Legalize it – Kiffen in Deutschland

Seit Jahrzehnten quält Deutschland sich und die Kiffer mit einer gescheiterten Drogengesetzgebung. Es ist Zeit, das zu ändern.


Kanadas neuer Regierungschef Justin Trudeau kündigt an, im nächsten Jahr den Konsum von Cannabis zu legalisieren. Damit wäre zum ersten Mal ein ganzes G7-Land dabei, den Prohibitionsunfug gegen THC-Produkte zu beenden. Ich vermute mal, dass da in Kanada nicht nur der bloße Konsum legalisiert werden soll, sondern auch der Besitz, Erwerb, Anbau  und Handel von Haschisch und Marihuana. Sonst macht es ja wenig Sinn.
Bei uns in Deutschland war der Konsum von Cannabis noch nie strafbar, aber eben auch nur der Konsum. Und Konsum ohne Erwerb, Besitz, Anbau  und Handel ist ja gar nicht so einfach und all das ist immer noch verboten, es ist strafbar. Entgegen landläufiger Meinung, wird es auch verfolgt und bestraft. Die Kiffer werden zu Straftätern erklärt.

Alles Kriminelle?

Als Strafverteidiger habe ich ständig Umgang mit den unterschiedlichsten Menschen, die einer Straftat verdächtigt werden. Die meisten von denen haben auch tatsächlich eine Straftat begangen. Es ist ja nicht so, als würden Polizei und Staatsanwaltschaft aus Jux grundsätzlich nur Unschuldige verfolgen. Im Volksmund werden diese Menschen auch gerne Kriminelle genannt, was ich bei Mördern, Räubern, Dieben, Vergewaltigern, Steuerhinterziehern und Pädosexuellen problemlos nachvollziehen kann.
Bei den Drogenkonsumenten ist der Begriff des Kriminellen allerdings völlig daneben. Insbesondere bei den Kiffern, also den Konsumenten von Haschisch und Marihuana, könnte ich beim besten Willen nicht erklären, warum das Kriminelle sein sollten. Die tun ja keinem was und nehmen auch keinem was weg.
Sie konsumieren den in Haschisch und Marihuana enthaltenen Wirkstoff THC, entspannen sich dabei und tun in aller Regel niemandem etwas zu leide – die meisten nicht mal sich selbst. Warum das strafbar ist, warum diese Menschen kriminalisiert werden, ist mir völlig unverständlich.
Und es ist an der Zeit, das schleunigst zu ändern.
Das Strafrecht dient dem Rechtsgüterschutz. Das Verbot von Mord und Totschlag soll das Rechtsgut Leben schützen, das Verbot von Körperverletzungsdelikten dient dem Schutz der körperlichen Unversehrtheit und Gesundheit, bei Diebstahl ist es der Schutz des Besitzes, bei Vergewaltigung der Schutz der sexuellen Selbstbestimmung usw.
Aber welches Rechtsgut wird dadurch  geschützt, dass man den Kiffern ihren Joint verbietet?

Im systematischen Kommentar zum Strafgesetzbuch schreibt einer meiner früheren Lehrer, der hochgeschätzte Prof. Hans-Joachim Rudolphi, zur Berechtigung von Strafgesetzen, diese müssten sich

„als angemessene Mittel zur Verbrechensbekämpfung erweisen. Zu der Richtigkeit und Vernünftigkeit des Zwecks müssen – soll die jeweilige Strafnorm im vollen Umfange gerechtfertigt sein – die Richtigkeit und Vernünftigkeit des Mittels hinzukommen, d. h. die jeweilige Verhaltensnorm und die angedrohten Sanktionen müssen dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit genügen.“

(Vorbemerkungen vor § 1 Rdnr. 12, Rudolphi, SK-StGB – Systematischer Kommentar zum Strafgesetzbuch, Autor: Hans-Joachim Rudolphi)

Kein Grund erkennbar

Einfach irgendwas verbieten, weil es ihm Spaß macht, darf also auch der Gesetzgeber nicht. Also sollte man meinen, dass sich irgend ein vernünftiger Grund für das Verbot finden lassen müsste , weil es das Betäubungsmittelgesetz nun mal seit Jahrzehnten gibt.

„Der Gesetzgeber verfolgt mit dem derzeit geltenden Betäubungsmittelgesetz ebenso wie mit dessen Vorläufern den Zweck, die menschliche Gesundheit sowohl des Einzelnen wie der Bevölkerung im Ganzen vor den von Betäubungsmitteln ausgehenden Gefahren zu schützen und die Bevölkerung, vor allem Jugendliche, vor Abhängigkeit von Betäubungsmitteln zu bewahren.“

meinte das Bundesverfassungsgericht in einer Entscheidung von 1994, also vor 21 Jahren unter Bezugnahme auf die Begründungen der Regierungsvorlage zum Betäubungsmittelgesetz von 1971, BRDrucks. 665/70 und der Regierungsvorlage des Betäubungsmittelgesetzes 1981, BTDrucks. 8/3551.

Das war damals eine schon leicht bekiffte Begründung, wenn man die objektiven Gesundheitsschäden in der Bevölkerung durch Alkoholabhängigkeit mit denen durch THC-Konsum mal verglichen hätte.

Außerdem steht es schon aufgrund von Art.2 GG jedem Menschen frei, seine Gesundheit zu schädigen, soviel er will. Der Staat ist nicht der Herr meiner Gesundheit. Und ob ich mich nun ungesund ernähre oder nicht ernähre, zuviel saufe oder auch gesundheitsschädlichen Sportarten nachgehe, es geht den Staat einen Scheissdreck an. Das mag jetzt dem ein oder anderen nicht gefallen, es ist aber so.
Aber egal. 21 Jahre sind eine lange Zeit, eine damals gebaute Tüte hätte längst schon keinen THC-Gehalt mehr und das Gericht hat auch damals schon ganz clever den Schwarzen Afghanen an den Gesetzgeber zurückgespielt.
Immerhin waren die Richter sich damals schon der Tatsache bewusst zu sein, dass der Kleinkonsument gerade nicht die Personifikation des Bösen oder auch nur kriminell ist:

„Beschränkt sich der Erwerb oder der Besitz von Cannabisprodukten auf kleine Mengen zum gelegentlichen Eigenverbrauch, so ist im Allgemeinen auch die konkrete Gefahr einer Weitergabe der Droge an Dritte nicht sehr erheblich. Entsprechend gering ist in aller Regel das öffentliche Interesse an einer Bestrafung. Die Verhängung von Kriminalstrafe gegen Probierer und Gelegenheitskonsumenten kleiner Mengen von Cannabisprodukten kann in ihren Auswirkungen auf den einzelnen Täter zu unangemessenen und spezialpräventiv eher nachteiligen Ergebnissen führen, wie etwa einer unerwünschten Abdrängung in die Drogenszene und einer Solidarisierung mit ihr.“

Spießiger Kriminalisierungsspuk

Ja , wohl wahr. Da können Tausende von harmlosen Kiffern ein jammerbardiges Lied von singen. Statt nun aber richtigerweise die Bestrafung von Kleinkonsumenten komplett für verfassungswidrig zu erklären und dem spießigen Kriminalisierungsspuk ein Ende zu setzen, wurde eine windelweiche Begründung für die Verfassungsmäßigkeit der Strafbarkeit geliefert:

„Diesem hat der Gesetzgeber dadurch genügt, dass er es den Strafverfolgungsorganen ermöglicht, im Einzelfall durch das Absehen von Strafe oder Strafverfolgung einem geringen individuellen Unrechts- und Schuldgehalt der Tat Rechnung zu tragen. Neben den allgemeinen Vorschriften der §§ 153, 153a StPO, die bei geringer Schuld und dem Fehlen eines öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung eine Verfahrenseinstellung zulassen, sind hier vor allem § 29 Abs. 5 und nunmehr auch § 31a BtMG zu nennen.“

Nein, hat er nicht. Das ist eben keine rechtsstaatliche Lösung, denn damit sind die Kiffer ausschließlich vom Goodwill der jeweiligen Strafverfolgungsbehörden abhängig. Die Praxis ist nicht nur von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich, sondern sogar von Staatsanwaltschaft zu Staatsanwaltschaft und sogar – wenn es schon zu einer Hauptverhandlung gekommen ist – von der Bereitschaft von Richter und Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft bzw. deren persönlicher Einstellung. Manchmal meine ich sogar, es sei vom Wetter oder dem Tag abhängig. Gefühlt wird freitags und bei Sonnenschein mehr eingestellt als montags und bei Regen, aber das muss jetzt nicht unbedingt stimmen.Wäre aber mal ein schönes Promotionsthema.
Wenn ich mir manchmal in der Hauptverhandlung  anhören muss, welche Kenntnisse einzelne Richter von den Risiken und Nebenwirkungen des THC-Konsums zu haben glauben, könnte ich graue Haare bekommen, wenn ich die nicht schon hätte. Da werden Horrorstories darüber kolportiert, dass schon der Genuss eines einzige Joints zu einem niemals endenden Trip in eine Psychose führen könne. Dabei ist ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Psychose und Haschischkonsum bis heute nicht belegt worden. Es wird eher vermutet, dass der THC-Konsum bei prädisponierten Personen lediglich zur Auslösung einer Psychose führen kann. Die akute Risikosteigerung ist aber recht gering. Einige Studien belegen ein leicht erhöhtes Risiko. 1,2 % der in einer australischen Erhebung erfassten Konsumenten wiesen diese Symptome auf. Der Durchschnitt in der Bevölkerung liegt bei 1 % . Beim suffbedingten Störungen des Hirns und der Psyche sieht das ganz anders aus. Aber die gehören offenbar zur deutschen Leitkultur und niemand hat je erwogen, den Erwerb oder Handel mit Schnaps unter Strafe zu stellen.

The German Way of Ecstasy

Manche Richter machen also ein Heidentheater um jeden Kiffer und verhängen auch schon mal die Auflage regelmäßige Drogenscreenings vorzulegen – und das obwohl doch der Konsum gar nicht strafbar ist. Andere Richter sehen das – womöglich aufgrund eigener Konsumerfahrungen? – wesentlich lockerer. Vielleicht sollte man jeden Staatsanwalt und jeden Richter während der Ausbildung mal an einer Kifferrunde teilnehmen lassen. Bei kontrollierten Trinkversuchen, wo es um die Erfahrung mit der Wirkung von Alkohol geht, melden sich – trotz vermuteter privater Erfahrungen – ja auch immer ganz viele. Das ist eben The German Way of Ecstasy.
Durch das dadurch bedingte Einstellungsroulette wird es verfassungsrechtlich im Hinblick auf den Gleichheitssatz recht unappetitlich. Es hat nichts mit Gerechtigkeit zu tun, wenn ein Verfahren in Nordrhein-Westfalen eingestellt wird und in Rheinlandpfalz nicht. Wir haben keine Länderstrafrecht, das Strafgesetzbuch ist Bundesrecht.
Es wäre also langsam mal Zeit, dass der Gesetzgeber sein gescheitertes Drogengesundheitskonzept überdenkt und zumindest einmal vorab all die Fälle, die nach aktueller Rechtslage eingestellt werden können, komplett von einer Bestrafung ausnimmt. Wäre wenigstens schon mal eine Zwischenlösung auf dem Weg zu einer vernünftigen Drogenpolitik, wenn auch bei Weitem  nicht genug.

Prohibition gescheitert

„Die strafrechtliche Drogenprohibition ist gescheitert, sozialschädlich und unökonomisch“, sagt eine Initiative von mittlerweile über 120 Strafrechtsprofessoren, die nicht nur von unzähligen Strafverteidigern befürwortet wird – neuerdings nennt man uns Strafverteidiger in moborientierten Kreisen auch „Kriminellen-Versteher“ – sondern der sich auch mit Dr. Jürgen Kühling ein früherer Verfassungsrichter und auch die Neue Richtervereinigung angeschlossen haben.
Das sind jetzt sicher nicht alles bekiffte Idioten, sondern seriöse Juristen, die den Unfug der geltenden Drogenpolitik mit überzeugenden Argumenten atomisieren. Die vor allem die Kriminalisierung von erkennbar nicht Kriminellen nicht mehr wollen.
Sie stellen fest:
1. Mit der Drogenprohibition gibt der Staat seine Kontrolle über Verfügbarkeit und Reinheit von Drogen auf.
Nicht die Wirkung der Drogen ist das Problem, sondern die repressive Drogenpolitik schafft Probleme. Die überwiegende Zahl der Drogenkonsumenten lebt ein normales Leben. Selbst abhängige Konsumenten bleiben oftmals sozial integriert. Menschen mit problematischem Drogenkonsum brauchen Hilfe. Die Strafverfolgung hat für sie und alle anderen nur negative Folgen.
2. Der Zweck der Prohibition wird systematisch verfehlt.
Prohibition soll den schädlichen Konsum bestimmter Drogen verhindern. Tatsächlich kann sie dieses Ziel nicht erreichen. Das zeigen alle wissenschaftlich relevanten Untersuchungen. Sogar die Evaluation des 10-Jahres-Programms der UNO zur Drogenbekämpfung kommt im Jahr 2008 zu diesem Schluss. Prohibition schreckt zwar einige Menschen ab, verhindert aber Aufklärung und vergrößert gleichzeitig dramatisch die gesundheitlichen und sozialen Schäden für diejenigen, die nicht abstinent leben wollen. Selbst in totalitären Regimen und Strafanstalten kann Drogenkonsum nicht verhindert werden.
3. Die Prohibition ist schädlich für die Gesellschaft.
Sie fördert die organisierte Kriminalität und den Schwarzmarkt.
Sie schränkt Bürgerrechte ein und korrumpiert den Rechtsstaat. Durch massive Machtanballung bei Kartellen und Mafia nimmt die Gefahr eines Scheiterns der Zivilgesellschaft zu. Stimuliert durch gigantische Profite aus dem Drogenschwarzmarkt entstehen veritable Kriege zwischen Drogenkartellen und in Reaktion darauf sowohl eine Quasi-Militarisierung der Polizei als auch quasi-polizeiliche Funktionen des Militärs. Auch dadurch erodieren staatliche Grundstrukturen.
Sie hat desaströse Auswirkungen auf Anbau- und Transitländer.
Sie behindert eine angemessene medizinische Versorgung.
4. Die Prohibition ist unverhältnismäßig kostspielig
Die Bürger werden Opfer der Beschaffungskriminalität.
Jedes Jahr werden Milliardenbeträge für die Strafverfolgung aufgewendet, welche sinnvoller für Prävention und Gesundheitsfürsorge eingesetzt werden könnten.
Der Staat verzichtet auf Steuereinnahmen, die er bei einem legalen Angebot hätte.
5. Die Prohibition ist schädlich für die Konsumenten
Konsumenten werden diskriminiert, strafrechtlich verfolgt und in kriminelle Karrieren getrieben. Weil es sich um „opferlose“ Kontrolldelikte handelt, welche lediglich proaktiv – und damit Unterschichtangehörige und Migranten benachteiligend – verfolgt werden.
Es gibt keinen Verbraucher- und Jugendschutz. Riskante Konsumformen werden gefördert und die Konsumenten werden gefährlichen Krankheiten ausgesetzt (z.B. AIDS, Hepatitis C).
Normales jugendliches Experimentierverhalten wird kriminalisiert und das Erlernen von Drogenmündigkeit erschwert. Junge Menschen werden dauerhaft stigmatisiert und ihre Lebenschancen werden gemindert.

Vielleicht sprechen sie ihren örtlichen Abgeordneten ja einfach mal bei einem Joint – ach nee, geht ja nicht -, also bei einem Bier mit Korn oder einer Flasche Wein – das geht immer – auf das Thema an.

Es ist höchste Zeit, dass dieses unsinnige und schädliche  Gesetz in Rauch aufgeht.

Heinrich Schmitz

Heinrich Schmitz

Heinrich Schmitz ist Rechtsanwalt, Strafverteidiger und Blogger. In seiner Kolumne "Recht klar" erklärt er rechtlich interessante Sachverhalte allgemeinverständlich und unterhaltsam. Außerdem kommentiert er Bücher, TV-Sendungen und alles was ihn interessiert- und das ist so einiges. Nach einer mit seinen Freital/Heidenau-Kolumnen zusammenhängenden Swatting-Attacke gegen ihn und seine Familie hat er im August 2015 eine Kapitulationserklärung abgegeben, die auf bundesweites Medienecho stieß. Seit dem schreibt er keine explizit politische Kolumnen gegen Rechtsextreme mehr. Sein Hauptthema ist das Grundgesetz, die Menschenrechte und deren Gefährdung aus verschiedenen Richtungen.

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  • Heiko Heinisch

    Wie sagte Benjamin Constant schon 1819 zu paternalistischen Anmaßungen der Regierung: „Wie rührend auch eine so zarte Aufmerksamkeit ist, wir wollen die Regierung bitten, innerhalb ihrer Grenzen zu bleiben. Sie möge sich darauf beschränken, gerecht zu sein. Für unser Glück werden wir selber sorgen.“

  • derblondehans

    … Kiffer … Junkies … Freunde … nix für ungut , wer freiwillig, ob erlaubt oder verboten, zu RauschGift greift, sich somit zur Freude der Sozialisten die Birne zu dröhnt, hat schlichtweg einen an der Waffel. Manche für immer.

    Einzig med. Gründe könnte ich akzeptieren.

    … Mediziner wissen seit langem, dass der Wirkstoff THC aus der Cannabispflanze die Hirnfunktion beeinträchtigen kann, zumindest, wenn die Kiffer früh mit dem Konsum anfangen, regelmäßig relativ viel und über längere Zeit zu Marihuana oder Haschisch greifen. Auch eine Herzproblematik ist bekannt.

    Bevor ihr euch verbeißt, Alkohol oder andere gepresste Krümelkacke, sehe ich ähnlich problematisch. Daher!

    • Heinrich Schmitz

      Es ist Ausdruck der persönlichen Freiheit, seine Gesundheit zu gefährden. Darum geht’s. Kiffen soll sowenig wie Saufen verpflichtend werden.

      • derblondehans

        … wie verantworten Sie, H.S., ihre Meinung als Christ, dass die Gefährdung der eigenen Gesundheit ein Ausdruck der ‚persönlichen Freiheit‘ ist?

        Mal abgesehen davon, dass meine Krankenkassenbeiträge für die Reha dieser Spinner herhalten müssen. In diesem Fall bedeutet die ‚persönliche Freiheit‘ anderer, nix anderes als ein Griff in mein Portemonnaie. Sie haben Vorstellungen ts, ts, ts.

        • woewe59

          Als Christ könnte er, könnte ich eine Suchtberatung bereitstellen, Angebote für Menschen schaffen, die im Umgang mit Rauschmitteln Probleme haben. Mit dem Strafgesetz jemandem versuchen die Sucht auszutreiben ist meiner Kenntnis nach eine untaugliche Therapie.
          Solche Suchtberatungsstellen gibt es und der Chef des Dachverbandes, der DHS, Dr. Gaßmann, stellt sich ganz eindeutig auch gegen das Verbotsgesetz, weil es eben ungeeignet ist, die Menge konsumierter Drogen zu verringern. (Seine Anhörung vor dem Bundestag 2013 zum Thema)
          Wo steht in der Verfassung, im BGB, im Strafgesetzbuch, dort ausgenommen das BtmG, drin, dass ich mich nicht schädigen, mich nicht selbst verstümmeln darf: Rauchen, Trinken, ungesund Essen, Piercen, Extremsport Betreiben, als Worcaholic Arbeiten usw.?
          Lesen Sie sich Artikel 2 (1) genau durch, „freie Entfaltung“ schließt auf sich bezogen positive und negative Aktivitäten ein. Und wenn Kranke verfolgt werden, weil sie eine verbotene Medizin (Hanf) gegen ihre Krankheits-Symptome anwenden, ist das eine Verletzung des zweiten Teils des Artikel 2, dem „Recht auf körperliche Unversehrtheit“.

          Sie können gern einen Vertrag mit Ihrer Krankenkasse machen, der Solidargelder für alle der o.g. Risikogruppen ausschließt, wenn Sie nachweisen können, keiner dieser und weiterer Risikogruppen anzugehören.

          • derlondehans

            … wo habe ich mich gegen ‚Suchtberatung‘ ausgesprochen? Oder gegen ‚Drogen‘-Einnahme medizinischer Gründe wegen?

            Ihre ‚freie Entfaltung‘ endet dort, wo mein ‚freies Portemonnaie‘, gegen meinen Willen, in Mitleidenschaft gezogen wird. Und wenn Sie die bewusste Gefährdung der eigenen Gesundheit, als Teil Ihrer ‚persönlichen Freiheit‘ betrachten, so was schreibt man wohl nur, wenn der Hirnschaden schon irreversibel eingetreten ist, habe ich nicht einmal Mitleid mit Ihnen. Ich würde mich nur, verschiedener Gründe wegen, vor Ihnen schützen wollen. Und das tut (noch) das Gesetz, das H.S. nicht mehr will.

          • woewe59

            Fangen wir von hinten an, mit dem Gesetz, das (BtmG) auch ich so nicht mehr will. Das eben das nicht tut, was es vorgibt (meine Gründe 1), sondern erst die Probleme hervorbringt, die es erfolglos zu bekämpfen versucht: Aushebelung von Verbraucher- und Jugendschutz, Förderung riskanter Konsumformen, Kriminalisierung der Konsumenten, Förderung des Schwarzmarktes, indem es den Beteiligten exorbitante und steuerfreie Gewinne ermöglicht, und krimineller Strukturen (meine Gründe 5, Resolution der Strafrechtsprofessoren, Manifest des Schildower Kreises).
            Ihre persönlichen Ausfälle können Sie stecken lassen, sie betreffen mich nicht.
            Persönliche Freiheiten nutzen Fans des Fußballs vor, während und nach den Spielen, nutzen Tuner und Fahrer schneller Boliden (eben im TV) – durchaus nicht immer zur Freude anderer und mitunter (von unsrer Steuer bezahlter) Polizeikräfte bindend.

          • derblondehans

            … werte/r ‚woewe59‘, ‚Legalize it – Kiffen in Deutschland‘ – ist eine ‚Aushebelung von
            Verbraucher- und Jugendschutz‘
            . Und wenn Sie die bewusste Gefährdung der eigenen Gesundheit als Teil Ihrer ‚persönlichen Freiheit‘ betrachten, wie Sie und H.S. das hier, auch noch als Argument für Drogenfreigabe, propagieren – ‚Legalize it‘ – können Sie meinen Vorhalt eines bereits eingetreten, irreversiblen Hirnschadens, durch was auch immer, ruhig persönlich nehmen. Welcher (’normale‘) Menschenverstand verlangt wie Sie? Und was haben Fußball und Autotuning mit diesem Thema zu tun?

            Ich empfehle eine Umbenennung in – ‚Manifest des Schildaer Kreises‘

            Ich glaub‘ mein Hamster bohnert.

          • woewe59

            Anscheinend haben Sie NICHTS verstanden,
            Legalisierung, die Freigabe von Drogen an Erwachsene, bedeutet eben nicht völlige Enthemmung. Das zeigen Beobachtungs-Vergleiche zwischen Ländern unterschiedlicher Drogenpolitik: Frankreich geht repressiv gegen Konsumenten vor und hat anteilig MEHR jugendliche Konsumenten als die liberaleren Niederlande. In Colorado sinkt der Anteil der der Konsumenten unter den Schülern von High Schools.

            Prohibitionisten scheitern an einfachen Ursache-Wirkung-Zusammenhängen, die sie erwarten, die es hier aber nicht gibt:
            Mehr Repression soll weniger Drogenverbrauch bewirken. Leider funktioniert das so nicht. Im Gegenteil, mehr Repression bewirkt mehr Kriminalität, bewirkt schlechtere Qualität, bewirkt höhere Gewinne für kriminelle Strukturen aber KEINEN Rückgang des Konsums.
            Die Prohibition wirkt kontraproduktiv.

          • Herold Hansen

            Meine Anerkennung, dass Sie mit dieser sachlichen Antwort auf eine derartige Provokation für die ethische Reinhaltung dieses Forums Sorge tragen.

          • derblondehans

            … *rofl*, das ausgerechnet Sie meinen Sachlichkeit anmahnen zu müssen … muhahaha! … nixdestotrotz, ich lese gern was Sie schreiben, auch von Ihrer ‚Ethik‘.

          • Herold Hansen

            Warum verstehen Sie bewusst falsch, dass ich nicht Ihre Sachlichkeit, sondern Ihre Unverschämtheit gegenüber einem Kommentator rüge.

          • derblondehans

            … so, so, Widerspruch ist also Unverschämtheit.

          • Herold Hansen

            Sie weichen wieder aus! Dann also im Kindergartenstil:
            Es ist eine Unverschämtheit, einen Kommentator eines “ bereits eingetretenen, irreparablen Hirnschadens“ zu bezichtigen.

          • derblondehans

            … lesen Sie noch mal ganz langsam, ich habe geschrieben ‚Und wenn Sie die bewusste Gefährdung der eigenen Gesundheit, als Teil Ihrer ‚persönlichen Freiheit‘ betrachten, … ‚ und dann ’so was schreibt man wohl nur, wenn der Hirnschaden schon irreversibel eingetreten ist, … ‚

            … werter H.H., das ist keine Unverschämtheit, das ist ein logischer Widerspruch. Sei denn, man ist derart zugekifft, dass man sich, geradezu weinerlich, getroffen fühlt. Sie wissen schon, getroffene … bla, bla. Das ist dann aber gut so, macht Hoffnung auf Restverstand und vielleicht auf eine doch noch nicht irreversible Schädigung des Hirns. Sollte mich freuen. 😉

          • woewe59

            Dann liefern Sie, derblondehans, bitte Erklärungen für folgende Fakten:
            Bayern führt seit den letzten Jahren unter den Flächenbundesländern die traurige Bilanz an Drogentoten an, unter den dtschen Städten sind es Kempten (Allgäu) vor Nürnberg (Frankenland, das Mortler-Mutterland) (Rauschgiftlage 2013 und 2014 von Mortler und Ziercke bzw. Münch).

            In Mexiko hat der Drogenkrieg von 2006 – 2011 47.515 Todesopfer gefordert (8 v. 9 auf Seiten der Drogenmafia), Zehntausende werden weiterhin vermisst. Was war Anlass dafür? Aber seit kurzem sinkt die Menge im grenzübergreifenden Handel mit Marihuana. Was sind die Gründe dafür (Times vom 8.4.2015)

            Schon genannt: in den Niederlanden ist der Anteil Cannabis konsumierender Jugendlicher weit niedriger als in Frankreich. In Portugal sind seit 2001 die Anzahl der HIV-Neuinfektionen und die der problematischen Konsummuster stark gefallen. (Zahlen der EMCDDA) Bei den Drogentoten (s.o.) liegt Portugal weit unter dem europäischen bzw. deutschen Durchschnitt.
            In Colorado ist der Anteil der konsumierenden Jugendlichen im Sinken begriffen und die Zahl der Verkehrstoten auf Highways auf einem historisch niedrigen Stand.
            Auch in den US-Staaten mit erlaubten medizinischen Cannabis ist die Zahl der Verkehrstoten niedriger als in den anderen Bundesstaaten (Studie des IZA und der Uni Bonn).
            Im Staat Colorado gingen außerdem innerhalb eines Jahres die Zahl der Gewalt- und Eigentumsdelikte (Denver: 8,9%) zurück.
            Was ist Ihre Erklärung dazu?

          • derblondehans

            … Cannabis zu med. Zwecken ist in Deutschland möglich, das genügt. Bin aber zum Kompromiss mit Ihnen bereit: wandern Sie nach Colorado aus! … ist ja fürchterlich das Gejammer der Kiffer.

          • woewe59

            Sie haben also keine Erklärungen, habe ich nicht anders erwartet.
            Ich konsumiere nicht, aber wenn ich in das Alter komme – und es rückt näher -, wo die Gebrechen und Symptome mit Cannabinoiden gelindert werden können, möchte ich frei darauf zugreifen können, ohne auswandern zu müssen, Art. 2 GG.
            Cannabis zu med. Zwecken ist in Deutschland immer noch nur sehr begrenzt möglich, das genügt noch lange nicht.
            Allein aus den Medien habe ich zahlreiche Hinweise, wie Patienten, die auf Cannabis als Medikament angewiesen sind, bis hin zum Tod* verfolgt werden. *) Robert Strauss, Augsburg, vor knapp einem Jahr.

          • derblondehans

            @woewe59:disqus, für Ihre Reise nach Colorado

            Wann der Joint gefährlich wird … und ‚Offenbar nimmt der IQ umso stärker ab, je früher die Menschen beginnen, Cannabis zu konsumieren. Unter den regelmäßigen Konsumenten stellten sie fest, dass sich bestimmte Bereiche des Gehirns deutlich verschlechterten und dieser Zustand über Jahre anhält. Darüber hinaus zeigten ihre Untersuchungen, dass Langzeit-Kiffer mehr Probleme haben, sich zu konzentrieren oder sich an etwas zu erinnern.‘

            … no comment

            http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/psychologie/sucht/tid-27074/sieben-fakten-zu-cannabis-wann-der-joint-gefaehrlich-wird_aid_807975.html

          • woewe59

            Ach ja, jetzt kommen sie, die Wiedergaben von wissenschaftl. Studien, hier die von M. Meier von der Duke University in PNAS 2012 anhand der Dunedin-Kohorte (Neuseeland) in solchen Blättern wie „focus“. Sorry, „focus“ ist dafür schlicht das ungeeignete Medium, spielt in derselben Liga wie Bild oder Bunte; selbst den Spiegel würde ich nur dann zitieren, wenn ich die Wiedergabe vorher geprüft habe.

            Dem focus war inzwischen entfallen, dass die Studie methodische Mängel aufwies, indem sie zu wenig auf sozialökonomische Einflussfaktoren geachtet und sie nicht eliminiert hat. (Ole Rogeberg, PNAS Dez. 2012).
            Eine Studie am London College fand 2014 „no relationship between cannabis use and lower IQ at age 15“ heraus.
            https://www.washingtonpost.com/news/wonk/wp/2014/10/22/no-marijuana-use-doesnt-lower-your-iq/
            Selbst wenn das o.g. von Prof. Meier für intensive jugendliche Cannabiskonsumenten zuträfe, wäre das (Jugendschutz) erst recht ein wichtiger Grund, Cannabis kontrolliert legal an Erwachsene zu verkaufen, um dem Dealer illegaler Drogen hinter dem Schulhof das Leben schwer zu machen; selbst gebrannten Alkohol verkauft er ja auch nicht.

            Dr. Grotenhermen und die Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (ACM) stellten übrigens in diesem Zusammenhang fest: „Cannabis ist sicher für Erwachsene, (diese) Langzeitstudie beweist: Cannabiskonsum beeinträchtigt weder Intelligenz, Konzentrationsfähigkeit noch Gedächtnisleistung“ von Erwachsenen.(dort und beim Dt. Hanfverband)

          • Alexander Wallasch

            Leben Sie hinterm Mond? Oder dauerbekifft? Spaß bei Seite: Wer wie ich jahrelang Szene_Gastronomie betrieben hat, der hat mit eigenen Augen gesehen, was für Opfer Cannabis produziert: wie können Sie also – sorry – so einen Unsinn erzählen? (Hanfverband!!!)

          • HM420

            Ja, wenn ein solcher angeblicher Widerspruch nur auf eigener Meinung beruht und Sie keine berechtigten Gründe dafür anführen können, aber statt dessen damit anfangen, Menschen die Sie gar nicht kennen auf dieser Disskusionsplattform schäbig und vollig inakzeptabel zu beleidigen !
            MfG…

          • derblondehans

            … natürlich beruht mein Widerspruch auf meine eigene Meinung. Was denn sonst? ich stimme Ihnen aber zu, es ist ein Fehler von mir, mich mit Befürwortern einer Rauschmittelfreigabe, oder Kiffern, oder beide, auseinanderzusetzen. Kommt nicht mehr vor.

          • HM420

            Wo Bitte schön haben Sie sich mit Befürwortern auseinandergesetzt ? Sie haben Ängste geäussert ohne dafür konkrete Belege ausser ihrer angeblichen Erfahrungen mit Konsumenten zu liefern. Als das nicht mehr ausreichte konnte Ich ihrerseits eigentlich nur noch Beleidigungen und Anschuldigungen lesen, die, wie schon erwähnt einfach inakzeptabel waren, lesen ! Diskutieren und sachlich streiten ( was durchaus erlaubt ist ) sind aber nun mal anders aus !
            MfG…

          • derblondehans

            … never say never again,

            ich habe keine Ängste. Vor nix und Niemanden. Das mag bei Ihnen so sein. Cannabis-Konsumenten neigen zu Überempfindlichkeit bis hin zu Halluzinationen und nehmen ihre Umwelt nur eingeschränkt wahr. Ihre Wahrnehmung, Ihre Projektionen, zu dem was ich geschrieben habe, sind DAHER! allein Ihre Sache. Aber nun langt ’s mir wirklich.

          • Selbstbestimmt

            Wollten Sie nicht aufhören? Würde ich Ihnen empfehlen. Hier Gewinnen Sie nur Lacher.

          • woewe59

            Im Usenet (news:…) gelernt, mit Fakten zu argumentieren und (selbst bei ad personam Angriffen) die Emotionen zurückzuhalten, schlimmstenfalls die eigene Antwort nach Adrenalin-Rückgang zu bearbeiten und dann erst zu versenden 😉

          • Selbstbestimmt

            Ich hoffe ich lerne das auch irgendwann, kann mir die ein oder andere Spitze einfach nicht verkneifen ^^

          • woewe59

            Und ja, wenn ich solche Spitzen drin hab 😉 muss ich mir immer laut sagen: Du schreibst die Erwiderung nicht dem Vorkommentator, sondern für all die anderen, die wie auch immer auf die Diskussion stoßen. Und dann fliegen wieder ein / zwei Spitzen raus, die zwar die Diskussion für den Moment ordentlich befeuern 🙂 aber in einem halben Jahr oder für Uneingeweihte evtl. nicht mehr nachvollziehbar sind. – Wie geschrieben, ein Lernprozess.

          • derblondehans

            … in der Tat fehlt mir der ‚Verstand‘ für die Legalisierung, die ‚Freigabe‘ von Drogen. Ich kiffe ja auch nicht. Ich kann nicht mal nachvollziehen, was daran so toll sein soll. Die, die ich beim Kiffen, auf ’ner Party beispielsweise, ‚erlebt‘ habe, waren die langweiligsten und trägsten Party-Gäste. Nur flegeln, rumsitzen und blöde grinsen. Vielen Dank.

            Ihr Hinweis auf Colorado besagt gar nix. Ich habe auch gegenteiliges gelesen.

          • Herold Hansen

            Im Sinne der mitmenschlichen Ethik dieses Forums:
            Der „Vorhalt eines bereits eingetretenen, irreversiblen Hirnschadens“ ist absolut unchristlich (Bergpredigt) und in sich selbst hirnrissig.
            Da muss man sich schon eher Sorgen um die geistige Gesundheit derer machen, die an die unbefleckte Empfängnis und leibliche Himmelfahrt Mariens oder die Unfehlbarkeit des weißen Riesen glauben.

          • HM420

            Sehe das hoffentlich auch wie Sie ! Aber leider scheint es so als hätten einige beim Thema Cannabis jegliche Regeln der Nettiquette verloren, und wissen sich wie Hr. „derblondeHans“ leider nicht mehr anders zu helfen als Menschen die Sie gar nicht kennen persönlich zu beleidigen.
            Erstaunlich das aber doch gerade die Befürworter einer Liberalisierung, wie Woewe59, sich im Gegensatz zum erwähnten blonden Hans sehr gut im Griff haben und es verstehen, Ignoranz mit Sachlichkeit entgegen zu treten und sich eben nicht auf ein solches Niveau herablassen….
            MfG

          • Heinrich Schmitz

            Wer hat sich für eine Abschaffung des Jugendschutzgesetzes ausgesprochen?

          • herrjeee – Du weißt exakt, wie es gemeint ist. Hier geht es um Akzeptanzen und Vorbildfunktionen. Unter anderem.

          • Heinrich Schmitz

            Nein. Das tut sie nicht.

          • Selbstbestimmt

            „…so was schreibt man wohl nur, wenn der Hirnschaden schon irreversibel eingetreten ist, habe ich nicht einmal Mitleid mit Ihnen.“

            Schande über Sie und Ihre Meinung. Versuchen Sie doch wenigstens mal ruhig zu bleiben. Sie machen sich am Schluss noch lächerlich.

        • Heinrich Schmitz

          Welche Spinner meinen Sie jetzt?

          • derblondehans

            … die, die sich die Birne mit Drogen zu dröhnen. Oder wollen Sie behaupten, dass die noch bei Verstand sind?

          • Selbstbestimmt

            Und wieder, nur Beleidigungen. Richtig abscheulich. Was ist Ihr Motiv? Bezahlt man Sie oder glauben Sie das alles wirklich?
            Und ja, hier an dieser Stelle will ich vielleicht ein bisschen provozieren ^^
            Aber das kennen Sie ja?

        • HM420

          Ich bin zwar nicht Hr. Schmitz, möchte aber trotzdem darauf hinweisen, das es hier um eine `mögliche`Gefährdung geht ! Ein Risiko, welches jedem zuvor bekannt ist wenn man gut aufgeklärt ist(!), und welchem man sich dann in eigener Verantwortung aussetzt oder eben nicht. Und vor allem ist es keineswegs so, das jeder Konsument ein Problem bekommt, sondern oft gerade das Gegenteil (!)- siehe Selbstbehandlung vieler Patienten gegen schwerste Erkrankungen mit Tatsächlichem Erfolg, weshalb ja nicht zuletzt das Thema Cannabis als Medizin auch von der Regierung derzeit recht unstrittig diskutiert wird, als aber auch ein derzeitiges weltweites Thema ist.
          So zu tun als wäre das ein eigenständiges Thema und das nur kranke berechtigt sein sollten Cannabis nehmen zu dürfen,während ihrer Meinung nach alle sog. „gesunden“ Menschen unweigerlich ein Problem damit bekommen würden, welches SIE durch ihre Krankenkassenbeiträge mittragen müssten ist einfach grotesk !
          Somal wenn Sie dies dann letzlich nicht tun würden (..bzw. wollten ), da diese Personen in ihren Augen ja selber Schuld sind, so könnten Sie diese Haltung auch auf eine ganze Menge an anderen möglichen Gesundheitsgefährdungen übertragen, womit sich unser Sozialsystem ja schon erledigt hat. Was mir widerrum zeigt, was für eine christliche Haltung Mitmenschen gegenüber Sie hier an den Tag legen.

        • Heiko Heinisch

          Na, was die Krankenkasse betrifft, sollten dann aber gleich auch Zigaretten, Alkohol und Sport verboten werden – ich schätze mal, dass letzterer die Kassen am meisten kostet. 😉

          • derblondehans

            … nö, Sport nicht. 😉

          • Heiko Heinisch

            Na dann googlen Sie mal Kosten und Sportunfälle. Der eine kifft halt und der andere fährt auf dem Mountainbike den Berg runter. Die Kassen kostet der zweite vermutlich mehr.

          • derblondehans

            … Doping, die Mutter aller Kiffer und Sport – das geht nicht. Daher!

      • Was für ein verantwortungsloser Quatsch. Hatten wir aber schon ausreichend diskutiert bei Deinem vergangenen ProKiff-Essay.

  • woewe59

    Danke Herr Schmitz,

    hier meine Gründe für eine Legalisierung, aus verschiedenen Perspektiven betrachtet (Gründe 2, 4, 5 überschneiden sich mit den Ihrigen)

    1) Mit einem Drogenverbot lässt sich der Konsum nicht merkbar beeinflussen – kurz, das DrogenVERBOT greift nicht – Quelle: EMCDDA Report 2011, Dr. Gaßmann, Leiter der DHS

    2) Warum ist Hanf illegal, während die gefährlichste aller Drogen, Alkohol, legal ist? – Quelle: Prof. Nutt, The Lancet 2007 u. 2010, Prof. Roques, Prof. Wayne Hall 1997, Prof. Lachenmeier und Rehm, 2015

    3) „Cannabis ist ein gutes Mittel zur Bekämpfung der Entzugssymptomatik bei Benzodiazepin-, Opiat- und Alkoholabhängigkeit. Es wird daher auch gern als Ausstiegsdroge bezeichnet.“ Quelle: IACM

    4) Drogenkonsum ist selbstschädigend*, wenn überhaupt – Warum verstößt dann das Strafrecht im BtmG gegen Grundrechte (Artikel 2 GG)? – Quelle: Resolution der Strafrechtsprofessoren an den Bundestag, Manifest des Schildower Kreises.
    *) Ausnahme Alkohol: Jede dritte Gewalttat geschieht unter Alkoholeinfluss – Quelle: BKA, kenn-dein-limit

    5) Die Prohibition schadet den Konsumenten und der Gesellschaft und sie ist teuer. – Quelle: Manifest des Schildower Kreises.

    bitte derblondehans auch für Sie

    • Heinrich Schmitz

      Alles gute Gründe, aber es tut sich nichts.

      • woewe59

        Es muss auch bei den Wahlbürgern ankommen, dass mehr Druck, mehr Repression („wir tun was zu Ihrer Sicherheit“ – Populismus) genau das Gegenteil des Erwarteten bewirkt. IMO das am schwierigsten zu vermittelnde Argument in einer freiheitlichen Gesellschaft.

        Die FAZ hat dazu einen guten Beitrag veröffentlicht:
        „Allmählich wird klar,
        dass, der Krieg gegen Drogen mehr Probleme schafft, als er löst, *
        dass das Verbot die Grundlage für die Macht der Verbrecherkartelle ist,dass Menschen sich von keinem Verbot daran hindern lassen, sich an illegalen Drogen zu berauschen.“

        http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/immer-mehr-laender-fuer-legalisierung-von-cannabis-13950403.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

        *) klingt wie abgeschrieben – von mir 🙂 „als er zu lösen vorgibt“

        • derblondehans

          … auf was Dümmeres kann die ‚BRD‘ wahrlich nicht hoffen, die Drogenfreigabe als Wahlkampfthema für alle.

          DIE STRASSE FREI DEN BEKIFFTEN.

          Als wenn ’s sonst nix zu ändern gäbe.

          • woewe59

            Könnten Sie untersetzen, warum das so sein sollte?

          • derblondehans

            … wenn Sie das so nicht verstehen (wollen), macht ’s auch keinen Sinn es Ihnen zu erklären.

          • woewe59

            Dann EOD mit Ihnen, danke von Ihnen gelesen zu haben.

          • Heinrich Schmitz

            Durch die Aufhebung der Strafbarkeit, wird sich – wie in anderen Ländern auch – der Konsum nicht großartig verändern. Das „Als wenn’s sonst nix zu ändern gäbe:“ ist der übliche Whataboutismus, wenn einem die Argumente ausgehen. Auf der Straße haben die Bekifften genauso wenig zu suchen, wie die Besoffenen. Niemand hat bisher gefordert, die Strafvorschriften bezüglich berauschten Autofahrens zu ändern.

          • derblondehans

            ‚Durch die Aufhebung der Strafbarkeit wird sich – wie in anderen Ländern auch – der Konsum nicht großartig verändern.‘ … was für eine Logik ist das denn? Abgesehen vom – hier nicht zulässigen – Konjunktiv. Dann können Sie auch Eigentumsdelikte, zum Beispiel, straffrei stellen; denn Sie haben geschrieben, ‚es ist Ausdruck der persönlichen Freiheit, seine Gesundheit zu gefährden.‘ … das ist ein fataler Trugschluss, offensichtlich sind Ihnen die Nebenwirkungen einer solchen verantwortungslosen Handlungsweise, die andere, Unbeteiligte, sehr wohl, auf verschiedenste Art, treffen, egal.

            Wie stehen Sie eigentlich zum Rauchverbot in Gaststätten, Restaurants, etc., oder in öffentlichen Gebäuden? Konterkariert das nach Ihrer Auffassung auch die ‚persönliche Freiheit‘?

          • Heiko Heinisch

            Nach meiner auf jeden Fall! Es war ja nie verboten, Nichtraucher Restaurants und Bars zu eröffnen. Einem Freund von mir wird dann demnächst verboten, in seiner eigenen Kneipe, während er selbst hinter dem Tresen steht zu rauchen – das ist schon ein ziemlicher Eingriff in seine persönliche Freiheit.

          • woewe59

            „der Konsum nicht großartig verändern.“ – >>was für eine Logik ist das denn?<< Eben keiner Logik, keine eindimensionale Kausalität im Sinne von Je weniger Druck, desto mehr Dampf, sondern eine beobachtbare Tatsache.
            Prof. Karl-Heinz Reuband, Spezialist für empirische Sozialforschung, sein Ergebnis:
            „Ein Zusammenhang zwischen Drogenpolitik, gemessen an den rechtlichen Rahmenbedingungen sowie der Praxis der Strafverfolgung und Verbreitung des Cannabisgebrauchs, lässt sich nicht feststellen.“, aus „Cannabis – Neue Beiträge zu einer alten Diskussion“, Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen, 2004, Hrsg. Raphael Gaßmann.

            Eigentumsdelikte? Der juristische Unterschied zwischen Fremd- und Selbstschädigung immer noch nicht klar? Dass bestimmtes Handeln durchaus Nebenwirkungen haben kann, zeigen die zahlreichen juristisch geführten Nachbarschaftsstreite, wo formal oft jeder Partei das Recht zustehen kann (weitab aber von einem Strafverfahren).

            Rauchverbote sind nicht strafbewehrt, Übertretungen werden als Ordnungswidrigkeit behandelt. Ja, diese Verbote schießen trotzdem in mancher Hinsicht mMn übers Ziel hinaus. Ein kriminalisierendes Rauchverbot gibt es aber nicht.

          • derblondehans

            … gäbe es nur eine Selbstschädigung, gäbe es diese Diskussion nicht.

            Was Sie und andere Befürworter einer Rauschmittelfreigabe wollen, interessiert eigentlich wirklich niemand. Nicht mal ob die und Sie, wie auch immer, bestraft werden oder auch nicht. Ist mir insofern wurscht.

            Und zu H.H., man kann eben nicht Unfälle mit einer bewussten Gesundheitsschädigung , selbst der eigenen, vergleichen. Dass Passivrauchen gesundheitsschädigend ist, sollte sich herumgesprochen haben.

            … und nun bitte, vielen Dank H.S., kein Whataboutism.

          • woewe59

            „Was Sie und andere Befürworter einer Rauschmittelfreigabe wollen, interessiert eigentlich wirklich niemand. Nicht mal ob die und Sie, wie auch immer, bestraft werden oder auch nicht. Ist mir insofern wurscht.“ – Damit qualifizieren Sie sich als nächster Kandidat für die Funktion des Drogenbeauftragten der Bundesregierung. Sie wären ein würdiger Nachfolger.
            Zur Fremdschädigung durch Alkohol schrieb ich hier schon was. Fremdschädigung und Tabak wurde hier diskutiert (Rauchverbot in Gaststätten). Fremdschädigung durch andere Drogen ist da ein Klacks, wenn man die Prohibitions-Nebenwirkungen herausnimmt.

          • Selbstbestimmt

            Sie machen das hier auch nur, weil Sie gerne auf der anderen Seite stehen, nicht wahr?
            Immer schön auf Contra und dann auch noch unverschämt werden. Warum sind Sie so verzweifelt hinter diesem Thema her? Sie sind gern ANTI nehme ich an.
            Oh ich freue mich auch schon auf einen schön unfreundlichen Kommentar. Es sind oft die Re-Legalisierungs Gegner die schnell die Fassung verlieren, die Frage bleibt: Warum? Ist es Ihnen so wichtig die Selbstbestimmung anderer eingeschränkt zu wissen?
            Lassen Sie alles raus, ich kann’s verkraften ^^, nur keine falsche Scheue.

  • Diskussion

    Nice!

  • Ja, theoretisch lässt sich da immer nett drüber faseln, wenn sie allerdings über ihre Gerichtsbank Berührungspunkte zu jungen Kiffern hätten, wäre Ihnen lieber Schmitz relativ schnell klar, das es hier nicht um kiffende Rechtsanwälte und ihre Klientel geht, sondern um eine unkontrollierbare – nicht relativerbare – Gefährdung von Jugendlichen. Tausende von denen befinden sind aktuell in psychatrischer Behandlung. Chronisch Kopfkrank. Klar macht es den Autoren dieses Artikels jünger und moderner, wenn er sich proKiff einstellt, aber ich find’s eine möglicherweise recht preiswerte Applaus-Abhole.

    • woewe59

      Stellen Sie sich die Frage, die sich auch Dr. Raphael Gaßmann, der Leiter des Dachverbands der Suchthilfe, DHS, gestellt hat:

      Was nützt das Drogenverbot,

      das darüberhinaus, wie Herr Schmitz erläuterte, seinen Eingriff in die Verfassung rechtfertigen muss?
      (die Antwort ist im Bericht der Drogenbeobachtungsstelle EMCDDA v. 2011, S. 53, Grafik + Text dazu sowie in Dr. Gaßmanns Anhörung vor dem Bundestag zu finden:
      „Es gibt KEINEN Zusammenhang zwischen Drogenverbotspraxis und den konsumierten Mengen an Cannabis“, der „Drogenkonsumprävalenz“.
      Das Drogenverbot verfehlt sein Ziel völlig, es bringt nur neue Probleme hervor.)
      Ja, der Schwarzmarkt ist ein UNkontrollierbarer Markt mit unkontrollierbaren Gefährdungen. IMO bringt nur ein legaler, kontrollierbarer Markt Erleichterung, wie auch die Zahlen u.a. in den Niederlanden, Portugal, Colorado zeigen: Rückgang des Konsums unter Jugendlichen dort.

    • Herold Hansen

      Volles Verständnis für die Sorgen eines Vaters von vier Söhnen, lieber Wallasch, von einem, der auch Vater ist und auch in größerem Rahmen Verantwortung für unsere Jugend trägt.
      Aber: Keine Macht der Welt wird unseren Jugendlichen die Möglichkeit des Kontaktes mit Drogen nehmen. Vertrauen wir auch einmal auf unseren „guten Draht“ zu unsern Söhnen und Töchtern und anvertrauten Jugendlichen und auf die Beratungsmöglichkeit in allen Krisensituationen in ihrem Leben.
      Ja, ich weiß auch, wie viele ohne geordnetes Elternhaus aufwachsen und mit dieser Droge ihr auswegloses Leben zu ertragen versuchen. Was also stand hier am Anfang?
      Wirkliche Hinwendung und Beratung sollte auch hier staatliches Ziel sein, um dem Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, letztlich eine eigene Entscheidung getroffen zu haben.
      Ich weiß, dass unser Staat dafür kein Geld ausgeben will, er sollte aber auch nicht mit unnützen Verboten seine Unfähigkeit übertünchen.

      • derblondehans

        … sehen S’e H.H., hier kommen wir uns ’näher‘. 😉

      • Alexander Wallasch

        Nett von Ihnen, aber nein: Es ist das Verbot, das die gesellschaftlich Nichtakzeptanz klärt, nicht die Legalizierung. Und glauben Sie mir, als langjähriger Szene-Gastronom kann ich ihnen zwei Dinge bestätigen, über die Sie möglicherweise noch im Zweifel waren: Zum einen: Ja, Cannabis ist auch eine Einstiegsdroge und ja, Cannabis hat bzw. kann besonders bei jungen Leuten verheerende psychische Folgen nach sich ziehen. Ich habe etliche bekloppte vermeintlich junggebliebene Eltern erlebt, die ihre Brut sogar noch ermntern um ihr eigenes schwachsinniges Tun rückwirkend zu rechtfertigen. Diese Generationen-Fall-Downs gibt es nämlich nicht nur in Fixer-Familien.

    • HM420

      Sehr geehrter Herr Wallasch, Woher nehmen Sie die Zahlen , das tausende(!) rein aufgrund des Gebrauchs von Cannabis in psychatrischer Behandlung sind ? Sollten Sie dazu eine Quellenangabe anführen können würde mich das sehr freuen.
      Desweiteren sollten Sie, wenn Sie schon solche Vorwürfe in den Raum werfen, sich auch mal die Praxis anschauen, wie mit „erwischten“ Konsumenten derzeit umgegangen wird. Denn solche werden schon, auch bei einem geringen und kontrolliertem Nutzungsverhalten, pauschal und durch die Bank hindurch als „Süchtige“ dargestellt, was nun mal der Realität keines Wegs gerecht wird !
      Und dadurch wird eben auch leider all zu oft von deutschen Gerichten eine Maßnahme in einer psychatrischen Therapiestelle angeordnet, ohne das dies erforderlich wäre.
      Und leider geht es Cannabiskonsumenten in einer solchen Situation oft so wie Hr. Molath ( der Fall sollte bekannt sein !), das man sich in einer Situation wiederfindet, in welcher man nicht mehr ernst genohmen wird bzw. eine Aussage pro Cannabis ( Was durchaus verständlich und erlaubt sein sollte), schon als uneinsichtig gewertet wird und einem mangeldes Schuldbewusstein unterstellt wird.
      Wenn das Rechtszustände sind, die Sie für „in Ordnung“ halten und die Sie befürworten zu scheinen, ist das ihre Sache. Ich jedenfalls halte diese derzeitige Praxis im Umgang mit Cannabiskonsumenten für unzulässig und sehe in vielen dieser Fälle auch eine Verletzung der Würde eines Menschen !
      MfG….

      • Alexander Wallasch

        Ich antworte Ihnen recht kurz: Dieser sträflich leichtfertige Umgang mit Canabis-Produkten, diese nostalgische Verkärung irgendwelcher Rock’n Roll Fantasien mittelalter Menschen und Politiker, die Wählerbuhlerei sogar der FDP mit einem „Legalize it!“ ist ein Verbrechen an der Jugend. Und was die Belege betrifft, das tausende Jugendliche jährlich in psychatrische Behandlung müssen und langwierige chronische Schäden davn tragen davon ist das Netz voll. Schauen Sie halt selbst mal. Oder gehen Sie vor Ort und reden Sie mit den Menschen.

      • Alexander Wallasch

        Als kleine Hilfestellung: einfach mal googeln: psychatrische Behandlung, Cannabis, Jugendliche usw.

    • Heinrich Schmitz

      Genau das ist ein Thema für das Jugendschutzgesetz und vernünftige Aufklärung, nicht für Strafgesetze. Ich hätte überhaupt kein Problem damit, die Abgaben von Drogen aller Art, einschließlich des Alkohols, unter Strafe zu stellen. Hier geht es aber um Erwachsene. Die unter 14-jährigen sind ja eh noch nicht strafmündig, saufen aber auch schon kräftig mit.

      • Alexander Wallasch

        ja, aber was wäre daran so schwer zu verstehen, das eine fehlende Ächtung einer Akzeptanz gleichkäme? Erst, wenn wir es gesamtgesellschfatlich verbieten und den Konsum sanktionieren, stellen wir klar: „Kinder, das Kiffen ist nix Gutes, macht den Kopp kaputt!“ Wer keine Probleme bekommen will, darf nicht kiffen. Es ist einfach. Noch einfacher, wenn es angeblich nicht süchtig macht.

        • Wer will denn, dass Kinder kiffen oder saufen? Ich nicht. Deshalb kann ich mir eine Strafverschärfung für die Abgabe von Drogen aller Art an Kinder und Jugendliche – insbesondere im Hinblick auf die Hirnentwicklung – sehr gut vorstellen. Bei Erwachsenen gibt es dafür keinen vernünftigen Grund.

  • Herold Hansen

    Dieser nachvollziehbaren Argumentation des erfahrenen Juristen Heinrich Schmitz und dem sachlich-umfangreichen Kommentar von woewe59 ist inhaltlich wohl kaum etwas hinzuzufügen.
    Kernthema ist, inwieweit der Staat die persönliche Freiheit des Bürgers begrenzen darf.
    Ich möchte nicht, dass eines Morgens jemand im Auftrag des Staates vor meiner Haustür steht und mir vorschreibt, mit welcher Bekleidung ich bei diesem Wetter das Haus verlassen darf. Gleichwohl empfinde ich, dass meine persönliche Freiheit dort endet, wo sie die Freiheit des Mitmenschen berührt.
    Genau diese Grenzziehung birgt aber das Problem und ist eine berechtigte Grundlage für legislative und judikative Regulation, aber genau da schwankt der Staat zwischen Machtanspruch und Einfühlungsvermögen. Aus guten Gründen hat sich die Meinung der Bürger verfestigt, dass auf europäischer und nationaler Ebene die Eingriffe in die persönliche Freiheit aus Regulierungswut gemehrt haben.
    Und dieses Thema fällt genau in diesen Bereich. Das sollte man nun wirklich dem Bürger überlassen und wer da mit Belastung des Gemeinwesens im Krankheitsfall argumentiert, muss dringend auch die Skipisten schließen etc. etc. etc. Dann steht allerdings auch bald der Staatsdiener vor dem Aldi, der unsere Einkaufstüten auf gesunde Ernährung untersucht.

    • derblondehans

      … werter H.H., Ihr Vertrauen in den Staat ist größer als Sie es selber wohl für möglich halten. Würde die ‚BRD‘ auch nur vermuten, dass eine Legalisierung von Drogen Gewinn abwirft, wäre das Thema hier kein Thema. Ich erinnere an die Tabaksteuererhöhung zur Finanzierung des völkerrechtwidrigen Afghanistan-Krieges durch die Genossen der rot-grünen Koalition.

      Der ‚BRD‘ geht es mitnichten um den Verstand seiner Bürger, schon gar nicht um Jugendschutz. Das legale Kiffen und die gleichzeitig illegale Beschaffung von Drogen ist der Nachweis und reine Restriktion. Daher!

    • derblondehans

      … ahem, werter H.H., Nachtrag, Hilde Benjamin und Roland Freisler waren auch erfahrene Juristen.

  • HM420

    Sehr gelungener und gut geschriebener Kommentar, dem Ich mich restlos anschließen möchte !
    Aber dennoch – Wie lange wird es wohl noch dauern bis eine solche Logik auch endlich Einzug in die Köpfe unserer jetzigen Politiker erhält ?
    Man kann nur hoffen, das Menschen wie Heinrich Schmitz, Andreas Müller und natürlich viele weitere aus dem Bereich des Juristischen Millieus, weiter und in Zukunft noch ein wenig wehementer ihre Stimme erheben werden, um so den lange überfälligen Geisteswandel in der Frage der Entkriminalisierung von Cannabiskonsumenten herbei zu führen !!
    MfG….. und natürlich auch noch ein frohes Fest an alle ( auch wenn noch einige Tage hin 🙂 )

  • lena

    Das gemeine an illegalen Drogen ist, dass es die Forschung erschwert. Die Verbraucher verschweigen ihren Konsum. Lediglich die Verbraucher, die auffälig werden, weil sie die Droge missbrauchen oder nicht vertragen, werden bekannt. Der Großteil der Konsumenten bleibt jedoch unbekannt. Ehrliche Forschungsdaten basierend auf einer representativen Grundmenge, sind aufgrund der vermutlich geringen Studienteilnahmebereitschaft eigentlich gar nicht möglich.
    Ebenso wie es Menschen gibt die dem Alkohol verfallen sind, gibt es auch Menschen die anderen Drogen verfallen sind. Letzteres jedoch verfälscht das Bild, da der Fokus hier nur auf das Negative gerichtet ist. Ein verantwortungsvoller Konsum einer nichtalkoholischen Droge als Gegenbild, ist in den meisten Köpfen ganz einfach nicht vorhanden. Jedoch wird man annehmen können, dass die Mehrheit der Drogenkonsumenten verantwortungsbewusst konsumiert.
    In Anbetracht des schlechten Forschungsstandes und der allgemeinen Unkenntnis über Drogen verstehe ich die Angst der Legalisierungsgegner.
    Auf der anderen Seite ermöglicht Legalisierung generell Erkenntniszuwächse für die Gemeinschaft. Hierzu gehört auch ein verantwortungsvoller Umgang mit der Droge. Der Alkoholkonsum ist gesellschaftlich geregelt. Die Gefahr an Alkoholvergiftung zu sterben wird schließlich schon damit reduziert, dass es verpflichtend ist die Prozentzahl anzugeben. Das/der Durchschnittskind/jugendliche internalisiert schnell, dass Alkohol erst ab einer gewissen Tageszeit getrunken werden darf und oder nur zu speziellen Anlässen. Durch diese Internalisierung der gesellschaftlichen Regeln wächst der Mensch mit einem Gewissen auf welches sich irgendwie bemerkbar machen wird sobald diese Regeln nicht eingehalten werden.

    Menschen die jedoch illegale Drogen konsumieren haben keine Regeln oder Vorbilder eines verantwortungsvollen Konsums ihrer Droge. Sie handeln gegen ihr Gewissen in dem Moment wo sie die Droge nehmen und damit gegen eine gesellchaftliche Regel verstoßen. Und ganz im Sinne von: “ Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert“ – sind sie aufgrund der fehlenden Salonfähigkeit der Droge auf sich selbst gestellt, was den Umgang und Konsum betrifft. Für verantwortungsbewusste Erwachsene wird diese ungeregelte Konsumfreiheit vermutlich weniger problematisch zu regulieren sein. Bei Jugendlichen ist dies sicher anders. Mithilfe von illegalen Drogen können Jugendliche ein verbotenes Spielfeld betreten, dass aufgrund des Verbotes keine Spielregeln hat. Ist man dann nicht im Stande sich selbst Spielregeln aufzustellen (an die man sich auch hält) dann steht man, so ohne Vorbilder, ziemlich ausgeliefert da und kann der Droge leichter verfallen.

    Legalisierung bedeuted daher nicht nur die Öffnung eines unbekannten und durchaus etwas gruseligen „Marktes“, sondern auch Sicherheit und Erkenntnisse für einen verantwortungsvollen Umgang. Letztlich verliert das Unbekannte durch eine gesellschaftliche Anerkennung seinen Reiz (s. amerikanische Sexualpolitik).

    • HM420

      Wirklich gut geschriebene Ausführung einer Problematik die tatsächlich in Bezug auf Forschung in dieseM Bereich besteht ! Daher möchte ich mir ihren Ausführungen und ihrer Meinung sehr gern anschließen !
      MfG…. und noch ein frohes Weihnachtsfest 🙂

  • Timo Kubala

    Von wegen krankmachente Hippiescheiße. @ Alexander Wallasch
    http://www.google.com/patents/US6630507

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