Israel vergessen?

In einer Fotostrecke zu weltweiten Terroranschlägen hat SPON Israel „vergessen“. Wenn zwischen den Anschlägen auf Juden in Israel und Anschlägen auf Juden an einem anderen Ort der Welt unterschieden wird, legitimiert das den Terror.

29. Januar 2004: Selbstmordanschlag auf einen Bus in Jerusalem mit 11 Toten und 50 Verletzten CC BY 2.0 by Andrew Ratto

In einer am 14. November veröffentlichten Fotostrecke zeigt Spiegel Online (SPON) unter dem Titel Attentate weltweit: Im Visier der Terroristen Bilder zu Terroranschlägen, von Algier bis London, von Mumbai bis Paris, von Bali bis New York – 22 Fotos, die Orte der Zerstörung zeigen, Rettungskräfte bei der Arbeit und Orte der Trauer. Schmerzliche Bilder, die sich einprägen.

Legitimer Widerstand?

Wie soll man es aber bewerten, dass die Redaktion dabei ausgerechnet Israel vergessen hat, jenes Land, das dem islamistischen Terror seit nunmehr weit über zwei Jahrzehnten ausgesetzt ist, jenes Land, in dem die Methode des Selbstmordanschlags perfektioniert wurde und das gerade aktuell von einer Terrorwelle überrollt wird, in der erst gestern fünf Menschen ihr Leben verloren haben? Es könnte Zufall sein, dem steht allerdings entgegen, dass SPON seit Anfang November in elf Artikel über Israel berichtet hat. In fünf davon ging es um Terrorattacken von Palästinensern und Palästinenserinnen an Israelis. Man weiß also Bescheid in der Redaktion. Es kann wohl nur daran liegen, dass die Verantwortlichen keinen Zusammenhang zwischen den islamistischen Anschlägen in Israel und islamistischen Anschlägen irgendwo anders auf der Welt sehen. Das wäre nicht einmal verwunderlich, wird der palästinensische Terror doch nach wie vor von vielen Medien als legitimer Widerstand romantisiert, ungeachtet der Tatsache, dass die Anschläge sich in erster Linie gegen Zivilisten richten, gegen Menschen, die zufällig an einer Haltestelle stehen, in einem Bus zur Arbeit fahren, in einem Café sitzen oder eine Straße entlang gehen. Das einzige, was sie von den Opfern der Terroranschläge in der Fotostrecke auf SPON unterscheidet, ist, dass sie dies nicht in Paris, London, Madrid, Mumbai oder auf Bali getan haben, sondern in Tel Aviv, Jerusalem oder Eilat. Dafür können sie zwar nichts, dennoch scheinen sie dadurch das Recht darauf verspielt zu haben, als unschuldige Opfer von Terror anerkannt zu werden.

In den Augen vieler Journalisten und Journalistinnen, aber auch vieler ihrer Leserinnen und Leser ermorden islamistische Terroristen und Terroristinnen überall auf der Welt wahllos Menschen für das illegitime Ziel, ihre religiöse Ideologie global durchzusetzen, während die Hamas Menschen für das legitime Ziel der Befreiung Palästinas ermordet. Ein Blick in die Charta der Hamas sollte genügen, um dieses Bild zurechtzurücken. Dort heißt es: „Die Islamische Widerstandsbewegung ist eine eigenständige palästinensische Bewegung, (…), die dafür kämpft, dass das Banner Allahs über jeden Zentimeter von Palästina aufgepflanzt wird.“ Der Hamas geht es nicht um einen eigenen Staat Palästina neben Israel, es geht ihr ums Ganze: From the river to the sea – wie es immer wieder auf pro-palästinensischen Demonstrationen gerufen wird. Auf der Landkarte der Hamas ist kein Platz für einen Staat Israel. Die Hamas will nicht verhandeln, sondern den jüdischen Staat und ganz allgemein die Juden vernichten. Auch das steht, unter Berufung auf ein bekanntes Hadith, in ihrer Charta (Art. 7).

Antisemitismus ist Kern der Ideologie

Gegen Israel und gegen die Juden, dieses Ziel teilen Islamisten jeder Couleur, die Hamas, die sich selbst als palästinensischen Ableger der Muslimbruderschaft betrachtet und der IS, die Hisbollah und al-Kaida, sowie die Regierungen von Saudi Arabien und Iran. Antisemitismus ist ein zentraler Pfeiler der islamistischen Ideologie ob sie sich gewaltfrei gibt oder dschihadistisch. Antisemitismus war schon im vergangenen Jahrhundert für die Ideologen des Islamismus wie etwa Hassan al-Banna, den Gründer der Muslimbruderschaft (lange vor der Gründung Israels!) oder Sayyid Qutb, den wichtigsten Ideologen der Bewegung in den 1950er und 60er Jahren, ein wesentliches Element der Lehre. Und er ist es noch heute. Den nach wie vor bestehenden Zusammenhang von islamistischer Ideologie und Antisemitismus zeigen vor allem die islamistischen Anschläge der vergangenen Jahre. Fast immer galten sie auch Juden oder jüdischen Einrichtungen: Neben Charlie Hebdo wurde auch ein jüdischer Supermarkt in Paris angegriffen, neben dem Anschlag auf eine Veranstaltung in Kopenhagen im Februar dieses Jahres wurde auch die Hauptsynagoge angegriffen. Im März 2012 traf es eine jüdische Schule in Toulouse, im Juli 2013 eine Gruppe israelischer Touristen in Burgas und im Mai 2014 das jüdische Museum in Brüssel – die Liste ließe sich fortsetzen. Islamisten töten Jüdinnen und Juden, immer und immer wieder und man sollte sich davor hüten, zwischen jüdischen Opfern irgendwo auf der Welt und jüdischen Opfern in Israel zu unterscheiden, denn die Täter interessiert diese Unterscheidung nicht. Nach ihrer verqueren Weltsicht ist Israel zur Gänze auf islamischem Boden errichtet und speziell in der Ideologie der Hamas ist die „Befreiung Palästinas“ so etwas wie der erste Schritt zur Wiedererrichtung der islamischen Herrschaft überhaupt. Jeder tote Jude ist in diesem Weltbild ein Sieg für den Islam. Im Übrigen haben bereits Teile der nicht-religiösen palästinensischen Terrororganisationen der 1970er und 1980er Jahre keinen Unterschied gemacht zwischen Anschlägen in Israel und Anschlägen auf Juden irgendwo anders auf der Welt, wie etwa der Terroranschlag auf eine jüdische Schule in Antwerpen 1980 oder auf den Wiener Stadttempel 1981 zeigen. All das wurde in Verkennung des antisemitischen Hintergrunds immer wieder auf den israelisch-palästinensischen Konflikt zurückgeführt und damit als Widerstandshandlung legitimiert.

Es gibt kein legitimes Terrorziel

Die Bomben- und Selbstmordanschläge der Hamas entspringen der gleichen islamistischen Ideologie wie die Anschläge von Paris, Boston, London oder Madrid und sie dienen nur allzu oft als Blaupause für Terroristen in aller Welt. So wird die neue Methode der Messerattacken, die Israel seit einigen Wochen in Atem hält, mittlerweile auch andernorts angewandt. In Marseille ist erst am Mittwoch ein Jude auf offener Straße von mutmaßlichen IS-Sympathisanten niedergestochen worden.

Zwischen Anschlägen auf Juden und Jüdinnen in Israel und solchen auf Juden und Jüdinnen an irgendeinem anderen Ort der Welt zu unterscheiden, legitimiert nicht nur den Terror der Hamas als Widerstandshandlung, sondern darüber hinaus islamistische Terroristen überhaupt – denn diese Unterscheidung gesteht ihnen zu, dass es zumindest ein legitimes Ziel für ihren Terror gibt.

Lesen Sie auch die letzte Kolumne von Heiko Heinisch: Es hat mit dem Islam zu tun
oder von Hasso Mansfeld: Terror ist Theater
oder von Jörg Friedrich: Terror hat keine religiösen Motive

Heiko Heinisch

Heiko Heinisch

Nach Abschluss des Geschichtsstudiums arbeitete Heiko Heinisch u.a. am Ludwig-Boltzmann-Institut für historische Sozialwissenschaft. Nach längerer freiberuflicher Tätigkeit arbeitet er seit Mai 2016 als Projektleiter am Institut für Islamische Studien der Universität Wien. Nach längerer Beschäftigung mit den Themen Antisemitismus und nationalsozialistische Judenverfolgung wuchs sein Interesse an der Ideengeschichte, mit Schwerpunkt auf der Geschichte der Ideen von individueller Freiheit, Menschenrechten und Demokratie. Er hält Vorträge und veröffentlichte Bücher zu christlicher Judenfeindschaft, nationalsozialistischer Außenpolitik und Judenvernichtung und widmet sich seit einigen Jahren den Problemen, vor die Europa durch die Einwanderung konservativer Bevölkerungsschichten aus mehrheitlich islamischen Ländern gestellt wird. Daraus entstand das gemeinsam mit Nina Scholz verfasste Buch „Europa, Menschenrechte und Islam – ein Kulturkampf?“ im Wiener Passagen Verlag (2012). Er ist Mitglied des Expert_Forum Deradikalisierung, Prävention & Demokratiekultur der Stadt Wien. Im Dezember 2016 erschien das gemeinsam mit Nina Scholz verfasste Buch „Charlie versus Mohammed. Plädoyer für die Meinungsfreiheit“ im Passagen Verlag.

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  • Gabriele Heuze

    Danke für diesen Artikel. Die gerade zur Zeit täglichen Anschläge der Hamas in Israel werden von so vielen geflissentlich übersehen. Eine große Tageszeitung überschrieb einen Artikel sinngemäß mit den Worten: Israel bombardiert Gaza. Im Artikel wurden dann ganz nebenbei erwähnt, dass mehrere Juden bei Anschlägen getötet wurden.

  • LS

    Solange noch 15 mal mehr Palästinenser durch Israel getötet werden, solange noch Israel als Besatzer der palästinensischen Westbank auftritt, ist es einfach nur unredlich in Israel/Palästina von islamischem Terror zu reden.
    Sollen wir auch von jüdischen Terror reden, wenn PalästinenserKinder mal wieder von hinten erschossenw werden?
    In Palästina kämpft eine hochmoderne Armee gegen Steine werfenden Kinder und Küchenmesser nur um die besetzten Gebiete nicht wieder – wie von der UNO syeit Jahrzehnten gefordert – frei geben zu müssen.
    Hören Sie auf den Terror von IS mit der Besatzung Palästinas zu vermischen.

    • Heiko Heinisch

      Terror ist Terror, wenn er sich wahllos und mit dem alleinigen Ziel, Angst zu verbreiten, gegen die Zivilbevölkerung richtet – und genau das tut der islamistische Terror in Israel. Stellen sie sich einfach nur kurz vor, sie lebten in einer Stadt, in der täglich Menschen, irgendwelche Menschen, mit Messern angegriffen würden – der nächste könnten Sie sein! – Und die Geschichte mit den Steine werfenden Kindern und den Küchenmessern ist ein Mythos, der halt gut klingt. Im Jahr 2002, also bevor die Sperranlagen gebaut wurden, wurden in Israel über 100 Terrorattacken gezählt. Darunter mehrer Dutzend Selbstmordanschläge: http://www.johnstonsarchive.net/terrorism/terrisrael-6.html

      • Maskutrollfrauenfeindmischpoke

        Nun ja. Die Franzosen führen ja auch keinen Krieg gegen ihre Migranten aus Algerien oder sonstwo im eigenen Land oder direkt daneben, was diese dann dazu veranlassen würde, gegen Frankreich zu kämpfen. Israel tut das. Es siedelt völkerrechtswidrig in besetzten Gebieten und leistet sich noch einiges mehr, daß Sie offenbar verteidigen. Das schreiben Sie nicht explizit, aber es entsteht der Eindruck.

        Der Terror der Hamas ist nicht gerechtfertigt. Israel tut aber alles nur Erdenkliche, um Vorwände dafür zu liefern.

        Dieses ewige Irael-Gepushe geht mir schon ziemlich auf den Senkel. Sicherlich sind die Palästinenser keine Waisenknaben. Wenn ich mir aber so einige Charaktere der religiösen Rechten in Israel anschaue, dann wird mir schon ziemlich schlecht.

        • Heiko Heinisch

          Wir könnten jetzt vermutlich stundenlang darüber debattieren, wer diesen Konflikt begonnen hat – die ersten antijüdischen Aktionen gab es mehr als zwei Jahrzehnte vor der Staatsgründung – aber, dass sehr viele dazu neigen, Israel die alleinige Schuld an der derzeitigen Situation zu geben, ist Teil des Problems. Die andere Seite muss sich überhaupt nicht bemühen, denn sie kann ja nichts dafür. Und bei dieser Sicht entgeht einem dann, dass die Hamas etwa an einer Lösung MIT Israel gar nicht interessiert ist, sondern nur an einer Lösung ohne Israel und noch dazu auch an einer Lösung ohne Juden.
          Das palästinensische Narrativ wird auch von Ihnen kritiklos übernommen. Juden siedeln also völkerrechtswidrig in irgendwelchen Gebieten – das heißt nichts anderes, als das es Gebiete gibt, in denen Juden nicht siedeln dürfen. Fällt ihnen daran irgendetwas auf? Es ist übrigens heute schon so, dass weder im Gazastreifen, noch in den palästinensischen Teilen des Westjordanlandes Juden leben, oder anders gesagt: Die palästinensischen Autonomiegebiete sind judenfrei. – Und dennoch wird, in völliger Verdrehung der Tatsachen, Israel der Apartheid bezichtigt.
          Und was einige Charakteren der religiösen Rechten anbelangt: Solche gibt es doch überall, warum ist das gerade in Israel bemerkenswert?

          • Maskutrollfrauenfeindmischpoke

            Sie haben es erkannt. Es gibt Gebiete, in denen Juden nicht siedeln dürfen. Und es gibt auch Angriffe mit Toten durch radikale jüdische Siedler.

            Ich legitimiere die Aktionen der Hamas nicht, habe aber das Gefühl, daß Israel-Liebhaber grenzenlos verlogen sind.

            Leseempfehlung: Alle Zutaten für den großen Knall sind da

            Ex-Geheimdienstchef Yuval Diskin über den neuen Krieg, den keiner wollte, die schwierigen Bedingungen für einen Frieden – und den Hass, der im ganzen Land zu spüren ist

            Davon abgesehen ist die Nichteinbeziehung Israels in die monierte Fotostrecke auch nachvollziehbar angesichts der Tatsache, daß wir es hier mit dem neuen Phänomen des weltweiten islamistischen Terrors zu tun haben. Es gibt gute Gründe dafür, Israel hier auszusparen. Zumindest ist es keineswegs verwerflich.

            Diese Israel-Idealisierung vor allem von Rechten ist mir unbegreiflich.
            Das gilt natürlich auch für die Hamas-Idealisierung vieler Linker.

          • derblondehans

            ‘Angriffe mit Toten durch radikale jüdische Siedler‘, werden von der israelischen Justiz geahndet. Angriffe auf Juden in Israel, ja weltweit, von Hamas, Hisbollah, den IS und andere, werden von Israelgegnern heroisiert. Sie merken den Unterschied?

          • Heiko Heinisch

            Meinen Sie mich mit den „Rechten“? Wenn, dann müssten Sie mir das genauer erklären.

          • Maskutrollfrauenfeindmischpoke

            Nein ich meine Sie nicht mit den Rechten, da ich nicht weiß, wo Sie politisch stehen. Und keine Sorge, ich verwende das Wort „rechts“ nicht denunzierend, wie das leider bei vielen Linken üblich ist, die damit ein katastrophales Demokratieverständnis offenbaren.

            @Blondie
            Israelgegner dürfen gerne diese Angriffe heroisieren. Israelfreunde verharmlosen gerne die Aktionen des Staates Israel. Das dürfen sie auch gerne.

            Ich kann sagen, was ich will. Ich bin keinesfalls Experte für diesen Konflikt, mein gesunder Menschenverstand sagt mir aber, daß Israel die größere Verantwortung hat und mehr verbockt als die gegnerische Seite. Alles in allem.

            Es gibt nicht umsonst viele linke Israelis und auch ehemalige Geheimdienstchefs, die ihr eigenes Land kritisieren. Ich bin nun wirklich kein Freund des Islam, aber man kann auch durch eine konstruktivere, weniger fanatische Politik viel gegen den Terror der Hamas tun.

            Im übrigen sind mir „religiöse Rechte“ nur noch aus den USA und Polen bekannt. In anderen westlichen Ländern spielen sie eher keine Rolle. In Israel bestimmen sie gewaltig die Politik.

            Israel hat es selbst in der Hand, aber seine Politiker sind eben paranoid.

          • derblondehans

            … Israels ‚Linke‘, Israels ‚religiöse Rechte‘, Israels ‚Ex-Geheimdienstchefs‘, … die sind zunächst alle neben der Sache. In diesem Konflikt geht es um Israels Souveränität, um Israels Existenz. Dieser Verantwortung wird die israelische Politik gerecht.

            Sie sollten DAHER! konkretisieren, was Sie an israelischer Politik auszusetzen haben, worin Israel größere Verantwortung in diesem Konflikt liegt und wo es mehr ‚verbockt‘ als die ‚gegnerische Seite‘, wie Sie schreiben. Sonst drehen wir uns hier im Kreis.

          • LS

            Es auf Angriffe der Hamas zu schieben, ist sehr kurzsichtig.
            Wer war es bevor die Hamas gegründet wurde?
            Raus aus der Westbank, Mauer drum — aber auf eigenem Gebniet – und gut ist.
            inweise auf alte bibnlische Stories, warum soltle das die Palästinenser die dort seit Jahrhunderten leben, irgendwie interessieren. Denen wird Stück für Stück das eigene Land weggenommen.
            Nicht umsonst gibt es mehr als 70 UN-Resolutionen gegen Israel.

            Israel existiert und das ist gut so nur in seinen eigenen von nder internationalen Gemeinschaftg akzeptierten Grenzen.
            Die Einstaatenlösung – eine Möglichkeit – benötigt gleiches Recht für alle. Nicht 3 verschiedene Rechte in diesem kleinen Land.

          • Heiko Heinisch

            „die Palästinenser die dort seit Jahrhunderten leben“? Das ist historisch falsch. Palästinenser im Völkischen Sinne gibt es erst seit rund 50 Jahren. Vorher war „Palästina“ die Bezeichnung für eine Region, später für eine Verwaltungseinheit erst des Seleukidenreiches, dann des Römischen Reiches und schließlich des Osmanischen Reiches und zuletzt für das Britische Mandatsgebiet. Zu Palästina gehörte übrigens immer auch das Gebiet des heutigen Jordanien! Palästinenser war in diesem Zusammenhang kein Volksbegriff, sondern schlicht die Bezeichnung für einen Bewohner des Gebietes Palästina, unabhängig von seiner religiösen oder ethnischen Zugehörigkeit. In seiner heutigen Bedeutung als Begriff für Angehörige eines arabischen Volkes taucht der Begriff erstmals in der Charta der PLO im Jahr 1964 auf, also vor 51 Jahren.

            Vor diesem Zeitpunkt siedelten in diesem Gebiet Araber und Juden – auch letztere haben dort also durchaus eine sehr lange Geschichte. Und die heute dort lebenden Araber haben zu einem großen Teil Vorfahren, die ebenfalls erst seit Ende des 19. Jahrhunderts hauptsächlich aus Ägypten, Jordanien, Syrien in dieses Gebiet eingewandert sind, weil es dort Arbeit gab.

            Und was die UN-Resolutionen betrifft: Im UN-Menschenrechtsrat betreffen ebenfalls mehr als die Hälfte aller Verurteilungen Israel, während Saudi Arabien, China, Afghanistan, Kuba, Pakistan und selbst Somalia bislang leer ausgingen. Solche Verurteilungen und Resolutionen sagen weniger über das betroffene Land aus, als vielmehr über die politische Zusammensetzung der Institution.

            Zum Menschenrechtsrat: http://diekolumnisten.de/2015/10/08/surreales-theater/

        • derblondehans

          … das ist so nicht richtig. Israel siedelt nicht in besetzten Gebieten. Das West-Jordanland, im Neuen Testament Judäa und Samaria, haben keinen Status als eigenständiges Staatsgebilde und ist daher umstrittenes Gebiet. Wäre ich Israeli, würde ich, so aus diesen Gebieten Terror droht und wie er auch tatsächlich von dort kommt, ähnlich handeln.

          Auch mit Siedlungsbau.

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