Herr G. gibt Gas

Herr G. ist 76. Von Geschwindigkeitsbeschränkungen und Parkverboten hält er nichts. In 6 Monaten erhielt er 54 gebührenpflichtige Verwarnungen. Zwei mal wurde ein Fahrverbot wegen überhöhter Geschwindigkeit gegen ihn verhängt. Nun droht ihm eine medizinisch-psychologische Untersuchung vulgo Idiotentest. Das ist auch richtig.


Foto:HS

Okay, ich gebe es zu. Ich bin im Straßenverkehr eine absolute Spaßbremse. Völlig humorlos. Ich halte mich aus Überzeugung an Geschwindigkeitsbeschränkungen, ich überhole und parke nur da, wo es erlaubt ist, und wenn ich in den Nähe keinen Parkplatz finde, dann fahre ich eben etwas weiter und gehe zu Fuß. Ich bin der Lahmarsch, der mit der erlaubten Höchstgeschwindigkeit vor Ihnen her tuckelt.

Mir ist schon bewusst, dass meine lieben Mitbürger mich für ein lebendes Verkehrshindernis halten. Das zeigen sie mir fast täglich. Wenn ich die Strecke von Euskirchen nach Bonn mit den vorgeschriebenen 70 Stundenkilometern zurücklege, dann werde ich auf den knapp 30 Kilometern mindestens 20 Mal überholt. Auch da, wo eine durchgezogene Linie oder ein Überholverbot ist, auch in unübersichtlichen Kurven. Häufig wird beim Vorbeifahren auch noch gehupt, ein Scheibenwischer  oder ein Vogel gezeigt. Ich ignoriere das, bleibe entspannt und zeige niemanden an. In Bonn sehe ich die meisten dann an der ersten Ampel wieder und winke freundlich.

Ja, insbesondere der deutsche Mann hält nicht viel von Verkehrsregeln. Die sind seiner Meinung nach nur für Frauen, Fahranfänger und absolute Vollidioten wie mich. „Der Deutsche“ glaubt – wie man schon an den vielen Formel-1-WM-Titeln sehen könne –, er sei schon biologisch bedingt ein exzellenter Autofahrer. Immer besser als der Durchschnitt. Er hat sein Auto im Griff. Und deshalb muss er sich natürlich auch nicht an die allgemeinen Regeln halten. „Nur fliegen ist schöner“ hat man ihm eingeredet.

Leider verursachen diese tollen Autofahrer pro Jahr rund 45000 Unfälle alleine nur durch überhöhte Geschwindigkeit. Also ganz ohne Alkohol oder andere Drogen am Steuer. Wenn sie dabei nur sich selbst und ihr Tatwerkzeug zerlegen würden, wäre das für mich völlig in Ordnung. In einem freien Land kann jeder wählen, wie er sich und sein Eigentum zerstört. Und wenn jemand sich umbringen will, dann soll er das tun, aber bitte ohne andere in Mitleidenschaft zu ziehen. Wenn er dazu sein Auto verwenden möchte, empfehle ich einen Schlauch am Auspuff und geschlossene Fenster. Aber andere zu gefährden ist eine ganz andere Sache.

Leider steigt der Unfallverursacher selbst häufig unverletzt aus seinem Fahrzeug, während am Straßenrand ein Fußgänger, nicht selten ein Kind verreckt. Im Gegensatz zu  Autos haben die keine Knautschzone und auch keine Airbags.

Heul doch!

Und selbst nach einem schweren Unfall ist häufig noch keine Einsicht in das eigene Fehlverhalten zu hören. Man sei ja „nur ein bisschen zu schnell“ gewesen. Das mache doch jeder. Das habe man ja nicht gewollt. Wenn Tränen fließen, dann meistens welche aus Selbstmitleid, insbesondere, weil die Fahrerlaubnis des Heuldochsohns  in Gefahr ist. „Oh, oh, wenn ich keinen Führerschein mehr habe, verliere ich meine Existenz.“ Das klingt oft wie ein Lied von Xavier Naidoo, dem nationalen Jammerbarden. Ja mag sein, aber das Kind hat seine Existenz gerade garantiert verloren.

Doch, Ihr Arschlöcher, das habt Ihr auch irgendwie gewollt. Jeder, der einen Führerschein macht, lernt, wenn er schon im Physikunterricht gepennt hat, spätestens in der Fahrschule den Zusammenhang zwischen Geschwindigkeit und Bremsweg. Und der gilt für den kleinen Fahranfänger genauso wie für Formel 1 Piloten. Und wer für sich trotzdem  keine Regeln akzeptiert, der weiß ganz genau, was er tut. Und wenn er es tut, dann hat er auch die Folgen „gewollt“.

Jedem kann es einmal passieren, dass er aus Unachtsamkeit zu schnell fährt. Um die geht es hier nicht.

Wer aber immer wieder gegen die Regeln verstößt und dann auch noch großkotzig erklärt, diese Regeln seien Unsinn, ist charakterlich eben nicht geeignet ein Fahrzeug im Straßenverkehr zu führen und dem sollte man den Führerschein auch wieder entziehen, bevor er größeres Unheil anrichtet. Wer nicht hören will, muss gehen.

Um die Charakterfrage negativ zu beantworten reichen durchaus auch Parkverstöße, denn

Ein Kraftfahrer, der offensichtlich nicht willens ist, auch bloße Ordnungsvorschriften einzuhalten, die im Interesse eines geordneten, leichten und ungefährdeten Verkehrs geschaffen sind, und solche Vorschriften hartnäckig missachtet, wenn dies seinen persönlichen Interessen entspricht, ist zum Führen von Kraftfahrzeugen nicht geeignet. Denn wenn ein Kraftfahrer die Rechtsordnung über den ruhenden Verkehr nicht anerkennt und sie bewußt immer wieder verletzt, ist von ihm ein Beachten der Rechtsvorschriften im fließenden Verkehr nicht zu erwarten. Der Kraftfahrer kann sich daher nicht mit Erfolg darauf berufen, dass es sich bei den Verkehrsverstößen überwiegend um Parkverstöße gehandelt habe. (Beschluss vom 27.07.2005 – VG 11 A 544.05)

Schlimmer sind natürlich die Verstöße im fließenden Verkehr. Angesichts der Tatsache, dass 46,3 Prozent der auf Autobahnen getöteten und 40,8 Prozent der auf Landstraßen gestorbenen Menschen Opfer von Fahrern wurden, die dachten, sie könnten etwas schneller fahren als erlaubt, ist diese Rücksichtslosigkeit und Arroganz gegenüber den Mitmenschen geradezu unglaublich.

Physik ist unbestechlich

Gerade im „etwas schneller“ als erlaubt liegt ein ernsthaftes Problem. So machen sich die Schnellfahrer, die empört von sich weisen, Raser zu sein, vermutlich gar keine Gedanken über die physikalischen Auswirkungen von etwas mehr Geschwindigkeit.

Nimmt man nur einmal die Gefährdung von Fußgängern, so liegt die Wahrscheinlichkeit, tödlich verletzt zu werden, bei 30 km/h Anprallgeschwindigkeit um 5 Prozent, bei 50 km/h um 40 Prozent und bei 70 km/h um 90 Prozent (Quelle). Das bedeutet, dass jemand der „nur“ 20 Stundenkilometer in einer 30er-Zone zu schnell fährt, ein 8 Mal höheres Risiko eines tödlichen Zusammenstoßes erzeugt als der brave Schleicher, der mit den erlaubten 30 km/h fährt.

Aber was ebenfalls nicht zur Kenntnis genommen wird, ist die Tatsache, dass sich durch eine überhöhte Geschwindigkeit nicht nur diese Aufprallgeschwindigkeit vervielfacht, sondern es überhaupt erst zur Kollision kommt, weil man nicht rechtzeitig vor dem Hindernis zum Stehen kommt. Das hängt mit einem einfachen physikalischen Prinzip zusammen, das man sich am besten bei einem Fahrsicherheitstraining selbst „erfährt“:

Bei Verdoppelung der Geschwindigkeit vervierfacht sich der Bremsweg. Und das führt zu einer ganz massiven Verlängerung des Anhalteweges, der Summe aus Reaktions- und Bremsweg. Diese Gesetzmäßigkeit lässt sich nicht austricksen. Die Physik ist unbestechlich.

Während man bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h noch nach 18 Metern steht (9+9 Meter), sind es bei 50 km/h schon 40 Meter (15+25 Meter), also ganze 22 Meter mehr. Sie hätten also zwischen sich und dem Kind, dass sie mal eben umgenietet haben, noch 22 Meter Luft gehabt. Das ist ganz schön viel. Das Gejammer „Ich bin doch nur 20 zu schnell gefahren“ kann ich nicht mehr hören. Wie viel zu schnell ist scheißegal, wenn da ein Toter oder Schwerverletzer liegt. Zu schnell ist zu schnell. Es ist die Entscheidung zwischen Leben und tot.

Ein Hirsch bremst

Bei 70 km/h sind es schon 70 Meter (21+49 Meter), also 30 Meter mehr als bei 50 km/h und 52 Meter mehr als bei 30 km/h. Wer in einem 70er-Bereich meint, er könne stattdessen 90 km/h fahren, wundert sich vielleicht dann doch, wenn er statt nach 70 erst nach 108 Meter zum Stehen kommt. Bei 100 km/h sind es schon 130 Meter. Wer auf der Landstraße statt der erlaubten 100 km/h „nur“ 30 Kilometer pro Stunde schneller, also mit 130 km/h unterwegs ist, hat einen um 78 Meter längeren Anhalteweg von sage und schreibe 208 Metern. Bei 200 km/h ist der Anhalteweg länger als eine ganze Stadionrunde, nämlich 460 Meter. Natürlich verkürzt dieser Bremsweg sich, wenn man bei 80 Metern auf einen Hirschen oder auf eine andere Wildsau trifft. Die bremsen das Fahrzeug beim Aufprall ordentlich ab. Es könnte aber eben auch ein Radfahrer, ein Traktor oder ein Kind mit einem Roller sein.

Natürlich merkt man in modernen Fahrzeugen keinen Unterschied mehr zwischen 70 und 90 km/h und auch keinen zwischen 130 und 160. Aber dafür gibt es ja das Tachometer. Das ist nicht nur dazu da, sich ob der angezeigten Maximalgeschwindigkeit – die manchmal sogar noch während der Fahrt mit dem Handy gefilmt wird – einen runterzuholen, sondern um seine Geschwindigkeit zu kontrollieren. Wer sich und seine Geschwindigkeit nicht kontrollieren kann oder will, der hat in einem Kraftfahrzeug auf der Straße nichts verloren.

Es mag einzelne Schilder geben, die an der falschen Stelle stehen. Aber das bedeutet nicht, dass man sich über die einfach hinweg setzen darf. Klagen Sie doch einfach dagegen, das geht. Vielleicht habe die doch einen Sinn, den Sie nur nicht erkannt haben.

Kaum ein Politiker traut sich, ernsthaft zu fordern, notorische Schnellfahrer wirklich in ihre Schranken zu weisen. Die Bußgelder und auch die Strafen in Deutschland sind angesichts der Gefahren des Zuschnellfahrens und angesichts der Unfalltoten geradezu lächerlich. Bei jugendlichen Gesetzesbrechern und Flüchtlingen wird doch auch gerne mal die „Härte des Gesetzes“ gefordert, bei Verkehrs-„sündern“ eher nicht. Bereits das Wort „Sünder“ ist eine völlige Verharmlosung von egoistischer Gewissenlosigkeit auf Kosten der Allgemeinheit. Warum hier nicht auch mal ein „Warnschussarrest“? Selbst in Fällen „fahrlässiger“ Tötung habe ich noch nie erlebt, dass ein Täter einmal zur Höchststrafe von 5 Jahren verurteilt worden wäre. In der Regel gibt es hier Geld- oder Bewährungsstrafen. Und manch einer darf uns dann bereits vor dem Jahrgedächtnis des Getöteten wieder mit seinen Fahrkünsten bereichern. Nachvollziehbar? Ich denke nein.

Wussten Sie, dass weltweit jährlich rund 1,25 Millionen Menschen im Straßenverkehr sterben? Dass es in Deutschland rund 3000 sind und die Zahlen nach jahrelangem Rückgang nun wieder angestiegen sind. Stellen Sie sich einmal vor, was für eine Panik herrschen würde, wenn jährlich 3000 Menschen in Deutschland Opfer von Terroristen würden. Was die Innenminister dann für einen Aufwand betreiben würden, um die Ursachen zu bekämpfen und die Bürger zu beschützen. Da würden dann mehr Überwachung, mehr Einschränkung der persönlichen Freiheit und die volle Härte des Gesetzes gefordert. Bei „bereiften Mördern“ – so werden hier in der Region scherzhaft Autofahrer mit einem BM-Kennzeichen aus Bergheim genannt – packt die Politik die Samthandschuhe aus. Autofahrer sind halt Wähler und nicht mal wenige. Da werden selbst die in der sonst für ihre Politik so heiß geliebten Schweiz geltenden Regeln nicht eingeführt.

Vision Zero

Das beste Konzept und die wenigsten Verkehrstoten gibt es zur Zeit in Schweden. Dort wurde die „Vision Zero“ eingeführt. Bis 2050 soll dort kein Mensch mehr im Straßenverkehr sterben. Und so wie die Schweden das anpacken, kann das klappen. Dazu bedient sich der schwedische Staat einer Fülle von Mitteln. Neben sehr vielen Geschwindigkeitsüberwachungen durch stationäre und mobile Blitzer, sind die Bußgelder richtig schmerzhaft. 15 km/h zu schnell kosten schon 300.–€ und bei 30 km/h zu schnell nimmt die Polizei gleich vor Ort den Lappen in Beschlag. Ich finde das richtig. Während in Deutschland noch eine Quote von über 4 Toten pro 100000 Einwohner und Jahr vorliegt, sind die Schweden bei 2,8.

Da man wohl nur bei wenigen Autofahrern auf Vernunft und Verantwortung setzen kann, ist das schwedische Konzept – das in anderen skandinavischen Länder bereits übernommen wurde – das richtige. Flächendeckende Kontrolle und harte Sanktionen. Wünschen Sicherheitspolitiker doch sonst auch. Warum nicht im Straßenverkehr? Da würde es unmittelbar was bringen.

Aber der Slogan „Freie Fahrt für freie Bürger“ steckt wohl noch tief in den Köpfen drin. Der Deutsche ist halt „Born to perform“.

Nicht nur Herr G., der dann wenn er politisch einmal etwas zu sagen hätte, alle Geschwindigkeitsschilder auf den Autobahnen abbauen lassen möchte, denkt so. Es dürfte eine parteiübergreifende Mehrheit geben, die Schilder und Verkehrsregeln überhaupt für überflüssige Einmischung in ihre Freiheit hält.

Warum werden eigentlich keine Fotos von zerfetzen Kinderkörpern auf Autos gefordert? Warum keine automatischen Signale, wenn man die erlaubte Geschwindigkeit überschreitet oder gleich eine Abregelung? Technisch alles machbar. Stattdessen kam heute wieder so ein Fax mit Werbung für ein „Radarschutz“-System. Support für Raser.

Ach ja, ich vergaß. Autos sind für viele Deutsche immer noch das, was Waffen für viele Amerikaner sind – eine Art Penisersatz und jedenfalls mehr wert als das Leben anderer. „Fahren in seiner schönsten Form“ ist offenbar nur schnell fahren.

Wenn Sie sich das nächste Mal darüber ärgern, dass jemand – vielleicht ich – mit der erlaubten Geschwindigkeit vor Ihnen herfährt, obwohl Sie doch gerne viel schneller fahren würden, denken Sie vielleicht einmal darüber nach, ob der nicht doch Recht hat, ob der nicht vielleicht doch der bessere Autofahrer ist, ob es vielleicht Wichtigeres gibt, als schnell zu fahren. Und vielleicht fahren Sie dann auch ganz einfach einmal nicht schneller als erlaubt ist, hinter ihm her. Vielleicht machen das irgendwann ganz viele. Und die, die es dauerhaft nicht machen wollen, gehen irgendwann gemeinsam mit Herrn G. zu Fuß. Das Leben in Deutschland wäre dann sicherer. Nichts ist unmöglich.

Heinrich Schmitz

Heinrich Schmitz

Heinrich Schmitz ist Rechtsanwalt, Strafverteidiger und Blogger. In seiner Kolumne "Recht klar" erklärt er rechtlich interessante Sachverhalte allgemeinverständlich und unterhaltsam. Außerdem kommentiert er Bücher, TV-Sendungen und alles was ihn interessiert- und das ist so einiges. Nach einer mit seinen Freital/Heidenau-Kolumnen zusammenhängenden Swatting-Attacke gegen ihn und seine Familie hat er im August 2015 eine Kapitulationserklärung abgegeben, die auf bundesweites Medienecho stieß. Seit dem schreibt er keine explizit politische Kolumnen gegen Rechtsextreme mehr. Sein Hauptthema ist das Grundgesetz, die Menschenrechte und deren Gefährdung aus verschiedenen Richtungen.

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  • Ellen Wortmann

    Ahhhh. Der Mann spricht tief aus meiner Seele. In meinem Herzen habe ich ein Schrotgewehr, mit dem ich all den motoraufheulenden Raseidioten abens in der Stadt heimlich die Autos kaputtschieße. Leider nur in meiner Phantasie. Ist ja verboten. Genauso wie mit 70 durch die Innenstadt, falschrum mit 50 durch die Wolfsgasse usw.

    • Herold Hansen

      Liebe Frau Wortmann, statt des Schrotgewehrs empfehle ich innere Gelassenheit und Großmut. Das schmeichelt auch der eigenen Seele.

      • Ellen Wortmann

        Ich mach’s ja auch nicht wirklich, aber mir gehen die tierisch auf die Nerven, wenn ich mich nur mit einem Satz in Sicherheit bringen kann, weil einer mal ausprobiert ob man auf einer kleinen Seitenstraße doch auf 60 kommt. Da bin ich dann nicht mehr großmütig. Oder uns in der Einbahnstraße einer entgegenkommt und meine Tochter anmotzt, weil sie das nicht lustig fand, wie der auf dem Bürgersteig an ihr vorbeischoß´. Wenn da im Moment ein Fußgänger gewesen wäre, hätte dem auch seine Gelassenheit und sein Großmut nicht mehr geholfen. Schrotflinte allerdings auch nicht.
        Aber mir macht mein kleines Fantasiespiel einfach Spaß.

  • Herold Hansen

    Sie Spaßbremse !
    Klingt ja grundsätzlich vernünftig, aber ich ahne schon, lieber Heinrich Schmitz, was unser Verkehrsminister, Justizminister und das gesamte Kabinet beim Lesen Ihrer Kolumne über Sie denkt?

    Querulanten wie Sie ruinieren die deutsche Automobilindustrie und gefährden leichtfertig Arbeitsplätze!

    • Heinrich Schmitz

      De Maizière kann das promillegenau nachweisen. Aus dem Bauch.

  • Karl Buck

    Der liebe Heinrich echauffiert sich über Raser im Alter von über 70. Mich interessiert die Jugend unter 15. Diese Leute, meist „minderjährige unbgleitete Flüchtlinge“ genannt, kommen aus fernen Ländern. Sie sind dem Staat eine Menge Geld wert, bis zu 8700 Euro im Monat, wenn man Trauma-Experten, Psychologen und ähnliches dazurechnet. Wichtig ist, dass diese Flüchtlinge nicht strafmündig sind, aber trotzdem schon bis zu 20 Straftaten auf dem Kerbholz haben. Abschieben kann man sie natürlich nicht, da sie nicht mehr wissen, wo sie herkommen. Da müssen wir Verständnis dafür haben. Ich bitte den lieben Heinrich, doch über dieses Thema zu schreiben. Minderjährige Refugees (MUFL) und das jämmerliche Versagen der deutschen Kuscheljustiz…ich werde wahrscheinlich ewig warten müssen. Stattdessen doch lieber einen Artikel über den bösen Putin ?

    • derblondehans

      … nö, das will Heinrich nicht, lieber will er Kiffen in Deutschland legalisieren und einen ‚Schlauch am Auspuff und geschlossene Fenster‘! [sic!]

      … mhmm? … hatten wir das nicht schon in der Historie?

      • derblondehans

        … im Übrigen gefällt mir HMBs Vorschlag, die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht, zum gleichen Thema, sehr gut.

        2 Jahre, hälftig gesplittet in militärischer Ausbildung und Zivildienst.

      • Karl Buck

        Der Heinrich weiß selber nicht was er will. Man muß es ihm sagen…

    • fluebbe

      Bleibt doch mit euren rechtsversifften Polemiken da wo ihr wart. Hier geht’s nicht um Flüchtlinge. Wir kann man von Geschwindigkeitsbeschränkungen so krass das Thema schneiden? Hast du denn Text überhaupt gelesen? Diskutierst du in der Kommentarspalte bei pi-news auch so themenfremd über Waschmaschinenmotoren oder Bananen?
      Und wenn du glaubst, ohne Flüchtlinge würde das Geld bei euch Bildungsverlierern ankommen ist dir aber ja ohnehin nicht mehr zu helfen. Frag mal deine Landesbank in du was wiederhaben kannst von deinem Geld, Schlaubischlumpf.

      • Karl Buck

        Als Diplom-Kaufmann bin ich nun wirklich kein Bildungsverlierer, du Eumel……Flüchtlinge, die über sichere Drittstaaten zu uns kommen, sind keine Flüchtlinge, das sind Illegale. Artikel 16 Absatz 2 GG lesen. Das ist nicht schlimm, dass Ihr das nicht wisst, weiß es doch die Claudia Roth auch nicht und blamiert sich gerne im TV…Illegale, die sich in Deutschland wie die Axt im Wald benehmen, weil sie glauben, als Muslime seien sie die Krone der Schöpfung, haben hier nichts verloren. Dank Eurer liberalen Gesetzgebung kann man die Burschen nicht mal abschieben….lernt von Schweden. Die haben nun das schärfste Asylgesetz der Welt beschlossen, diese Nazis.

        • Theo

          Buckeleplag

      • derblondehans

        … nun ja, vielleicht sind manche Menschen schon mal in einen Unfall mit einem ‚Flüchtling‘ verwickelt gewesen und auf die Kosten sitzen geblieben. Wegen fehlender Haftpflichtversicherung beim ‚Flüchtling‘. Zum Beispiel. Womit wir dann beim Thema wären.

        Übrigens, Ingenieur, Fachkraft, … , wer immer kömmt geschwommen übers Meer, so ein Auto, selbst ein Fahrrad, ist halt nicht so einfach zu ‚bedienen‘, wie der Esel in der Heimat. Daher!

        • Karl Buck

          Ja, so geil…dafür zahlt man ihnen in Deutschland den Führerschein für das Auto. Und die ersten 3 geschrotteten Autos ??

    • J.H.Eden

      Wie können es eigentlich manche Menschen schaffen bei jedem beliebigen Thema auf den Punkt „Flüchtlinge und warum diese böse sind“ zu kommen?

      • Karl Buck

        Der Heinrich schreibt ellenlange Artikel über Nichtigkeiten, die wahren Skandale werden von ihm verschwiegen…..

        • Heinrich Schmitz

          3000 Tote sind für Herrn Buck Nichtigkeiten. Gut zu wissen, wie ein AfD-Troll tickt.

          • Karl Buck

            Ist alles relativ…..Illegale Einwanderung von 1,5 Mio Muslimen inklusive IS über ungesicherte Bundesgrenzen sind sicherlich nicht zu beanstanden. Artikel 16 Absatz 2 ist Frau Merkel unbekannt, sie schert sich sowieso einen Dreck um Gesetze.

          • Karl Buck

            Heinrich benutzt Nazi-Vokabular: „Gas geben“..jeder andere wäre als rechtsextrem abgestempelt, nicht so ein Vertreter des „Systems“….

      • sh

        jepp. wirklich faszinierend.

        – schau mal, der blau Himmel
        – Flüchtlinge werden dich, wenn sie blau sind grün und blau schlagen, Blauäugiger.

        – schön, rote Rosen
        – Flüchtlinge!!!
        – was ???
        – ach, ich musste nur an die Flüchtlinge denken, die das rote Kommunistenpack hier einschleust…

        – Es regnet schon wieder
        – Asylantenflut, *grummel, schäum*

        usw usf.

        • derblondehans
          • brielmusik

            Ah, das „Gatestone Institut“. Ein neukonservativer US „think tank“ (daßichnichtlache). Hast du zu dem Thema auch was Seriöses?

          • derblondehans

            … nun, es gibt keine seriösen Vergewaltigungen, … andere Quellen schon.

          • brielmusik

            Schlimme Sache, das. Und was hat das mit dem Thema hier zu tun?

            Ich vermute, wenn die Sendung mit der Maus einen Beitrag über die Herstellung von Knetgummi bringt, dann beschwert ihr euch auch dort, daß keine bösen Ausländer drin vorkommen, gelt?

            Geh kacken, du Geier.

          • derblondehans

            … wenn Sie mit meiner Antwort nicht einverstanden sind, brauchen Sie mich nicht fragen.

    • Birte

      Was für eine Ansammlung von Schwachsinn

      • Heinrich Schmitz

        Das macht ihm keiner nach, dem berühmten Bucknägele von der AfD.

        • Karl Buck

          8700 Flocken im Monat, da muss ein Sozi lange für stricken??

      • Karl Buck

        bezweifelst du die 8700 Euro? Kann ich belegen !!

  • Birte

    Ich gehöre auch zu diesen Spaßbremsen. Als Vielfahrerin sehe ich viele furchtbare Unfälle, egal ob auf der A7 oder der A2 und ich bin jedes Mal nur froh und dankbar, wenn ich heil ankomme.

  • rainer bayer

    die schweiz hat „vision zero“ zum glück bereits vor jahren eingestellt, es ist pure ideologie. eine der vielen vorschläge jenseits von geschwindigkeitsbeschränkungen war etwa der, dass sich kfzs (in diesem fall krafträder) nur mit einem personalisierten zündschlüssel in betrieb nehmen lassen. anvisiertes ziel: reduzierung der toten pro jahr in der schweiz um 1.

    man braucht solche maßnahmen nur einmal auf andere gesellschaftliche bereiche übertragen; den aufschrei, der rechtsstaat sei in gefahr, mag man sich nicht vorstellen. wie wäre es mit einer elektronisch-automatischen „abregelung“ von hooligans? technisch bestimmt machbar (ich spreche als in der praxis tätiger ingenieur).

    warum „fordert eigentlich niemand“ die „vision zero“ für mord und totschlag? und den idiotentest für die entsprechenden straftäter, bei dessen nichtbestehen die verbannung aus dem öffentlichen raum erfolgt? (ein tipp: fragen sie das mal ihren polizeipräsidenten – oder den nächsten strafverteidiger. womöglich handelt es sich dabei ja um wähler? oder, im letzeren fall, um mandanten, die „honorarkostennoten“ bezahlen, wenn das nicht gleich die staatskasse übernimmt?)

    die vorstellung, dass man alle unfälle vermeiden kann, ist angesichts der definition von „unfall“ idiotie, aber daran krankt dieses land sowieso. also definiert man die geschichte eben zu einem angriff auf leib und leben um, während man – um (natürlich aus dem zusammenhang gerissen) einmal den bgh zu zitieren – angriffe auf leib und leben zu einer „verkettung unglücklicher umstände“ umbiegt.

    chapeau, herr schmitz.

    genausogut könnte man null arbeitsunfälle fordern, dann können wir die arbeit gleich einstellen; auch in dieser hinsicht sind wir ja kurz vor dem ziel, jedenfalls, was den produktiven anteil betrifft. der job von herrn schmitz gehört in meinen augen nicht dazu.

    dass man etwa geschwindigkeiten zwar „objektiv“ mithilfe der physik messen, aber
    geschwindigkeitsbeschränkungen nicht objektiv definieren und verhängen kann, will schmitz nicht in den kopf. die geschwindigkeitsbegrenzung, ab der – ungefähr – null unfälle passieren, ist – ungefähr – null.

    aber immerhin hat der mann den mut, sich zu diesem thema zu äußern; verfolgen wir die autofahrer, lassen wir die rechtsradikalen links liegen. die anderen schläger und konsorten, die sich darob für uns unangenehm zu wehr setzen könnten, gleich dazu; schließlich ist die zahl der verkehrstoten höher als die der leichen im rahmen kriminieller aktionen. das ist zwar in zivilisierten gesellschaften prinzipiell so, aber die simple logik ist natürlich anziehend.

    es gibt leute, vermutlich ist auch ein „herr g.“ darunten, gegen die über 50 ermittlungsverfahren laufen – nicht wegen falschparkens, sondern wegen körperverletzung, nötigung, … alle bei der gleichen staatsanwaltschaft – deren pressesprecherin sich weigert, mit der presse zu sprechen -, alle werden prompt eingestellt. man darf den herren ja den spaß mit ihrer 200’000-euro-harley – oder ihrem edel-pklw – nicht verderben, den spaß. den sie sich mit waffen-, frauen- und drogenhandel und schutzgeldern schwer erarbeitet haben. praktischerweise sagt die örtliche polizeiführung ihren untergebenen, sies ollten diese leute „in ruhe lassen“. aber vielleicht wären in diesem bereich die wirkungen von maßnahmen ja nur „mittelbar“ spürbar – und was würde das ganze „supporter“-gesindel dann machen?

    dass es ein wesentlicher unterschied ist, ob jemand – und sei es durch überheblichkeit, unachtsamkeit oder dummheit eines anderen – ums leben kommt oder wegen eines vorsätzlichen angriffs, will schmitz offenbar nicht in den kopf.

    wie es einmal ein (cdu)-olitiker auf den punkt brachte: der obrigkeitsstaat für autofahrer, der rechtsstaat für verbrecher.

    • Heinrich Schmitz

      Auch mit ihrem wortreichen Vortrag können Sie nicht begründen, warum man schneller als erlaubt fahren und gegen die Regeln verstoßen sollte.

      • derblondehans

        … manchmal darf man das. Sogar anderen, ganz angemessen, die Fresse polieren. Und wenn die fragen warum? … noch ’ne Doublette!

      • rainer bayer

        ich beitrag ist wesentlich wortreicher, aber das ist nun eben einmal der typische umgang ihresgleichen mit andersdenkenden.

        im übrigen wollte ich, für jeden nachvollziehbar, keinesfalls begründen, warum man „schneller als erlaubt fahren und gegen die regeln verstoßen sollte“.

        nebenbei bemerkt sind unfälle, die auf überhöhter geschwindigkeit beruhen – leider – keine funktion einer absoluten geschwindigkeit. das mag man als paradoxon interpretieren.

        • Heinrich Schmitz

          Über physikalische Gesetzmäßigkeiten kann man nicht „anders denken“ bzw. das ist denen egal.

      • rainer bayer

        sorry – „ihr beitrag“ natürlich.

    • Heinrich Schmitz

      Die Unfälle, die auf überhöhter Geschwindigkeit beruhen, kann man selbstverständlich verhindern.

    • Heinrich Schmitz

      Es gibt, im Gegensatz zur Fahrerlaubnis, keine Morderlaubnis, die man nach einem Idiotentest entziehen könnte. Offenbar verstehen Sie gar nicht, dass man zur motorisierten Teilnahme am Straßenverkehr seine Fahreignung in praktischer wie charakterlicher Hinsicht nachweisen muss. Sollte Strafverfahren zu Unrecht eingestellt werden – was ich nicht weiß – dann wäre das u.U. ebenfalls eine Straftat. Das hat aber nun auch gar nichts mit der StVO zu tun.

      • derblondehans

        … tja, sehr geehrter Hr. RA, Morderlaubnis? … es gibt sogar, seit der Islam, laut ‚links‘, zur ‚BRD‘ gehört, in Deutschland eine Mordpflicht. … alles Idioten, auch ohne Test. Oder?

        • Heinrich Schmitz

          Reden Sie doch kein wirres Zeug.

          • derblondehans

            … das ist nicht neu, wenn unbequeme Wahrheit für verrückt erklärt wird.

      • die gleichsetzung der fahrerlaubnis mit einer „morderlaubnis“ spricht bände über ihre geisteshaltung.

        selbstverständlich habe ich nie bestritten, das: „man zur motorisierten Teilnahme am Straßenverkehr seine Fahreignung in praktischer wie charakterlicher Hinsicht nachweisen muss“.

        es geht auch nicht um die stvo, die sie ja im übrigen modifizieren wollen.

        wenn ich tot bin, bin ich tot. da nützt es mir nichts, wenn man eine (nichtexistierende) „morderlaubnis“ nicht entziehen kann und ich nicht wegen der missachtung der stvo, sondern der des strafgesetzbuchs ums leben gekommen bin.

        es geht im kern doch um die frage – und das wissen sie, sonst wäre es ein intellektuelles problem -, warum sie sich einen vorbeugenden überwachungsstaat für (warum eigentlich nur motorisierte?) verkehrsteilnehmer wünschen, wenn die gleichen methoden und maßnahmen, angewandt auf den restlichen teil der gesellschaft, bei leuten wie ihnen – zu recht – die alarmglocken läuten lassen?

        warum sollten etwa die berühmten „stadt- und polizeibekannten schläger“ etc. pp. nicht ihre eignung zur teilnahme am öffentlichen leben oder ihren aufenthalt im öffentlichen raum nachweisen müssen? eine solche prüfung könnte man ja einführen. warum hier keine vorbeugende totalüberwachung, keine technischen maßnahmen, etc. pp? warum kein strafgesetzbuch mit dem ziel einer vision zero?

        vielleicht weil das kein erstrebenswertes leben mehr wäre in einer solchen gesellschaft?

        • Heinrich Schmitz

          Sie werfen da einiges durcheinander. Die Einhaltung und Überwachung der Verkehrsregeln, ist kein Eingriff in die persönliche Freiheit, weil es keine persönliche Freiheit im Straßenverkehr außerhalb der Regeln gibt. Warum möchten Sie nicht, dass die Verkehrsregeln besser überwacht werden? Greift es in Ihre Persönlichkeitsrechte ein, wenn Sie beim Schnellfahren erwischt werden?

          • langsam wird es wirklich kindisch. ich werfe da überhaupt nichts durcheinander.

            es gibt auch im bereich des strafrechts und anderer rechtsgebiete keine „persönliche freiheit außerhalb der regeln“. warum also sollte die (vermehrte) „einhaltung und überwachung der regeln“ dort ein eingriff in die persönliche freiheit sein, im verkehrsrecht aber nicht?

            greift es, als beispiel, in das persönlichkeitsrecht eines schlägers ein, wenn er durch die doppelte zahl der kameras im öffentlichen raum, die wir bereits haben, besser überwacht und eher erwischt wird? warum möchten sie denn nicht, dass die regeln – schutz vor körperverletzung, nötigung, diebstahl, mord und totschlag, … – besser überwacht werden?

            wieso greift es nach ihrer (anti-)logik in unsere persönlichkeitsrechte ein, wenn wir aus angst vor dem terror noch ein bisschen mehr überwacht werden? noch ein paar polizisten mehr haben, auch hilfspolzisten mit 3-monatiger ausbildung, vor der sie sich so fürchten? alles noch ein bisschen länger speichern? uns an den grenzen noch ein bisschen mehr kontrollieren lassen, unser kommunikation noch intensiver überwachen, die völlige abschaffung des bankgeheimnisses und des bargeldes …

            wenn sie nicht zu schnell fahren, müssen sie doch nichts befürchten – wenn sie sich (anderweitig) nichts zu schulden kommen lassen, müssen sie sich doch auch vor anderweitiger dauerüberwachung und kontrolle nicht fürchten, oder?

            es sollte doch auch ihnen schon einige merkwürdigkeiten aufgefallen sein, um nur eine zu nennen: dass etwa jemand, der alkoholisiert einen unfall verursacht, härter bestraft wird, während jemandem, der alkoholisiert einem anderen die zähne ausschlägt, milderungsgründe zugesprochen werden. schon mal drüber nachgedacht?

          • Heinrich Schmitz

            Gegen gezielte Überwachung habe ich überhaupt nichts. Wogegen ich etwas habe, ist lediglich das anlasslose Sammeln von jedermanns Daten.

          • na bravo.

            verkehrskontrollen sind in der regel anlasslos, und für die von ihnen gewünschte überwachung in diesem bereich ist das sammeln von jedermanns daten natürlich unerlässlich. modernste technik für automatische eingriffe erfodert nicht nur sensoren, sondern auch aktoren und führt automatisch zu noch mehr erforderlicher überwachung, aus beweissicherungsründen.

            manchmal bedaure ich, dass der deutsche durchschnittsmichel nicht in der lage ist, sich aufzuraffen und so zu wehr zu setzen wie jene*, gegen die sie medienechowirksam ihre „kapitualtionserklärung“ abgegeben haben.

            als zivilisierter mensch unterdrücke ich diesen impuls aber natürlich sofort wieder.

            —–
            * ginge es mit rechten dingen zu, hätten sich „jene“ und ein paar andere herren ja sowieso schon heute als charakterlich ungeeignet zum führen eines kfz erwiesen. aber sie hätten ja auch gute, teure anwälte. als lässt es die deutsche dünnbrettbohrer justiz lieber.

  • Jakob Licht

    Und doch hat das OLG Hamm entschieden: wer einen geistesgestörten Raser, der mit 120 durch die Stadt jagt, nicht rechtzeitig sieht – und ihm daher die Vorfahrt nimmt, bekommt 30 % Mitschuld.
    https://www.anwalt.de/rechtstipps/vorfahrtsverletzung-gegen-raser-olg-hamm-erkennt-auf-haftungsquotelung-zu_083619.html

    • Heinrich Schmitz

      In der Tat.

      • Jakob Licht

        Ein Urteil, für das mir jedes Verständnis fehlt; genau wie für die nachsichtige Behandlung der Raser von Köln, die nur Bewährungsstrafen bekamen.
        In Amerika gibt es -zurecht, wie ich finde- den Tatbestand „vehicular manslaughter“:
        Totschlag mit Verkehrsmitteln. Da sind schon Raser zu 30 Jahren Haft verurteilt worden (nachdem sie 2 Leute totgefahren hatten). Man muß es nicht 1:1 übernehmen – aber warum nicht 10 Jahre (wie bei „gewöhnlichem“ Totschlag) verhängen?
        Doch leider gehen die Urteile in Deutschland genau in die andere Richtung.

        • Heinrich Schmitz

          Das sage ich ja. Nicht einmal die vorhandenen Möglichkeiten werden annähernd ausgeschöpft.

          • Herr Schmitz ist unter anderem als Strafverteidiger tätig. Wann hat er
            das letzte mal wohl gefordert, das Gericht möge die „vorhandenen
            Möglichkeiten“ (der Bestrafung des von ihm vertretenen Täters)
            „wenigstens annhähernd ausschöpfen“? (Auf solche Fragen bekommt man nach
            meiner Erfahrung – und mein Bart ist mittlerweile ebenfalls ergraut,
            wenn auch nicht so ganz imposant wie bei H.S. – prinzipiell keine
            Antwort in der Sache.)

            Andererseits ist ihm in dieser Sache
            natürlich zuzustimmen. Denn hier handelt es sich eben gerade nicht um
            einen „Unfall“. Vielleicht hülfe (ein etwas altmodischer Konjunktiv) es
            ja, einmal nachzudenken, warum es in diesem Fall – wie bei anderen
            vorsätzlichen Angriffen auf Leib und Leben – wieder einmal nicht dazu
            gereicht hat.

          • Heinrich Schmitz

            Ich bin gut in der Lage zwischen meiner Rolle als Strafverteidiger, der ausschließlich die Interessen meines Mandanten vertritt, und der Rolle als Privatmann und Kolumnist zu unterscheiden. Wann haben Sie jemals keine Antwort von mir bekommen?

          • eine praktische, aber professionelle einstellung. zur nicht erhaltenen antwort siehe unten.

        • Heinrich Schmitz

          Es geht bei der zivilrechtlichen Entscheidung allerdings um die Unvermeidbarkeit des Unfalls. Das Urteil ist deshalb nicht falsch.

          • Jakob Licht

            Wie kann jemand einen Unfall vermeiden – wenn der andere Verkehrsteilnehmer sich wie ein Geisteskranker aufführt (also in der Stadt 120 km/h fährt)?
            Es gab in Köln ja unlängst ZWEI Verfahren gegen Raser, die tödliche Unfälle verursachten (im ersten Prozeß wurden leider nur Bewährungsstrafen ausgesprochen), beim zweiten wurde der Verursacher zu 2 Jahren u. 9 Monaten verurteilt (immer noch zu wenig für meinen Geschmack).
            Der Richter attestierte dem Angeklagten (der genauso schnell fuhr, wie der Motorradfahrer im Zivilprozeß) ein „unverantwortliches Verhalten“ über mehrere Minuten, mit dem er zahllose Passanten und Radfahrer „in Lebensgefahr“ brachte…“
            Warum? Weil in der Stadt NIEMAND mit einem solchen Wahnsinn rechnen muß. Die Stadt ist keine Rennstrecke.
            http://www.ksta.de/koeln/aachener-strasse-mehr-als-zwei-jahre-gefaengnis-fuer-koelner-raser-24101994

          • Heinrich Schmitz

            Ich vermute, dass ein Gutachten zur Vermeidbarkeit eingeholt wurde.

  • Karl Buck

    hört auf den weisen Führer Schäuble: https://youtu.be/PH5DQ3uFDJE

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