Weimer irrt

Wolfgang Weimer, der neue Verleger des Debattenmagazins „The European“, für das ich 2 Jahre lang mit Freude geschrieben habe, fordert den Schutz der Grenzen zur Lösung der „Migrationskrise“. Doch Weimer denkt seine Forderung nicht zu Ende.


In seinem heute erschienenen Debattenbeitrag „Schützt endlich unsere Grenzen“  ruft der neue Herausgeber des European, Wolfram Weimer, dazu auf, „die eigenen Grenzen zu schützen und die illegale Einwanderung mit polizeilichen Maßnahmen zu beenden“. Er meint, nur wenn Deutschland das erkläre, „dann wird man diese Migrationskrise wieder unter Kontrolle bekommen“. Sollte der Teaser zu seinem Artikel von ihm sein, dann spricht er von einer „Masseninvasion“. Doch Weimer irrt, sowohl was seine Prämisse als auch was seine Schlussfolgerung angeht.

Unter Berufung auf nicht näher identifizierbare „südosteuropäischen Diplomaten in Brüssel“ behauptet er, Bundeskanzlerin Merkel „…hat eigenmächtig eine Völkerwanderung befördert. Wir wurden nicht gefragt, aber wir alle müssen darunter leiden“. Wer auch immer das, was Weimer sich da offenbar zu eigen macht, gesagt haben soll, es ist schlichtweg falsch. Ich habe diese Frau noch nie gewählt und ihre Art Politik zu „warten“ auch mehrfach verurteilt. Aber in diesem Punkt hat sie zum richtigen Zeitpunkt richtig gesprochen und es ist falsch, ihre Worte für eine „Völkerwanderung“ verantwortlich zu machen. Und zumindest für mich kann ich auch sagen, dass ich nicht unter den Flüchtlingen leide.

Die „Völkerwanderung“ also die massenhafte Flucht von Menschen aus Bürgerkriegs- und Terrorgebieten, hatte lange vor Merkels deutlichen und notwendigen Worten begonnen. Und zwar nicht, weil irgendjemand in Europa großzügige Einladungen ausgesprochen hat, sondern weil den Menschen wahlweise die Fassbomben Assads oder die Kämpfer des IS oder die sogenannten gemäßigten Oppositionellen die Heimat zerbombten und ihr Leben bedrohten. Jeder, der noch alle Sinne beisammen hat, musste und muss versuchen aus einem solchen mörderischen Chaos heraus zu kommen. In Afghanistan und dem Irak ist die Lage ebenfalls so instabil, dass man keinem anraten könnte, dort auf den Frieden und Sicherheit zu warten.

Barbarian invasisons?

Die von Weimer beschworene „Völkerwanderung“ ist tatsächlich nur die Flucht von notleidenden Menschen aus unerträglichen Zuständen. Das hat mit dem historischen Begriff der Völkerwanderung gar nichts zu tun. Wenn man sich die Beschreibung dieser Epoche der Spätantike außerhalb des deutschen Sprachraumes ansieht, dann stellt man fest, dass da weniger vom „Wandern“ oder „Flüchten“ als vom kriegerischen Eindringen (barbarian invasions, invasioni barbariche ) von Barbaren gesprochen wird. Es mag ein unsauberer oder auch nur unbedachter Umgang mit historischen Begriffen sein, wenn im Zusammenhang mit Millionen fliehender Menschen ein derartiger Kontext geschaffen wird. Es ist aber trotzdem falsch und führt in einen falschen Alarmismus. Hier kommen gerade keine „Eroberer“, wie es so gerne aus einer bestimmten politischen Ecke behauptet wird, keine „Immigressoren“ wie ein glühender AfD-Fan die Menschen nennt. Hier kommen keine bewaffneten Kämpfer, die uns irgendetwas wegnehmen wollen. Es kommen Leute, die erst mal nur leben wollen. Dass sie nach Europa fliehen, liegt nicht an den Willkommensworten der Kanzlerin, sondern daran, dass sie glauben, hier vor Verfolgung und Hunger sicher zu sein. Bis jetzt ist das ja auch überwiegend so.

Es ist keine Frage, dass die Flucht von Millionen Menschen auch Europa vor Probleme stellt. Ganz unabhängig davon, inwieweit man der europäischen Politik eine Mitschuld an der Destabilisierung des Nahen Ostens geben will, muss Europa dieses Problem lösen. Aber es muss es auf der Basis seiner gemeinsamen europäischen Werte lösen.

Das geht nicht, wenn man die „Festung Europa“ abriegelt und auf alles schießt, was sich von außerhalb nähert. So kann man vielleicht das Territorium von Europa schützen, aber man zerstört gleichzeitig das, was Europa eigentlich ist. Eine Zone, in der die Menschenrechte gelten, in der Meinungs-, Presse-, Versammlungs- und andere Freiheiten gelten. In der das Recht gelten soll. In der Verfolgte Asyl genießen.

Nahe am Zynismus

Weimers Idee der Problemlösung durch Grenzkontrolle, sei es an den Außen- oder Binnengrenzen der EU, wird nicht zum Erfolg führen. Und die Berufung auf das Dublin-Abkommen ist, obwohl dieses rechtlich noch gilt, nahe am Zynismus. Damit könnte Deutschland, das leistungsfähigste Land der EU, sich unter Berufung auf das vermeintliche Recht in ekelhafter Weise ins Unrecht setzen. Nimmt man Dublin ernst, dann könnten in Deutschland überhaupt keine Menschen wirksame Asylanträge stellen, sofern sie nicht von Syrien aus durch das Mittelmeer ohne irgendwo an Land zu gehen über die Nordsee angeschwommen kommen.

Die Lösung für die Aufnahme der Menschen kann nur in einer gesamteuropäischen Regelung bestehen. Die Hilfesuchenden müssen innerhalb Europas gerecht verteilt werden. Daran arbeitet die Kanzlerin ebenso wie an der Beschleunigung der Verfahren und der Abschiebung nicht asylberechtigter Personen. Wenn einzelne europäische Länder da einfach „Nö“ sagen, dann sollte diesen auch einmal ein „Nö“ entgegenschallen, wenn es um Wirtschaftshilfen geht. Es sind diese nationalen Egoismen und Nationalismen, die die Flüchtlingsaufnahme zum Problem für Europa macht, nicht die Not der Flüchtlinge. Da hat die Kanzlerin absolut recht, wenn sie sagt: „Das schaffen wir!“

Von einer „Politik radikal offener Tore“ kann deshalb gar nicht die Rede sein.

Wenn Weimer meint: „Schon die offizielle Verkündung eines Aufnahmestopps würde Hunderttausende davon abhalten, sich im Winter auf den Weg zu machen. Der Massenansturm würde schlagartig gebremst“, dann ist das Wunschdenken. Es ist eben nicht so, dass Deutschland ein Magnet ist, der Menschen magisch anzieht, sondern es ist die Situation in den Herkunftsländern, die sie verzweifelt ihre Heimat verlassen lässt. Wäre es der Magnet, dann wären schon vor Jahren massenhaft Menschen gekommen, ganz ohne Krieg. Erst wenn sich da etwas tut, wird die Zahl der Fliehenden wirklich zurückgehen. Dann werden auch viele gerne wieder in ihre Heimat zurückkehren wollen. Wer lebt schon wirklich gerne im Exil? Dann können wir diesen Menschen – und nicht den korrupten Diktatoren – beim Aufbau ihrer Heimat helfen. Dann werden die, die hier die Segnungen der Demokratie und der Menschenrechte am eigenen Leib erleben durften, auch in ihrer Heimat etwas ähnliches haben wollen.

Erschießen oder verhungern lassen?

Grenzen sind ja gut und schön, aber was macht man denn dann mit den Menschen, die sich vor den neuen Grenzzäunen sammeln? Kommen werden die auch dann. Nicht hingucken? Einfach ignorieren? Wer die Hilfesuchenden an Grenzzäunen verhungern oder vielleicht auch erschießen lassen will, der soll das sagen. Aber er soll dann auch sagen, dass aller Lobpreis auf die deutschen oder europäischen Werte wie die Menschenrechte ein Schwindel war, und dass es in Wirklichkeit nur darum geht, den eigenen Wohlstand zu erhalten, und dass ihm das Schicksal hilfloser Menschen aus Kriegsgebieten letztlich am Arsch vorbei geht. So darf man ja denken, aber man sollte dann auch so ehrlich sein und es genau so sagen.

„Es wird Zeit, nach der Willkommenskultur auch die Wahrheitskultur zu leben, und nach dem „Wir schaffen das“ auch an das „Wir schützen das“ zu denken.“ Ja, aber dann sollte man auch sagen, wie man das schützt. Vielleicht mit Schützenpanzern?

Heinrich Schmitz

Heinrich Schmitz

Heinrich Schmitz ist Rechtsanwalt, Strafverteidiger und Blogger. In seiner Kolumne "Recht klar" erklärt er rechtlich interessante Sachverhalte allgemeinverständlich und unterhaltsam. Außerdem kommentiert er Bücher, TV-Sendungen und alles was ihn interessiert- und das ist so einiges. Nach einer mit seinen Freital/Heidenau-Kolumnen zusammenhängenden Swatting-Attacke gegen ihn und seine Familie hat er im August 2015 eine Kapitulationserklärung abgegeben, die auf bundesweites Medienecho stieß. Seit dem schreibt er keine explizit politische Kolumnen gegen Rechtsextreme mehr. Sein Hauptthema ist das Grundgesetz, die Menschenrechte und deren Gefährdung aus verschiedenen Richtungen.

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  • Alexander Wallasch

    „Nimmt man Dublin ernst, dann könnten in Deutschland überhaupt keine Menschen wirksame Asylanträge stellen, sofern sie nicht von Syrien aus durch das Mittelmeer ohne irgendwo an Land zu gehen über die Nordsee angeschwommen kommen.“

    Hier allerdings vergisst Du die Anreise per Flugzeug, früher gar kein so seltener Weg ins Asylland BRD. Und wahrscheinlich noch deutlich preiswerter als via Schlepper.

    • BaWo

      Da haben Sie sogar recht, Herr Wallasch, ein Flug ist bedeutend günstiger als eine Schlepperfahrt und deutlich sicherer auch. Das wissen auch die Flüchtlinge. Da stellt sich doch die Frage, warum Sie nicht den Flieger nutzen, nicht wahr?

      Seit 2001 gillt, dass Fluggesellschaften und andere Unternehmen, die Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung in den Schengenraum bringen, diese zusätzlich zu einer Strafe, auch auf eigene Kosten wieder zurückbringen müssen. Dies hat konkret zur Folge, dass Fluggesellschaften Niemanden nach Europa befördern, der kein Visum oder eine sonstige Aufenthaltsgenehmigung hat. Egal ob Flüchtling oder Immigrant. Die Menschen dort haben praktisch keine andere Alternative, als diese Boote zu nehmen oder gefährlich Treks durch den nahen Osten und Südosteuropa zu machen. Aus diesem Grund werden die Bootsschleuser von den Menschen in Nordafrika mitunter auch wie Helden gefeiert.
      Quelle:
      https://www.youtube.com/watch?v=YO0IRsfrPQ4
      Unter dem Video befindet sich der dazugehörige Europaratsbeschluss.

      Es ist gar nicht so leicht außerhalb des Schengenraumes ein Visum für ein europäisches Land zu bekommen. Und diese Formalitäten dauern mitunter Wochen. Unter Bombenhagel und Gewehrfeuer ist das dann doch erheblich unentspannter, als wenn sich unsereins ein Touristenvisum für den Uralub besorgt.

  • derblondehans

    Sie wären glaubwürdig, werter H.S., wenn Sie, wie PEGIDA das übrigens tut, fordern , das die, die sich nicht an die Regeln des Asyl gewährenden Landes halten, einschließlich der Asylbetrüger, sofort, ohne wenn und aber, auszuweisen sind.

    Der Fisch fängt vom Kopf an zu stinken … Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) über ‚dschihadistische Weltenbummler‘, die mohammedanischen Kopfabschneider: ‚Es sind unsere Söhne und Töchter. Ein Großteil wurde hier geboren. Sie sind in unsere Schulen gegangen, in unsere Moscheen, in unsere Sportvereine. Wir tragen für deren Radikalisierung Verantwortung‘.

    Schon DAHER! sind Grenzkontrollen Pflicht. Und wenn erforderlich, ist das Grenzregime auch mit Schusswaffengebrauch durchzusetzen. Das ist Völkerrecht.

    • Heinrich Schmitz

      Schön, dass Sie mich auch bei DieKolumnisten kommentieren. Ich hatte Sie schon vermisst. Sollte es Ihnen nicht aufgefallen sein, ich fordere gar nichts, außer , dass diejenigen, die Grenzkontrollen fordern, auch ehrlich sagen, dass das Menschenleben fordern wird. Sie sprechen das wenigstens aus.

    • BaWo

      Ich weiß gar nicht, was diese marzialischen Formulierungen immer sollen, wir befinden uns hier nicht im Krieg und wir werden auch nicht überrollt. Und in meinen Augen ist wirtschaftliche Not a.k.a. dem Hungertod nahe sein, weil die EU Afrika mit ihrem Freihandelsabkommen landwirtschaftlich ausmergelt, ein legitimer Asylgrund. Asylbetrüger und Wirtschaftsflüchting, natürlich in der Intention reelles Leid zu relativieren und abzuwerten, sind für mich die Unworte des Jahrzehnts! Das sind immernoch Menschen, die hier ankommen, mit denselben Menschenrechten wie Sie, Hans.

      So und jetzt mal eine kleine Rechnung:
      Malen wir mal den Teufel an die Wand und gehen von 2.000.000 Flüchtlingen aus. Aktuell ist die Anerkennungsquote bei etwas mehr als 30%, also nehmen wir doch einfach mal 40% an. Damit kämen wir auf 800.000 Menschen, die längerfristig in diesem Land bleiben, was ziemlich genau 1% der Gesamtbevölkerung entspricht. Das ist alles andere, als ein die Gesellschaft zerreißender Ansturm. Achja und für die um-die-Kultur-Besorgten, etwa 60-70% der Flüchtlinge sind muslimischen Glaubens. Waaaaaas für eine Bedrohung für unsere Kultur(ironie off).
      Natürlich ist die aktuelle Aufnahmephase schwierig, es wurde einfach seit Jahren sträflich die Vorbereitung für so ein Szenario vernachlässigt. Allerdings wäre es doch ein Armutszeugnis, wenn die Stärkste Wirtschaft in der EU einen Anstieg von 2%(1% die bleiben) der Bevölkerung nicht stemmen könnte.

  • Friederike Stoppel

    Wer fordert, die Grenzen zu schließen, der möge sich doch bitte einmal in Menschen hineinversetzen, denen u.a. mit unseren Waffen die Häuser in Schutt und Asche gelegt wurden, die sich, um sich und ihre Kindern in Sicherheit zu bringen, eine unglaublich beschwerliche und gefährliche Tortour auf sich nehmen mussten, weil sie nicht in ein sicheres Land fliegen dürfen. Menschen, die durch unsere Politik der Gier und des Profites Kinder, Verwandte und Freunde verlieren und dann durchnässt, durchgefroren und ausgehungert im Schlamm vor den Türen dieses Europas stehen, das an ihrem Schicksal nicht unschuldig ist. Und diesen Menschen soll nun die Türe vor der Nase zugeschlagen werden? Die, die dies aus blankem Egoismus fordern, sind noch nicht einmal in der Lage, sich zu überlegen, welche Emotionen dies in den Menschen wecken wird. Dies ist der Boden, auf dem Terror gedeiht, vor dem uns dann kein Stacheldraht mehr schützen wird. Letztendlich werden diese „besorgten Bürger“ dafür verantwortlich sein, dass genau das passiert, vor dem sie sich so fürchten. Den Frieden wird man nur bekommen, wenn man alles unternimmt, die Regionen wieder zu stabilisieren, der zügellosen und unkontrollierten Profitgier von Großkonzernen und EU Einhalt gebietet, den Menschen jetzt hilft und sie dann beim Aufbau ihrer Heimat unterstützt.

    • derblondehans

      … werter F.S., Sie argumentieren wie Merkel. Merkel & Co. exportieren die Waffen, mit denen Krisenherde geschaffen oder prolongiert werden. Wer ernsthafte Lösungen will – ich glaube der Ex kein Wort – fängt damit an den Waffen- und Rüstungsexport, bei Strafe, zu verbieten, und sich nicht in innere Angelegenheiten anderer Staaten einzumischen. Deutschlands Grenzen sind eben nicht am Hindukusch, zum Beispiel.

      Nach Ihren Ausführungen, F.S., dürften Sie ein begeisterter PEGIDA – Anhänger sein. Oder was stört am Programm?

      1. Pegida ist für die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen und politisch oder religiös Verfolgten. Das ist Menschenpflicht!
      2. Pegida ist für die Aufnahme des Rechtes auf und die Pflicht zur Integration ins Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland (bis jetzt ist da nur ein Recht auf Asyl verankert)!
      3. Pegida ist für dezentrale Unterbringung der Kriegsflüchtlinge und Verfolgten, anstatt in teilweise menschenunwürdigen Heimen.
      4. Pegida ist für einen gesamteuropäischen Verteilungsschlüssel für Flüchtlinge und eine gerechte Verteilung auf die Schultern aller EU-Mitgliedsstaaten! (Zentrale Erfassungsbehörde für Flüchtlinge, welche dann ähnlich dem innerdeutschen, Königsteiner Schlüssel die Flüchtlinge auf die EU-Mitgliedstaaten verteilt)
      5. Pegida ist für eine Senkung des Betreuungsschlüssels für Asylsuchende (Anzahl Flüchtlinge je Sozialarbeiter/Betreuer – derzeit ca. 200:1, faktisch keine Betreuung der teils traumatisierten Menschen)
      6. Pegida ist für ein Asylantragsverfahren in Anlehnung an das holländische bzw. Schweizer Modell und bis zur Einführung dessen, für eine Aufstockung der Mittel für das BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) um die Verfahrensdauer der Antragstellung und Bearbeitung massiv zu kürzen und eine schnellere Integration zu ermöglichen!
      7. Pegida ist für die Aufstockung der Mittel für die Polizei und gegen den Stellenabbau bei selbiger!
      8. Pegida ist für die Ausschöpfung und Umsetzung der vorhandenen Gesetze zum Thema Asyl und Abschiebung!
      9. Pegida ist für eine Null-Toleranz-Politik gegenüber straffällig gewordenen Asylbewerbern und Migranten!

      … weiter auf Focus

  • Ach, guck mal an, der Blonde Hans ist auch wieder aus dem Untergrund aufgetaucht – und er outet sich als Pegidist! Hätte ich gar nicht vermutet, ihn in den Reihen der Leute ohne Bildung und Herzensbildung wieder zu finden…
    Daß er zu den Leuten gehört, die die Entwicklungen der Moderne weder verstehen, noch ertragen oder gar schon gar keine konstruktive Lösungen anbieten können, stand allerdings schon immer zu vermuten.
    Heinrich Schmitz zeigt überzeugend, daß das Gegreine des Herrn Weimer, das bei Herren wie dem Blonden Hans (der stets aus der anonymen Deckung schießt) zu Gejaule und Geflenne wird, nichts weiter ist als die Larmoyanz einer Figur, die nur die kränklichen Lösungen des 19.Jahrhunderrts (Nationalismus und natürlich Kapitalismus;nicht zu vergessen Religion) anzubieten hat für die Probleme des 21.
    Es sind kleinliche, kleinkarierte Kleinbürgerlösungen (man sollte mal ein bißchen Roland Barthes lesen – aber das übersteigt das Fassungsvermögen des Blonden wie das der Pegidisten); Abschotten, Wegducken, Ableugnen… Nur eines können diese Konsorten, das „Andere“, den Anderen, den Flüchtling, den Asylanten etc.ausschließen, weil er sie daran erinnert, daß ihnen das Gleiche widerfahren könnte.
    Figuren wie der Herr Hans oder der Herr Höcke leben in vollverspiegelten Räumen, in denen sie nur stets das Eigene sehen und gequält aufschreien, wenn die Spiegel splittern…und da sie kein Spiegelmaterial mehr haben, werden der Riß, das Loch einfach mit Brettern vernagelt! – Und so sieht dann am Ende deren haltlose Welt aus!

    • derblondehans

      … warum bekomme ich eine SPAM-Meldung, wenn ich dem Brosche antworten möchte? Ist das Absicht, ausgerechnet diesem Lümmel nicht antworten zu können/dürfen?

      Brosche, nimm das!

      O.k., jetzt funzt ’s! Na dann, alter Kämpe, los geht ’s.

  • UJ

    Auch wenn ich Ihnen, Herr Schmitz, im Grundsatz zustimme, gibt es doch einige Punkte, an denen ich anderer Meinung bin.
    Dass Deutschland als stärkste Volkswirtschaft Europas in der Flüchtlingsfrage mehr leisten muss als andere, ist für mich selbstverständlich. Und das wir alles dafür tun müssen (und auch tun können!), dass die Leute, die zu uns kommen, eine menschenwürdige Behandlung erfahren, ist für mich ebenfalls selbstverständlich. Ich stimme auch zu, dass wir eine neue gesamteuropäische Lösung brauchen, da man angesichts der Menschenmassen, die unterwegs sind, das Dubliner Abkommen (endlich!) getrost vergessen kann.

    Allerdings habe ich z.B. meine Zweifel, ob es sinnvoll ist, die Flüchtlinge über ganz Europa zu verteilen. Zum Einen, weil es sich hier nicht um Reissäcke oder Castorbehälter, sondern um Menschen mit einem eigenen Willen handelt, die genaue Vorstellungen davon haben, wo sie hin wollen und wo nicht. Und das ist, neben anderen Ländern, vor allem Deutschland. Zum Anderen, weil viele Staaten hier nicht mitmachen werden und sei es nur deshalb, um den arroganten Deutschen, die in den letzten Jahren inneuropäische Solidarität nicht gerade groß geschrieben haben, endlich eine reinzuwürgen.

    In Ihrem Artikel lassen Sie außerdem außer Acht, dass viele Syrer, die ihr Land verlassen hatten und in Staaten wie Ägypten unterkamen, Merkels Worte zum Anlass nahmen, ihr Glück einmal in Deutschland zu versuchen. Es kommen also mitnichten nur Syrer direkt aus den Bürgerkriegsgebieten zu uns. Das geht in der Berichterstattung leider zu oft unter, ebenso wie die Tatsache, dass die syrischen Flüchtlinge nur einen Teil der Menschenströme ausmachen, die auf der Balkanroute unterwegs sind (von der Russland-Norwegen-Route oder dem Mittelmeer will ich jetzt gar nicht reden.)

    Sich angesichts dieser Krise ins nationalstaatliche Schneckenhaus zurückzuziehen ist sicherlich keine Lösung. Mit dem Satz „Wir schaffen das“ ein Strohfreuer der Euphorie zu entzünden aber auch nicht.

    Wir sollten nüchtern und pragmatisch an die Sache herangehen. Und das bedeutet für alle Seiten zunächst einmal verbal abzurüsten. Die Integration von so vielen Menschen in unsere Gesellschaft wird nicht reibungslos vonstatten gehen. Etwaige Probleme sollten daher sachlich diskutiert werden können und zwar am besten „bottom up“, sprich: von unten nach oben. Es sind die Kommunen, die den Löwenanteil der Integrationsarbeit zu leisten haben werden. Sie sollten daher auch den Ton in der Debatte angeben. Wenn ich mir allerdings anschaue, was der Tübingen OB gerade an Kritik aus der eigenen Partei einstecken muss, bin ich nicht in dieser Hinsicht alles andere als optimistisch…

  • Burkardt Brinkmann

    Eine Textanalyse, die freilich zu lang ist, um ihn hier zu posten, habe ich in meinem Blog u. d. T. „

    Ist es auch Einfalt, so hat es doch Methode

    “ veröffentlicht:

  • Jakob Nägele

    Der Schmitz wollte doch nicht mehr politisch schreiben. Nun tut er es doch wieder….Was ist sein Wort wert?

    • Nun sein Sie doch dankbar anstatt maulig zu werden 😉

      • Jakob Nägele

        er schreibt immer so komisch ..hehe

  • Jakob Nägele

    Die Linken benutzen immer die gleichen Stereotypen: Es sind die armen Syrer, die vor Assads „FASSBOMBEN“ flüchten. So spricht Stegner, sp spricht Ska Keller und so auch Schmitz. Daß von den einreisenden Syrern 75% gar keine Syrer sind, stört die Gutmenschen natürlich nicht. Daß eine Menge Wirtschaftsflüchtlinge reinkommen, was solls? Wir sind ein reiches Land ! Einfach mal nach Schweden schauen. Die wollten Großmacht der Menschlicheit sein,, inzwischen wachsen denen die Moslems über den Kopf. Ein abzuschiebender Muslim hat beim Ikea 1 oder 2 Menschen umgebracht. Nicht weiter schlimm, es gibt genügend Schweden, die auch kriminell sind…..Nein, es muss wieder Recht und Ordnung herrschen. Viktor Orban hat es vorgemacht. Er sichert die EU-Aussengrenze und seine Staatsgrenze. Von ihm kommt der Ausspruch: „Flüchtlinge klopfen nicht an, sie treten die Türe ein.“ Deshalb muss Frau Merkel eine Pressekonferenz über Al Dschasira geben und sagen: „Schluss mit der Willkommenskultur. Wir sind überlastet. Die Leute in der Erstaufnahme-Zelten können nicht in festen Unterkünften untergebracht werden, weil wir die Deutschen nicht aus ihren Häusern rausschmeissen wollen. Ausserdem bekommt niemand ein Auto und ein Haus geschenk.“ Alleine diese Ankündigung würde den Flüchtlingsstrom abebben lassen. In Sicherheit sind diese Leute in Griechenland, Mazedonien, Serbien, Slowenien und Kroatien. Warum dann nach Deutschland weiterreisen? Einfache Antwort: hier gibts die beste Vollversorgung und das dümmste Volk. Es ist aber nicht an den Flüchtlingen zu entscheiden, wo sie untergebracht werden. Bei einem Diebstahl entscheidet ja auch nicht der Dieb, ob er gefasst wird oder nicht.“ Verkehrte Welt im Hirn eines Gutmenschen.

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