lächeln bedienen. Es gibt viel psychologische Gewalt und Vergewaltigung in diesen muslimischen Ehen. Die Frau hat keinen Menschenwert, sie ist Sexobjekt und keine Partnerin, sie ist Arbeitstier und Gebährmaschine. Das ist ihre Aufgabe als gute Muslima. So, wie die meisten Muslime keine Achtung vor uns haben, so haben sie keine Achtung vor ihren Frauen. Nicht alle natürlich – ich kenne da auch ganz süße Paare, aber doch die meisten. Das gilt auch für viele muslimische Passdeutsche. Die Anleitung dazu gibt der Islam. Deshalb warne ich jetzt davor. Ich habe genug gesehen, gehört, erlebt. Ich habe meine Fakten.

N.O-S: Du hast das Wort Taqiyya erwähnt. Wie verstehst Du es, und wie bist du in Berührung
mit dem Begriff gekommen?

R.S: Das Wort Taqiyya ist den meisten Europäern nicht bekannt. Menschen, die versuchen, vor dieser Form des religiös gerechtfertigten Lügenverhaltens zu warnen, selbst, wenn sie aus dem gleichen Kulturkreis kommen wie die Immigranten, die wir Flüchtlinge nennen, werden sofort als Rassisten gebrandmarkt. Taqiyya bedeutet „Täuschung“. Sie gibt die Erlaubnis dafür, dass Muslime äußerst betrügerisch zu uns Nicht-Muslimen sein dürfen, wenn dies dem Schutz des Islams und der Muslime dient. Es gibt verschiedene Formen des Lügens, die im Umgang mit Nicht-Muslimen unter bestimmten Umständen erlaubt sind, wobei das bekannteste die Taqiyya ist. Diese Umstände sind typischerweise diejenigen, die die Interessen des Islams, als auch eines einzelnen Muslimen, der zum Umma- Kollektiv gehört, fördern – z.B. indem sie durch eine Lüge das Vertrauen von Ungläubigen gewinnen, was diese dann verwundbar und schwach macht, und man kann sie schließlich besiegen. Vertrauensbruch ist somit vorprogrammiert.

Ein Muslim darf einen Ungläubigen belügen und betrügen, es ist ethisch nicht verwerflich, solange er aus dieser Täuschung einen Nutzen zieht, der ihn und damit das muslimische Umma-Kollektiv, weiterbringt. Er muss sich nicht dafür schämen. Um Nutzen aus einem Ungläubigen zu ziehen, dürfen sie dir Freundschaft oder Liebe vorheucheln, solange sie im Herzen es nicht so meinen. Mit Taqiyya sind Muslime frei von Haftbarkeit gegenüber Ungläubigen – meine Warnung an die Frauen, die sich auf muslimische Männer einlassen! Aber auch ganz besonders an unsere Politiker, die Verträge mit Islamverbänden machen – denn kein Schwur, nicht mal im Namen Allahs, hat Bedeutung wegen der Taqiyya, denn Allah hat seinen Gläubigern bereits die Auflösung ihrer Eide gegenüber Ungläubigen vorgeschrieben. Einzige Bedingung: Der Lügende muss im Herzen fest an den Koran und Allah glauben. Taqiyya erlaubt sogar, dass ein Muslim so tut, als sei er kein Muslim. Er darf alles sagen und tun, um zu täuschen, solange es dazu dient, z.B. eine Person in Vertrauen zu wiegen. Oder ein Land. Das muss man sich mal vorstellen, mit was für einer religiösen Ideologie wir es hier zu tun haben!

Taqqiya kommt, glaube ich aus dem Schiitischen, wird aber ebenso, auch wenn sie es vehement bestreiten, von Sunniten eingesetzt und erlaubt sogar das Essen von Haram-, also „unreinen“ Gerichten, oder vorzuspielen, dass man ein Atheist sei. Man muss sich also dessen bewusst sein, dass das Sagen von Unwahrheiten zu Nicht-Muslimen in den muslimischen Ländern nicht als verwerflich betrachtet wird. Und ein leichtgläubiger deutscher Freiwilliger trifft eine Kultur, die er ganz und gar nicht begreift. Gerade in der Flüchtlingsunterstützung bemerkst du nach einiger Zeit, dass viele Flüchtlinge dich durch Täuschung manipulieren, um möglichst viel und ganz besonders engagierte Hilfe von Dir zu bekommen, und vor allem verheimlichen wie fundamental religiös sie wirklich sind, und wie sehr sie unser Wertesystem und unsere Gesellschaft ablehnen.

Es sind ähnliche Geschichten: dass sie Medizin, Jura oder Informatik studiert haben, dass ihre Eltern tot sind und die kleinen minderjährigen Brüder in der Türkei auf der Straße am Verhungern sind und man ihnen helfen soll sie herzuholen, oder sogar dass ihre ganze Familie in den Kriegshandlungen umgekommen ist. Das man dem sich als säkular und moderat-modern ausgebenden Ehemann helfen soll die geliebte Ehefrau (die genauso frei wie wir hier leben würde), und die Kinder zu holen. Und plötzlich erscheinen in Deutschland Onkel, Tanten, Eltern, und auf einmal zählt die ganze tote Familie 15 Köpfe und hat drei Wohnungen. Der kleine Bruder kommt an, die Eltern sind gar nicht tot sondern leben sicher in der Türkei, und im Gegensatz zum Erzählten stellt sich heraus dass er alles andere als hilflos, sondern ein Al-Nusra Kämpfer in Syrien war. Und der große Bruder alles andere als ein moderater Muslime ist.

Oder Du erfährst dass ihr Diplom gekauft wurde. Oder du erfährst, dass die Familie zwar arm, aber in einem sicheren Gebiet in Syrien lebte, und hier herkam um ein besseres Leben zu führen. Oder Du wirst nach erfolgreicher Familienzusammenführung plötzlich von dem sich als moderat ausgebenden Ehemann gefragt, ob Du helfen könntest eine weitere Ehefrau und Kinder rüber zu holen. Die als geliebte und als modern beschriebene Ehefrau kommt tief verschleiert an, und ist laut ihrer Erzählung todunglücklich weil er sie schlägt, ihr alles verbietet, weil er ein besonders strenggläubiger Muslime sei. Ich habe daraus gelernt, dass bei den Muslimen das Ausnutzten der Naivität, also in Ihren Augen eines Schwächeren, nicht als etwas Schlimmes verurteilt wird.

Es ist nicht „nur“ der Islam, obwohl der schon genug Konfliktpotenzial bietet. Die Sozialisierung dieser oft doch sehr jungen Neuhinzugezogenen fand in archaischen und tribalistischen Strukturen statt, wo zum Beispiel die Blutrache und der Ehrenmord herrscht. Sie kommen sowieso aus gewaltaffinen Kulturen, in denen das Recht des Stärkeren gilt und Gewaltanwendung ein positiv besetztes Zeichen von Männlichkeit und Stärke ist – und in der ein Entgegenkommen (des Staates, von anderen Menschen, erst recht von Frauen) als Zeichen von Schwäche gilt, die es natürlich auszunutzen gilt. Sie kommen aus Ländern voller Jahrhunderte alter ethnischer Konflikte (Sunniten-Schiiten, Muslime-Christen, Araber-Türken, Türken-Kurden, Araber-Afrikaner, Araber-Perser usw.), die nun in Deutschland in den Unterkünften und im öffentlichen Raum ausgelebt werden. Aber was sie alle verbindet, ist dann wieder die Theologie, der Islam, da werden sie letztendlich zu Brüdern – gegen uns. Es ist einfach Fakt. All das wird von den verantwortlichen Politikern, den Linken, den Grünen, den “Nobody is Illegal”-Leuten entweder nicht gewusst oder nicht beachtet, beides ist gleich unfassbar.

Fakt ist, in diesen vom Islam geprägten Kulturen zählt der Stärkere, und wenn Du jemanden einfach so, aus deinem Herzen heraus hilfst, steht das nicht im Einklang mit ihrem Weltbild. Du bist für sie dumm, also einfach schwach. Und so werden wir von ihnen gesehen – als Dummköpfe, als gefallene Gesellschaft der Schwächlinge. Die meisten Europäer können es nicht begreifen, weil es nicht im Einklang mit unserem reformierten, aufgeklärten, christlich-humanistischen Wertesystem steht, auf das sich doch unsere Kultur stützt. Ich kenne natürlich auch viele individuelle Ausnahmen, sie bestätigen aber trotzdem die Regel. Ich finde es gut und wichtig im Umgang mit Muslimen offen für jede Einzelperson, für den individuellen Menschen zu sein, dass verbleibe ich auch, und habe auch muslimische Freunde. Wenn einem aber Unstimmigkeiten auffallen, im Gesagten oder Verhalten, dann warne ich, eben wegen der Taqiyya, zur Wachsamkeit und Vorsicht.

© AG F+M, Leitung AG F+M Rebecca Sommer (links) mit ihrer Flüchtlingstanzgruppe

N.O-S: Du hast in den Flüchtlingsheimen gearbeitet. Was ist Dir aufgefallen?

R.S: Dort treffen Menschen vieler Regionen, Kulturen und Religionen aufeinander, vor allem muslimische Männer, darunter Personen, die durch Muslime unterdrückt, verfolgt, vergewaltigt, gefoltert, ganze Dörfer niedergebrannt wurden. Es gibt viel Zündstoff. Am häufigsten kommt es aber zur Unterdrückung oder zumindest zur Missachtung von Andersgläubigen, von Nichtgläubigen durch Muslime. Muslime bilden die Mehrheit in den Heimen. Viele scheinen zu glauben, dass sie eine Art „Übermenschen“ sind, und alle, die sich nicht zum Islam bekennen, werden als unterlegen betrachtet. Auf kleinen Flächen verstärken sich so diese Konflikte. Zum Beispiel gibt es Situationen wo die Ungläubigen nicht gleichzeitig mit ihnen die Küche oder den Waschraum benutzen sollen. Diese werden einfach arrogant oder sogar aggressiv verjagt. Es gibt aber wie immer auch gegenteilige Situationen, wo sich z.B. Frauen aus unterschiedlichen Sprach-und Religionsgruppen einfach so in der Küche befreundet haben und sich sogar zum Kochen verabreden, schon um nicht alleine mit Männern in der Gemeinschaftsküche zu stehen. Immer wieder belästigen muslimische Männer Frauen, auch alleinreisende Musliminnen, und wir hatten Vorfälle, wo der Wachschutz in solche Taten involviert war, mit türkischem, arabischen oder auch Roma Migrationshintergrund. In diesem Fall funktioniert auch dieses Phänomen, Muslime gegen die Anderen, egal aus welchem Land sie kommen. Ich kenne einen Fall, wo eine Flüchtlingsfrau aus Eritrea, vom muslimischen Wachschutz sexuell belästigt wurde. Wir mussten die Polizei benachrichtigen, aber es hat sich nichts in dieser Sache getan.

© Sommerfilms, Rebecca Sommer

N.O-S: Du hast von den Belästigungen der Freiwilligen erzählt. In der Presse kann man jedoch keine Informationen zu diesem Thema finden. Warum?

R.S.: Es kommen immer wieder mal Fälle von Belästigungen mit freiwilligen Helferinnen vor, aber keine von uns hat je einen solchen Vorfall gemeldet, weil keine als Feindin der Flüchtlinge angesehen werden möchte und auch keine Probleme in den Heimen machen wollte. In diesen Fällen wirkt der gleiche Mechanismus, der bei mir wirkte, das ständige Rechtfertigen: er ist neu, er hat keine Ahnung, er versteht unsere Kultur nicht. Und auf diese Weise wird solches Verhalten gerechtfertigt, ohne dass es mit dem Überlegenheitsgefühl verbunden wird, mit dem dank des Islam diese Männer den Ungläubigen und Frauen gegenübertreten. Und vor allem den europäischen „Nutten“ gegenüber, denn genau mit so einem Bild in ihren Köpfen kommen die Männer aus ihren Heimatländern hierher. In meiner Gruppe wiederholen sich die Belästigungen immer wieder, vor allem den Freiwilligen gegenüber, die den Flüchtlingen Deutschunterricht geben und die mehrmals die Woche mit ihnen Kontakt haben.

Ein Beispiel: Nachdem eine Ehrenamtliche drei Monate lang zwei Mal die Woche 1 ½ Stunden Deutschnachhilfe an einen Syrer gegeben hatte war sie überzeugt, dass alles super läuft und wollte einfach ganz normal und menschlich-herzlich sein und nahm eine Einladung bei ihm zum Essen an. Sie dachte, er will sich für ihre ehrenamtliche Unterstützung bedanken. Er jedoch dachte, die Hure will Sex. Es war der Frau nicht klar, dass sie von vielen Männern aus diesem Kulturkreis nur als ungläubiges, unsittliches, immer dem Mann zur Verfügung stehendes Sex-Objekt angesehen wird, weil die Flüchtlinge gerade am Anfang sehr nett und höflich und wohlerzogen scheinen, also oft auch die oben genannte Taqiyya betreiben. Und dann passierte die unangenehme Überraschung, als der bis jetzt freundliche, höfliche Flüchtling sie plötzlich an den Haaren ins Bad zerrte, als sie wieder gehen wollte. Denn er kann es nicht fassen, dass sie jetzt gehen wird: Wieso ist die Hure auf sein Zimmer alleine gekommen?

Hier geht es zu Teil II, und hier zu Teil 3.

Zum original Interview in polnischer Sprache auf der Website euroislam.pl geht es hier.

Natalia von der Osten-Sacken

Natalia von der Osten-Sacken

Natalia von der Osten-Sacken ist Dr. der Naturwissenschaften mit Schwerpunkt Zoologie und Ökologie. Ihr zweiter Beruf ist Reiseleiter und Reisen und Kennenlernen von anderen Kulturen sind ihr größtes Hobby. Allein oder mit Gruppen besuchte sie schon ganz Süd-Ost Asien, Teile von Afrika und Mittel- und Südamerika. Nebenbei arbeitet sie ehrenamtlich als freie Journalistin und beschäftigt sich mit Religionen, Politik, Migration und Menschenrechten vor allem Frauenrechten.

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